Großfernglas oder Spektiv?

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Starwatcher

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Hallo Astrofreunde!
Ich bin noch relativ neu auf dem Gebiet der Sternenbeobachtung. Zur Zeit nutze ich mein altes 10x50, das mir für den Anfang sehr gute Dienste leistet. Damit konnte ich schon viel Interessantes entdecken.
Für die Zukunft möchte ich allerdings noch weiter in den Weltraum vordringen. Ich habe mich bewusst gegen ein Teleskop entschieden, der zeitliche Aufwand beim Auf-und Abbau ist mir zu hoch. Ich kann nicht von zu Hause aus beobachten, muss immer ein Stück fahren. Deshalb überlege ich, mir ein größeres Fernglas oder ein Spektiv zuzulegen, kann mich aber nicht entscheiden. Was lohnt sich eher?

Vielen Dank für Eure Hilfe!
Freundliche Grüsse aus MV
Frank
 
Hallo Frank,

2 Augen sehen mehr als eins :)

Ein Großfernglas, auch ein kleines :-) mit Wechselokularen ist deutlich flexibler als ein Spektiv.
2 Augen haben wirklich deutliche Vorteile, dazu findest Du hier im Forum einige Informationen.
Ich persönlich würde auf eine möglichst gute Qualität achten, also eher SD als ED und schon gar kein Achro, dann hast Du auch an Mond und Planeten Freude.

Grüße Jochen
 
Hallo Frank,

ein Großfernglas mit Wechselokularen ist eine tolle Sache, insbesondere an großen flächigen Objekte ist das Seherlebnis sehr eindrucksvoll. Gleichzeitig lassen sich durch verschiedene Okulare auch höhere Vergrößerungen realisieren um feine Details in Deep Sky, Mond, Sonne (mit Filter) und Planeten zu sehen. Der Winkeleinblick 45 oder 90 Grad ist zu dem sehr angenehm bei hoch stehenden Objekten. Ein Beispiel sind die APM Gläser, ich habe das 100ED mit 90 Grad Einblick und bin sehr zufrieden damit. Allerdings sind diese Großferngläsern schon recht schwer und sind am Besten mit einem guten Kurbelsäulenstativ und einer Gabelmontierung, Einarmmontierung oder einem Fluidhead montiert. Der Aufwand bei Transport und Aufbau ist bei einem 70mm mit ca. 4kg noch überschaubar, bei einem 150mm mit 20kg schon enorm. Mein 100er wiegt ca. 7kg auf einer Zentralarmmontierung - 1kg, auf einem Berlebach UNI 19 - 8kg plus Okulare, Filter, Sucher. Das hört sich jetzt viel an, ist aber trotzdem mit der Tasche fürs Bino in der einen Hand und dem Stativ in der anderen Hand mit einem Gang erledigt. Ein gutes Setup wird aber schon um 2000 Euro kosten. Mein APM ED 100 mit Okularen (APM UF24, HiFW 12,4, LOA21) und allem Zubehör kostet ca. 4500 neu.

Ein geradsichtiges Großfernglas zeigt auch schon vieles, es bleibt aber meist bei niedrigen Vergrößerungen und man braucht aber ein hohes Stativ, der Einblick ist ehr unbequem.

Mittlerweile gibt es bei einigen Spektiven die Möglichkeit Astrookulare zu nutzen, was eine deutliche Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten darstellt. Damit gilt dann für ein Spektiv das Gleiche wie für ein Großfernglas mit Wechselokularen, nur eben Monokular. Ich habe ein APM ED 85 Spektiv mit Okularadapter für Flugreisen. Das hatte ich jetzt mit in Afrika, unter dunklem Himmel ist das schon eine sehr schöne Sache und mit 2,5kg auf einem Fotostativ, 2kg und einer GIRO WR 0,7 kg auch sehr transportabel. Südsternhimmel gucken ist schon was tolles. Mein Setup ist mit 3 Okularen (APM Zoom und UF24 und TS ED3,2), Spektiv, Montierung und Stativ mit 1300 Euro neu relativ günstig und ich bin sehr zufrieden damit. Wesentlich billiger gibt es in ordentlicher Qualität meines Wissen nichts, ich bin aber auch nicht soo tief eingestiegen.

Mein Fazit ist: wenn du nicht auf geringstes Packmaß und Gewicht angewiesen bist und es das Budget hergibt ein Großfernglas mit Wechselokularen zu nehmen.

cs Alex
 
Moin Frank,

hier meine low-budget-Lösung, ein TS 20x80 auf meinem "Recycling-Stativ" aus alten Stativ-Gebrauchtteilen und solidem Kupferrohr:

spechtstativ.jpg


Ist immer dabei und macht einfach nur Spaß... ;-)

salü+cs, volker.
 
@Starwatcher Wie wird dein 10x50 bislang getragen? Ein Stativ (mit Fluidhead) ist nützlich, egal FG oder Spektiv (kennst du Swarovski BTX?).
Rein für den Himmel sind 90° Einblick sehr gut; soll die Optik auch für erdnahe Beobachtungsziele eingesetzt werden, eher 45°.
 
@Starwatcher Wie wird dein 10x50 bislang getragen? Ein Stativ (mit Fluidhead) ist nützlich, egal FG oder Spektiv (kennst du Swarovski BTX?).
Rein für den Himmel sind 90° Einblick sehr gut; soll die Optik auch für erdnahe Beobachtungsziele eingesetzt werden, eher 45°.
Ich habe mir ein Paragon HD-F2 von Orion zugelegt. Darauf wirkt mein Glas etwas verloren, ist aber gewollt. Es lässt sich bis 1,90m ausfahren, für meine Körpergröße von 1,96m gut geeignet. Allerdings habe ich bei hochliegenden Objekten schon ein paar Probleme, deshalb benötige ich wohl mindestens 45° Einsicht.
Gruß Frank
 
Hallo Alex und Volker,
auch Euch vielen Dank für Eure Antworten! Ich bin hin-und hergerissen. Beim FG gefällt mir der beidäugige Einblick, beim Spektiv reizt mich die variable Vergrößerung. Ich denke, beim einäugigen Durchblick wird das Auge schneller müde.
Gruß Frank
 
Es gibt ja eben auch Ferngläser mit variabler Vergrößerung durch Wechselokulare.
Althergebrachte wäre die Vixen BT oder Miauchi und Fujinon, modernere Lösungen gibts unter verschiedenen Labeln, mit der größten Auswahl bei APM - 70mm, 82mm, 100mm, 120mm und 150mm als Achromat, ED oder SD Version mit 45 oder 90 Grad Einblick und verschiedene Montierungen, Koffer, Okulare etc.
Mit dem 100er ED habe ich sehr gute Erfahrungen, Vergrößerung bis 110 fach sind gut machbar, das ist aber auch Geschmacksache und andererseits sind Felder bis 3 Grad drin. Das ist auch mein Schnellspechtelgerät, das Spektiv nehme ich wirklich nur auf Reisen.
In den Foren gibt es ausführliche Berichte über die Gläser und die Meisten Nutzer sind sehr zufrieden mit ihren Geräten.

Wenn du auf dein vorhandenes Stativ ein Spektiv setzt, dass Okulare mit 1,25 Zoll Steckhülsen aufnehmen kann ist das natürlich eine günstigere Lösung.

cs Alex
 
An Wechselokulare hatte ich nicht gedacht bzw. hatte das in Deinem Beitrag überlesen, danke für den Hinweis.

Gruß Frank
 
APM plant ja angeblich ein 100er mit fest installierten Zoom-Okularen. Dann hätte man alles in einem.
Ich hoffe nur, dass man die Gläser dann trotzdem auf Einzelokulare umrüsten kann.
 
APM plant ja angeblich ein 100er mit fest installierten Zoom-Okularen
Aber man hat bei Zoom-Okularen doch meistens das Problem mit geringem SGF bei großer Brennweite. Würde das nicht ein Großfernglas einer seiner Stärken mit dem großen Gesichtsfeld berauben?

Zum Thema:
Hi Frank,
ich habe seit Vorgestern ein APM 82mm SD Bino ebenfalls mit Wechselokularen. Nebenbei beobachte ich auch gerne mit einem Revue 8x40 Weitwinkel FG. Davor hatte ich ein paar klassische Refraktoren (FH und ED Apo) sowie einen Newton.
Zum einäugigen Sehen will ich nicht zurück. Spektiv ist ja auch monokular, ausser man leistet sich nen Binoansatz. Das 82er ist noch gut transportabel mit meinem alten DDR Stativ (Bild hier).
Wenn du auch passionierter FG Nutzer bist, kann ich mir gut vorstellen, dass du mit so einem Wechselokular Großfernglas auch sehr zufrieden sein wirst.

VG
Florian
 
Aber man hat bei Zoom-Okularen doch meistens das Problem mit geringem SGF bei großer Brennweite. Würde das nicht ein Großfernglas einer seiner Stärken mit dem großen Gesichtsfeld berauben?
Zitat APM M.Ludes in CN:
"New APM zoom eyepiece 7.7mm-15.4mm , 75° Constant FOV is in progress to be used with normal Telescopes and spotting scopes and we will offer them fix installed in our big Binoculars :-) expect a sales Price as our 12.5 mm 84 degree eyepiece"

75 ' hört sich doch ganz gut an
 
hallo Florian,

dieses Zoom wird durchgehend 75° GF haben.
Aber ich fürchte, man kann dann keine anderen Okulare verwenden, da das Zoom fest eingebaut wird.

Grüße Jochen
 
Ah ok, das klingt natürlich wirklich interessant.
Aber wenn die Zoom Okulare fest verbaut sind, hätte man mit ca. 15mm maximaler Brennweite ja trotzdem eine minimale Vergrößerung, die noch deutlich höher ist, als bspw. mit 24mm Okularen. Also aus anderen Gründen keine wirkliche Großfeldbeobachtungen.

Nehme auch mal an, dass Zoom-Okulare bauartbedingt anfälliger für Verzeichnung und Randverzerrungen sind, oder? Bin da aber sicherlich kein Fachmann...
 
Dieses Zoom ist eine Kopie des Leica Zoom und das ist eigentlich hervorragend.
Kannst ja mal nach Bewertungen suchen, ich glaube nicht, dass es Verzeichnungen und Verzerrungen hat.

Aber 15mm ist halt deutlich weniger als die sonst möglichen 24mm.
Großfeld ist was anderes :)

Grüße Jochen
 
Das mit den kommenden APM Zoom-Okularen ist doch kein Problem, wenn sie sowohl einzeln als auch fest verbaut in bestimmten Groß-FG angeboten werden.
Daher verstehe ich die aufkommenden Befürchtungen nicht: die Auswahl an (APM) Optiken wird größer und nicht kleiner. Korrigiert mich wenn ich das falsch verstanden habe.
@Starwatcher Du willst wahrscheinlich das 10x50 behalten? Wie denkst du über eine Variante, bei der dein Stativ einen schnellen Wechsel beider FG erlaubt?
 
Das Problem mit dem Zoom ist, dass es als 1,25" Version bei den Ferngläsern nicht in den Fokus kommt.
Deshalb gibt es die Option es fest in diese Gläser einzubauen, dann reicht der verfügbare Backfokus.
Aber dann hat man halt keine Wechselokulare mehr

Grüße Jochen
 
Ist auf jeden Fall eine interessante Option mit den eingebauten Zoom-Okularen. Da braucht man dann ausser Stativ nix mehr mitzunehmen.
Ich persönlich habe die Wechselokulare lieber, da mehr Variation. Hab aber auch einen leichten Sammlungs- und Optimierungshang bei technisch hochwertigen Artefakten ;)
Ein weiterer Nachteil bei fest verbauten Okularen könnte die Verwendung von Filtern sein. Oder man benötigt dafür eine andere Option.

Gruß
Florian
 
Vielen Dank für die vielen Anregungen! Ich muss wohl nochmal umdenken. Die Beidäugigkeit ist wirklich komfortabel, das habe ich beim 10x50 schon genossen. Allerdings sind die Großferngläser finanziell eine andere Nummer, da muss ich mein Sparschwein noch ein bisschen füttern. Das macht aber nichts, ich habe es nicht eilig. Dank Euch weiß ich langsam, wohin meine Reise gehen wird. Danke, danke!:y::)
Ich bin ja noch nicht so lange hier im Forum, aber ich bin begeistert!

Liebe Grüße aus Mecklenburg, Frank
 
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