Hallo Sandra,
fürs visuelle Spechteln ist der 10" Newton ein feines Gerät. Sonne (Achtung, immer mit Sonnenfilterfolie vor der Newton-Öffnung), Mond und Planeten wirst damit schnell finden.
Wenn Du ein paar Sterne am Himmel identifizieren kannst, dann kriegst nach dem Alignment per Goto auch Deepsky-Objekte. Alles paletti. :super:
Aber bitte unterschätze den Zeitaufwand für "Krempel" ins Auto schleppen, Rausfahren, Aufbauen, Spechteln, Abbauen, Heimfahren nicht. Wenn die bessere Hälfte nicht ebenfalls Feuer und Flamme für Astronomie ist, wird das schnell "läßtig". Und dann stehst da und hast keinen, der Schleppen und Wuchten tut. :blush:
Ich bin mittlerweile zusammen mit meinem "Krempel" älter geworden und könnte eine EQ6 nicht mehr alleine Auf- und Abbauen. Und schon garnimmer alles alleine die Treppen zum Auto runtertragen. Knie futsch. Ende vom Traum der größeren Öffnung. ;(
Ich bin sehr froh, daß ich seinerzeit Montierung und Teleskop eine Nr. kleiner gekauft hab. Das kann ich jetzt und auch in 5 Jahren noch selber tragen...
Ich will keineswegs von der EQ6 abraten. Das ist ein richtigrs Arbeitstier.
In der Szene gibt es halt ein Sprichwort: "Das Teleskop ist das beste, mit dem man am meisten beobachtet."
Und wenn Du keinen "Schlepper" hast, dann beobachtest garnet. :mauer:
Zur Fotografie:
die 300D hatte ich auch. Tagsüber ne prima Kamera. Aber die hat an den Seiten grusliges Verstärkerglühen. Bei den für Deepsky notwendigen Belichtungszeiten macht das rosafarbene Ränder auf dem Bild. Mit Darks bekommt man zwar die gruslige Farbbereiche weg, aber was an Objekten unter dem Verstärkerglühen lag, ist auch zur Hälfte weg. :mauer:
Bei Ebay gibts für ca. 300 Euro aufwärts z.B. die 450D. Die hab ich mittlerweile gegen die 300D eingetauscht. Sie hat kein Verstärkerglühen. Und sie hat Liveview. Ist genial zum Fokussieren.
Wenn Du Deepsky-Objekte fotografieren möchtest, reicht es nicht, die Kamera mit nem Adapter ans Teleskop zu flanschen und drauflos zu knipsen. Da brauchst Autoguiding. Also ne 2. Kamera, die der Teleskopsteuerung sagt, wohin sich der Leitstern grad bewegt, damit die Steuerung mit zusätzlichen Impulsen die Motoren so ansteuert, daß die Sterne rund bleiben. Dann brauchst noch nen Komakorrektor. Ohne den sind die Sterne bis etwa 20 oder 30 % nach Innen zur Bildmitte kleine Kometen. Schaut net schön aus. ;(
Dann mußt leider auch ganz anderst einnorden. Da reicht keine "0-8-15" Einnordung wie beim visuellen Spechteln. Du mußt schon einscheinern. Das ist nochmal ein größerer Zeitaufwand.
Zum Einstieg in die Deepsky-Fotografie würde ich an Deiner Stelle erstmal die vorhandene Kamera mit nem Weitwinkel-, Normal- und auch mal mit nem kleinen Teleobjektiv Huckepack auf das Teleskop setzen. Wenn Dir die Ergebnisse gefallen, Du Spaß an der Bildbearbeitung findest, dann kannst immernoch all das anschaffen, was Du dann zwingend brauchst, um durch das Teleskop zu fotografieren. :Trost:
Die Bilder von Michael zeigen, daß mit DSLR und dem 10"er einiges geht. Aber bitte schau auch, welche Zeit er für ein einziges Bild "verbrät". Steht unter jedem Bild. 4 Stunden, 8 Stunden, 13 Stunden... Das war dann nicht in 1 Nacht. Das waren sicherlich mehrere Nächte. Für 1 Bild. :teufelgrr:
Wenn es dagegen eher Planetenfotografien werden sollen, brauchst weder Komakorrektor, noch Guidingkamera. Das Einscheinern ist auch nicht notwendig. Gut Einnorden reicht. Dann ist ne kleine s/w Kamera ala DMK + Farbfilter in einem Filterrad oder eine Farbccd fällig. Bei Planeten benötigst dafür nen Projektionsadapter für ein Okular oder ne 2,5 oder 3x Barlow...
Planetenfotografie stellt auch keine so hohen Anforderungen an den Nachthimmel. Da ist ausschließlich Seeing wichtig. Also ob die Luft ruhig oder turbulent ist. Der Vorteil bei der Planetenbeobachtung ist, daß man das selbst aus ner Großstadt raus machen kann. :super:
Da ist keine lange Fahrt ins Dunkle notwendig. Falls also der Göttergatte keine Lust auf lange Abende am Teleskop hat, kann er zwischen Auf- und Abbau zu Hause Fernseh gucken.
Ich mach Planeten vom heimischen Balkon aus. Direkt vom Ludwigsburger Stadtrand aus. Quehr durch die siffige Lichterglocke von Stuttgart, das dummerweise genau südlich von Ludwigsburg liegt...
Falls Du also demnächst auf Planeten losgehen möchtest wie oben angedeutet, kannst mich gerne per PN oder hier löchern...