Heute Merkurbedeckung durch die Sonne

EnricoLE

Aktives Mitglied
Wer ist in der Lage das zu beobachten/festzuhalten?

Z.B mit Kegelblende, Herschelkeil oder spezieller Filterkombination?
 

Anhänge

  • Screenshot_20260514_091025_SkEye.jpg
    Screenshot_20260514_091025_SkEye.jpg
    64,5 KB · Aufrufe: 100
Hast du mal bei den SOHO-Bildern nachgesehen? Dafür sind zwar deine Bedeckungsdaten nicht zutreffend, aber vielleicht sieht man auf diesen Bildern den Merkur in Sonnennähe.
 
Hallo,

Wer ist in der Lage das zu beobachten/festzuhalten?

Ich wage zu behaupten: Niemand.
So nahe an der Sonne wird es unmöglich sein, eine Bedeckung eines Planeten durch die Sonne festzuhalten.
Es ist nicht nur der extreme Helligkeitsunterschied der es unmöglich macht, eine solche Bedeckung festzuhalten, es ist auch das viele Streulicht der Athmosphäre, das den Himmelshintergrund bereits in einiger Entfernung zur Sonne derart aufhellt, das eine Beobachtung eines Planeten am Taghimmel in der Nähe der Sonne nahezu unmöglich macht.
Wer die Venus in der Unteren Konjunktion Beobachtet hat, wird wissen, welche Herausforderungen durch die Nähe zur Sonne entstehen.

Z.B mit Kegelblende, Herschelkeil oder spezieller Filterkombination?

Zur Kegelblende kann ich nichts schreiben. Zumindest nicht in unseren Regionen. Dazu ist die Luft zu schmutzig. Auch bei vermeintlich blauen und klaren Himmel entsteht durch die Aerosole soviel Streulicht in Sonnennähe, das eine Beobachtung schwierig bis unmöglich wird.
Ein Herschelkeil dämpft alles an Licht. Auch das von Merkur. Es wird nichts zu sehen sein. Filter bringen ebenfalls nichts. Ich kann nur auffordern damit nicht zu experimentieren.

Hast du mal bei den SOHO-Bildern nachgesehen? Dafür sind zwar deine Bedeckungsdaten nicht zutreffend, aber vielleicht sieht man auf diesen Bildern den Merkur in Sonnennähe.

Die noch aktiven LASCO C2 und C3 Instrumente decken die Sonne in einer Entfernung von 1,5 (C2) oder 3,7 (C3) Sonnenradien ab. Eine Bedeckung oder ein Planet in der Nähe der Sonne wird damit nicht zu sehen sein.
Merkur wird derzeit am C2 Instrument für dem 14. Mai 2026, 2:36 (UT?) direkt neben der Blende abgebildet.

Viele Grüße
Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,


Du weist hoffentlich schon, das es einem erheblichen Unterschied zwischen einem Merkurtransit vor der Sonne, wie dem vom November 2019 und einer Bedeckung von Merkur durch die Sonne, wie er heute war, gibt.
Bei einem Merkurtransit zieht Merkur als gut sichtbarer schwarzer Punkt vor der Sonne vorbei. Ein Transit ist leicht zu beobachten und zu fotografieren. Ich habe den Transit von 2019 ebenfalls beobachtet und fotografiert, mit einfacher Ausrüstung:

2019-11-11-Merkurtransit-1.jpg

Der Merkurtransit vom November 2019.​

Merkur ist der kleine schwarze Punkt links im Bild.
Bei einer Bedeckung von Merkur durch die Sonne läuft Merkur hinter der Sonne vorbei. In übrigen ist heute auch die "Obere Konjunktion von Merkur", denn Merkur steht von der Erde aus gesehen genau gegenüber der Sonne, mit dem Zufall, das er heute durch die Sonne bedeckt wird, das aber unbeobachtbar ist.


In den Bildern der SOHO-Sonde mit dem C3 Instrument ist die Blende die die Sonne abblendet deutlich zu sehen. Die Sonne ist der angedeutete Ring in der Mitte der Blende. Planeten können bis zur Blende vom C3 Instrument gesehen werden. Näher zur Sonne aber nicht.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo,

Zum Vormerken:
Der nächste Merkurtransit findet am 13. November 2032 statt. Beginn um 6:41 Uhr UT, Mitte um 8:54 Uhr UT und das Ende ist um 11:07 Uhr UT.

2032-11-13-Merkurtransit.jpg

Merkurtransit am 13. November 2032.​

Viele Grüße
Gerd

Grafik:
 
Das ist ja ein Transit mit Merkur vor der Sonne - hatten wir ja auch schon mehrfach, und konnte auch im Weißlicht sowie in H-alpha beobachtet werden. Eine Bedeckung ist was anderes, also Merkur hinter der Sonne.

csm

Ich habe doch gar nicht geschrieben dass es sich um einen Transit handeln soll.

Mir ging es um die Machbarkeit Merkur dicht neben der Sonnenscheibe zu zeigen.
Das sollte natürlich besser klappen wenn Merkur auch beleuchtet ist von der Erde usgesehen.
Also zum Beispiel heute zur oberen Konjunktion.

Die beigefügten Links stammen von Beobachtungen über Satelliten.
Dort sind zumindest verschiedene Planeten und Sterne dicht neben der Sonnenscheibe zu sehen.
 
Hallo,



Du weist hoffentlich schon, das es einem erheblichen Unterschied zwischen einem Merkurtransit vor der Sonne, wie dem vom November 2019 und einer Bedeckung von Merkur durch die Sonne, wie er heute war, gibt.
Bei einem Merkurtransit zieht Merkur als gut sichtbarer schwarzer Punkt vor der Sonne vorbei. Ein Transit ist leicht zu beobachten und zu fotografieren. Ich habe den Transit von 2019 ebenfalls beobachtet und fotografiert, mit

Selbstverständlich.

Mein LZOS APO wurde ausdrücklich für den Venustransit 2004 angeschafft.
Den nächsten Transit gibts erst 2117.

Ich habe ja ausdrücklich "neben" der Sonnenscheibe geschrieben.
Das Merkur hierfür beleuchtet sein sollte ist auch klar.
Also von der Erde aus gesehen hinter der Sonne.
 
Hallo,

Die beigefügten Links stammen von Beobachtungen über Satelliten.
Dort sind zumindest verschiedene Planeten und Sterne dicht neben der Sonnenscheibe zu sehen.

Der erste Link zeigt einen Merkurtransit. Um dem möchte ich mich nicht weiter befassen, da er von der Eingangsfrage abweicht.
Der zweite Link zeigt vor allem Aufnahmen mit dem LASCO C2 Instrument. Wie weiter oben schon geschrieben, können mit durch die Blende von diesem Instrument Bilder bis minimal 3,7 Sonnenradien von der Sonne aufgenommen werden, das sind etwas weniger als 1°.
Das wichtigste ist:
SOHO ist auf L1 (Lagrange-Punkt 1) geparkt. In rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Außerhalb der Erdatmosphäre gibt es kein störendes Streulicht. Sterne und Planeten die sich in der Nähe der Sonne aufhalten sind deshalb von Satelliten detektierbar. Es ist anders als auf der Erde, bei der die Athmosphäre für Streulicht in Sonnennähe sorgt und dichte Annäherungen der Planeten an die Sonne schwierig macht.
Tagbeobachtungen von hellen Sternen und Planeten sind nichts besonderes. An unseren Standorten kommt man je nach der Güte der Athmosphäre mehr oder weniger dicht an die Sonne heran, bevor das Streulicht überwiegt und es visuell unmöglich macht, Planeten nahe an der Sonne zu beobachten. Fotografisch können erfahrene Leute dichter an die Sonne heranzukommen, bevor das Signal von einem Planeten im Streulicht untergeht.
Wie nahe am Taghimmel unter besten Bedingungen (Hochalpen oder den hohen und trockenen Standorten in den Anden) Planeten an der Sonne nachgewiesen werden können, das kann ich nicht abschätzen.
Für mich gilt immer noch zu deiner weiter oben gestellten Frage:

Heute Merkurbedeckung durch die Sonne​

Wer ist in der Lage das zu beobachten/festzuhalten?

Niemand.
Es ist für und Amateure nicht möglich direkt am Sonnenrand einen Planet fotografisch festzuhalten.

Edit:
Hier hat es jemand geschafft, Merkur in einem Abstand von 1,9° zum Sonnenrand aufzunehmen. Das sind knapp vier Sonnendurchmesser vom Sonnenrand entfernt:


Viele Grüße
Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Zuletzt bearbeitet:
In den Achtziger Jahren wurde am Norikura Solar Observatory in Japan mal versucht, die Passage von Venus und Merkur hinter der Sonne zu fotografieren. Dabei war das Motiv dieser Untersuchungen, die Lichtablenkung im Schwerefeld der Sonne zu bestimmen, ähnlich wie die von Eddington untersuchte Ablenkung von Sternlicht bei der Sonnenfinsternis von 1919.

Passage of the Venus and the Mercury behind the Sun

Die Bedeckung der Venus durch die Sonne geschah am 15./16. Juni 1984, und die Bedeckung vom Merkur am 6./7. Mai 1987.

Diese Planeten konnten dann mit einem Koronographen zwar recht dicht an der Sonnenscheibe fotografiert werden. Zusätzlich zu der Ausblendung der Sonnenscheibe wurde noch ein ND=5 Filter zur Dämpfung von Streulicht eingesetzt.

Gleichwohl betrug der minimale Winkelabstand der Planeten zum Sonnenrand mindestens noch ca. einen Sonnenradius. Geringere Abstände waren nicht möglich, weil Protuberanzen und die Sonnenkorona dort alles überstrahlten. Siehe Abb. 2 und 3 in dem Papier.

Gruß, Peter
 
Ist es
immer noch nicht möglich, einen Sender auf der Venus abzusetzen, der die Temperaturen und den Druck aushält?
Wenn nicht, dann sollen wir es nicht wissen, wenn Ja, dann wollen wir es nicht wissen.
Grüße
 
Zurück
Oben