Hallo Kai,
Vermutlich bist Du dem Irrglauben aufgesessen, daß ein schnelles Öffnungsverhältnis automatisch zu größerem Feld führt?
Also mal das Beispiel durchgerechnet, mit 6mm Pupille (kannst auch 7mm nehmen) und 150mm Öffnung:
a) 55mm Okular und 6mm Pupille ergibt f/9.17, also f=1375mm, also Vergrößerung 25x
Macht bei 50° Okulargesichtsfeld echte 2° am Himmel
(ohne Verzeichnung etc)
b) 28mm Okular und 6mm Pupille ergibt f/4.67, also f=700mm, also Vergrößerung 25x
Macht bei 50° Okulargesichtsfeld echte 2° am Himmel
(wieder ohne Verzeichnung etc)
Aus diesem Grund sind die jeweils langbrennweitigsten Okulare einer Serie besonders nützlich. Weshalb ich u.a. das 31'er Nagler erwähnte. Andere Beispiele wären Pentax 40XL/XW, Panoptic 41, oder eben 55mm Plössl.
Damit ist es am einfachsten, ein RFT mit entspannten Öffnungsverhältnissen zu bauen.
Ein Neudesign des 28mm Pretoria mit maximaler Ausnutzung der 2" OAZ-Beschränkung würde in diese Kategorie fallen, mein Vorbehalte bzgl Preis, Linsenzahl, Markttauglichkeit darf ich aber äußern, oder?
du hast leider die Grundlagen immer noch nicht verstanden.
Deshalb kommst du zu völlig falschen Ergebnissen.
Noch einmal, zum allerletzten Mal:
Tatsächliches Gesichtsfeld:
Das erechnet sich auf der Teleskopbrennweite und dem Feldblendendurchmesser
mit Hilfe der arctan-Formel.
Austrittspupille:
Diese errechnet sich aus Okularbrennweite geteilt durch die
Öffnungszahl (= Gegenwert des Öffnungsverhältnisses) des Teleskopes.
Also mal das Beispiel durchgerechnet, mit 6mm Pupille (kannst auch 7mm nehmen) und 150mm Öffnung:
a) 55mm Okular und 6mm Pupille ergibt f/9.17, also f=1375mm, also Vergrößerung 25x
Macht bei 50° Okulargesichtsfeld echte 2° am Himmel
(ohne Verzeichnung etc)
Nicht ganz richtig:
Ein 55mm Okular mit 46mm Feldblendendurchmesser (mehr geht
nicht bei einer 2" Steckhülse bringt bei 1375mm Teleskopbrennweite
per arctanformel gerechnet 1,9166° am Himmel.
Das 55mm Plössl hat eine geringe Verzeichnung, da ist der Unterschied
ob man mit der arctan Formel rechnet oder simpel das
scheinbare Gesichtsfeld durc die VErgrößerung teilt noch gering.
Bei Weitwinkelokularen und ihren zum Teil enorm großen Verzeichnungen
sieht das aber schon hanz anders aus. Hier muß man zwingend
mit Arctan rechnen.
b) 28mm Okular und 6mm Pupille ergibt f/4.67, also f=700mm, also Vergrößerung 25x
Macht bei 50° Okulargesichtsfeld echte 2° am Himmel
(wieder ohne Verzeichnung etc)
Warum sollte man in diesem Falls ein 1,25" Okular verwenden,
anstatt ebenfalls ein 2" Okular mit 46mm Feldblendendurchmesser
zu verwenden?
Mit 1,25" Okularen ist nur 27mm Feldblnde möglich, damit kommt man
an einem Teleskop mit 700mm Brennweite auf 2,2° am Himmel.
Aber man kann wie an deinem 150/1375mm Teleskop am 150/600mm ebenfalls
ein 2" Okular mit 46mm Feldblendendurchmesser verwenden und
kommt damit dann am 150/700mm Teleskop euf 3,76° am Himmel.
Das ist dann Richfield.
Am 150/600mm käme man sogar auf 4,39° am Himmel, bei 7mm Austrittspupille.
Ich gehe aber vorsichtshalber von 42mm Feldblende aus.
Mit so einem komakompensierenden Okular käme man am 150/600mm
Newton-Releskop auf ein 4" großes komafreies Gesichtsfeld.
Alternativ könnte ich einen 105/600mm Refraktor und mein
vorhandenes 40mm Pentax XL nehmen.
Auch damit käme ich auf 4° Gesichtsfled und 7mm AP.
Daran einen ED oder vergleichbares in der Größe zu nehmen
überlege ich seit längerer Zeit herum.
Die Grenzgröße wäre geringer, dafür wäre das Teleskop mit
Herschelkeil an der Sonne einsetzbar.
Am Mond und am Planten wäre es auch brauchbar, wenn auch nicht
ganz auf einer Höhe mit dem 150/600mm Newton.
Es fällt mir aber schwer einen verläßlich guten, visuell
farbreinen
und dabei noch erschwinglichen Refraktor mit vergleichbaren Eckdaten
zu finden. Deshalb komme ich wieder mal auf den guten alten Newton
als Richfieldteleskop mit gelegentlichem Mond- und Planeten-Einsatz zurück.
Edit:
Ein Neudesign des 28mm Pretoria mit maximaler Ausnutzung der 2" OAZ-Beschränkung würde in diese Kategorie fallen, mein Vorbehalte bzgl Preis, Linsenzahl, Markttauglichkeit darf ich aber äußern, oder?
Klar darfst du. Nur:
Du hast keine Information über das komkompensierende 2" WW-Okular.
Woher willst du dann wissen ob es nicht wniger Linsen hat
als eine Nagler/Paracorr-Kombi, ob die Vergütung besser,
schlechter oder genauso gut sein wird, ob die Verzeichnung
geringer sein wird, ab die notwendige Akkomodation über das Feld
geringer gleich oder höher sein wird.
Das komakompensierende Weitwinkelokular wäre aus meiner Sicht
eine willkommene Erweiterung des Angebotes auf dem Markt.
Das wäre das erste WW welches speziell für Besitzer lichtstarker
Newtons gemacht wurde, während soweit mir bekannt ist
alle anderen WW für aplanatische Teleskope gerechnet wurden.
CS,Karsten