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Holz-Säule für Balkon?

Kerste

Mitarbeiter
Saeule-klein.jpg
Hallo allerseits,

ich spiele gerade mit dem Gedanken, eine Säule auf den Balkon zu stellen, da das Stativ doch etwas ausladend ist.

Vorhanden ist ein schmaler Balkon mit nicht sonderlich dickem/schwingungsarmem Geländer, an dem ich auch nichts bohren will. Das Ganze soll reversibel sein.

Ebenfalls vorhanden sind ein Säulenflansch (20cm hoch), eine zu kurze Halbsäule (35cm) und eine alte Saturnmontierung, die auf den Flansch passt (alternativ eine GP-DX mit Goto, für die aber noch einen Adapter bräuchte).

Jetzt gibt's beim Bauhaus Buchenholzbalken mit 75x15x15cm Größe – das würde ganz gut unter den Säulenflansch passen (die rote Verlängerung ist zu breit für den Balken). Dickere Balken finde ich auf Anhieb in der Umgebung nicht.

So ein Balken mit drei Winkeln an den Rand eines dickeren Bretts geschraubt (um die Säule nah an die Brüstung zu bringen), das zum Nivellieren auf drei großen Knebelschrauben steht, müsste eigentlich funktionieren. Evtl auf ein paar Schwingungsabsorber stellen, gegen Schwingungen und zur besseren Belüftung von unten (und damit sich die Schrauben nicht in die Fließen arbeiten).

Es braucht keine perfekte Stabilität (drauf kommt je nach Laune entweder ein zugegeben schwerer Schiefspiegler, oder ein ED80, für visuelle Nutzung und Sonnenfototografie), und wenn's nichts ist, kann ich es in ein paar Jahren immer noch verheizen. Für ernsthafte Beobachtung/Fotografie geht's ohnehin raus aus dem Ort; aber der Balkon hat Vormittags guten Blick auf die Sonne.

Was meint ihr: Ist eine 75cm-Holzsäule eine dämliche Idee, oder könnte das klappen?

Beste Grüße,
Alex
 

47Tau

Mitglied
Hi, Alex
ich hatte jahrelang eine Säule komplett aus Holz im Garten stehen. Nach meiner Erfahrung ist ein einzelner Balken nicht wirklich stabil. Ich hatte daher vier (allerdings schmalere als deine vorgeschlagenen/ meine waren nur je 10x10 bei 120cm Höhe) miteinander fest verbunden. Das war dann sehr schwingungsarm im Verbund mit Erddübeln. Ich denke, machbar ist es jedenfalls.
Gruß
Thorsten
 
Hi Alex,

den Balken nur mit Winkeln auf dem (dicken) Brett zu befestigen halte ich für keine gute Idee. Wenn Du aber an den beiden Seiten zum Geländer hin noch schräge Stützstreben ran baust, dann bildet sich sowas wie ein asymmetrisches Dreibein was wieder sehr stabil sein dürfte. Dreiecke sind halt statisch günstig.

LG & CS,
Reinhard
 

Pitufito

Mitglied
Hi,
Schraubzwingen vielleicht?
So ein par Fliesen kriegt man auch gut ausgetauscht, wenn man sie hat, das ist das wichtigste.
Die Arbeit ist das wenigste, macht halt ein bischen Staub mit der Flex, und was geklopfe mit Hammer und Meisel. Ein par neue legen, solange man sie hat ist kein Problem.
Ich bohr da Ruckzuck meine vier Löcher da rein.
Frag mal nach bei einem Handwerker bei dir...
Bohr halt nicht durch...
Mach deine Inox Gewindestangen damit rein:
Wenn richtig gemacht wird kommt auch kein Wasser rein..., und kannst dir deine Zehen abtreten auf der Säule.

Clear skies,
- Martin
 
Zuletzt bearbeitet:

AtomSenior

Mitglied
Ein Holzstativ hat ja den Vorteil das es die Schwingungen besser als ein Metallstativ absorbiert.
Ich würde daher unten keine extra Absorber montieren. Die von meinem Stativ machen auf Feinsteinzeug schwarze Striche.
Ich würde normale Stuhlbeinpuffer mit dem hellen POM drannageln. Also eher fest.
Wenn Du vorm Fernrohr sitzt wackelt der Balkon ja auch nicht.
 

MeisterDee

Mitglied
Hallo Alex,
auch ich halte von einer Säule aus Holz nichts. Vor allem nicht in der Dimension 75x75mm.
Holz ist zwar bei Stativen geschätzt, wegen seiner gutem Dämpfungseigenschaften, doch die ebenso geschätzte Stabilität kommt nicht vom Material, sondern von der Konstruktion. Das Abtragen der auftretenden Kräfte in verschiedene Richtungen und auf eine große Fläche sind hier entscheidend. Je breiter, umso besser. Das passiert über die Verstrebung. Und die braucht unten Platz.

Bei Zug und Druck in Längsrichtung ist Holz - vor Allem Buche - extrem belastbar. Auch bei der Durchbiegung macht ein 75x75mm Balken noch eine gute Figur. Womit so ein Balken aber ausgesprochen schlecht zurecht kommt, ist Torsion. Die Verdrehung in Längsrichtung. In der Disziplin hat der Balken kaum etwas zu bieten. Bei einem 80mm Refraktor mag das vielleicht noch leidlich funktionieren, aber beim Schiefspiegler geht das definitiv schief. Ausladung und Hebel setzen jede Berührung in einen Drehimpuls um, und fordern Stabilität, die der Balken nicht geben kann.

Du kennst den Effekt von Dreibeinstativen, die nur ganz knapp aufgestellt werden, die Beine also nur wenig gespreizt werden.
Das ist instabil, wird aber umso stabiler, je weiter die Beine gespreizt werden.

Platzsparende, und trotzdem stabile Aufstellung, geht in der Regel am besten über Masse.
Ein schwerer Klotz, ein Rohr aus Aluminium, Stahl oder sonst etwas stabilem, und die Kräfte werden beherrschbar.

Aber Vorsicht, auf dem Balkon ist die Tragfähigkeit desselben ein wiederum begrenzender Faktor.

CS

Dietmar
 

Kerste

Mitarbeiter
Hi!

Danke für den Input. Fließen anbohren will ich nicht, da baue ich lieber weiterhin das breite Stativ auf und ab. Je weniger Arbeit ich bei einem Auszug habe, umso besser.

Mich wundert vor allem, dass man kaum Holzsäulen sieht, obwohl ein abgesägter Baumstamm eigentlich stabil genug sein sollte.

Die Schwingungsdämpfer plane ich vor allem als Kratzschutz (M12-Sterngriffschrauben für die Nivellierung) und um die Bodenplatte gegen Feuchtigkeit aufzubocken. Ich habe hier noch vier Waschmaschinendämpfer aus ziemlich hartem Kunststoff liegen. Wahrscheinlich schlechter als die aus dem Astrozubehör, aber sie stehen für einen Versuch bereit.

Platz für Verstrebungen habe ich eigentlich nur zur Seite – wenn ich den Balkon in der Tiefe in Beschlag nehme, kriege ich Ärger, da soll noch Platz für eine Liege sein :) Von daher ist die ganze Sache an sich schon suboptimal.

Mit Holz wiegt das ganze weniger als ich und sollte für den Balkon kein Problem sein. Gewicht und Grundfläche sind meine Probleme.

Ich werde es wahrscheinlich trotzdem mal probieren, weil ich bei 60 Euro Materialkosten liege – wenn's nichts ist, wird's im Winter verheizt.

Wobei ich noch zwei Alternativen sehe, die mit meinen handwerklichen Fähigkeiten zusammengehen:
  1. Ich finde irgendwo einen 40cm hohen Holzklotz und kann dann die vorhandene rote 35cm Halbsäule auch noch verwenden.
  2. Der Händler, der auf EBay diese Säulen anbietet, antwortet doch mal auf meine Anfrage, ob er auch eine andere Aufnahme oben macht, zu einem günstigen Preis, damit ich sie mit dem vorhandenen Geraffel verbinden kann.
Mal drüber nachdenken. Vielleicht schießen die Holzpreise ja auch demnächst ins uferlose... aber immerhin kann man sich langsam wieder bei den Händlern umschauen.

Beste Grüße,
Alex
 
Hi Alex,

so war das auch von mir gedacht. 2 Verstrebungen unter 60° von der Grundplatte aus, in den Ebenen des Geländers, also parallel dazu in der Draufsicht, rauf zur "Säule".
Ich würde mir eine 50cm x 50cm Birke-Multiplex Platte in 22mm Dicke holen. Vorne, also zum Beobachter hin, ein Dreieck von 30cm x 30cm absägen. Auf die 90°-Ecke den senkrechten Balken, aufleimen mit wasserfestem Leim, ich nehme immer den "blauen" Ponal und noch von unten durch die Platte verschrauben. Dann die Verstrebungen ran, evtl. verleimen und verschrauben. Kann man ja von der Geländerseite aus dagegen setzen, dann braucht man keine exakten Winkel zu sägen. Alles doppelt streichen. An den drei Ecken die Schwingungsdämpfer drunter und dann die Grundplatte mit Gehwegplatten beschweren. Diese evtl. in der Form mit der Flex anpassen. Das sollte genügend Stabilität bringen und ist restlos rückbaubar.

Viele Grüße, CS und gutes Gelingen,
Reinhard
 

Kerste

Mitarbeiter
Hi!

Ich bin bei einer abgeschrägten 70x40cm-Platte, die passt dann genau zwischen zwei Streben vom Balkon. Wenn das mit dem Balken nichts ist, kann ich den immer noch verheizen und durch eine kurze Stahlsäule ersetzen. (Ich bin leicht von den Socken, was für einen Holzblock verlangt wird – ich muss mal nach nicht zusammengesägten Brennholz schauen).

Ich finde es ja immer wieder beeindruckend, dass die CGEM in unserem Verein mit einem 150/1200-Refraktor auch nur von einer einzigen Schraube (gut, mit Zapfen) auf ihrer Stahlsäule gehalten wird. Mal schauen, wie viele Seitenstreben letztlich nötig sind.

Besten Dank,
Alex
 

Kerste

Mitarbeiter
Hallo allerseits,

nur als Zwischenstand: Ich werde wohl statt nach einem Balken nach einem Hackklotz schauen. Wenn man das richtige Suchwort erstmal hat - ein Baumstamm sollte wohl stabil genug sein... Demnächst steht ein Besuch beim Brennholzhändler an.

Beste Grüße,
Alex
 

Kerste

Mitarbeiter
Hallo allerseits,

es ist vollbracht: Ein 30cm dicker Buchenstamm auf einer 15mm-Multiplexplatte als Basis. Ich muss nur noch die beiden Höhenschrauben näher an das Geländer, im Augenblick ist der Schwerpunkt noch etwas unglücklich. Den Schiefspiegler probiere ich aus, wenn das ganze besser ausbalanciert ist. Die Bodenplatte steht auf drei M12-Schrauben, die auf Vibrationsdämpfern für eine Waschmaschine stehen, sodass dem Boden nichts passiert.

Jedenfalls ist der Aufbau nicht weniger stabil als mit dem Holzstativ, und ich komme nah genug ans Geländer, um die Sonne auch im Sommer bis zur Mittagszeit zu sehen. Ziel erreicht, für visuell und Sonnenfotografie taugt's.

Eingenordet habe ich, indem ich eine Sonnenuhr auf die Säule gestellt habe, um trotz dem ganzen Metall den Norden zu bestimmen. Die Sonne war eine Stunde lang im Okular, schon nicht schlecht :cool:

Und sollte der Baumstamm mal das zeitliche segnen, habe ich Feuerholz... Risse hat er, aber das stört mich erst mal nicht.

Beste Grüße,
Alex

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