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Manfred_L

Neues Mitglied
Hallo,
ich versuche mal mein Anliegen knapp zu schildern:
Meine Name ist Manfred, ich bin 36 Jahre alt, hatte vor Jahren mal ein billiges Refraktor Teleskop und überlege jetzt was vernünftiges anzuschaffen.
Nach langem, stillem Mitlesen hier im Forum denke ich das ein Dobson das richtige sein wird. Durfte auch schon Mal bei einem entfernten Bekannten durch sein Eigenbau 12" schauen.
Astrofotografie ist nicht geplant.
Wohnen tue ich am Ortsrand, ein 3x4 Meter großer Balkon mit Blick nach Süden und Westen steht zur Verfügung, außerdem auch ein direkt vom Balkon erreichbarer Garten. Ein paar Minuten mit dem eigenen Kombi steht auch ein Modellflugplatz im Nirgendwo zur Verfügung.
Zu Beginn möchte ich erstmal den Mond, Planeten und die üblichen Anfängerziele beobachten.
Handwerkliches Geschick ist vorhanden.
Nach meinen Erfahrungen mit eigenen Zielfernrohren auf Luftgewehren habe ich schon gelernt: wer billig kauft, kauft zweimal, oder gibt frustriert auf.
Beim stöbern im Netz bin auf diese Kleinanzeige gestoßen:

https://m.ebay-kleinanzeigen.de/s-a...200-10-zoll-okulare-koffer/908022377-187-2561

Das ist zwar 2" größer als ich geplant habe, unterbringen und transportieren könnte ich es.

Jetzt zu meinen Fragen:
1 Taugen die Okulare was (Qualität, Abstufung der Vergößerung...)?

2 Ich bin Brillenträger Rechts sph 1,0 zyl -0,75 a 65° Links 1,5 / -0,75 / 90, komme ich mit den Okularen zurecht?

3 Braucht es noch weiteres Zubehör, z.B. zur Justage?

4 Wie schätzt ihr den Preis ein?

Eine Plattform zur Nachführung könnte ich später selbst herstellen.

Vielen Dank im Voraus und Gruß,

Manfred
 
Hallo Manfred,

das Angebot ist m.E. zu teuer. 10 Zöller kosten neu mitunter weniger und die Okulare, die dabei sind, sind nichts besonderes. Wenn möglich schau bei deinem Bekannten mal ob es auch ohne Brille geht auf mindestens einem Auge.

Für 700 Euro würde ich eher nach einem gebrauchten 12 Zöller schauen. Gelegentlich gibt es die auch schon für ca 500 Euro.

VG
Klaus
 
Hallo Manfred,

OK, 0,75 Dioptrien Hornhautverkrümmung bedeuten, dass Du die Brille bei den mittleren bis langen Okularbrennweiten (genauer bei den mittleren bis großen Austrittspupillen) wirst tragen wollen oder müssen. Bis zu welcher Austrittspupille genau (AP=Optikdurchmesser geteilt durch Vergrößerung), musst Du selbst herausfinden, denn das lässt sich meiner Erfahrung nach nicht direkt aus dem reinen Dioptrien-Wert ablesen.

Die Okulare haben alle in etwa 3/4 der Brennweite als Augenabstand. Bis 13mm Augenabstand (ca. 20mm Brennweite) kann man solala mit Brille klar kommen, darunter hängt es davon ab, wie sehr Du Dir die Brille ins Gesicht drücken lässt. Weiter finde ich die Okulare insgesamt für ein f/5-Teleskop nicht besonders gut gewählt. 7 Okulare sind zwar nett abgestuft, aber irgendwie fehlt mir wenigstens ein Okular einer besser für f/5 geeigneten Leistungsklasse. Die Okulare werden dem nicht gerecht, was das Gerät kann.

Was den Gebrauchtpreis angeht, kann man einerseits sagen, dass man mit zwei Drittel bis halbem Neupreis im zu erwartenden Bereich liegt - einerseits. Und wenn die Angaben stimmen, ich addiere es jetzt nicht zusammen. Andererseits: Betrachte ich dann einen Dobson einzeln und schaue auf einen Volltubus-Dobson, den ich als 10" für stabiler bezüglich Justage halte, dann müsste es den gebraucht für grob 400 Euro geben (vom Neupreis des Pyrex Sets aus betrachtet). Und da ich die beigelegten Okulare nicht dazu nehmen würde, ist das Angebot insgesamt nicht empfehlenswert. Die ganzen Okulare müsste man eigentlich an Sternfreunde abgeben, die dazu passende Teleskope haben.
Das soll nicht heißen, dass man diese Plössl nicht auch mit so einer f/5 Deepsky-Kanone nutzen kann, aber ich halte das für eine schlechte Bestückung und würde mich schwer tun, insgesamt sieben derartige Okulare zu empfehlen. Ich ahne allerdings, dass das mit dem Koffer zu tun hat, da waren die Dinger drin, als Set, und das wird ja bei der Beratung oft kritisiert, dass diese Sets nicht jeden glücklich machen. Lieber zu den Beilege-Okularen zwei gut ausgesuchte, als diesen Koffer.

Justage Zubehör: Ja, sollte beschafft werden. Laser und Konzenter-"Okular". Barlowed Laser wäre auch gut, funktioniert aber nicht mit jeder Barlow, weil manche ein zu großes Bild machen.

Clear Skies
Sven
 
Vielen Dank euch beiden für die Antworten.

Von dem Angebot lasse ich die Finger.
Erstmal arbeite ich mich weiter in die Theorie ein, vor allem in Bezug Optik, Brennweiten, etc..

Wenn ich das dann irgendwann verstehe mache ich mir Gedanken, wie es weiter geht.

Gruß,
Manfred
 
Hi Manfred
ich bewundere Deine Geduld, erstmal einlesen...
Ich halte Deine Entscheidung dieses nicht zu kaufen für richtig.
Es gibt aber auch hier und im Nachbarforum (astrotreff) immer mal wieder Angebote die für Dich in Frage kämen. Und wenn das jemand ist mit einer erklecklichen Anzahl von Postings halte ich das Risiko für geringer als bei einem anonymen eBay Posting. Grundsätzlich ist persönlich abholen/Barzahlung anzuraten.
Ich bin vor zwei Jahren mit einem 10" Dobson eingestiegen, mittlerweile habe ich eine kleine Armada an Geräten und jedes hat seinen Zweck. Schau doch mal in Deiner Region ob es da TEleskoptreffen oder Stammtische gibt.
Grüße, CS
Andreas
 
Guten Morgen,
ich habe mich mittlerweile auf die Bauart festgelegt, es soll ein Dobson werden, bei der Größe überlege ich noch, es werden 8", oder mehr.

Dann bin ich auf die Idee gekommen die Rockerbox selbst zu bauen:
-Um etwas zu sparen
-Die Maße an mein Balkongeländer anzupassen
-Bei der Wahl des Newton mehr Auswahl zu haben
-Vor dem Kauf einen Dummy mit passendem KG Rohr zu basteln, nicht das nachher der Haussegen schief hängt

Jetzt meine Frage:
Gibt es zwischen den Newtons die als Dobson verkauft werden und den losen Unterschiede, die zu beachten sind?

Mal abgesehen vom Anschluß an die Montierung.

Bisher ist mit nur aufgefallen das es bei den Newtons mehr Brennweiten zur Auswahl gibt.

Eines, das ich in der engeren Wahl habe ist z.B. dieses:
https://www.teleskop-express.de/sho...dvanced-Newton-Teleskop-mit-Metall-Tubus.html

Bevorzugt würde ich ein Teleskop nehmen wollen, für das preiswerte Okulare und anderes Zubehör verfügbar sind. Nicht das mir der günstige Tubus nachträglich teuer kommt.

Gruß,
Manfred

 
Hallo Manfred,

nicht so einfach...
Einerseits ist der gezeigte Newton mit f/5 kürzer als die üblichen 8" f/6 (Balkon tauglicher), andererseits braucht er bessere Okulare als f/6.
Zusätzliche Überlegung: die (halb)-fotografische Auslegung fordert einen großen Fangspiegel und die Fokallage weit außerhalb vom Tubus. Großer Fangspiegel ist fotografisch OK, visuell aber eher hinderlich (Kontrast-Reduktion).

Generell ist es aber eine gute Idee, die Box selber zu bauen - dann hat man sie genau so wie man sie haben will und kann auch schöne große Höhenräder bauen.
Hab ich auch gemacht mit 8" f/6 im Carbon-Tubus. Durch die Rohrschellen kann man den Tubus schön mal versetzen zwecks Balance oder auch drehen wegen Einblick.

Zu den Größenverhältnissen:
https://www.astrotreff-deep-sky.de/posts/t10695-Teleskope-im-Grossenvergleich-fur-Einsteiger
Das mit dem KG-Rohr würd ich mir sparen, was machst Du damit nachher? Ein Holzstab mit zwei Papptellern an den Enden tut es ev. auch.
 
Hallo!

Ansich gibt es keinen Unterschied - du kannst jeden Newton als Dobson aufbauen/nutzen. Auch den von dir verlinkten.

Allerdings gilt allgemein: Je geringer das Öffnungsverhältnis um so teurere Okulare brauchst du um ein gutes Bild zu bekommen.
Das Öffnungsverhältnis berechnet man, wenn man die Brennweite durch die Öffnung dividiert.
Ein 8'' (=200mm) Newton mit 1200mm Brennweite hätte also ein Verhältnis von f/6 (1200:200=6).
Der von dir verlinkte hätte f/5 (1000:200=5).

Im Groben würde ich sagen:
f/10 und mehr: Jedes, auch billige Okulare, bieten ein gutes Bild.
f/6-f/10: Relativ günstige Okulare, auch unter 100 Euro pro Stück, liefern ein gutes Bild.
Ab f/5 und weniger wird es dann rasch schwerer.
Spätestens unter f/4,5 sollte man zusätzlich einen Komakorrektor (wie den Paracorr 2 von TeleVue) verwenden, da sonst die Sterne alle verzogen erscheinen.
Extrem-Newtons unter f/3 sind dann schon ganz speziell und nur noch mit Komakorrektor und Top-Okularen verwendbar.

Dazu kommt: Je niedriger das Öffnungsverhältnis um so sensibler ist das Teleskop beim justieren und kollimieren. An einem f/8 siehst du immer noch gut, auch wenn die optische Achse um ein bis zwei Millimeter verstellt ist.
Mach das an einem f/4 und das Bild ist grottenschlecht! Da hast du Toleranzen beim Kollimieren von 0,3mm und noch weniger.

Somit: Ja, man kann jeden nehmen. Höhere Öffnungsverhältnisse machen den Alltag mit dem Gerät aber deutlich einfacher und das Zubehör billiger.

Grüße, Mario

PS. Zur Fokuslage, weil sie angesprochen wurde:
Für Fotos und für die Verwendung von Binoansätze (schauen mit 2 Augen) ist es gut, wenn der Fokus weit draußen liegt. Für die reine visuelle Nutzung mit nur einem Auge ist es besser, wenn er weit drinnen liegt.
Das liegt daran, dass angeschlossene Binoansätze oder Kameras den langen Lichtweg (ver)brauchen und nicht funktionieren, wenn die Fokuslage zu weit drinnen ist.
Dafür hat ein weit drinnen liegender Fokus den Vorteil, dass wenig Hebelwirkung entsteht und der Fangspiegel kleiner ist (= mehr nutzbare Spiegelfläche).
 
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