128 Gbyte DDR5 Ram, Crucial SSD mit PCIe5
Speicher und schnelle SSD sind nicht zu unterschätzen. Selbst eine alte Möhre läuft mit genug Speicher und einer SSD locker durch. Ok, es dauert alles etwas, aber der Rechner kommt nie in den Bereich, dass etwas stecken bleibt.
Ob 128GB sein müssen, kann ich nicht sagen. 32GB sind aber definitiv für manche Prozesse zu wenig. Z.B. wenn du mit APS-C aufnimmst und drizzeln willst. Ansonsten geht es auch mit 32GB ganz gut. Die SSD ist beim Stacken von vielen Bildern aber ein echter Gamechanger, da ansonsten die meiste Zeit fürs Laden der Bilder drauf geht.
Ich habe ein eher bescheidenes, schon etwas älteres System mit mit einem Ryzon 5 2600, 32GB Speicher, drei SSDs und einer RTX 4060. Um mit Sirius und Graxpert zu arbeiten reicht es locker aus. Graxpert Entrauschen dauert für ein Bild aus einem IMX571 ca. 1min, Stacken in Siril dauert pro 100 Bilder ca. 45sek. Mit Drizzle Stacking kommt das aber an seine Grenzen. Auch die SSD ist ruckzuck voll. Interessanterweise kann ich aber mit der Beta von Siril 1.4 drizzeln und nebenher sogar zocken. Mit 1.2 hat das simple drizzeln ewig gedauert, während die komplexeren Algorithmen in 1.4 locker laufen. Genauso hat Gimp mit den 32GB immer wieder Probleme. Ein gedrizzeltes Bild muss ich erst wieder etwas runter sampeln, sonst hängt sich das gerne auf. Affinity Photo kommt dagegen mit meiner Hardware locker aus.
Erstaunlicherweise kam auch PI ganz gut mit der Hardware klar, obwohl der Prozessor laut deren Spec eher am unteren Ende der Anforderungen steht.
Meine Plattform ist schon etwas älter. Ich kann noch eine Runde aufrüsten und das System nochmal richtig beschleunigen. Das ist deutlich günstiger als neu kaufen. Von daher würde ich darauf achten, dass die Plattform aktuell ist und auch noch die nächsten paar Runden von CPU upgrades verkraftet. Auch das Netzteil würde ich etwas größer Dimensionieren als notwendig und ein etwas besseres mit hoher Effizienz nehmen. Das lohnt sich. Die sind stabiler und können eher ihre Leistung ausreizen als die billigen. Ein Netzteil, das laut der Spec 500W liefert, kann nur 500W aus der Steckdose aufnehmen. Das heißt aber nicht, dass es diese 500W auch an den Rechner abgeben kann. Da ist zum einen die Effizienz und zum anderen die Stabilität im Weg. Bei den günstigen Rechnern von der Stange ist in der Regel eine ältere Plattform zusammen mit einem günstigen Netzteil verbaut, die beide schon am Limit sind. Da kannst du später nicht einfach aufrüsten. Das kann weder das Board noch das Netzteil. Das Netzteil kann man auch noch für die nächste Plattform verwenden und muss dann kein neues kaufen.
Overclock Features oder sowas kannst du dir sparen. Tatsächlich tun es hier auch die einfachen Boards. Die kosten kaum mehr als die Hälfte der Top Modelle und können alles, was man braucht.
Für Overclocking muss man sich auskennen und genau wissen, was man verbaut. Da gibt es z.B. bestimmte CPU Seriennummern, wo eigentlich eine Version mit einer höheren Taktung drin ist, da für die kleinere CPU die Nachfrage so hoch ist, für die größere aber zuviel Bestände da sind. Die kann man selbst ohne Spannungserhöhung richtig weit hochziehen. Mit guter Kühlung kriegt man sein System so auf +50-100% Leistung. Ich hatte früher mal einen Athlon, in dem eigentlich eine Mobile Version verbaut war. Den hatte ich dauerhaft auf der doppelten Geschwindigkeit. Der war für weniger als 100 Mark genauso schnell wie die besten Modelle am Markt. Das Ding ist erst 10 Jahre bei mir fürs Gaming gelaufen und dann nochmal 10 Jahre bei meinem Bruder. Wenn man sowas nicht weiß, erreicht man gar nichts, das System steigt nach +2-3% aus und man wundert sich. Am Ende raucht sogar die CPU ab, wenn man die Mehrleistung erzwingen will.
Wenn du ältere Spiele zockst, kann ich dir noch empfehlen etwas auf die Single Core Leistung zu achten. Alte Spiele unterstützen in der Regel nur eine begrenzte Zahl an Kernen. Wenn du eine CPU hast, die zwar sehr viele aber relativ schwache Kerne hat, kann es sein, dass deine alte CPU in dem Fall mehr fps liefert als die neue. Teilweise arbeiten die neuen mit virtuellen Kernen. Das merkt man dann echt an den fps. Da hilft auch die schnelle Graka nichts. Da limitiert dann der Prozessor. In der Regel kann man das aber im Bios abschalten. Kosten bei der EBV nur so 10-15%. Dafür sind die alten Spiele aber deutlich schneller. Mit aktuelleren Titeln hast du das Problem aber nicht.
Grüße
Joachim