Hi!
Ich weiß, ganz unbeleckt bin ich mit Teleskopen ja auch nicht

Ich bin auch für nicht-astronomische Anwendungen offen.
Wir mussten mit dem f/15-Refraktor der Heilbronner Sternwarte schon oft genug Besuchern zeigen, wie heiß das bei der Sonnenprojektion wird, wenn wieder einer seinen Nachwuchs doch durch das Okular schauen lassen wollte, weil der Onkel von der Sternwarte ja keine Ahnung hat... und ich habe neulich testweise mal einen Okularsonnenfilter mit einem 80mm f/11-Refraktor in den Orcus gejagt, der hat keine fünf Minuten durchgehalten:
Hallo allerseits, nachdem ich in knapp zwei Wochen einen kleinen Vortrag über Sonnenbeobachtung für die FasziAstroOnline vom Haus der Astronomie halte, habe ich mir spaßeshalber doch mal einen Okularsonnenfilter besorgt. Immerhin wird seit Jahrzehnten zu Recht vor den Dingern gewarnt, da kann...
forum.astronomie.de
Kids, don't try this at home!
Über den Kat-Newton gibts wenig neues zu sagen: Ich habe nur den Hauptspiegel mit einem Lasercolli justiert; mit dem 25er-Okular ist das Bild am Mond bei 40x echt okay und mit der Barlowlinse auch in Ordnung, wenn auch schwerer zu fokussieren – der Schärfebereich entspricht eher f/4 als f/9, dafür ist der Oklarauszug überraschend gut. Das 10mm Okular ist zu viel, wobei die Justage auch nicht ganz stimmt – die Sterne zeigen Koma. Wahrscheinlich könnte man noch etwas mehr herausholen. Keine Ahnung, ob der Lasercolli für die Justage zu wenig war, oder er sich wieder verstellt hat…
Von einem guten Plössl hat das Teleskop sehr profitiert, und M3 war ein ähnlicher Wattebausch wie in meinem ED80. Das ist natürlich kein ganz fairer Vergleich, weil schon mein Zenitspiegel mehr gekostet hat als das ganze Teleskop, und mit Okular zusammen auch fast schon mehr wiegt

Mit der StarSense-App findet man die Ziele sogar; lediglich mit Leuchtpunktsucher oder gar optischem Sucher würde ich das Gerät aber nicht für den Einstieg empfehlen (wobei der Leuchtpunktsucher schon besser ist als das übliche Sucherfernröhrchen). Dann lieber einen der richtigen Newtons.
Das 17,5er Morpheus hat wiederum keinen Spaß gemacht: Da schlägt die Bildfeldwölbung zu, ich muss am Rand ordentlich nachfokussieren. Aber immerhin: Das mitgelieferte 25mm-Okular ist nicht soo schlecht, vor allem wenn man
nicht von besseren Optiken verwöhnt ist.
Auf Youtube gibt's einen Review, den ich ganz treffend fand:
NEW BOOK: Check out 110 Things to See with a Telescope. Organized by season to optimize your viewing experience: www.amazon.com/110-Things-See-Telescope-Star...
www.youtube.com
Und den fand ich interessant:
Celestron StarSense Explorer telescopes work with your smartphone and Celestron's app database to help you easily locate objects like the ISS, Comet Neowise ...
www.youtube.com
Der hat den Kat-Newton und den größeren, richtigen 130er Newton getestet (ohne Vorwissen) und fand den Kat-Newton besser, weil er Mond und Jupiter höher vergrößert hat und transportabler war. Man vergisst doch immer wieder, was einem Einsteiger wichtig sein kann. Wenn der Funke bei Mond und Planeten überspringt, wird eine bessere Optik für Deep-Sky in Betracht gezogen (und das StarSense-Dock wandert evtl. an einen Dobson).
Von daher hat mich der Kat-Newton eigentlich positiv überrascht, weil – mit StarSense – tatsächlich was zu sehen war. Etwas bessere Okulare lohnen sich, wenn man sie günstig kriegt oder später ein anderes Teleskop plant, an dem man StarSense weiterbenutzen will. Die Nachteile des Stativs bzw. der Montierung (Spiel im Feintrieb der Höhenachse) macht StarSense weitestgehend wett, weil man die Ziele eben einfach wiederfindet. Mit einem ordentlichen, gebrauchten 32mm Plössl ist er okay – halt immer noch kein Richfielder, und trotz der Brennweite kein Planetenspezialist. Das 114AZ StarSense-Set ist also immerhin kein Aussteigerteleskop; mit normalem Sucher ist ein Kat-Newton hingegen immer noch keine Empfehlung. Kugelsternhaufen als Wattebäusche gehen schon mal, und die Mondkrater sieht man auch ganz hübsch, und wie sehr Koma einen Einsteiger stört, weiß ich nicht. Ich hatte ihn für 140€ im Zuge der ATT-Schnäppchenaktion geschossen, für das Geld ist er sehr okay (wobei mir schon der Leuchtpunktsucher 20€ wert war, und die StarSense-App mit Dock die restlichen 120. Bleiben beim Listenpreis rund 100€ für's Teleskop – you get what you pay for). Wenn man sich zu Herzen nimmt, nicht hoch zu vergrößern (außer Mond und Planeten), sich Zeit zum Beobachten nimmt und dank StarSense eben auch was findet, kann man damit schon einen Einstieg finden (wenn man keine Hubble-Bilder erwartet). Ich würde dennoch den 102/660-Refraktor vorziehen, wenn ich aus der Serie das Teleskop evtl. behalten will. Da muss nichts justiert werden

Oder gleich einen der Dobsons nehmen und ein rundes Set haben, natürlich in einer anderen Preisklasse – aber zum Glück auch Qualitätsklasse.
Wie glücklich man damit wird, wird wohl stark davon abhängen, wie gut er justiert ist. Immerhin sind beide Spiegel justierbar.
Viel mehr Deep Sky kann ich auch nicht mehr testen – das StarSense-Dock ist schon an einen Dobson weitergewandert, und die Schrauben vom Leuchtpunktsucher sind auch schon anderswo verbaut.
Dass er meinem ED80 nicht das Wasser reichen kann und von mir nicht für ernsthafte Beobachtungen eingesetzt werden wird, war mir von Anfang an klar; zum gleich Entsorgen ist er aber doch fast zu schade. Aber ich habe schon zu viele Optiken hier rumstehen... Vielleicht probiere ich die Sonnenprojektion mal aus, wenn das nichts ist, landet der ausgebaute Hauptspiegel evtl. zu Demozwecken auf der Sternwarte ("so sieht ein Teleskopspiegel aus"). Wikipedia liefert leider auch keine anderen Vorschläge für den Einsatz von Hohlspiegeln als Teleskope und Rasierspiegel...
Beste Grüße,
Alex