Hilfe beim SVBony ADC

MiceInSpace

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Hallo zusammen.
Bei mir liegt seit einiger Zeit ein ADC von SVBony rum. Die Anleitung ist leider recht dürftig und ich habe keine Erfahrungen mit einem ADC.

Was ich mir zusammengreimt habe ist, dass die Hebel in der Nullstellung (keine Anpassung) zusammenliegen müssen. Das sinnvollerweise an einer Stelle, dass ich beide Hebel maximal in die entgegengesetzten Richtungen verdrehen kann.
Die Hebel müssen entweder auf der linken oder rechten Seite im rechten Winkel von der Libelle stehen, die dann so ins Teleskop eingesetzt wird, dass sie oben gerade ausgerichtet ist, wenn das Teleskop auf das Ziel ausgerichtet ist, richtig?
Soweit verstehe ich die Anleitung.
Um eine Anpassung einzustellen, bewegt man nun jeden Hebel um den gleichen Winkel aber in entgegengesetzte Richtung, korrekt?

Warum ist dann aber die Gradeinteilung so auf dem Klemmring, dass in der Nullstellung der Hebel nicht auch 0° auf dem Ring stehen und man so sehen kann, wie weit man beide Hebel eingestellt hat? Wenn ich die Nullstellung so einstelle, dann liegen die Hebel bei 90° (links oder rechts, je nachdem, wie rum an den Ring dreht, um die Libelle nach oben zu bekommen). Da das schon die zweite Produkt Iteration von SVBony ist, verstehe ich nicht, warum die Nullstellung dann nicht bei 0° auf dem Ring ist mit der Libelle oben. Das wäre doch logischer, oder habe ich einen Denkfehler oder habe das ganze Konzept falsch verstanden?
 
Hallo,

ich kenne den ADC nicht, ich habe einen älteren von ZWO.
Nullstellung heißt da, die beiden Hebel liegen zusammen. Aber wo das genau am ADC ist, ist eigentlich egal.
Beide Hebel zusammen zeigen dann auf die Horizontlinie.
Ich habe die am OAZ mit einem kleinen Klebestreifen markiert: ADC richtig einstellen ???

Zum Einstellen nehme ich das ADC Tool in firecapture. Laufen die drei Farbkreise beim Außeinanderziehen der Hebel aneinander vorbei ist die Horizontlinie falsch eingestellt. Dann einfach den ADC passend drehen.

Gruß,
Holger
 
Danke Holger.
Evtl. liegt da mein Problem, denn das mit der Horizontlinie ist mir noch nicht ganz klar. Ich habe viele, teils widersprüchliche Infos dazu gefunden.
Und damit habe ich noch mehr Fragen:
Gibt es Unterschiede zwischen einer Alt-AZ und EQ Montierung?
Warum eine Nullmarkierung am Auszug, wenn ich das ADC dann doch wieder mit der Libelle nach oben drehe, wenn ich auf mein Ziel ausgerichtet bin?

Nullstellung der Prismen ist, wenn beider Hebel zusammen liegen. Soweit hab ich das verstanden.
Horizontlinie bedeutet ich richte das Teleskop auf den Horizont aus und dann müssen die Hebel in Reihe mit dem Horizont sein? Bedeutet das dann, dass ich den ADC danach auch nicht mehr verdrehe, wenn ich auf dem Ziel bin, sondern nur noch die Hebel bewege, um die Anpassung vorzunehmen?

Mario.
 
Hallo Mario.
Richtig, die Nullstellung der Keilplatten ist wenn beide Hebel beisammen liegen (in dem Bereich wo sich die Verstell-Schlitze überlappen).
Der Ring mit der Libelle müsste mit einer Schraube lösbar sein, und kommt nur bei parallaktischer Montage zum Einsatz, als Hilfsmittel um die Rotation des Teleskops von Zeit zu Zeit auszugleichen.

Als erstes die Hebel in Nullstellung festschrauben und parallel zur Horizontlinie ausrichten (d.h. den gesamten ADC im OAZ verdrehen bist die Hebel waagrecht stehen), den Ring mit der Libelle lockern, und auf dem fixierten ADC so verdrehen dass die Libelle nach oben und exakt in Waage anzeigt (und so am ADC Körper wieder festklemmen), das Objekt anfahren, bei parallaktischer Montage wenn notwendig den ADC im OAZ nochmals in "Waage" drehen, jetzt die Einstell- Hebel lösen, auseinanderbewegen und dabei auf den Farbsaum am Objekt achten, justieren bis er verschwunden ist .... Hebel festmachen; und wie gesagt nur bei parallaktischer Montage fallweise an der Libelle kontrollieren ob sich das Teleskop im Laufe der Zeit zum Horizont etwas verdreht hat, bzw. wenn notwendig anhand der Libelle den ADC im OAZ etwas verdrehen um das auszugleichen (ohne die Stellung der Justier-Hebel zueinander zu verändern).
Bei einem Refraktor oder SC (Teleskop mit "Heck-Einblick" ) kommt bei mir zwischen ADC und Okularhalter noch ein T2 Zenitspiegel, damit der ADC leicht auf den Horizont ausgerichtet werden kann (mit einer Baader Schnellwechselklemme zwischen ADC und ZS - so kann man auch den ZS noch schwenken ohne die ADC Ausrichtung zu verstellen).
Bei einem Dobson ist die Horizontlinie durch den Fangspiegel ja etwas (45°) verdreht.
Am besten bei Tageslicht ein Nachbargebäude anvisieren und schauen wo die waagrechte Dachlinie verläuft, und danach am OAZ oder seiner Grundplatte eine Markierung für den Verlauf des Horizont's anbringen... daran kann man die ADC Hebel in Nullstellung ausrichten.

Ob die Einstellhebel des ADC links oder rechts stehen müssen merkst du, wenn in dem kurzen überlappenden Bereich der Schlitze die Justage nicht klappt.

Ich hab drei verschiedene ADC / ADK Fabrikate im Einsatz, und jeder muss in eine andere Richtung zeigen ...:-(.

Hoffentlich ist das noch verständlich ...... ;-).

VG Hermann
 
Oh vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Damit kann ich das glaube ich morgen Abend mal am Saturn testen. Zuminest wenn das Wetter mitmacht.
Wenn ich das korrekt verstanden habe, dann fahre ich auch das Teleskop bei einer EQ Montierung einmal auf den Horizont und richte die Libelle und die Hebel einmal entsprechend aus. Dann bleibt der Ring fixiert und ich drehe nur den ADC im OAZ nach, weil der Horizont sich durch das Bewegen auf der RA-Achse ja langsam verdreht über die Zeit.

Viele Grüße,
Mario.
 
Hallo Mario,
wichtig beim ADC ist die lotrechte Ausrichtung der Nullstellung der beiden Hebel parallel zum Horizont. Bei meinem ADC von ZWO ist die Skala incl. Wasserwaage verstellbar. Bei mir bleibt das Gehäuse des ADCs immer im Okularauszug geklemmt und wird nicht rotiert. Ich bewege nur den Skalenring und die beiden Hebel!
Zuerst fahre ich das Objekt an, beide Hebel stehen parallel in Nullstellung. Dann löse ich die Klemmung des Skalenrings und bringe die Blase in der Wasserwaage mittig ins Lot. Danach bewege ich beide Hebel parallel auf die Nullmarkierung. Das ist erstmal die Grundeinstellung. Die atmosphärische Dispersion wird nun durch gleichmäßiges Verstellen beider Hebel in entgegengesetzte Richtungen kompensiert.
Da das Teleskop parallaktisch nachführt, wandert die Blase mit der Zeit aus dem Lot. Um das zu korrigieren, die Klemmung des Skalenrings lösen und die Wasserwaage wieder ins Lot bringen.
Darauf stehen nun beide Hebel nicht mehr gleichmäßig von der Nullstellung entfernt.
Hier muss man nun einfach beide Hebel wieder auf den ursprünglichen Wert zurückstellen bzw vorstellen.
Viele Grüße Frank
 

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Alles klar, so langsam ergibt sich ein Bild. Damit gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, nachdem man die initiale Nullstellung hinbekommen hat. Den kompletten ADC im OAZ rotieren, um die Wasserwaage ins Lot zu bringen (und auch so bei paralaktische Nachführung immer wieder nachstellen), oder den ADC im OAZ lassen, dann muss man aber den Ring mit der Wasserwaage rotieren und die Hebel anpassen, so das der Abstand von der Nullstellung wieder symmetrisch ist.
Danke euch allen für die Hilfe. Dann werde ich das morgen mal testen.
 
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