Re: Lüfteranbau
Hallo Florian,
Glückwunsch zu Deinem neuen Auskühler und Instrumenten-Seeing-Verbesserer.
Was mir gefällt:
- der leistungsstarke Lüfter (180 m³/h! ggfs. bei starkem Pollenflug lieber auslassen oder Feinstfilter vor die Öffnung, ist aber leider teuer in der nötigen Größe)
- die gewisse Vibrationsdämpfung durch das vließartige Material
- die Regelbarkeit in vielen Stufen (1. Optimum nach Schnellrunterkühlung durch Vergleichsbeurteilung am Okular einstellbar, 2. evtl. Resonanzdrehfrequenz läßt sich durch andere Spannungswahl vermeiden)
Was mir nicht ganz klar ist:
- Ausführung einer mechanisch dämpfenden Dichtung am Plattenrand zum Tubus (1. vibrationsdämpfend zum Tubus, sonst können die Objekte im Okular zittern, 2. Luftstromdichtung gegen Falschluftströme)
- mechanisch unabhängige Befestigung der Lüfterverplattung von den Justageschrauben (und Konterschrauben) ist unbedingt anzuraten: Vibrationen würden sonst die Kollimation verstellen, evtl. Nachkollimation bei durch zahlreiche Schwenks und Temperaturgefälle in der Zelle sich "bewegendem" Spiegel (Feinkolli am Stern); keinesfalls Schrauben der Justage für die Befestigung der Lüfterplatte verwenden, die Schrauben dienen der Justage, sonst hast Du zwar die Platte fest und gutes Instrumentenseeing, aber nie optimale Kollimation! (schlimmmer Zielkonflikt). In der Regel wird man großzügige Aussparungen (min. große Löcher) der sonst nach außen runden Platte machen müssen, falls die Schrauben am Außenring sitzen, Moosgummi, Tesa-Moll oder ähnliches ist grundsätzlich zur Dichtung anzuraten. Falls die Justageschrauben (und Konterschrauben) eher im mittleren Bereich unten sitzen (n-Punkt-Zelle mit Dreieckselementen o. ä.) die Platte komplett schnellabnehmbar gestalten und weit genug nach hinten setzen, daß kein mechanischer Kontakt zu den Schraubenenden besteht (Vibrationsverstellung, Druckausübung). Vielleicht kannst Du noch etwas größer nachbohren, daß auch alle Justageschrauben und Konterschrauben sicher ohne mechanischen Kontakt zur Lüfterverplattung sind.
- unbehandeltes Holz würde ich mit einigen Schichten Lack wetterfest machen. Sonst ist mit stärkerem Verzug und womöglich sogar Verwitterung und Pilzbefall auf Dauer zu rechnen - Nachtluft ist leider häufig feuchtkalt. Ich verwende wetterfeste billige Hartschaumplatte, die zusätzlich noch schwarz und vibrationsdämpfend ist.
Was vielleicht verbesserungsfähig (anzudenken in Zukunft) ist:
- Stromversorgung und Spannungssteuerung so ausführen, daß keine Kabel außerhalb des Geräts liegen. Kabel sind Stolperfallen, und man wird stolpern: günstigstenfalls reißt das Kabel und man verliert das Objekt, schlimmeres ist denkbar und wohl auch schon passiert. Auch kann es zu Kabelführungsproblemen kommen, wenn man fein mit dem allbeweglichen Dobson am Himmel "starhopped" (Länge reicht nicht, Zurückdrehen...) Ich werde meine Stromversorgung, die bisher auch nur provisorisch ist, über 10 Mignonakkus im billigen Zellenhalter mit Downstepper realisieren, wobei ich das Kabel am Tubus entlangführe (unter der Heizkörpertapete entlang). So bleibt der Dobson voll beweglich. Die Spannungssteuerung (am Downstepper-Kästchen, der von 12 V in Stufen runter bis 3 kann) bringe ich in OAZ-Nähe an, den Zellenblock im statischen Balancepunkt "unten" am Rohr in der Nähe der oberen Öffnung. So bleibt der Dobs unabhängig vom Elevationswinkel (Alt./Höhenwinkel) im Gleichgewicht. Du schreibst, Dein jetziges Netzteil sei eine Zwischenlösung, solange Du noch nicht motorisiert mobil bist, vielleicht ist mein Vorschlag für die Zukunft mal anzudenken.
Vorsicht bei 230 V in feuchter Nachtluft (Auftreten von Tau!), offene Kontakte vermeiden und möglichst sorgfältig am besten zweischichtig wasserdicht einpacken. Keine unnötigen Steckdosen der Nachtluft aussetzen (keine Mehrfachsteckdose, höchstens Verlängerung, am besten Gartentechnik/Feuchtraumtechnik). Noch sicherer ist es, die Niederspannungszuleitung zu verlängern und das Netzteil im Hause zu belassen, ist zwar für die Regelung nervig, aber am sichersten. Bei höchstens 12 V und abgesichertem Netzgerät kann auch in der Nachtfeuchte nichts gefährliches passieren.
Vielleicht greifst Du den ein oder anderen Gedanken auf,
ansonsten: gutes Tuning weiterhin,
klare Himmel mit Top-Bedingungen wünscht
Matthias.