h & chi Persei oder NGC 869 & 884

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Horst0552

Aktives Mitglied
Hallo,
hier mal ein Beitrag von einem Newcomer für alle die es interessiert.

Der Aufbau meiner Sternwarte macht ja einige Fortschritte, und man muss, egal wie das Wetter ist , etwas tun.

In der letzten Nacht war der Himmel einigermaßen offen. Doch der Mond, kurz nach Vollmond brachte viel Helligkeit.

Also dachte ich mir, senkrecht zum Himmel ist der Dunst am geringsten. Mit dem Auge senkrecht nach oben
geschaut war kaum etwas zu sehen. Somit schaute ich mal bei Redshift 8, was ich mal fotografieren könnte.
Das erste interessante Objekt, das ich dort fand waren am Rand vom Sternbild Perseus die offenen Sternhaufen
NGC 869 und NGC 884. Habe bis dahin nie was davon gehört ( Newcomer ! ) . Nun habe ich ja auch noch keine
Nachführung mit Leitfernrohr, und so 100%tig eingenordet ist meine Montierung auch noch nicht. Nach einigen
Belichtungsexperimenten entschloss ich mich für eine Belichtungszeit von 6 sec. bei ISO 2500 . Meine Kamera
ist eine EOS 60Da . Von meinen Aufnahmen konnte ich 61 gebrauchen. Auch habe ich etwa 10 Dunkelfotos
gemacht. Mit der dann mit Fitswork angefertigten Masterdark korrigierte ich die einzelnen Fotos. Bei ISO 2500
sind natürlich die Einzelfotos stark verrauscht. Das wird dann durch Mittelwertsbildung ( stacken ) reduziert.

Hier mal der Vergleich:


Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Astronomie/Deep%20Sky/NGC%20869%20und%20884/1-Vergleich%201.jpg

Als Teleskop nahm ich mein 10 Zoll f/4 Skywatcher mit der RCC 1 von Baader als Bildfeldebner.

Um eine Fokussierung zu bekommen musste ich die RCC1 ganz in den Auszug einschieben. Sie ragt dabei mit
dem Auszug etwa 1 cm in den Tubus hinein. Das beeinträchtigt auch bei 10 Zoll ein wenig die Sternabbildung
( Unschärfekontrolle ) .

So sieht dann mein Ergebnis trotz leichtem Dunst und Mondlicht aus:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Astronomie/Deep%20Sky/NGC%20869%20und%20884/Summe_4.jpg

Nach der Bearbeitung wollte ich natürlich wissen ob ich das richtige Objekt fotografiert habe. Die Übereinstimmung
mit Redshift 8 ist eindeutig.

Hier der Vergleich:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Astronomie/Deep%20Sky/NGC%20869%20und%20884/1-Vergleich%20mit%20Redshift%208.jpg

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass beim Stacken das Bildrauschen sich um den Faktor der Quadratwurzel aus
der Anzahl der Einzelfotos reduziert.

Das bedeutet, dass bei 61 Fotos mit 7,81 zu rechnen ist. Diese Anzahl von Fotos mit 6sec/ISO2500 entspricht
somit einem Enzelfoto von 46,86 Sekunden Belichtungszeit bei einer ISO-Zahl von 320.

Nun wollte ich noch wissen, wie hell war der dunkelste Stern den ich so darstellen konnte. Denn auf einem
Einzelfoto war er absolut im Rauschen.

Hier die Ermittlung mit Hilfe der PC-Software:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Astronomie/Deep%20Sky/NGC%20869%20und%20884/1-Ermittlung%20Grenzmagnitude.jpg

Der Stern , den ich mir dann ausgesucht habe hat laut Software eine Helligkeit von 15,7m .

Ist zwar fotografisch nicht gerade das Pralle, aber es waren auch nicht besonders gute Bedingungen. Vielleicht
wäre mit einem Nebelfilter noch was möglich gewesen, aber da war dann keine Zeit mehr da. Es kam noch mehr
Dunst auf, und der Himmel sah aus, wie indirekt durch den Mond beleuchtet.

Aber es macht wahnsinnig viel Spaß.

LG und CS
Horst
 
Hallo Horst,

Glückwunsch zur eigenen Sternwarte, das ist schon ein erheblicher Vorteil wenn die Ausrüstung dauerhaft aufgebaut bleiben kann.
Wenn du das Guiding in den Griff bekommst, dann kannst du ja richtig loslegen und an längere Belichtungszeiten gehen. Versuche im Endbild den Hintergrund nicht bis Null runterzuziehen, das kostet Dynamik und lässt die Sterne so ausgestanzt aussehen.

Viel Erfolg in deiner Kuppel
CS
Franz
 
Hallo Horst,

jetzt kommt die Zeit die Sternwarte zu genießen, wenn die Ausrüstung vor sich hinarbeiten kann!
Das erste Ergebnis kann sich schon mal sehen lassen, vor allem in Anbetracht der Bedingungen.
Franz sprach den Hintergrund schon an, wobei ihn die meisten Einsteiger anfangs so dunkel machen. Entspricht wohl dem gewohnten Anblick im Teleskop.
Und - für den Korrektor brauchst du wohl noch eine Lösung - dass er so weit in den Tubus ragt ist nicht wirklich optimal.

LG, Markus
 
Hallo zusammen,

nun ware ja die Bedingungen nicht sonderlich gut, und die schwächsten Sterne nur 15,7m. Da ist natürlich
noch viel mehr. Aber was soll ich darstellen, wenn ich nichts Fotografiert habe.

Die hellsten Sterne sind jedoch schon am oberen Ende vom Dynamikbereich. Und ich wollte auch nicht
zu sehr überbelichten.

So habe ich jetzt mal meine Bearbeitung unten bei 200 von 65536 abgeschnitten, alle Farbkanäle auf Null
( -200 ) gebracht, dann leichtes Rauschen hinzugefügt und alles logarithmiert.

So sieht das jetzt aus:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Astronomie/Deep%20Sky/NGC%20869%20und%20884/Summe_7.jpg

Wie soll man das sonst machen !?

Bei der nächsten Beobachtungsmöglichkeit werde ich mal mein UHC-Clip-Filter nehmen.

CS
Horst
 
Hallo Horst,

natürlich pfuscht dir der Mond da ordentlich rein, und die Tiefe leidet darunter gewaltig. Genau deshalb werden bei dieser Mondphase praktisch nur Schmalbandaufnahmen gemacht. Wenn überhaupt im breitbandigen Bereich arbeiten, dann noch ehesten Sternhaufen, deine Objketwahl war also perfekt.

Nur hat es sich allgemein eingebürgert, den Himmelshintergrund eines Bildes nicht auf 0 zu setzen, also in keinem Schritt der Bearbeitung etwas abzuschneiden.
Letzlich ist der Himmel ja (leider) auch nicht schwarz. Durch einen leicht grauen Hintergrund im Bild wird der Übergang der Sterne etwas weicher.

Drum meine ich ja, gerade am Anfang, wenn man vielleicht aus der dem visuellen Bereich kommt, hat man noch den Anblick der nadelscharf vom Himmel getrennten Sterne im Okular vor Augen. Ein Hintergrund mit dem Wert 0 im Bild gibt genau das wieder.

Wenn du dir nun das Histogramm eines Bildes ansiehst, z.B. hier aus dem Forum, so wirst du feststellen, dass (meistens) nach links ein kleiner Abstand zum Rand des Histogramms ist. Der "Buckel" beginnt also nicht ganz außen, sondern etwas weiter nach rechts verschoben. Sobald der Buckel links ansteht, wurden Informationen abgeschnitten, das gilt es zu vermeiden.

Also, bis zuletzt links reichlich Abstand lassen und ziemlich am Schluss kann man dann die Feineinstellung vornehmen.
Ich weiß nicht, womit du die Bilder bearbeitest? Irgendwo versteckt sich meist ein Messwerkzeug, wenn du den Hintergrund am Ende auf Werte zwischen 15 und 25 (von 255) in allen Farbkanälen einstellst, passt das sicher.

Das mit dem Ausbrennen der Sterne ist ein guter Ansatz und bei solchen Objekten auch erstrebenswert - schließlich gehts hier um die Sterne als Hauptdarsteller. Bei anderen Objekten wird es sich oft nicht vermieden lassen, dass dir einzelne Sterne ausbrennen. Bei schwachen Objekten sind einfach lange Einzelbelichtungszeiten erstrebenswert, da leiden dann einzelne Sterne einfach darunter.

Frank Sackenheim (frasax) zeigt auf youtube super Videos zum Thema Bildbearbeitung!

LG, Markus
 
Hallo Makus und alle Leser,

danke für Deinen Beitrag.

Zur Bildbearbeitung benutze ich hauptsächlich Fitswork.

Hier mal meine Bearbeitung von der heutigen Nacht:

Nichts abgeschnitten und hinzugefügt. Lediglich den Hintergrund geebnet und schwarz eingestellt.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Astronomie/Deep%20Sky/NGC%20869%20und%20884/40%20x%2030s-ISO800.jpg

Ich habe 40 Fotos 40 sec. belichtet, mehr geht leider noch nicht, bei ISO 800.

Aus 10 Darks eine Masterdark gemacht und entsprechend subtrahiert.

Die schwächsten Sterne haben jetzt eine Helligkeit von etwa 16,8m .

LG und CS
Horst

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben