Hallo,
um mal wieder zur Ausgangsfrage zurückzukommen:
Kondensstreifen können schon den Himmel an bestimmten Stellen "dicht" machen. So z.B. bei uns, nahe Würzburg. Hier liegen wir mitten in der Einflugschneise des Flughafen Frankfurts. Gerade zu Ferienzeiten sehe ich bis zu 8 Flugzeuge gleichzeitig (in beiden Richtungen).
Zu Kondensstreifen allgemein hier ein Auszug aus:
"Der Wolkenatlas", Seite 234, Text von Bernhard Mühr, Diplommeteorologe der Uni Karlsruhe:
"...Wenn uns nicht gerade eine tiefe Wolkendecke den Blick zum Himmel verwehrt, sehen wir fast täglich Kondensstreifen; sie sind manchmal schraubenförmig verdreht oder zeigen herabhängende Verdickungen, die wie umgedrehte Pilze aussehen. Kondensstreifen können nur ganz kurz für ein paar Sekunden auftauchen, oder als lange streifenartige Gebilde stundenlang den Himmel kreuz und quer überziehen, wenn im Flugniveau besonders feuchte Verhältnisse herrschen. Dann wachsen sie in die Breite und bilden nicht selten eine zusammenhängende Schicht, so dass wir kaum noch erkennen können, ob es sich um Kondensstreifen oder Wolken natürlicher Herkunft (Cirrus, Cirrostratus) handelt. Solche Bedingungen treten gern vor sich nähernden Warmfronten auf, und die zusätzlich entstehenden und in die Breite wachsenden Kondensstreifen können dann den Vorderrand der Warmfrontbewölkung (Cirrus) um bis zu 100 Kilometer nach vorne verschieben. Oft bilden sich Kondensstreifen auch in verschiedenen Höhen und entwickeln dann ein ganz unterschiedliches Erscheinungsbild, einige breiten sich aus, andere nicht, wieder andere haben eine nur kurze Lebensdauer oder werden in anderen Richtungen verfrachtet.
Kondensstreifen entstehen meist in großen Höhen, wo Temperaturen von unter -40°C herrschen. Bei solchen Temperaturen kann Luft nur sehr wenig Feuchtigkeit enthalten und da genügt schon eine nur geringe Feuchtigkeitszufuhr, um Sättigung d.h. Kondensation und Wolkenbildung herbeizuführen. Die Triebwerke stoßen als Verbrennungsrückstände unter anderem Ruß und Wasserdampf aus. Aus dem Wasserdampf entstehen in einer Entfernung von etwa einer Flügelspannweite hinter dem Flugzeug die Kondensstreifen, die Rußpartikel wirken dabei als zusätzliche Kondensationskerne. An den Eiskristallen eines Kondensstreifens sehen wir manchmal besonders reine und farbenprächtige Haloerscheinungen, vor allem die Nebensonne und einen Teil des Zirkumzenitalbogens.
Kondensstreifen können aber auch in Bodennähe kurz vor der Landung oder nach dem Start sichtbar werden, sie tun das dann über und/oder hinter den Tragflächen. Bei besonders feuchten Verhältnissen kommt es bei der Umströmung der Tragflächen zur Kondensation des Wasserdampfes und es bilden sich Tröpfchen, die als schmaler nebelartiger Streifen sichtbar werden. ..." Zitat Ende
CS
Winfried