Hallöchen Maylin und herzlich Willkommen!
Erst einmal Glückwunsch zu dem Teleskop, du hast dich scheinbar gut geraten lassen. Ein 8" Dobson ist ein schönes Einsteigergerät.
Deine Beschreibung "(L6-R4-F2+F3)" sagt mir jetzt nix (es gibt sehr viele unterschiedliche Hersteller von Dobsons mit unterschiedlichen Bezeichnungen), vielleicht sagst du uns einfach den Hersteller des Dobsons und den Händler bei dem du ihn gekauft hast, damit wir nachvollziehen können, welches Gerät du genau hast.
Das Aufstellen und Bedienen von Dobsons ist eigentlich recht einfach (das ist einer der Vorteile von Dobson-Teleskopen). Die Rockerbox (= Montierung eines Dobsons) stellst du wackelfrei an einem möglichst dunklen Platz (nicht gerade neben der Straßenlaterne) von wo aus du möglichst viel Himmel (besonders die Südrichtung ist wichtig) sehen kannst. Sie muss streng genommen nicht einmal eben stehen (auch wenn das das Beobachten erleichtert), nur eben wackeln sollte sie auf ihrem Untergrund nicht.
Dann hängst du den Tubus von oben ein und schon bist du betriebsbereit. Das Teleskop sollte sich von Hand gleichmäßig in beiden Achsen langsam bewegen lassen und stehenbleiben, wenn man es loslässt (bei horizontnahem Beobachten ist dies manchmal nicht der Fall, weshalb manche Dobsons eine Feder haben, die man zwischen Tubus und Rockerbox spannen kann).
Zu deiner Frage wegen dem hin- un hertragen. Der große Vorteil eines Dobsons ist, dass das mit ihm so schnell und leicht geht ... (jetzt bekommst du so langsam ein Gefühl, was für Monstren manche von uns Nacht für Nacht durch die Gegend schleppen :biggrin

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Kälte (auch Minusgrade) machen einem Teleskop nix aus (es hat sogar Vorteile, wenn das Teleskop immer auf Außentemperatur ist), Feuchtigkeit und Dreck mag es hingegen nicht so sehr. Wenn man die Möglichkeit hat, das Teleskop in einer Gartenhütte zu lagern, dann ist das natürlich prima, ansonsten ist eben etwas mehr Muskelarbeit gefragt, wenn man's jedes mal erst aus dem Keller etc. holen muss.
Bei dem Teleskop waren vermutlich auch Okulare dabei. Je länger die Brenweite eines Okulars ist, umso niedriger ist die Vergrößerung. Am Okularauszug gibt's ein Rädchen, mit dem man sich die Okulare scharf stellen kann. Zum Auffinden der Objekte solltet ihr anfangs immer mit einer niedrigen Vergrößerung beginnen, wenn ihr's dann gefunden habt könnt ihr je nach Objekt dann durchaus auch etwas stärker vergrößern. Man braucht ein wenig Übung, bis man das 'Nachführen' eines Dobsons beherscht - ist aber nicht wirklich schwer (Nachführen = durch die Erdrotation bewegt sich ja der Himmel die ganze Zeit weiter - diese seht ihr in eurem Dobson bereits so stark (bei hoher Vergrößerung natürlich noch extremer), dass ihr immer wieder das Teleskop ein kleines Stücken bewegen müsst, damit das Objekt im Gesichtsfeld bleibt).
Auf dem Teleskop obendrauf ist ein zweites kleines Teleskop (Sucher genannt) und/oder eine Art Leuchtpunktsucher. Beides hilft euch beim Auffinden der Himmelsobjekte - aber natürlich nur, wenn sie auch sauber parallel zum Hauptteleskop ausgerichtet sind. Vor dem ersten Beobachten am einfachsten ein möglichst weit entferntes (irdisches)Objekt mit dem Hauptteleskop einstellen und dann Sucher/Leuchtpunktsucher so justieren, dass sie mittig auf dasselbe Objekt zeigen.
Als Einsteigerlektüre empfehle ich euch:
- Eine Drehbare Sternkarte (z.B. von Oculum, 15,- EUR). Sie ist sehr hilfreich zum groben Orientieren.
- Die Seiten von den
DeepSky-Brothers
- evtl. einen Himmelsatlas (z.B. Karkoschka oder DeepSky-Reiseatlas)
- und natürlich dieses Forum
Als Einsteigerobjekte empfehle ich euch:
- den Mond
- Saturn (Achtung, da er sich langsam weiterbewegt ist er nicht auf Sternkarten eingezeichnet. Zur Zeit befindet er sich schon leicht mit bloßem Auge sichtbar neben Regulus, dem Hauptstern im Sternbild Löwe)
- den Doppelstern Algieba (Halsstern im Sternbild Löwe) - bei höherer Vergrößerung erkennt man, dass man zwei Sternchen in ganz dichtem Abstand sieht.
- diverse offene Sternhaufen kommen natürlich auch in Frage, z.B. den Sternhaufen Krippe (im Sternbild Krebs).
- den wunderschönen Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules
- ...
Diese Liste könnte man nahezu beliebig fortsetzen. Manchmal macht es übrigends auch Spaß, einfach ohne großen Plan den Himmel ein wenig abzugrasen - hier und da springt einem dann ein schönes Objekt ins Auge.
Ich wünsche euch auf alle Fälle viel Spaß bei euren ersten Schritten in Sachen praktische Astronomie.
Gruß
Andy