(günstige|alternative)Astrofotografie mit dobson?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Panzer0312

Mitglied
Heyy zusammen,

Ich beobachte nun schon seit längerem mit meinem Dobson 150/1200 den Nachthimmel und hatte bereits auch schon kleinere Erfolge mit meiner Handykamera zu vermelden xD
Da nun der Wunsch aufkam etwas mehr in Richtung Astrofotografe zu rutschen, wurde ich wie ziemlich jeder mit diesem Wunsch durch den Preis einer dafür geeigneten Montierung mitsamt Nachführung erschlagen.
Dort kam mir dann der Gedanken, dass vlt. gar kein (teurer) Montierungswechsel nötig sein muss.

Hierbei stieß ich im Internet dann auf (die Im vergleich zu z.B. HEQ5 Montierungen preiswerten) EQ Dobson Teleskop Nachführungen :D
Z.B. Teleskop-Express: TS-Optics EQ Dobson Teleskop Nachführung - Plattform für 40° N/S
Würdet ihr solche empfehlen oder sind diese eher ungenauer als normale Nachführungen auf Stativen (oder andere Nachteile?)? Ein weiteres Problem bei dieser Idee wäre da wahrscheinlich das eher schlechte Öffnungsverhältnis (f/8).

Das Problem mit der Öffnung wollte ich dieser Tage mal testen und mich dafür nach einer kostengünstigen Canon EOS 1000d, einem T2 ring & 1,25" auf T2 umschauen und bei eher größeren Himmelsobjekten in der Praxis austesten.

Oder meint ihr, dass der Versuch schon bei dem Teleskop (oder Kamera) scheitert?

Mit freundlichen Grüßen,
Daniel Drechsler
 
Hatte sowas gut für Planetenfotografie. Aber echte deepsky Fotografie nicht unmöglich, haben schon welche geschafft aber als Anfänger sehr schwierig.

Clear Skies
Felix
 
Hi Daniel,

Astrofotografie kann man mit dem Dobson grundsätzlich vergessen. Planeten ja, schöne bunte Deep Sky Objekte eher nicht. Nachführplattform fürn Dobson ist grundsätzlich nicht schlecht, aber niemals so genau wie eine EQ-Montierung. Zumal die auch einen Eingang fürs Autoguiding hat, die man für Astrofotografie durchaus gebrauchen kann ;)

Bissl was probieren kann man aber tatsächlich mit Handy und Dobson :D den M42 hier hab ich dieses Jahr im Februar über Okularprojektion am 8" f/6 Dobson gemacht. Auch mit der von dir verlinkten Nachführung drunter. Aber wie gesagt... die erleichtert dir eher das Beobachten.
20200207_M42_V4_Smartphone.jpg

Grüße
Mathias
 
Vergessen ist übertrieben, ich sage nicht grundlos es geht. Hier hat der erste Einsender M27 so aufgenommen, es ist aber sicher nichts für Anfänger.

Felix
 
Deswegen steht bei mir auch das kleine unscheinbare Wörtchen grundsätzlich :) ich bin auch schon über schöne Deepsky Bilder gestolpert, die mit einem Dobson gemacht wurden. Und obwohl so ein Lichteimer genau das richtige wäre zum Photonensammeln, möchte ich mir das lieber nicht antun... zu ungeduldig :D

Irgendwo bin ich aber mal auf eine Nachführung für Dobsons gestoßen, die hatte glaub ich sogar nen Autoguiderport... :unsure:
 
Hallo,
das Problem bei einer azimuthalen Montierung wie bei einem Dobson ist m.E. auch, dass bei einer automatischen Nachführung immer nur einem Punkt gefolgt wird. Die Sterne drehen sich um den Pol aber mit unterschiedlichen Winkelgeschwindigkeiten, d.h. bei langen Belichtungszeiten und entsprechend großem Gesichtsfeld werden die Sterne irgendwann nicht mehr punktförmig sein, je weiter sie vom "Nachführstern" entfernt sind...
 
Hallo Daniel,

ich denke mit einer motorisierten EQ-Platform und dem Dobson ist heutzutage auch ein gewisses Maß an Deep-Sky-Fotografie möglich. Es gibt empfindliche, rauscharme CMOS-Kameras mit denen man auch bei Deep-Sky mit kurzen Einzelaufnahmen und z.B. Livestacking, um das Datenvolumen zu verringern, zu passablen Ergebnissen kommen kann. Man muß dann aber wissen, was man macht. Also das wäre vielleicht nichts direkt für den Einstieg.
F/8 wäre da vielleicht das größere Manko. Etwas lichtstärker und mit einem weiteren Feld dürfte es dann m.M.n. schon sein. Und auch bei dem Dobson mußt Du mit einer DSLR in den Fokus kommen. Die meisten Dobsons sind ja visuell ausgelegt und Du brauchst einen Komakorrektor, damit die Sterne in den Ecken nicht zu deformiert aussehen. Das heißt wahrscheinlich OAZ und Fangspiegel austauschen. Da sehe ich die größten Anpassungsprobleme.

Gruß

*entfernt*
 
Hi,

also ich bin ja absoluter Dobson Fan, das ist genau mein Thema. ;)

DS-Fotografie mit Dobson und EQ-Plattform sollte mM möglich sein, mit kurzen Einzelaufnahmen und den heutigen Stacking Möglichkeiten. GoTo Dobson finde ich unnötig kompliziert und auch teuer und man hat das Problem der Bildfelddrehung.

Aber richtig interessant wird das mM erst, wenn man eine wirklich grosse Öffnung (ab 12" oder gleich 20" ;) ) nutzt.
Für so eine Öffnung bekommt man keine bezahlbare parallaktische Montierung mehr.

Übrigens bin ich schon am Überlegen, dass man bei einer EQ-Plattform auch eine Nachführregelung mit Guiding einsetzen könnte. Der Plattform Motor kann auf jeden Fall gesteuert werden.
Für die Deklination bräuchte man dann noch einen Motor am Azimuth der Dobson Montierung.

Hat auch bestimmt schon jemand gebaut.

Gruß
Peter
 
Hallo!

Ich hab vor kurzem mal den Ringnebel mit einem Dobson auf EQ-Plattform mit meiner ZWO ASI 178MC versucht.

Naja - es geht. Und vermutlich mit Übung auch noch deutlich besser.
Dennoch kommt man keinesfalls an Aufnahmen von Teleskopen auf nachgeführten parallaktischen Montierungen ran.

Mario
M57 16 Zoll 19-8-2020 a.jpg
 
Hallo Daniel,

dank der immer empfindlicher gewordenen Kameras geht da schon einiges mittlerweile, weil man dadurch schon mit 1, 2 Sekunden Belichtung oder sogar weniger etwas sehen kann. Bei deiner Canon: Keine Ahnung... Moderne Bildbearbeitung tut jedenfalls ihr Übriges.Ich glaube dennoch nicht, dass man diese Plattformen wirklich in Konkurrenz zu schweren deutschen Montierungen stellen sollte. Das macht einen glaube ich nicht besonders glücklich.

Also ja, hol dir das Ding und versuche es auszureizen, wenn du Lust hast. Und nein, lass dich besser nicht auf den Wettstreit des hübschesten Deep Sky Bildes mit den punktförmigsten Sternen ein. Dann hast du bestimmt Freude damit.

VG Klaus
 
Dennoch kommt man keinesfalls an Aufnahmen von Teleskopen auf nachgeführten parallaktischen Montierungen ran.

Hallo Mario,

das sieht doch ganz gut aus. Ich sehe hier nichts, was ich auf die Nachführung mit dem Dobson zurückführen würde.
M57 ist nicht super groß und die Brennweite war wahrscheinlich relativ lang mit dem Dobson. Mit den kleinen Pixeln der ASI178 werden die Sterne dann nicht sehr punktförmig und ein Tick besser fokusieren würde es noch verbessern. Wie lange war die Gesamtbelichtungszeit? Das könnte man wahrscheinlich erhöhen.
Also ich denke hier ist nichts Dobsonspezifisches. Mit den gleichen Parametern und Einstellungen würde das auf einer äquatorialen Montierung genauso aussehen. Man muß natürlich auch einen Dobson für Fotografie genau kollimieren, einen Korrektor verwenden und die Gesamtbelichtungszeit genügend groß machen, sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

Gruß

*entfernt*
 
Danke, Heiko.

Hallo!
Das war wirklich nur ein schneller und erster Versuch, während ich darauf gewartet habe dass Mars hinter dem Häusereck hervorkommt.
Es geht also sicher noch (deutlich) besser.


Es war mein 400/1680 Dobson mit 2xBarlow - also über 3m Brennweite.
100 Fotos zu je 2 Sekunde auf der EQ-Plattform. Einige musste ich Ausscheiden, daher wohl um die 70-80 Bilder gestackt = Gesamtbelichtungszeit um die 150 Sekunden.
Eben nur zum Probieren aus Spaß.
Es ginge also sicher deutlich mehr!
Fokussieren auch nur Pi mal Daumen am Laptopbildschirm an einem hellen Stern.

Kollimation war ok, denk ich. Korrektor war keiner im Einsatz.


War wie gesagt, just for fun.
Aber es zeigt, dass es grundsätzlich geht!

Grüße, Mario
 
Astrofotografie kann man mit dem Dobson grundsätzlich vergessen.
Sorry, das ist nicht richtig! Ich habe einen Skywatcher 12" Dobson mit GoTo und eine ASI290. Mit dem ASILive-Stacker aus der ASI Studio Collection geht DeepSky Fotographie bestens. Bereits nach 50x 5sec bin ich unter Stadtrandhimmel runter auf 19m. Und die Bildfelddrehung rechnet der Livestacker komplett raus. Auch das Bildfeld ist nicht zu klein, NGC7331 oder Stephan's Quintett, sowie M27 / M57 passen bestens rein.
Gruß Achim
 
Moin,

gerade die Methoden der EAA bieten hier viele Möglichkeiten, es gibt eine ganze Reihe von Forenten und auch Berichten um Web die hierzu schon geschrieben haben. In dem Sinne empfiehlt sich die Suchfunktion des Forums!

CS
Jörg
 
Servus zusammen,

vielleicht hab ich mich etwas falsch ausgedrückt, als ich geschrieben hab, dass man Astrofotografie mit dem Dobson grundsätzlich vergessen kann. Sollte ich da jemanden auf den Schlips getreten sein, dann wars nicht meine Absicht :) Ich hab auch schon tolle Astrofotos gesehen, die mit einem Dobson gemacht wurden. Nur bin ich der Ansicht, dass man beim Wort Astrofotografie gerne an tolle bunte Bilder mit nadelfeinen Sternen denkt. (Bei mir war lange Zeit der Pferdekopf als Paradebeispiel für Astrofotos im Kopf verankert.) Und mMn ist der Frustfaktor mit einem Objektiv auf einer parallaktischen Montierung geringer, als mit einem Dobson.

Ich will jetzt da niemanden von irgendwas abbringen oder ausreden. Ganz im Gegenteil, ich bin schon etwas Fan davon, dass man die vorhandene Ausrüstung versucht auszureizen.

Um noch eine Frage des Threadstarters etwas zu beantworten: die EOS 1000D ist eine gute Kamera für den Einstieg in die Astrofotografie und mit sowas macht man sicherlich nichts verkehrt. Ebenso wird die 450D des öfteren mal empfohlen. Ist natürlich alles auch eine Kostensache, welche Kamera man nun hernimmt. Wenn ein paar Groschen mehr über sind, kann man sicherlich auch auf was neues schauen. Am besten gleich nach einer astromodifizierten DSLR Ausschau halten. Wenn du dir noch ein oder zwei kurzbrennweitige Objektive holst, kannst du auch ohne Nachführung schon etwas Astrofotografie betreiben.

Um meine Aussage etwas zu verkürzen:
- Kamera kaufen
- dazu ein, zwei kurzbrennweitige Objektive, die schaden nie. Kann man schöne Milchstraßenaufnahmen machen
- Nachführung fürn Dobson ist auch ohne Astrofotografie geil, weil das ständige Geschubse verringert wird
- statt T2 auf 1,25" besser T2 auf 2" Adapter. Stichwort Vignettierung

Mit diesen Sachen kannst du am Dobson dann auch das Fotografieren probieren und hast nicht wirklich Geld zum Fenster hinausgeschmissen.

Grüße
Mathias
 
Hi Mathias und alle,

was mich ein bisschen wundert, ist, dass man wenig von grösseren Dobsons, so ab 14", für DS-AF hört.
MM müsste das doch sehr gut sein.

Grosse Öffnung => hohes Lichtsammelvermögen und hohe Auflösung

Empfindliche Astro-Cam nehmen, EQ-Plattform benutzen, Kurzzeitbelichtungen machen und dann entsprechend Stacken.
Müsste doch eigentlich mit weniger Aufwand und Geld zu sehr guten Fotos führen.

Wie gesagt mit Öffnung über 14". Da bekommst du keine bezahlbare parallaktische Montierung mehr.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter

Große Öffnung => Große Brennweite => du siehst die Nachführfehler besser. Und wer so große Geräte kauft, geht wohl bewusst Richtung visuell und nicht Richtung Allrounder. Wenn bei den Geräten die Fokuslage überhaupt passt. Alternativ bringen die großen Astrokameras samt Kabelage auch einiges auf die Waage. Da haben geklemmte Achsen schon Vorteile.

Beste Grüße,
Alex
 
Servus zusammen,

ich hab jetzt nochmal ein bisserl gegooglet, weil ich gewusst hab, dass ich schonmal über Astrofotografiemontierungen für die Dobsons gestolpert bin.

Hier auf dieser Seite sind eigentlich die anderen interessanten Geschichten verlinkt

Hufeisenmontierungen solls da geben oder gegeben haben. Skywatcher hat anscheinend mal an nem EQ Dob gearbeitet.

Edit: der hier hat anscheinend sogar ne Monti mit Autoguide für den Dobson.
Wo man bei diesen ganzen Geschichten dann preislich unterwegs ist, muss man dann schauen :cool: Ich glaub aber auch, dass sich der Threadstarter nicht auf die Riesenlichteimer sondern eher auf seinen 6-Zöller bezieht.

Grüße
Mathias
 
Servus zusammen,

ich hab jetzt nochmal ein bisserl gegooglet, weil ich gewusst hab, dass ich schonmal über Astrofotografiemontierungen für die Dobsons gestolpert bin.

Hier auf dieser Seite sind eigentlich die anderen interessanten Geschichten verlinkt

Hufeisenmontierungen solls da geben oder gegeben haben. Skywatcher hat anscheinend mal an nem EQ Dob gearbeitet.

Edit: der hier hat anscheinend sogar ne Monti mit Autoguide für den Dobson.
Wo man bei diesen ganzen Geschichten dann preislich unterwegs ist, muss man dann schauen :cool: Ich glaub aber auch, dass sich der Threadstarter nicht auf die Riesenlichteimer sondern eher auf seinen 6-Zöller bezieht.

Grüße
Mathias
Hi Mathias,

danke für die Links.

Beim 2. Link sieht man an den tollen Beispiel-Bildern sehr gut, dass eben so ein grosser 24" Dobson mit nur ein paar Sekunden Aufnahmezeit schon super Aufnahmen machen kann.
Das ist genau mein Ding. Ich hab' nämlich keine Lust auf diese Langzeit-Belichtungs-Orgien. Da fehlt mir das Interesse und die Geduld. ;)

Aber der Hinweis von Alex oben, ist natürlich richtig.
Grosser Spiegel => lange Brennweite => hohe Vergrösserung =>
hohe Anforderung an die Genauigkeit der Nachführung der EQ-Plattform oder kurze Belichtungszeiten.

Mit meinem 20 Zöller müsste das Ergebnis mM durchaus ähnlich aussehen.
Wenn man jetzt auch noch ein paar oder mehr Aufnahmen stack't.
Und man hat gleich ein fertiges Foto nach wenigen Minuten. ;)

Gruß
Peter
 
was mich ein bisschen wundert, ist, dass man wenig von grösseren Dobsons, so ab 14", für DS-AF hört.

Na ja, also ich denke das: Extremely Large Telescope – Wikipedia dürfte auch als großer Dobson für die Astrofotografie gelten (ok, das ist kein Newton, aber Alt/Az). Das gibt's also schon. Bei großen Teleskopen, gibt es dann eigentlich nur noch das Dobsonprinzip für Astrofotografie - mit ein klein wenig mehr Aufwand als bei Amateuren :)

Gruß

*entfernt*
 
Hi Heiko @DocHighCo ,

ja, das übersehen die Dobson Verächter.
Die wirklich grossen irdischen Teleskope sind eigentlich alle Dobsons. ;)

Gruß
Peter
 
Hallo alle,

es gibt schon eine Möglichkeit mit dem Dobson Astrofotografie zu betreiben, aber günstig ist es nicht. Es gibt hochwertige, zweiachsgesteuerte Plattformen aus USA. Unter"equatorial platforms" googeln.
CS Mike
Screenshot_20201124-135723_Samsung Internet.jpg
 
Hi!

Ich glaube, zwischen einem Dobson und einem alt-azimutal montierten Teleskop mit Nachführung, Autoguider und Bildfeldderotator ist ein kleiner Unterschied. Ich hatte John Dobson mal bei Fernrohrland getroffen, wo er sich über die löchrigen Höhenräder zur Gewichtsersparnis amüsiert hatte. Ich glaube nicht, dass er das ELT als Dobson angesehen hätte (aber er auch keine Probleme damit gehabt hätte, wenn durch einen Dobson fotografiert wird, im Gegenteil). Er hatte da eher den Low-Tech-Ansatz verfolgt, zumindest wie ich ihn einschätze :)

Viel Spaß,
Alex
 
Hi ,
das Besondere an der oben abgebildeten Plattform ist, dass Korrekturen in Rektaszension UND in Deklination möglich sind. Das eines der drei Teflonlager ist durch einen Motor in der Höhe verstellbar, dadurch ist auch Deepsky Langzeitbelichtung möglich.
CS Mike
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben