Gut Vorbereitet ist die halbe Miete...

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PANSTARRS

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Hallo Sternfreunde,

jetzt hab ich mich gestern von meiner eigenen Gier, neues Equipment ausprobieren zu wollen, ins Bockshorn jagen lassen.
Kaum war der Himmel frei und super Sicht, schnappte ich mir mein Material und bin auf die Terrasse.

Doch dann...

Erst stellte ich das neue Teleskop ein, danach erste Versuche mit der neuen Montierung.
Mal hier in den Himmel schauen dann dort in den Himmel schauen.

Und nach kurzer Zeit war der Abend bzw. die Nacht auch schon wieder gelaufen.
Was hab ich gesehen? Hmm, wenn ich so Überlege.. eigentlich nichts.

Dies zeigt mir mal wieder, wie wichtig die Vorbereitung einer solchen Nacht ist.

Jetzt wollte ich mal von euch wissen, wie Ihr euch auf eine solche Nacht vorbereitet.
Macht Ihr euch im Vorfeld einen Plan was bzw. wohin Ihr schauen wollt, und welche Optiken Ihr einsetzt?
Oder entscheidet Ihr völlig spontan was Ihr anschaut bzw. fotografiert?

Grüße aus Freiburg
Matthias
 
Panstarrs...cooler Nickname :-D :respekt: :respekt2:
 
N'abend Matthias,
ja, Vorbereitung ist gut. Warum:

1) Machst du es nicht, läuft es bald darauf hinaus, immer nur die gleichen Dinge zu sehen, die man kennt von denen man weiß, wo sie zu finden sind.
2) Suchst du mal kniffligere kleine [zensiert]rchen brauchst du eine gute Aufsuchkarte, die du dir bereit legst.
3) Viele absolvieren bestimmte "Beobachtungsprojekte", sprich, sie arbeiten eine Art Liste für sich ab wie z.B. bestimmte planetarische Nebel, bestimmte Sternhaufen, alle Objekte eines bestimmten Kataloges etc. Das macht Laune und du bist langfristig beschäftigt.
(Such z.B. mal Herschels 400)

Also du siehst, es lassen sich viele Gründe finden.

Gruß
Thorsten
 
Nabend,

Ich gehe immer spontan raus, ohne Vorbereitung oder sonstiges.
Allerdings benutze ich auch nur ein großes Fernglas :)

Früher habe ich immer viel geplant, dieses oder jenes Objekt aufzusuchen. Am Ende war dann nur immer Frust übrig (nicht gefunden, Objekt entäuscht..)

Heute lege ich mich einfach in den Garten, lass mein Auge schweifen und genieße diese unglaubliche Pracht.
Interessiert mich dann etwas speziell halte ich einfach drauf.

Danach stehen dann immer Fragen im Raum..Was war das für ein Stern ? Welchen Nebel habe ich da gesehen ? Sternbilder die man noch nicht kennt..

Auf diese Art macht mir das viel mehr Spaß, statt andersherum.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

danke für eure bisherigen Antworten.

Ich plane meine Abende/Nächte im Vorfeld (normalerweise, bis auf Gestern).

Im Vorfeld lege ich das Sternbild fest in dem ich mich bewegen möchte.
Danach nehme ich eine guten Sternkarte bzw. Sternatlas zur Hand und schaue nach was sich darin verbirgt.

Da ich noch recht neu dabei bin, habe ich mir zwei Bücher zugelegt, die wie ich finde, sich gut Ergänzen.
Das ist der "Deep Sky Reiseführer" von Ronald Stoyan und der "Sternatlas" von Peter Vizi.

Das Auffinden macht mir noch etwas Probleme, aber das wird von Mal zu Mal besser.

Da ich am Rande des Schwarzwaldes wohne, möchte ich bald meine erste Expedition in höheres Gefilde machen.

Dann werden wohl noch andere wichtige Punkte mit einzuplanen sein. Wie Power Tank, die richtigen Okulare, das entsprechende Teleskop, Montierung, Werkzeug, Kaffee usw..

Ich freu mich drauf :)

Vielen Dank nochmals für eure Antworten, vielleicht kommen noch ein Paar hinzu.

Grüße
Matthias
 
Hallo Matthias!
Auf jeden Fall solltest du dich erst einmal mit der Himmelskunde beschäftigen. Wann kann ich welche Sternbilder sehen. Dann brauchst du auf jeden Fall Kartenmaterial. Du solltest dich am Anfang mit nur einem Sternbild intensiv beschäftigen.
- Was kann ich dort sehen. Dabei suchst du dir am Anfang erst einmal einfache Objekte heraus.
Der größte Fehler am Anfang ist, dass man gleich alles sehen will. Das kann aber nicht funktionieren, da man gerade am Anfang sehr viel Beobachtungszeit in nur sehr wenige Objekte stecken sollte um eine gewisse Sicherheit mit seinem Equipment zu erlangen.
Lieber an einem Abend nur ein oder zwei Objekte als viele und keines davon anständig beobachtet. Jeder Kugelsternhaufen, planetarischer Nebel oder jede Galaxie hat es verdient eine gewisse Beobachtungszeit von dir geschenkt zu bekommen.
Gruss Raimund

 
Hallo Panstarrs,

die Vorbereitung ist ein wirklich komplexes Thema,
sie hängt u.a. davon ab, was Dich interessiert und
wie (mit welchen Mitteln) Du beobachten möchtest.

Am Anfang reichen sicherlich ein dunkler Standort,
ein gutes Buch oder eine drehbare Sternkarte (zur
Orientierung), eine rote Lampe, ein Liegestuhl,
nachtadaptierte Augen und evtll. ein Fernglas.

Triff Dich falls möglich zum Beobachten mit anderen
Hobby-Astronomen, dabei lernt man am schnellsten.

Einen klaren Himmel und weiterhin viel Spass
bei der Himmelsbeobachtung wünscht Dir

Bernd
 
Hallo,

wiedermal danke für eure Antworten.

Meine Art und Weise an die Sache heranzugehen scheint wohl schon ganz in Ordnung zu sein.

Mit den Sternbildern habe ich mich lange bevor ich mir ein Teleskop gekauft habe beschäftigt. Das Auffinden der Sternbilder macht mir keine Probleme.
Wie Raimund beschrieben hat, suche ich mir ein, zwei Objekte innerhalb eines Sternbildes heraus. Diese versuche ich anschließend zu Beobachten. Aktuell werfe ich meine Blicke Richtung "Schwan".

Vielleicht hierzu mal ne Frage:

Habe beim letzten mal versucht NGC7000 (Nordamerikanebel) zu finden. Seine Sternenstruktur im inneren habe ich gefunden, doch der Nebel hat sich nicht abgezeichnet.

Kann es sein das dieser Nebel visuell sehr schwer zu knacken ist? Ist es überhaupt möglich?

Habe zuletzt mit einem Refraktor 80/600 erkundet. Zusätzlich habe ich einen UHC-S Filter von Baader verwendet.

Grüße
Matthias
 
Hallo Matthias.

Zitat von PANSTARRS:
Habe beim letzten mal versucht NGC7000 (Nordamerikanebel) zu finden. Seine Sternenstruktur im inneren habe ich gefunden, doch der Nebel hat sich nicht abgezeichnet.

Kann es sein das dieser Nebel visuell sehr schwer zu knacken ist? Ist es überhaupt möglich?
Zweimal ja.

Vor einigen Jahren habe ich NGC 7000 visuell im 8x30er Fernglas sehen können, in einer sehr guten Nacht, die auch den Nebel um Gamma Cygni sichtbar werden ließ.

Mit einem passende Nebelfilter geht es leichter, so gelang mir vor ein paar Tagen, große Bereiche sogar aus der (Mittel-)Stadt heraus zu erkennen. Benutzt wurden ein 80/400er Refraktor, ein 25-mm-Weitwinkelokular und ein schmalbandiger O-III-Filter. Ein guter UHC-Filter funktionierte ebenfalls.

Der Bereich "Mexico" ist am leichtesten zu sehen, während "Kanada" schon wegen der vielen Sterne weniger gut erscheint.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Matthias!
Der Nordamerikanebel ist für mich persönlich kein Objekt das mir besondere Freude bereitet. Da gibt es viele andere die mir mehr freude machen.
Das ist genau das was ich gemeint habe, du versuchst sofort Objekte zu finden die nicht ganz so einfach sind. Außerdem wird NGC 7000 ohne Filter zum Frustobjekt! Warum versuchst du dich nicht erst an Offenen Sternhaufen oder Kugelsternhaufen. Du kannst so dein Equipment besser kennenlernen und der Beobachtungsspaß bleibt auch nicht gleich auf der Strecke.
Gruss Raimund
 
Servus.

Einen Plan, welche Optiken ich einsetze mache ich in der
Deep Sky Beobachtung kaum, denn ich habe für diesen Zweck nur
ein Teleskop.

Ich habe viele ausgedruckte Sternkarten, die ich für jedem
Monat nur noch in einen Ordner heften muss, mit dem ich dann
zum beobachten gehe.

Die Objekte oder Sternkarten sind dann nicht auf ein
Sternbild oder eine Objektklasse ausgerichtet, sondern erstrecken sich
durch alle, in der monatlichen Beobachtungsperiode sichtbaren
Sternbilder mit ihren Objekten darin.

Die Sternkarten hefte ich in die Mappe nach aufsteigender
Rektaszension ab.
Während der Beobachtungsnacht habe ich dann immer ein Objekt
zur Verfügung, das sich um den Meridian herum befindet.
Das ist mir wichtig für den parallaktisch montierten Newton,
denn dann steht der OAZ in der für mich günstiger Richtung, ohne
das ich den Tubus drehen muss.

Neue Ideen und Beobachtungsziele sammle ich ebenfalls in diesem
Ordner.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo,
Ich bin zwar am anfang meiner Astro Karriere;) aber Plane eigentlich vorher das Objekt welches ICh fotografieren will.
Zur Hilfe nehme ICh die Deep Sky Datenbank.

Visuell...
mache ICh es genauso nur sind es eben mehr Objekte-10stk..
wenn noch andere Spechtler da sind wird sowieso manchmal spontan gemeinsam gejagt;),weiche dann schon mal vom Plan zu Plan b;)

Kopflampe und Sternkarte sind Pflicht..oder eine App fürs Handy..laptop...
 
Ich mache es so:

- Eine Liste mit interessanten Objekten (10 bis 20 sollten anfangs reichen), ggfs. mit Koordinaten

- Eine Sternkarte (klassisch zum Anfassen oder im Laptop/Tablet/Smartphone -> App)

- Praktische Dinge, die einem das Leben leichter machen: Kopflampe, Klappstuhl, Fernglas

- Und nicht zuletzt: WARME Kleider, eine Thermoskanne, was zum Knabbern... :-)
 
Zitat von Bendicoat:
Jeder Kugelsternhaufen, planetarischer Nebel oder jede Galaxie hat es verdient eine gewisse Beobachtungszeit von dir geschenkt zu bekommen.

Schön formulierter Satz, den man sich merken sollte.

Wie auch immer (sehr gute Tipp's sind hier schon vorgeschlagen wurden) man sich vorbereitet, nimm Dir die Zeit das gefundene auch intensiv zu betrachten.

Aber gut vorbereitet sein (muss ich auch noch lernen)ist schon wichtig: stell Dir vor, Du besuchst eine große Stadt, verläßt den Flughafen und weißt erstmal garnix. Selbst bekannte Sehenswürdigkeiten (Objekte) werden dann schon schwierig zu finden. Wie komme ich dorthin, welche U-Bahn oder Bus? Oder man nimmt sich ein Taxi (GoTo) aber selbst dann sollte man den Fahrer sagen können wohin er fahren soll. :)

Grüsse
Manfred
 
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