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SternenMotte

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Hallo alle miteinander,

Da dies mein erster Post in diesem Forum bzw. in irgendeinem Forum überhaupt ist, habt bitte Nachsicht, falls ich gegen irgendeine Etikette verstoßen sollte, z.B. dass ich das falsche Forum verwende.


Ich möchte nicht zu weit mit dem Wie und Warum ausholen, aber ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mich den Reihen der Hobby/ Amateurastronomen anzuschließen. Seit einer Begegnung mit einem Astrofotografen in Neuseeland hat sich dieser Wunsch noch mehr eingebrannt und die Bilder der fernen Weiten lassen mich nicht mehr los. Leider hatte ich damals die nötigen Mittel, um wirklich in das Thema einzutauchen. Nun, ein paar Jahre später - mit einem Beruf, der mir auch finanziell entsprechend den Rücken stärkt - wollte ich den Traum und den Sprung in das kalte Wasser mal wagen.

Ich würde mich über alles freuen, was ihr mir zu dem Thema sagen könnt / wollt. Eure Gedanken, Einschätzungen, Tipps und Empfehlungen. Ist jetzt schon die Zeit, über ein Teleskop nachzudenken, oder ist es dafür noch zu früh? Sollte ich vielleicht nicht direkt mit Fotografie einsteigen? Welche Grundlagen sind nötig / bringen einen weiter? Habt Ihr vielleicht Lektüre oder besondere Videos / Channels auf den gängigen Plattformen, die Ihr empfehlen könnt?

Ich hoffe ich habe mit der Fragerei keinen Rahmen gesprengt oder mit meiner Blauäugigkeit jemanden gekränkt. Ich freue mich auf jeden Fall über alle Eure Antworten!

Beste Grüße aus der Eifel
Die SternenMotte
 
Hallo Rüdiger,

so wild waren meine Eltern dann doch nicht ;) Aber da du deinen ja auch in der Signatur stehen hast, verrate ich meinen auch. Ich komme aus der Osteifel bei Mendig.

Gruß Leon
 
Hallo Leon,

Es kommt halt ganz drauf an, wie schnell du dich da einarbeiten willst und kannst. Die Basics (Arten von Teleskopen, Brennweiten und Öffnungen, Montierungen, Grösse und Helligkeit der Objekte, Bildbearbeitung) solltest du mal verstanden haben, damit die Erstanschaffung nicht in groben Fehlkäufen endet.

Ich würde jetzt keine bestimmten Seiten empfehlen, aber wenn du nach "Astrophotography beginner" googelst, findest du Unmengen Seiten, wo dir dir mal einen Überblick verschaffen kannst. Wichtig: So wie du die bunten Astrophotos überall siehst, kommen die nicht einfach mal schnell aus der Kamera. Das braucht nicht nur studnenlange (oder manchmal tagelange) Belichtungen, sondern auch noch eine ganze Menge Bildbearbeitung.
Du kannst natürlich auch rein "visuell" starten (was wohl auch einige Leute empfehlen werden) - also ohne Fotografie. Das mag für den einen ode anderen durchaus spannend sein, aber wenn du diese Bilder farbiger Nebel im Kopf hast, dann ist das visuelle halt eher ernüchternd (hui, das gibt jetzt sicher gleich böses Feedback der visuellen Fraktion).
Dazwischen gibt es die "electronically assisted astronomy". Das ist so ein Zwischending. Zwar mit Kamera, aber das ganze ist nicht darauf ausgerichtet, die ultimativen Fotos zu liefern, sondern zu zeigen, was du da wirklich gerade am Himmel läuft. Also so etwas wie ein "elektronischer Sucher" bei einer Kamera. Das Thema Bildbearbeitung spart man sich damit auch erstmal (obwohl es nicht ausgeschlossen ist, die Sacghen auch zu bearbeiten).
Lies dich da doch mal etwas ein, damit du ein Gefühl dafür bekommst, was für dich passt.
Als Technikfreak ist der Einstieg in die Astrofotografie sicher nicht schlecht, wenn du Probleme hast, das WiFi auf deinem Router daheim zu konfigurieren, sind Ansätze wie visuell oder EAA vermutlich die bessere Einstiegsdroge.

Wenn du weisst, was du machen willst, kannst du überlegen, die Erstausstattung gebraucht zu kaufen, dann sind die Verluste nicht so gross, wenn du nach ein paar Wochen, Monaten oder Jahren bereit bist für den nächsten Schritt.

CS, Daniel
 
Hallo Leon,

willkommen im Forum!

Daniel kam mir jetzt zuvor und hat es sowieso viel besser erklärt, als ich es hätte können.

Ein Tipp vielleicht noch: such Dir in der Nähe einen Astroverein, eine Sternwarte oder einen Hobby-Astronomen, wo Du vielleicht nochmal live das eine oder andere anschauen und "erleben" kannst. Gerade bei der visuellen Astronomie ist es gut, wenn man mal sieht, was überhaupt zu erwarten ist. Wenn Du in einem Bereich wohnst, wo es eine starke Lichtverschmutzung gibt, ist das nochmal eine Einschränkung für visuelles Beobachten, vor allem bei Deep Sky Objekten, also Nebeln und Galaxien.

Das war auch mein Grund, mit mit EAA zu beschäftigen. Seit ich das angefangen habe, habe ich deutlich mehr vom Nachthimmel.

Astrofotografie ist eine sehr sehr technische Angelegenheit und auch recht teuer und zeitaufwändig, wenn man es richtig betreiben will. Aber das hast Du ja sicher bei dem Astrofotografen in Neuseeland schon gesehen.

Viel Freude mit dem neuen Hobby

CS.Oli

edit: ein Fernglas ist immer ein guter Einstieg, um sich am Nachthimmel zu orientieren. Und auch tagsüber nutzbar. Für die astronomische Beobachtung sollte es allerdings ein Glas mit etwas mehr Öffnung sein (min 50 mm). Gibt es übrigens auch gebraucht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Leon,
ist eigentlich auch so üblich und auch irgendwie netter, finde ich.
Mendig ist leider ein bisschen weit nach Bonn. Ansonsten hätte ich dir dort den KBA (Köln-Bonner-Astrotreff) empfohlen.
Btw.: Deine Fragestellung ist zwar nachvollziehbar aber (für meinen Geschmack) so allgemein formuliert, dass man fast ein Buch schreiben müsste, um eine Antwort geben zu können. Was genau willst du denn überhaupt machen? Visuell? Fotografie! Beides? Wieviel willst du investieren? Und so weiter... Vielleicht besorgst du dir sowieso für den erfolgreichen Einstieg erst einmal ein geeignetes Buch?
 
Hallo Daniel,

vielen Dank für deine Antwort. Dein kurzer Abriss über die drei "Richtungen" war schonmal sehr hilfreich, da ich bis dato tatsächlich noch nichts von EAA wusste. Ich werde mich diesbezüglich mal weiter einlesen, damit ich ein Gefühl dafür bekomme. Da ich selber IT-Sys mache ist das technische Verständnis hoffentlich erstmal kein Problem

LG
 
Hallo Leon,

im Prinzip brauchst Du für EAA für den Einstieg ein kleines Teleskop, eine Astrokamera und eine kleine Montierung mit GoTo. Und natürlich ein Notebook und eine Software.

Heute würde ich als Einstieg mit geringem Budget folgendes besorgen (neu oder gebraucht):
SkyWatcher EvoGuide 50 ED
SkyWatcher AZ-GTi
ZWO ASI 224 Kamera

edit: damit kannst Du gut anfangen und diese Teile später als Reiseset, oder - wie ich - als zusätzliche Weitfeldoptik verwenden, wenn Du Dir was größeres anschaffst.

Ich persönlich finde SharpCap für das LiveStacking die ideale Software. Sie kostet zwar eine Jahresgebühr von 12 (?) Eur, aber das ist es wert. Es gibt aber auch eine Softwarelösung von ZWO, dem Kamerahersteller, die kostenlos ist.

Ansonsten gab es gerade hier ein paar gute Tipps:


CS.Oli
 
hallo Leon,
der beste Rat ist es, sich erstmal bei anderen Sternfreunden schlau zu machen. Die Eifel ist bekannt für dunklen Himmel, deswegen gibt es dort auch Teleskoptreffen und sicher auch einige Vereine in der Nähe. Dort bekommst du nicht nur guten Rat, sondern kannst auch ausprobieren und möglicherweise gibt es auch gleich den Gebrauchtkauf. Nur Sieger! Versuchs mal und viel Erfolg.
CS Harald
 
Hallo Leo,

Eine andere Frage ist auch noch, wie gerne du Nachts schläfst. Im tiefen Winter ist das nicht ganz so kritisch, da kann man schon früh am Abend anfangen, aber wenn du im Sommer ein paar Stunden Belichtungszeit hinbekommen willst, dann bleibt nicht mehr viel Nacht. Für mich wäre das ein absolutes No-Go, daher muss bei mir das Zeug einfach automatisch durchlaufen während ich schlafe. Das schliesst für mich halt auch aus, die Ausrüstung ins Auto zu packen und irgendwo aufs Feld zu fahren (bis auf ein paar Ausnahmen). Andere Leute finden es ok, die Nacht im Auto zu verbringen, wenn dafür am Morgen tolles Rohmaterial für die Bearbeitung da ist.
Wenn du also von zu Hause keine direkte Beobachtungsmöglichkeit hast und Nachts schlafen willst, ist EAA wohl der bessere Einstieg als "richtige" Astrofotografie mit Langzeitbelichtungen.

CS, Daniel
 
Hallo Leon,

willkommen im Forum.

vielen Dank für deine Antwort. Dein kurzer Abriss über die drei "Richtungen" war schonmal sehr hilfreich, da ich bis dato tatsächlich noch nichts von EAA wusste.
da wären wir dann schon bei den Grundlagen.
Welche Richtung soll es denn sein?
- visuelle Beobachtung?
- EAA?
- klassische Astrofotografie?

Danach richtet sich auch Deine Ausrüstung.
Es geht leider nicht alles mit allem.

Grundlagen wären auch
- welche Teleskoptypen gibt es? ;)
- welche Montierungen?
- Okulare, wenn visuell
- Kamera, wenn EAA oder klassische Astrofotografie

A weng Himmelskunde wäre auch nicht schlecht.

Dazu die üblichen Verdächtigen
- was darf es kosten?
- wo soll beobachtet werden?
- daraus ergibt sich ob es transportabel sein soll
- daraus, was ist man gewillt zu "schleppen"

So mal die gröberen Anhaltspunkte.
Das feintuning kommt später ;).

An Literatur gibt es von preiswert bis teuer genügend Auswahl.
Es gibt da eine Serie die nennt sich "In vier Schritten... ... ...". Da wird das grundlegendste gut erklärt.
- Hobby Astronom in 4 Schritten - Ein 1x1 der praktischen Astronomie
- Fernrohrführerschein in 4 Schritten - Eine Anleitung für Teleskop-Besitzer
- Kaufratgeber Teleskope in 4 Schritten - mit 100 Produktvorstellungen
die meinen sind schon was älter. Da bitte auf die neuste Auflage achten. Die sind alle von Ronald Stoyan.
Dann gäbe es noch von Alexander Kerste mehrere Bücher. Da für den Start - Astronomie mit dem Celestron-Teleskop -.
Keine Angst, Alex ist nicht von der Firma Celestron. Objektiv geschrieben. Was geht, was nicht, usw. usw..

Dann die etwas teurere Variante
Erik Wischnewski - Astronomie in Theorie und Praxis. Mittlerweile schon drei Bände, oder sind es schon vier :unsure:, mit geballtem Wissen.

Dann noch Klassiker
Erich Karkoschka - Alles für Himmelsbeobachter.
Dann noch zwei Klassiker
Deep Sky Reiseführer und Deep Sky Reiseatlas.

So soll jetzt mal genügen ;).

Der Tipp von Harald / @h.kothe ist Goldwert. Geht natürlich auch im "Einzelkampf". Ist aber mühseliger und hat Höhen und Tiefen.

Zu EAA noch
A Beginner's Guide to Choosing Equipment for Deep-Sky Electronically-Assisted Astronomy (EAA)
EAA, Video-Astronomie, ...
dann gibt es noch eine Zeitschrift mit einem passenden Artikel dazu. Dazu findest Du was unter dem von Oli / @VisuSCor verlinkten Thread.

In diesem Sinne :coffee::alien:
 
Danke erstmal an Alle, die sich die Mühe machen, mir hier zu Antworten. Ich kann da nur wow sagen, tolle Community.

Ich werde mir auch später nach der Arbeit die Mühe machen, auf alles einzugehen! Bis dahin aber erstmal ein dickes Danke für die Empfehlungen und Tipps.

Danke Rüdiger/ @OutOfTheBlue , Daniel/ @growers , Oli/ @VisuSCor , Harald/ @h.kothe , Mathias/ @Linsensuppe (mbba18) (hoffentlich habe ich jetzt keinen Vergessen :eek::oops:)

LG Leon
 
Hallo Leon,

herzlich willkommen auch von mir. Ich stand Anfang 2022 vor den gleichen Fragen und hab einfach losgelegt. Das hat auch etwas Lehrgeld gekostet, das Dir wahrscheinlich auch nicht erspart bleiben wird. Ich würde mich auch nach inzwischen 1,5 Jahren immer noch als Anfänger bezeichnen, obwohl ich in der Zwischenzeit dank dieses Forums hier immens viel gelernt habe. 90% weiß ich durch dieses Forum und den Astrotreff, daher bist Du hier genau richtig. :)

An Astrofotos habe ich vor dem Anmelden hier gar nicht gedacht, inzwischen bin ich totaler Fan davon, Visuell beobachte ich kaum, weil ich das zu anstrengend finde. Körperlich, kein Witz! Und man sieht einfach nichts. Jedenfalls nicht mit den kleinen Röhrchen, die ich benutze, und große Dobsons will ich nicht. Galaxien bleiben immer graue Wattebäuschchen, Nebel auch. Das Sonnensystem (Sonne nur mit visuell geeignetem Sonnenfilter, der Disclaimer ist immer Pflicht!) macht im Okular aber auch mir Spaß!

Astrofotografie ist allerdings ein sehr anspruchsvolles Hobby, was Geld- und Zeiteinsatz angeht, daher bin ich bei der Lightversion gelandet, nämlich EAA, was ich für Anfänger ganz toll finde. Man lernt, sich am Himmel zurecht zu finden und bekommt auch mit vergleichsweise kleinem und preiswerten Equipment eine Menge zu sehen, was einen jeden Abend aufs Neue begeistert. Und man muss dazu nicht nächtelang draußen verbringen. Man muss nicht mal weit weg fahren, sondern kann es selbst aus lichtverschmutzten Gegenden von zu Hause aus machen. Du hast einen privilegierten Wohnort, daher gilt das für Dich erst recht.

Die oben genannten Tipps kann ich alle unterschreiben. Für jetzt genug Input, es wird sicher bald mehr geben.

Einen guten Start wünsche ich Dir und CS (Clear Skies)!

Olaf
 
N'abend auch,

Das Sonnensystem (Sonne nur mit visuell geeignetem Sonnenfilter, der Disclaimer ist immer Pflicht!) macht im Okular aber auch mir Spaß!
Planeten, Mond und Sonne gefallen mir auch rein visuell.
Sind ja auch für mich Objekte bei denen sich was "tut" :D.
Obligatorisches Beispiel Jupiter. Nach relativ kurzer Zeit bewegen sich die Monde, was richtig gut zu beobachten ist. Bei entsprechender Brennweite und Öffnung gehen auch die Wolkenbänder.
Weniger obligatorisch ;) Venus, die Phasen. OK was für mehrere Tage.
Mond, jeden Tag rutscht der Terminator weiter. Mega interessant, auch wenn man nicht alle Namen runter beten kann.
Sonne, selbst "nur" im Weißlicht toll.
usw. usw. usw..

Und was da auch toll ist, geht auch mit Lichtverschmutzung.

Muss da mal wieder, wie letztens, meinen C8 auf die Montierung packen.
 
Hallo Leon,

Ich möchte nicht zu weit mit dem Wie und Warum ausholen, aber ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mich den Reihen der Hobby/ Amateurastronomen anzuschließen. Seit einer Begegnung mit einem Astrofotografen in Neuseeland hat sich dieser Wunsch noch mehr eingebrannt und die Bilder der fernen Weiten lassen mich nicht mehr los. Leider hatte ich damals die nötigen Mittel, um wirklich in das Thema einzutauchen. Nun, ein paar Jahre später - mit einem Beruf, der mir auch finanziell entsprechend den Rücken stärkt - wollte ich den Traum und den Sprung in das kalte Wasser mal wagen.

Ich würde mich über alles freuen, was ihr mir zu dem Thema sagen könnt / wollt. Eure Gedanken, Einschätzungen, Tipps und Empfehlungen.

zum Thema gibt es natürlich vieles zu sagen. So viel, dass es dich als Anfänger wohl zunächst einmal überfordern würde. Daher erst einmal ein paar grundsätzliche Überlegungen:

Du willst mit dem Hobby Astronomie beginnen. Deinen Äußerungen ist zu entnehmen, dass es dir um den praktischen Aspekt geht und du nicht nur Bücher über Astrophysik usw. lesen möchtest. Mit der Praxis sind erst einmal Astrofotografie und visuelle Beobachtung im weitesten Sinne gemeint, alles andere sind mehr oder weniger Spezialgebiete.

Ich möchte zwei Einschränkungen vorwegnehmen, damit du später nicht enttäuscht bist.

1. Man kann Hobbyastronomie (Astrofotografie und visuelle Beobachtung) hierzulande betreiben, aber die Bedingungen dafür sind nicht optimal und werden leider immer schlechter. Das liegt vor allem am Wetter und an der zunehmenden Lichtverschmutzung durch künstliche Lichtquellen. Kein Vergleich mit Top-Standorten wie auf Neuseeland!

2. Du kannst als Amateurastronom wisssenschaftlich kaum noch etwas herausfinden. Die Beobachtungen und Fotos von astronomischen Objekten sind alle zigtausendfach gemacht. Zur Forschung kannst du nur in sehr speziellen Bereichen sehr geringe Teile beitragen. Das machen die wenigsten, denn dafür ist ein immenser Zeitaufwand nötig.

Wenn du diese Einschränkungen in Kauf nehmen möchtest, fang an. Es lohnt sich :)

Zu den verschiedenen Ansätzen von Hobbyastronomie ist schon einiges gesagt worden. Um dich für ein Thema (Astrofotografie, EAA oder visuell) zu entscheiden, solltest Du dir darüber im Klaren werden, was genau dich motiviert und welche Zielsetzung du verfolgen möchtest.

Ich selbst habe vor viereinhalb Jahren vor der gleichen Frage gestanden und mich damals nach gründlicher Überlegung für die visuelle Beobachtung entschieden. Zur Astrofotografie und zu EAA kann ich nur bedingt etwas sagen. Aber jetzt folgt ein kurzer Versuch, alle drei Gebiete ungefähr zu beschreiben:

1. Visuelle Beobachtung: Dies ist technisch und vom Zeitaufwand her gesehen der einfachste Ansatz. Die Grundlagen der visuellen Beobachtung sind schnell erlernt, die Orientierung am Himmel braucht etwas Übung. Im Vordergrund steht bei der visuellen Beobachtung das direkte Erleben, gleichsam eine persönliche Verbindung zu den Objekten jenseits von Bildschirm und Elektronik zu erreichen. Du erfährst die besondere Stimmung, die nur unter dem Sternenhimmel entsteht - es handelt sich um eine tiefgehende Naturerfahrung. Was du benötigst, sind ein Fernglas oder Teleskop samt Okularen und einen dunklen Himmel, zumindest für die Deep-Sky-Beobachtung (Nebel, Galaxien usw.). Für die Beobachtung des Erdmonds und der Planeten reicht auch ein Stadt- bzw. Vorstadthimmel.

2. Astrofotografie: Hierbei ist, wie man sich denken kann, das bildliche Endergebnis das Ziel. Das unmittelbare Erleben des Sternenhimmels tritt in den Hintergrund. Man benötigt viel technisches Know-how und sehr viel Zeit, nicht nur für die Aufnahmen, sondern auch für die Bearbeitung der Bilder. Es gibt schier unendlich viele mögliche Set-ups. Astrofotos zeigen viel mehr Details als die rein visuellen Eindrücke astronomischer Objekte, und das in tollen Farben. Die Astrofotografie ist somit fortschrittlich und zeitgemäß. Wenn du hier einen gewissen Standard erreichen möchtest, musst du aber stattliche Summen investieren und benötigst, wie gesagt, viel Zeit. Auch ein dunkler Himmel ist vorteilhaft.

3. EAA: Es handelt sich bei EAA (Electronically Augmented Astronomy) um eine Art Kompromiss zwischen Astrofotografie und visueller Beobachtung. Die Beobachtungen finden live statt, und man sieht das Ergebnis nicht erst später am PC wie bei der Astrofotografie. An die Stelle des Okulars tritt ein Smartphone, Tablet oder PC. EAA hat den Vorzug, dass es die Beobachtung vieler Details in Farbe (visuell gibt es meist nur Grau!) ermöglicht, ohne dass es so aufwendig wie die herkömmliche Astrofotografie ist (allerdings werden die Bilder i. d. R. nicht ganz so gut). Ein weiterer Vorteil ist, dass mit EAA auch in einem städtischen Umfeld die Beobachtung von Nebeln und Galaxien möglich ist. Insbesondere die neuartigen Smartteleskope von Unistellar, Vaonis usw. bieten einen sehr einfachen und unkomplizierten Zugang zu EAA. Gegenüber der visuellen Astronomie geht aber durch die Elektronik, wie auch bei der Astrofotografie, einiges an der ursprünglichen Erfahrung des Nachthimmels verloren.


Die Eifel bietet schon recht gute Bedingungen - die Höhenlage eine Mittelgebirges und einen ausreichend dunklen Himmel.

Ich würde sagen, dass für dich alle drei Ansätze infrage kommen. Bist du ausreichend mobil, oder hast du vielleicht einen eigenen Garten?

Für die visuelle Beobachtung würde es sich lohnen, in die Höhenlagen der Eifel zu fahren, wo der Himmel dunkler wird. Astrofotografie bzw. EAA könntest du evtl. von einem eigenen Garten aus betreiben.

Ist jetzt schon die Zeit, über ein Teleskop nachzudenken, oder ist es dafür noch zu früh? Sollte ich vielleicht nicht direkt mit Fotografie einsteigen? Welche Grundlagen sind nötig / bringen einen weiter?

Für die Planung eines Teleskopkaufs ist es noch zu früh, da du dir, wie gesagt, erst einmal über deine Zielsetzung im Klaren werden musst.

Ein Direkteinstieg in die Astrofotografie ist nicht unbedingt ratsam. Mach dich besser erst einmal mit den Grundlagen vertraut: Orientierung am Nachthimmel, Grundkenntnisse zu den Objekten, Hintergrundwissen über astronomische Zusammenhänge. 2-3 Jahre visuelle Beobachtung können nicht schaden, sodass man Frusterlebnissen vorbeugt. Nun kommst du ja aus einem technischen Beruf - vielleicht fällt dir der Zugang daher leichter als anderen.

Wenn du schon eine Systemkamera oder DSLR mit Objektiven besitzt, könntest du natürlich versuchen, gleich mit der Astrofotografie zu beginnen. Mit so einer Ausrüstung sind z. B. Astroscape-Aufnahmen (Milchstraße usw.) möglich. Wenn ein Tracker dazukommt, gehen auch Sternfeldaufnahmen und erste Deep-Sky-Objekte.

Ich kann nur den Tipp bekräftigen, den Kontakt zu Gleichgesinnten in Vereinen, bei Teleskoptreffen usw. aufzunehmen. Die Hobbyastronomie ist komplex, und man verliert als Anfänger schnell den Überblick. Erfahrenere Amateurastronomen in deiner Region (vielleicht hier aus dem Forum?) können dich inspirieren und dir Orientierung bieten. Nimm also am besten Kontakt zu einer Sternwarte oder einem Astroverein auf.

Ich wünsche dir Clear Skies und viel Erfolg!

Viele Grüße

Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Claus und
tach auch zusammen :D ,

Das ein oder andere sehe ich anders ;).

Du willst mit dem Hobby Astronomie beginnen. Deinen Äußerungen ist zu entnehmen, dass es dir um den praktischen Aspekt geht und du nicht nur Bücher über Astrophysik usw. lesen möchtest.
ist beides für mich nicht trennbar.
Das Beobachten ist ein Teil des Hobby Astronomie.

Ich möchte zwei Einschränkungen vorwegnehmen, damit du später nicht enttäuscht bist.

1. Man kann Hobbyastronomie (Astrofotografie und visuelle Beobachtung) hierzulande betreiben, aber die Bedingungen dafür sind nicht optimal und werden leider immer schlechter. Das liegt vor allem am Wetter und an der zunehmenden Lichtverschmutzung durch künstliche Lichtquellen. Kein Vergleich mit Top-Standorten wie auf Neuseeland!

2. Du kannst als Amateurastronom wisssenschaftlich kaum noch etwas herausfinden. Die Beobachtungen und Fotos von astronomischen Objekten sind alle zigtausendfach gemacht. Zur Forschung kannst du nur in sehr speziellen Bereichen sehr geringe Teile beitragen. Das machen die wenigsten, denn dafür ist ein immenser Zeitaufwand nötig.

Wenn du diese Einschränkungen in Kauf nehmen möchtest, fang an. Es lohnt sich :)
nun ja, da kann ich einem angehenden Mouten-Biker auch raten im Flachland nicht damit anzufangen oder in eine Halle zu gehen, in der ein paar Hügel aufgeschüttet sind.
Ansonsten muss er mehrere Kilometer Fahrt auf sich nehmen, um einen ausgewiesenen Mouten-Bike-Trail zu nutzen.
Mit Widrigkeiten und Einschränkungen in einem Hobby muss man immer rechnen.

Der Wissenschaft zu zu arbeiten und neues zu entdecken, ja, sicherlich sehr schwierig.
Aber auch nicht unmöglich, da immer mal wieder Projekte ausgelobt werden die speziell an die Hobby-Beobachter gerichtet sind.
Aber erwiesener Maßen sind im Beobachtenden Teil der Astronomie schon Entdeckungen gemacht worden. Kürzlich der Komet Nishimura.
Geht es aber nicht auch darum, bewiesene wissenschaftliche Ergebnisse selbst nachzuempfinden, wenn auch nicht mit solch leistungsfähigen Instrument wie denen, die der Wissenschaft zur Verfügung stehen?
Ja, es gibt sicherlich 50-Millionen Bilder von M42, aber die sind alle nicht selbst gemacht, ob nun gut oder schlecht, ist da vollkommen egal.

:y:

2. Astrofotografie: Hierbei ist, wie man sich denken kann, das bildliche Endergebnis das Ziel. Das unmittelbare Erleben des Sternenhimmels tritt in den Hintergrund.
ja, das finale Bild ist das Ziel. Dennoch kann man sich über das abgelichtete Objekt in der Literatur, im Internet, wo auch immer, Informationen holen und mehr erfahren.
da denke ich, das der ein oder andere da widersprechen möchte.
Da habe ich hier im Forum anderes gelesen.
Viele haben minimum ein Fernglas dabei, um eben das zu erleben, was Du unter der visuellen Beobachtung geschrieben hast.
Selbst im rein visuellen Bereich, so habe ich auch angefangen, geht das Auge auch weg vom Okular und schweift so über den Himmel.

3. EAA: Es handelt sich bei EAA (Electronically Augmented Astronomy) um eine Art Kompromiss zwischen Astrofotografie und visueller Beobachtung.
nööö ;), kein Kompromiss.
Wenn ich als Endergebnis ein Bild haben möchte, was nicht zwingend der Fall sein muss, ist es doch ein astrofotografisches Ergebnis. Ein nächtliches Himmelsobjekt wurde abgelichtet.
Das eingesetzte Instrumentarium variiert zur klassischen Astrofotografie, die Herangehensweise ist anders, das Ergebnis kann ein Bild sein, somit Astrofotografie.

An die Stelle des Okulars tritt ein Smartphone, Tablet oder PC.
nun ja, eine Kamera braucht es schon auch ;).

(allerdings werden die Bilder i. d. R. nicht ganz so gut)
da bin ich anderer Meinung und es gibt hier im Forum reichlich Bildmaterial das das Gegenteil beweist.

Ein Direkteinstieg in die Astrofotografie ist nicht unbedingt ratsam. Mach dich besser erst einmal mit den Grundlagen vertraut: Orientierung am Nachthimmel, Grundkenntnisse zu den Objekten, Hintergrundwissen über astronomische Zusammenhänge. 2-3 Jahre visuelle Beobachtung können nicht schaden, sodass man Frusterlebnissen vorbeugt. Nun kommst du ja aus einem technischen Beruf - vielleicht fällt dir der Zugang daher leichter als anderen.
:y:

Ich kann nur den Tipp bekräftigen, den Kontakt zu Gleichgesinnten in Vereinen, bei Teleskoptreffen usw. aufzunehmen. Die Hobbyastronomie ist komplex, und man verliert als Anfänger schnell den Überblick. Erfahrenere Amateurastronomen in deiner Region (vielleicht hier aus dem Forum?) können dich inspirieren und dir Orientierung bieten. Nimm also am besten Kontakt zu einer Sternwarte oder einem Astroverein auf.
:y:

Wie man sieht, kann man das ganze auch anders sehen.
Wäre auch schlimm wenn es anders wäre.
Grundlegend, bevor Geld, ob nun viel oder wenig, angefasst wird, Vorüberlegungen anstrengen. Informationen und Grundlagenwissen einholen.
 
Hallo Leon,

willkommen auch von mir.

Ich habe visuell begonnen mit der Astronomie, bin dann aber in einen Astroverein beigetreten, der eine relativ "schlagkräftige" Fotografie-Truppe hat und da war der Weg dann vorgezeichnet :)

Ich finde, du bringst schon ganz gute Voraussetzungen mit: du scheinst ein gewisses Verständnis für Technikfragen zu haben und zweitens (und das ist für kein Geld der Welt zu haben) einen guten Nachthimmel. Zumindest für deutsche Verhältnisse. Nicht unbedingt vergleichbar mit den astronomischen Hot-Spots dieser Welt wie Namibia oder Chile. Aber wer hat schon das Glück unter so einem Himmel zu leben? Mit der Eifel bist du ihr in Deutschland jedenfalls schon sehr privilegiert.

Ansonsten wurde ja schon fast alles gesagt. Zunächst würde ich mir über die Richtung klar werden:
- Visuell
- Fotografisch
- EAA

Und dann:
- Was soll beobachtet/fotografiert werden, also wofür schlägt dein Herz? Galaxien, große Nebelgebiete, Planeten usw...All das erfordert teilweise anderes Equipment und eine andere Vorangehensweise. Eine eierlegende Wollmilchsau gibt es da nicht.
- Musst du zwangsläufig mobil sein oder kannst du daheim im Garten beobachten/fotografieren.
- Und natürlich das Budget.

Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht :-)

Viele Grüße,

Ulrike
 
nööö ;), kein Kompromiss.
Wenn ich als Endergebnis ein Bild haben möchte, was nicht zwingend der Fall sein muss, ist es doch ein astrofotografisches Ergebnis. Ein nächtliches Himmelsobjekt wurde abgelichtet.
Das eingesetzte Instrumentarium variiert zur klassischen Astrofotografie, die Herangehensweise ist anders, das Ergebnis kann ein Bild sein, somit Astrofotografie.
Ist das erklärte Ziel der EAA, am Ende ein Bild zu haben? Ich hatte bisher ein Eindruck, dass es eher darum geht, das visuelle Erlebnis durch den Einsatz der technischen Hilfsmittel zu verbessern. Auf die Schnelle hab ich mal folgendes gefunden:

"Die elektronisch unterstützte Astronomie (Electronically Assisted Astronomy, EAA) ist ein neuer Zweig des Astronomie-Hobbys, der sich auf Echtzeit- (oder nahezu Echtzeit-) Beobachtung von astronomischen Objekten (normalerweise Deep Sky Objekte) mit Hilfe von elektronischen Geräten konzentriert."
(Electronically Assisted Astronomy von Jarek Pillardy, Übersetzung), s:

Kann man sich aber trefflich drüber streiten. Natürlich kann man EAA auch mit dem erklärten Ziel, Fotografie zu betreiben, einsetzen. Für mich ist das ein Mittelding zwischen Astrofotografie und visueller Beobachtung. Nicht Fisch und nicht Fleisch - ACHTUNG: Dieser Satz beinhaltet KEINE Wertung. Bin schon beeindruckt, was mit EAA so alles geht...

CS,

Ulrike
 
Hallo Ulrike,

Ist das erklärte Ziel der EAA, am Ende ein Bild zu haben? Ich hatte bisher ein Eindruck, dass es eher darum geht, das visuelle Erlebnis durch den Einsatz der technischen Hilfsmittel zu verbessern. Auf die Schnelle hab ich mal folgendes gefunden:
das ist ja das schöne beim EAA, ich kann final ein Bild abspeichern, wenn ich das möchte.
Man kann jederzeit ein, sagen wir mal, Zwischenbild abspeichern. Auch mehrere, wenn man denn so will.
Ich kann auch jedes Einzelframe abspeichern, wenn ich das möchte, und dann wie in der klassischen Astrofotografie stacken, nachbearbeiten, usw, usw. usw..
Das obliegt deiner freien Entscheidung.
Sämtliches Material ist für alles da, wenn ich will.

Wie schreibt Ewald / @MünchenBeiNacht so schön, der Weg ist das Ziel. Ich kann beobachten wie das Bild von Belichtung zu Belichtung besser wird.
Was ich dann letztendlich daraus mache, mei... :unsure:.

Aber hier geht es jetzt erstmal um den Einstieg überhaupt.

Deshalb der Hinweis, schau mal in den von Oli / @VisuSCor verlinkten Thread rein.
Aber nicht nur dieser.
Dieser hier von Oli / @VisuSCor
Übersicht der Planetarischen Nebel - EAA Style
 
2-3 Jahre visuelle Beobachtung können nicht schaden, sodass man Frusterlebnissen vorbeugt.
Also das würde ich definitiv nicht unterschreiben. Wer mit der Technik auf Kriegsfuss steht, wird auch nach 2 Jahren nicht weiter sein und wer weiss, was er da tut, kann auch gleich mit EAA oder Fotografie einsteigen.
Persönlich finde ich das visuelle halt echt nicht aufregend genug. Wenn man die ganzen Hochglanz-Astrofotos erwartet, ist ein Blick selbst durch ein sehr grosses Teleskop bei sehr guten Bedingungen eher ernüchternd. Ausnahme: Mond und Planeten.
Klar kann man das anders sehen, aber letztendlich muss das jeder selbst entscheiden.
 
Also das würde ich definitiv nicht unterschreiben. Wer mit der Technik auf Kriegsfuss steht, wird auch nach 2 Jahren nicht weiter sein und wer weiss, was er da tut, kann auch gleich mit EAA oder Fotografie einsteigen.

Deine Ansicht klingt schon nachvollziehbar. Worauf ich hinaus wollte, ist, dass der einfachere visuelle Ansatz genug Zeit und Freiraum lässt, sich erst einmal mit den Grundlagen der Astronomie überhaupt auseinanderzusetzen.

In Anbetracht der neuesten Enwicklung wie EVscope, Stellina usw. sieht das natürlich anders aus. Mit einem Smartteleskop kann man halt fast genauso schnell loslegen wie ein visueller Beobachter.

Persönlich finde ich das visuelle halt echt nicht aufregend genug. Wenn man die ganzen Hochglanz-Astrofotos erwartet, ist ein Blick selbst durch ein sehr grosses Teleskop bei sehr guten Bedingungen eher ernüchternd. Ausnahme: Mond und Planeten.
Klar kann man das anders sehen, aber letztendlich muss das jeder selbst entscheiden.

Deine Meinung sei dir natürlich belassen. Ich kann sie aber so nicht teilen.

Mir haben schon Fernglasbeobachtungen bei durchschnittlichen Bedingungen tolle Erlebnisse bereitet. Klar darf man sich nicht vorher durch Hubble-Bilder beeinflussen lassen. Der Blick durch ein größeres Teleskop unter einem guten Landhimmel hat für mich immer wieder einen Wow-Effekt. Den direkten Bezug zum Beobachtungsobjekt kann meines Erachtens kein noch so gutes Astrofoto ersetzen.

Wie du sagst, muss sich letztlich jeder selbst für einen Ansatz entscheiden!

Viele Grüße

Claus
 
Ist das erklärte Ziel der EAA, am Ende ein Bild zu haben? Ich hatte bisher ein Eindruck, dass es eher darum geht, das visuelle Erlebnis durch den Einsatz der technischen Hilfsmittel zu verbessern. Auf die Schnelle hab ich mal folgendes gefunden:...
Ich bin natürlich auch ein interessierter Beobachter und in den beiden Astronomie-Foren ist einiges zu sehen.
Manche beschneiden sich in ihren Möglichkeiten, führen z.B. nicht gut nach und machen keine längeren Belichtungen. Versuchen aber aus den gesammelten Daten möglichst viel für ein Bild rauszuholen. Oder man spürt bei manchen den Wunsch nach vollwertigen Astrofotografie, bleiben aber unnötig lang in der EAA hängen.

Persönlich finde ich das visuelle halt echt nicht aufregend genug. Wenn man die ganzen Hochglanz-Astrofotos erwartet, ist ein Blick selbst durch ein sehr grosses Teleskop bei sehr guten Bedingungen eher ernüchternd. Ausnahme: Mond und Planeten.
Klar kann man das anders sehen, aber letztendlich muss das jeder selbst entscheiden.
Soll nicht zu abwertend klingen und liest sich sicher überheblich.
Visuelle Beobachtung und Astrofotografie unterscheiden sich bekanntlich sehr deutlich.
Wer die visuelle Beobachtung nicht schätzen kann, ist mMn nicht ernsthaft bei der Sache.
Bei solchen Menschen habe ich auch eher das Gefühl, dass sie bei ihren Aufnahmen eher bereit sind,
diese für ein pretty picture zu sehr aufzuhübschen. Dass soll aber nicht heißen, dass man einem Einsteiger
als erstes unbedingt zur visuellen Beobachtung raten sollte.
 
Ich mag das gar nicht miteinander vergleichen. Ich fotografiere wirklich gerne und trotz aller Mühsal bleibe ich doch irgendwie dabei :-) Aber etwas visuell zu beobachten ist etwas ganz anderes. Allerdings tue ich das nicht sehr häufig. Mir fehlt das Equipment und wohl auch der Himmel. Letztens durfte ich durch einen 28 Zöller schauen - das war schon was!
 
Hallo Mathias,


dass du zum Teil andere Sichtweisen hast, ist verständlich. Meine Aussagen waren vielleicht hier und da etwas pauschal. Es ging mir einfach darum, dem Fragenden eine grobe Orientierung in Sachen Hobbyastronomie zu bieten.

ist beides für mich nicht trennbar.
Das Beobachten ist ein Teil des Hobby Astronomie.

So weit bin ich einverstanden. Ich wollte Leon darauf aufmerksam machen, dass Hobbyastronomie eben auch einen theoretischen Teil umfasst, also das Sich-Aneignen astronomischen Hintergrundwissens. Es kann ja nicht angehen, nur die Kamera in den Nachthimmel zu halten, ohne zu wissen, was dort oben vor sich geht.

nun ja, da kann ich einem angehenden Mouten-Biker auch raten im Flachland nicht damit anzufangen oder in eine Halle zu gehen, in der ein paar Hügel aufgeschüttet sind.
Ansonsten muss er mehrere Kilometer Fahrt auf sich nehmen, um einen ausgewiesenen Mouten-Bike-Trail zu nutzen.
Mit Widrigkeiten und Einschränkungen in einem Hobby muss man immer rechnen.

Wie gesagt, es ging mir darum, Illusionen zu nehmen und eine mögliche Enttäuschung zu verhindern. Ein Fakt ist halt, dass die Bedingungen für die Astronomie in Deutschland nicht die besten sind und dass es immer schwieriger wird, dieses Hobby hierzulande auf hohem Niveau zu betreiben.

Der Wissenschaft zu zu arbeiten und neues zu entdecken, ja, sicherlich sehr schwierig.
Aber auch nicht unmöglich, da immer mal wieder Projekte ausgelobt werden die speziell an die Hobby-Beobachter gerichtet sind.
Aber erwiesener Maßen sind im Beobachtenden Teil der Astronomie schon Entdeckungen gemacht worden. Kürzlich der Komet Nishimura.

Das ist sicher nicht unmöglich, selbst nicht für visuelle Beobachter. Man muss aber sagen, dass z. B. Kometenjäger, die Kometen neu entdecken, sich darauf spezialisiert haben und den Hauptteil ihrer Freizeit mit der Suche nach unbekannten Objekten verbringen. Sie arbeiten dann auch meist in Regionen, in denen es sehr gute Bedingungen gibt.

Vieles, was Hobbyastronomen heute zur Forschung beitragen, ist, so weit ich weiß, Detailarbeit wie die Helligkeitserfassung von Veränderlichen, Asteroidenbeobachtung, Meteorenauszählung usw. In solchen Betätigungsfeldern sind relativ wenige Hobbyastronomen aktiv, und man muss, glaube ich, viel Zeit mitbringen.

Festzuhalten bleibt, dass Astrofotos der Objekte aus den gängigen Katalogen oder visuelle Beobachtungen i. d. R. heutzutage nur noch einem persönlichen Interesse dienen.

Geht es aber nicht auch darum, bewiesene wissenschaftliche Ergebnisse selbst nachzuempfinden, wenn auch nicht mit solch leistungsfähigen Instrument wie denen, die der Wissenschaft zur Verfügung stehen?
Ja, es gibt sicherlich 50-Millionen Bilder von M42, aber die sind alle nicht selbst gemacht, ob nun gut oder schlecht, ist da vollkommen egal.

Da hast du meine volle Zustimmung. Aus diesem Grund beobachte ich ja selbst astronomische Objekte.

Da habe ich hier im Forum anderes gelesen.
Viele haben minimum ein Fernglas dabei, um eben das zu erleben, was Du unter der visuellen Beobachtung geschrieben hast.
Selbst im rein visuellen Bereich, so habe ich auch angefangen, geht das Auge auch weg vom Okular und schweift so über den Himmel.

Was ich meinte, ist, dass bei der Astrofotografie die Technik ins Zentrum rückt. Es geht um deren Beherrschung, und die Konzentration bewegt sich vom Erleben des Sternenhimmels weg. Wobei ich gestehen muss, dass ich selbst über keine direkte Erfahrung mit der Astrofotografie verfüge, aber so stelle ich es mir vor.

Klar, ein Astrofotograf kann natürlich zum Fernglas greifen und den Sternenhimmel bewundern, wenn Nachführung und Kamera erst einmal laufen.

nööö ;), kein Kompromiss.
Wenn ich als Endergebnis ein Bild haben möchte, was nicht zwingend der Fall sein muss, ist es doch ein astrofotografisches Ergebnis. Ein nächtliches Himmelsobjekt wurde abgelichtet.
Das eingesetzte Instrumentarium variiert zur klassischen Astrofotografie, die Herangehensweise ist anders, das Ergebnis kann ein Bild sein, somit Astrofotografie.

Einverstanden - wenn du diese Definitionen zugrunde legst, hast du sicher recht. Wie gesagt, ich wollte dem Fragenden erst einmal eine Grundorientierung bieten nach dem Motto "EAA liegt halt in der Mitte".

Wie man sieht, kann man das ganze auch anders sehen.
Wäre auch schlimm wenn es anders wäre.
Grundlegend, bevor Geld, ob nun viel oder wenig, angefasst wird, Vorüberlegungen anstrengen. Informationen und Grundlagenwissen einholen.

:y:

Viele Grüße

Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Claus,

soweit sind wir da ja nicht auseinander.
Du hast ja Recht mit den Widrigkeiten die einem so begegnen können beim Beobachten.
Da durfte ich dann auch schon feststellen, dass da im Vorfeld an das ein oder andere nicht gedacht wird.
Im Winter wird es (meist) kalt ;).
Beobachtet wird Abends und Nachts.
Treppe rauf und runter laufen wenn man, wie ich damals, in der dritten Etage wohnt.
Das Ganze dann Nachts natürlich auch wieder zurück.
usw. usw..

Gelegentlich nicht ganz so einfach, wann man das anbringt :unsure:.
 
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