H-Alpha Teleskope für den Amateur

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Kusifu

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Ich Schau gerade einen Vortrag in dem das Thema heute haben wir Amateure so viele Möglichkeiten aufkommt.

Also in den frühen 70er war man mit nem 6zoll newton der Star. Da stellte sich mir die Frage wann kam H-Alpha Sonne was ja relativ schwer herzustellen ist und auch heute noch teuer einzusteigen verglichen mit den anderen Gebieten, für Amateure auf den Markt und wan wurde es wirklich bezahlbar?

Ich hab letztens meinen Lunt umgebaut und jetzt, kann ich einzelne Protuberanzen im detail betrachten und das fur gar nicht so viel Geld. Also den kleinen Lunt hatte ich schon
Das einzig gekaufte war das neue Teleskop und der ERF

Das sowas möglich ist finde ich erstaunlich wan hat das für Amateure angefangen frag ich mich und wan hat man eigentlich mit der H-Alpha Beobachtung im Profibereich angefangen würde mich da auch interessieren.

Vielleicht fra ich aich chatgpt.
Hier sind die Antworten aber bestimmt interessanter und umfangreicher.

Ich freue mich auf Antworten ?

Clear skies Felix
 

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Hi!

In der Geschichte bin ich auch nicht fit – auf der Sternwarte haben wir einen Protuberanzenansatz von Wolfgang Lille wohl aus den 90ern, der war damals noch halbwegs bezahlbar.Seit wann Daystar und Solar Spectrum am Markt sind – keine Ahnung.

Für Amateure und Selbstbauer bestimmt ein Meilenstein war das Spektrohelioskop, das Fred Veio 1969 vorgestellt hat.
Sein Buch zum Bau gibt es auf Veio Spectrohelioscope Media Archives , der Direktlink ist http://spectrohelioscope.org/net/spectro_helioscope.pdf (auf der Seite gibt's noch viel mehr).

Beste Grüße,
Alex
 

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Ich hab letztens meinen Lunt umgebaut und jetzt, kann ich einzelne Protuberanzen im detail betrachten und das fur gar nicht so viel Geld. Also den kleinen Lunt hatte ich schon
Das einzig gekaufte war das neue Teleskop und der ERF
Interessante Bildstrecke auf insta. Das mit dem Öffmungsverhältnis ist doch auch zu berücksichtigen, weil ja die Blockfilter doch auch verschiedene Durchmesser haben? Meiner vom 60PT hat z.B. 1200mm-Auslegung, ein 600er bietet da weniger Spielraum. Da muss man sich ja nach der f7-Vorgabe doch auch dran orientieren, nicht dass der f7 z.B. mit 1000mm Brennweite die Auslegung des BF600 beeinflusst (jetzt mal rein für's Visuelle gedacht).

csm
 
Das mit dem Öffmungsverhältnis ist doch auch zu berücksichtigen
Ja der Lunt 50mm/350mm hat f7 mein 102/714 ebenfalls f7 gleiches Öffnungsverhältnis. Der B600 schränkt Visuell höhere Brennweiten ein aber die ganze Sonne passt noch drauf. Überlege allerdings eher aus Foto gründen den b1200 später mal zu kaufen, dann passt die ganze Sonne auf den Sensor durch den kleinen Blockfilter geht das aktuell nicht. Hier ein Bild, was verdeutlicht was ich meine (nur fotografisch ein Problem, kann die sonne eben nicht als ganzes aufnehmen)
1675980652150.png

Ich liebe aber die Auflösung und Visuell die hohen Vergrößerungen, die mit dem 50er undenkbar waren. Ich beobachte aktuell regelmäßig bei 174 Fach und ich schätze da geht noch mehr, hab nur nix kleineres. Hohl mir aber demnächst das neue Svbony 3-8mm, das wird sehr gelobt und wäre hier perfekt für alle Hochvergrößerungen.
 

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Aus den 90ern habe ich noch einen Schiefspiegler – im Lichtenknecker-Katalog wohl aus den 1980ern wird Day-Star bei dem Gerät auch erwähnt (und ich wüsste gerne, wie das damals mit Energieschutzfilter funktioniert hat).

Noch ein bisschen recherchiert: Laut "Die Sonne" von Jürgen Banisch ging es wohl 1932 mit dem ersten Filter von Lyot los, Zeiss und Halle waren die ersten (unbezahlbaren) Filteranbieter. Daystar ist wohl auch schon lange dabei, und ich habe hier noch eine alte Sonnenbroschüre von Baader von 1999, der mit Wolfgang Lille damals wohl schon seit 10 Jahren (also ca. 1989) Protuberanzenansätze anbot. Das hat den Vorteil, das ein 1,5Å-Filter ausreichte und das ganze halbwegs bezahlbar war.

So richtig populär und bezahlbar wurde das ganze mit dem PST, ich glaube 2005 hatte ich das erste live gesehen.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

im "Handbuch für Sternfreunde" im 1. Band steht auch ein bisschen über die geschichtliche Entwicklung der h-Alpha Beobachtung bei Amateuren. Kann aber gut sein, dass es identisch zum Inhalt des hier genannten Buches "Die Sonne" ist. Beide Bücher habe ich nicht zur Hand. Wolfgang Lille hatte früher auf seiner Webseite stehen, dass er irgendwann anfing selbst nach einer bezahlbaren Lösung zu suchen und so lange probierte, bis er etwas geeignetes hatte. Daraus entstand der hier erwähnte Protuberanzenansatz, der meines Wissens in den 1990ern um DM 1.600,- bis 1.800,- kostete. Das ermöglichte aber nur die Beobachtung am Sonnenrand, die Sonnenscheibe wurde mittels eines Kegels im Strahlengang abgedeckt. Er hat aber auch Sachen gebaut und verkauft, die für die Beobachtung der Sonnenoberfläche geeignet sind. Heute ist er meines Wissens im Ruhestand.

Den Durchbruch brachte das PST, wie bereits oben erwähnt, das war dann deutlich günstiger.

Gruß
Jan
 
Ich bin sicher, mich zu erinnern: Also der Lille ( Baader ) Protuberanzen Ansatz wurde doch min. seit Ende der 80er auf der letzten Seite der Sterne und Weltraum regelmäßig für 1.995,— DM angeboten ??? Zusammen mit einer wunderschönen grafischen Darstellung von Zubehör und Kegelblenden. Muss mal schauen, ob ich im Keller im Karton noch eine von den älteren Ausgaben ausgraben kann.

Gruß
Sascha
 
Ein größerer Blockfilter bringt dir fotografisch nichts. Der Bereich, der H alpha Strukturen zeigt, ist jetzt schon nur ein drittel des Bildausschnitts. Du verbreiterst damit nur die Strukturlose randzone.

LG
Olli
 
Ein größerer Blockfilter bringt dir fotografisch nichts. Der Bereich, der H alpha Strukturen zeigt, ist jetzt schon nur ein drittel des Bildausschnitts. Du verbreiterst damit nur die Strukturlose randzone.

LG
Olli
Wofür braucht man denn dann einen größeren BF ?
Meines Wissens nach braucht man bis 600 mm Brennweite einen BF600 um die Sonne als Ganzes zu sehen, einen BF 1200 für Brennweite bis 1200 mm

Gruß
Jörg
 
Hallo Jörg,

ein grösserer Blockfilter macht eigentlich nur Sinn, wenn auch der H-alpha-Bereich entsprechend gross ist.
Für einen grösseren H-alpha-Bereich braucht's bei der Kollimatoranordnung systembedingt (um die Winkel unter dem die Strahlenbündel durch das Etalon gehen klein zu halten) längerbrennweitige Kollimatorlinsen und damit auch ein Etalon mit einem grösseren Durchmessser.
Bei einem günstigeren, kleineren Etalon muss man halt auch mit einem kleineren sweet-Spot/Jacquinot-Spot mit optimalem H-alpha-Kontrast leben.

Ciao Werner
 
Ist mir schon wieder zu sehr „off topic“ hier. Erst geht es im opening um die Historie von h Alpha bzw. um die Geschichte von Sonnenteleskopen … Jetzt sind wir wieder bei der Sinnhaftigkeit von großen Blockfiltern angekommen ? Hä ? Bin raus …
 
Hallo,

In meinem Aufzeichnungen habe ich einen Eintrag aus dem April 1993 gefunden, bei dem wir mit einem H-alpha Filter an einem 90mm Vixen Refraktor beobachteten. Ich meine, es war ein Daystar Filtersystem, so weit ich mich erinnern kann, was das nahezu unbezahlbar.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo zusammen,
dann noch auf die Schnelle etwas zur Geschichte ...

Meines Wissens waren mit die ersten Geräte um H-alpha visuell zu beobachten die Spektrohelioskope (Hale, ca. 1920;
Spektroheliographen gab's schon etwas früher, ab den 1890ern).
Auch einige Amateure haben Spectrohelioskope gebaut; allerdings waren diese wegen deren Komplexität nie sehr weit verbreitet.
U.a. Fred Veio hat ab den 1970ern versucht diese auch bei den Amateuren weiter zu verbreiten (The SpectroHelioScope by Leonard Higgins and Fred Veio) und hat entsprechende Literatur veröffentlicht.
Im Vergleich zu den damals schon aufkommenden Geräten mit mica-Etalons hatten die Spektrohelioskope weniger Auflösung und waren äußerst unhandlich, dafür aber verhältnismäßig sehr preiswert.
Heute erleben die Geräte in Form von Spektroheliographen in Zusammenhang mit schnellen CMOS-Cams eine Renaissance und erreichen, entsprechend optimiert, inzwischen fast die Auflösung von Etalon-Geräten (siehe z.B. H-alpha SHG from Oct 8 -- really quite good - SolarChat!, Bilder in neuem Fenster öffnen).

In den 1930ern hat Bernhard Lyot den nach ihm benannten Filter entwickelt (ein stack aus doppelbrechendem Material abgestufter Dicken mit Polarisationsfiltern dazwischen). Im professionellen Umfeld werden diese Filter nach wie vor verwendet. Sie sind aufwendig herzustellen und deswegen entsprechend teuer. Nur sehr wenig Amateure haben sich so einen Filter selbst hergestellt (Details dazu z.B. in: Albert C. Ingalls, Amateur Telescope Making, Band 3).

In den 1970ern tauchten dann die ersten Geräte mit mica-Etalons auf (Del Woods, Daystar).
Ab den 1990/2000ern wird die Geschichte dann komplexer, mit mehreren beteiligten Firmen und deren Produkten: mica-Etalons (Daystar, SolarSpectrum) und Luftspaltelatons (SolarScope, Coronado, Lunt).

Ciao Werner
 
Danke Werner das lese ich mir mal durch ein schöner Bericht
 
Hallo zusammen,

die H-alpha Beobachtung der Sonne erfolgte bereits wesentlich früher.
Nachdem Kirchhoff und Bunsen die chemische Zuordnung der von Fraunhofer beschriebenen Linien geglückt war, wurden Spectroskope mit vielen in Reihe geschalteten Prismen (teilweise bis zu 12 Stück in zwei Ebenen / Young, Browning) eingesetzt, um die Natur der Sonne und deren Erscheinungsbild zu erklären.
Bei diesen Anordnungen wurde u.a. das kontinuierliche Sonnenlicht so weit aufgefächert, dass, richtete man das Teleskop auf den Sonnenrand, nur noch das Licht des ionisierten Wasserstoffs einer Protuberanz vor dunklem Hintergrund sichtbar wurde. Mit einer Vergrößerung des Spalts konnte dann die vollständige Erscheinung sichtbar gemacht werden.
Damit ergab sich bereits vor 1870 die Möglichkeit, auch außerhalb einer totalen Sonnenfinsternis die Protuberanzen zu beobachten.

Das war für mich schon spektakulär, ... aber umgehauen hat mich dann folgendes:
Der Dopplereffekt war bereits bekannt und die Gerätschaften um 1875 so verfeinert, dass bei der Beobachtung in sich verdrillter Protuberanzen ein Versatz der gemessenen Wellenlänge rechts und links der Protuberanz auffiel. Daraus schloss man, dass sich die eine Seite auf den Beobachter zu-, die andere Seite sich fortbewegte. Anhand der Größe dieser "rot-/blau-Verschiebung" wurde dann tatsächlich die Rotationsgeschwindigkeit bestimmt.

Das alles nachzulesen in den alten Schriften um 1880 von Roscoe, Lockyer, Schellen und Secchi. Teilweise mit wunderschönen Zeichnungen.

Und ich mühe mich im Jahre 2023 immer noch damit ab, mit meinem PST die "kleinen Wölkchen" klar erkennen zu können. :rolleyes:

Viele Grüße
Frank
 
Hallo Frank !

Was für eine spannende Erläuterung … DANKE !!!

CS
Sascha
 
Hallo Frank,
die H-alpha Beobachtung der Sonne erfolgte bereits wesentlich früher.
Du liegst natürlich richtig. Ich hab' das nicht erwähnt, da sich damit nur ein sehr schmaler Ausschnitt am Sonnenrand beobachten läßt.
Initial ging das glaub' ich von Janssens Beobachtungen bei der totalen Sonnenfinsternis in Indien 1868 aus. Durch öffnen des Spektroskopspalts liess sich ein kleiner Ausschnitt der Protuberanzen am Sonnenrand beobachten.

Um eine Vorstellung zu bekommen, was man mit so einem Gerät sehen würde:
neuzeitlichere Versuche dieser "open slit"-Beobachtungsmethode:
-prom with open slit method:
-open slit prom 9 17 22:
-large prom with open slit:
-nice prom with open slit method:
-my first hbeta with open slit:
-some open slit photo - videos:
-my first attempt at open slit method:

u.a. Gerätedetails dazu:

Eine interessante Variante mit Doppelgitter wurde in Scientific American vom März 1974 in der Rubrik The Amateur Scientist vorgestellt:
"A new kind of spectrohelioscope for observing solar prominences".
Die Beschreibung zu einem Nachbau und Beobachtungen damit:

Ciao Werner
 
Ja Werner, Janssen gehört natürlich auch zu den Altvordern, nur habe ich von ihm leider noch nichts in meinem Bücherregal stehen und konnte somit keine Angaben machen.

Es ist schön, dass einige die damaligen Beobachtungsverfahren nachvollziehen; schaut man sich aber die Zeichnungen in Heinrich Schellens "Spectralanalyse" oder Angelo Secchis "Die Sonne (Le Soleil)" an, wird einem schwindelig. Hier (auf dem dritten Foto) sind mal einige zu sehen.
Das komplette Buch stellt Google hier bereit.
Die Zeitangaben, in der die Protuberanzen über mehrere Stunden beobachtet und gezeichnet wurden, schließen die Dokumentation während einer totalen Finsternis aus.
Ich habe die vollständige deutschsprachige Ausgabe, für die Schellen den Autor Secchi überzeugen konnte, die Schrift völlig neu zu überarbeiten und neuere Erkenntnisse mit einfließen zu lassen.

Herzliche Grüße
Frank
 
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