Hartmann 7 x 42

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emmerl

Neues Mitglied
hallo,
ich besitze seit ca. 1966 ein Hartmann 7x42 Bernina Wetzlar 117 Nr.:101 725 Fernglas, das ich lange JAhre jagdlich genützt habe. Irgendwann einmal hat etwas innen geklappert, aber die Brillianz hat nicht allzuviel gelitten. Frage: Zahlt sich eine Generalüberholung (Lackierung neu, Leder nachkleben, optische Richtbank, etc. aus? WAs ist der "Gucker" noch wert? Wo kann man ihn günstig und gut richten lassen
mbD
emmerl
 
Hallo und vielen Dank.
Aber ich bin fachlich komplett unbescholten und habe nur jenes Wissen, welches im Forum steht Drum auch meine Bitte um Infos zum Hartmann 7 x 42 Feldstecher:

Kann man es als Nachtglas bezeichnen?!?

Linsen sind ein"gekittet" oder nicht? Wie wird das heute gemacht?

Porlerimglas? Was heißt das?
Ist mein Glas ein solches?

Er hat einen Blaubelag!? was macht der?

Und zuletzt: Ich habe wirklich keine Ahnung, ob sich ein Generalservice noch auszahlt. Ein neues Habicht 7x42 ohne Gumiarmierung kostet jedenfalls viel Geld. Ist die Optik vom Hartmann nach dem Service dies wert?

Bin dankbar für jede Information

emmerl
 
Hallo Emmerl,

ein 7x42 (das ergibt 6 mm Austrittspupille) würde ich eindeutig als Nachtglas bezeichnen. Eine Steigerung wären Gläser mit 7 mm AP oder darüber, also 7x50, 8x56, 9x63, 10x70 usw - um diese AP auszunutzen, muss aber auch das Auge in der Lage sein so weit zu öffnen (dies ist individuell verschieden).
Ein weiteres Merkmal zur Nachttauglichkeit ist die Lichtdurchlässigkeit des Glases (Transmission) bei Tage. Eine "trübe Tasse" bei Tage wird auch in der Dämmerung keine gute Leistung zeigen, selbst wenn die AP dafür spricht!
Für mich ist 7x42 die Idealgröße schlechthin: 7-fache Vergrößerung für ein ruhiges Beobachten, 6 mm AP für genügend Reserven in der Dämmerung; leichter als ein 7x50.
Schade nur, dass das Angebot an sehr guten 7x42ern ziemlich bescheiden ist.

Die Linsen Deines "Hartmann" sind mit Sicherheit mit Schraub- und Exzenterringen befestigt; über diese Ringe werden auch die beiden Objektivtuben in Übereinstimmung gebracht (kollimiert). Unter einer verkitteten Linse versteht man die "Verklebung" zweier Linsenflächen.

Das Hartmann 7x42 dürfte ein Porro-Prismen-Fernglas sein, erkennbar an den versetzten Okular- und Objektivachsen.
Dachkantprismengläser besitzen ein vom Okular bis zum Objektiv gerades "Rohr". Beide Bauarten haben ihre Stärken und Schwächen - dies wird hier und auch im Jülich-Forum immer wieder diskutiert.

Der "Blaubelag" ist die sogenannte Vergütung. Dieser Belag kann aber auch durchaus eine andere Farbe haben (grün, purpur etc.). Die Vergütung dient dazu, Reflexionen innerhalb des Linsensystems zu minimieren und damit die Lichtdurchlässigkeit zu erhöhen.

Wie "micktheodor" bin ich der Ansicht, dass sich eine Generalüberholung bei Deinem Glas durchaus noch lohnen könnte. Schick das Glas am besten zu Simone Hauptmann und lass Dir einen Kostenvoranschlag machen.

Noch ein Tip: Google doch mal unter den Stichworten: Fernglas; Fernrohr; Prismen; Porro; Vergütung; Okular; Objektiv; Linsen etc.
Im Internet kann man heutzutage eigentlich fast alles erfahren. Du findest dort alles viel genauer beschrieben, als es mir mit meinen bescheidenen Mitteln möglich ist!

Gruß
Bernhard



 
Hallo Emmerl,

Porlerim war ein Produktname der Firma Hartmann. So wie Trinovid oder Ultravid bei Leitz/Leica oder Dialyt bei Zeiss.

Gruß
Bernhard
 
Vielen herzlichen Dank,
genauso habe ich mir dieses Forum vorgestellt - fachlich unf kompetent, helfend und wohlgesonnen.
Jetzt habe ich ein bisschen einen Durchblick.

VG
emmerl
 
Hallo Emmerl!

Die meisten Fragen hat Bernhard ja schon kompetent und hinreichend beantwortet.

>> Unter einer verkitteten Linse versteht man die
>> Verklebung" >> zweier Linsenflächen.
>>
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit was mit "Linsen sind gekittet" gemeint sein kann. Manchmal sind die Linsen in einem optischen System mit dem Gehäuse verkittet worden, was eine Reparatur/Wartung doch stark verkompliziert. Allerdings ist das Hartmann nach meinem Wissen davon nicht betroffen, sondern wie Bernhard sagte mit "Schraub- und Exzenterringen befestigt".
Qualitativ ist das Hartmann 7x42 in der der optischen Spitzenklasse einzustufen, trotz seines Alters. Vergleichbare Ferngläser (insbesondere in Porro-Bauweise) gibt es heute kaum noch auf dem Markt, da 7fache Vergrößerung irgendwie aus der Mode gekommen ist (abgesehen von großen, schweren 7x50 Marine Gläsern). Es gibt noch ein paar gute Dachkant-Gläser (wo der räumliche Eindruck nicht so stark ausgeprägt ist wie bei einem Porro-Glas), wie das Zeiss Victory 7x42T*FL, Leica Ultravid 7x42 BR oder das klassische Docter 7x40B. Als Porro-Fernglas fällt mir spontan auch nur das Swarovski Habicht 7x42 ein. Aber ob bei diesen teuren Ferngläsern das Preis-/Leistungsverhältnis noch stimmt muß jeder mit sich selbst ausmachen.

Grüße
Mick
 
Hallo, die Justierung meiner beiden "Hartmänner"(Porlerim 8x40 und Porlerom 8x50) erfolgt äusserst komfortabel über das Verschieben der Prismen mittels kleiner Aluminiumkeile.

Diese werden durch das Lösen und Festdrehen der Madenschrauben unter den Halteschrauben der "Deckel" betätigt.

mfg
 
Hallo,
klappstuhl und micktheodor!

Noch eine Frage zur Lackierung auf dem Alugehäuseteilen - wird die FArbe einbrennlackiert oder gespritzt oder....

vG
emmerl
 
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