Hallo Weitwinkelfans! Das war für mich auch immer eine der wichtigsten Eigenschaften bei Ferngläsern, da der Nutzen sehr klar ist:
bei geringer Vergrößerung passen ganze Sternbilder ins Gesichtsfeld, was sehr gut ist auch bei schlechterem Himmel, wo man oft nicht alle Sterne eines Sternbilds mit dem bloßen Auge sieht.
bei hoher Vergrößerung fällt das Auffinden von Objekten viel leichter und die Orientierung am Himmel. Vergleichen kann man die Gläser am besten über das "scheinbare Sehfeld" in Grad, es sind etwa 45 bis 80° machbar, was je nach Vergrößerung einem verschiedenen realen Sehfeld entspricht, die ganz großen Sehfelder gibt's meist nur bei hoher VFergrößerung.
Bei Zoom Gläsern haben die geringen Vergrößerungen meist ein so kleines Sehfeld, daß sie fast unbrauchbar werden (bis auf 20° runter!) Während die hohen Vergrößerungen oft brauchbar sind vom Sehfeld her aber die Schärfe und Lichtstärke nichts taugt.
Standard für geringe Vergrößerungen war bei Porro-Gläsern meist ein 7x35 mit über 9° entsprechend über 160m Gesichtsfeld. Ich habe das Olympus 7x35 DPSR, das ich sehr gern benutzt habe (auch übrigens um beim Hallensport ein schön helles Bild zu haben mit Pupille 5). Mehr bringt oft nicht wirklich viel, ich hatte zum Beispiel mal ein Vistamar 8x40 mit 160m, das aber so eine starke Bildfeldwölbung hatte, daß ich nie das ganze Feld sehen konnte, ohne die Schärfe nachzustellen. Die weiten Sehfelder sind leider im letzten Jahrzehnt meist der "Randschärfe" eines kleineren Gesichtsfelds geopfert worden (Rand einfach abgeschnitten), außerdem braucht man größere Prismen was die Gläser schwerer macht. Aber z.B. Olympus hat inzwischen wieder eine DPSI-Serie 7x35, 8x40 und 10x50 mit 65°, die eigentlich genau so ist wie die alten DPSR.
Bei höheren Vergrößerungen sieht die Sache etwas anders aus, da kann man mit Weitfeldokularen viel machen: z.B. mein Tento 20x60 hat 73° scheinbares Sehfeld, leider aber auch einen etwas unbequemen Einblick (kurzer Pupillenabstand), trotzdem hatte das Pentax 20x60 immer nur ein "winziges" 50° Sehfeld.
Zwischen diesen Extremen spielt sich das meiste ab, aber generell haben z.B. Ferngläser mit geringer Vergrößerung und hoher Lichtstärke (weiter Öffnung, z.B. ein 7x50) das Problem, daß sie riesige Prismen brauchen für ein weites Sehfeld - die 7x50 haben daher meist nur 50°, die 10x50 dagegen 60-65°.
Gruß