Hi,
bei grossen Spiegeln wird dies so gemacht. Spin-Casting heisst das Verfahren, die SCHOTT-Zerodurspiegel fuers VLT sind so entstanden. Entwickelt hat die Technik Roger Angel vom Steward Mirror Lab, Tucson, Arizona. Und er hat ja seine Spiegelfabrik mit Groessen bis zu 8.4 Meter.
Die Motivation ist hierbei, hinterher weniger Glas abtragen zu muessen. Dennoch muss die Oberflaeche nach der Kuehlung nachbearbeitet werden, denn die Politur der erstarrten Oberflaeche reicht aufgrund ihrer Rauhigkeit nicht aus. Warum dies genau so ist, darueber kann ich nur vermuten. Einerseits duerfte es schwer sein, einen zig Tonnen schweren Ofen vibrationsfrei rotieren zu lassen, sodass sich wahrscheinlich "Ripples" auf der Oberflaeche bilden. Die Quecksilberleute, die Zenitteleskope bauen, sind wesentlich leichter und koennen hier Luftlagerung und Riemenantrieb verwenden, wobei Cassettentapes (kein Witz!) zur Anwendung kommen.
Andererseits ist eine Volumenaenderung des Glases beim Erstarren nicht auszuschliessen, sodass selbst bei langsamer Kuehlung (Tempern) die Oberflaeche riefig wird. Wer einmal einen gegossenen Rohling gesehen hat, der ja auch in Theorie "optisch plan" sein sollte, weiss was ich meine.