Optische Qualität
> muß zugeben, daß ich als 10x50 nur das Lidl habe ...
Hallo hanz,
das erklärt natürlich einiges. Dann würde ich die Aussage:
"Und bei derartigen Verhältnissen bringt das 11x80 freihändig noch deutlich mehr als ein 10x50 ..."
nicht unbedingt als allgemeingültig ansehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Ein rot "vergütetes" 10x50 (42) ist sicher nicht die erste Wahl, um die Leistungsfähigkeit eines 10x50 im Vergleich zu einem 11x80 zu bewerten. Wenn Du mal die Gelegenheit hast, durch ein Zeiss Jena Dekarem oder auch durch ein Minolta Classic Sport zu linsen, dann könnte es durchaus sein, daß Du Deine Meinung änderst. Es würde mich schon wundern, wenn ein 11x80 unter einem 4-5mag Himmel einem wirklich guten 10x50 noch den garaus macht. Das passt irgendwie nicht in mein Weltbild ...
> Aber ein bei e-bay gekauftes ... Apollo 12x50 zeigt auch nicht mehr. Also doch keine Frage von BaK4 ?
BaK-4 allein hilft nicht, wenn der Rest der Optik Schwächen hat. Wer weiß, was da faul ist? Es gibt viele Möglichkeiten, wo der Hersteller sparen kann: Politur, Justierung, Vergütung, Konstruktion der Objektive und Okulare (es steht ja nirgends geschrieben, daß Objektive und Okulare immer scharf und kontrastreich abbilden müssen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />), Innenschwärzung, Streulicht, ..., u.s.w.
BaK-4 Prismen allein machen kein gutes Fernglas. Erst wenn die Summe aller optischen Eigenschaften auf hohem Niveau ist, wird's was mit einer sauberen Abbildung. Es kann gut sein, daß ein Fernglas mit BK-7 Prismen und einfacher Vergütung einem "MC vergüteten BaK-4 Glas" überlegen ist. Nämlich genau dann, wenn das "MC vergütete BaK-4 Glas" alles andere als optimal ausgelegt ist! Ist die Vergütung bei dem "billigen" Glas optimal abgestimmt und sind alle optischen Komponenten präzise gefertigt (inkl. einer durchdachten Streulichtbremsung), dann kann das ein prima Fernglas sein. Allerdings wird es dann wohl nicht gerade für 50 Euro an den lieben Kunden vertickt ...
Schau Dir doch mal unsere experimentierfreudigen Chinesen an <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ... Was da bei Okularen manchmal als MC Vergütung durchgeht, ist (vorsichtig ausgedrückt) schon seltsam. Kürzlich hatte ich so ein 15mm Weitwinkelokular einer recht bekannten Marke zum ausprobieren. Die Transmission war sichtbar schlechter wie bei meinem mindestens 10 Jahre alten TeleVue Weitfield Okular. Und die Vergütung der Augenlinse ist bei dem chinesischen Weitwinkelokular schon eher eine Verspiegelung! Das ist nur ein Beispiel. Daher würde ich bei preiswerten Ferngläsern mit explizit beworbenen BaK-4 Prismen sehr genau hin- bzw. durchgucken, bevor ich alles glaube, was der Hersteller so verspricht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...
> Mein bei Tag recht gutes (aber gegenlichtemfindliches) Dachkant 10x40WW Japanoptik bringt dagegen ebenso wie mein Olympus 7x35 DPSR das "Orionle" definitiv bei "Normalhimmel" nicht.
Letzte Nacht habe ich doch glatt mit meinem 10x40 Notarem beobachtet und dabei auch den "kleinen Orion" besucht. No problem ... Trotz Mondlicht (Mond ca. 15 Grad über dem Horizont) hatte ich keine Mühe, den Mini-Orion auf den ersten Blick zu entdecken. Auch die Gürtelsterne waren zu erkennen, dazu mußte ich aber schon genauer hinsehen und vor allem das Fernglas ruhig halten! Bin mir jetzt aber nicht ganz sicher, ob ich alle drei oder nur zwei gesehen habe (muß ich nochmal ausprobieren). Wenn Dein 10x40 eine ordentliche Transmission und einen guten Kontrast bringt, dann sollte das eigentlich machbar sein.
> Vielleicht beginnst Du zu verstehen, wieso ich immer wieder auf den Faktor Qualität bei der Studie abhebe!
Da rennst Du bei mir offene Türen ein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...
> aber ich sehe in Richtung Grenzgröße doch auch einen starken Einfluß der Qualität, der in der Studie nicht auftaucht.
Stimmt. Das hätte den Umfang wohl beträchtlich erweitert. Vom selben Autor gibt es ja noch diesen Artikel:
"How-to Understand Binocular Performance".
Ist genauso lesenswert! Vieles davon sollte eigentlich selbstverständlich sein ... Meist findet man die nötigen Infos weit verstreut in Büchern oder im Internet. Ed Zarenski hat die wichtigsten Faktoren bezüglich optischer Qualität in einen Artikel gepackt und damit die Indexproblematik etwas realistischer beleuchtet. Nach dem Lesen wird einem auch klar, warum ein Oberwerk 20x80 trotz höherem "Astro-Index" nicht die Leistungsfähigkeit eines Fujinon 16x70 erreicht. Ohne Blick auf die optische Qualität ist der "Astro-Index" nicht gerade der optimale Wegweiser. Kauft man sein Fernglas allein nach einem möglichst hohen Index, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn ein kleineres Fernglas dem großen zeigt, wo's wirklich langgeht. Öffnung ist eben doch nicht alles ...
Frank.