Juni 2026 - Mit dem Wohnmobil unter dem Sternenhimmel

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Heute gibt es nach längerer Zeit wieder einmal eine Aufnahme mit einfacher Aufnahmetechnik, gänzlich ohne Montierung und Nachführung. Robert Grögler schickte uns diese sehr schöne Nightview-Ansicht. Sie zeigt die Milchstraße über seinem Wohnmobil, mit dem er nach Mitterdorf im Ennstal/Steiermark gereist war. Die Stativaufnahme entstand am 20.9.2025 mit einem Smartphone des Typs Xiaomi 13, welches als Triple-Kamera auch über eine Ultraweitwinkeloptik verfügt. Die Kamera ist übrigens eine Gemeinschaftsentwicklung des chinesischen Herstellers mit Leitz (Wetzlar). Der Bildautor schreibt uns: "Ich habe mich seit einigen Jahren auf Astrofotografie mit einer Smartphone Kamera spezialisiert." Belichtet wurde diese Aufnahme 30 s bei ISO 1600.

Der aufgenommene Milchstraßenabschnitt erstreckt sich vom Sternbild Pfeil (Sagitta, am oberen Bildrand) über den Adler und das Sternbild Schild bis hin zum Schützen. Sehr schön ist die Teilung der Milchstraße zu sehen, mit dem zentralen dunklen Staubband, beginnend im Schwan. Das östliche Milchstraßenband verläuft vorbei am Hauptstern des Adlers, Atair, und weiter über die helle Milchstraßenwolke im Schild (Bildmitte) bis hin zur hellsten Stelle der Milchstraße überhaupt, die Sagittarius-Milchstraßenwolke. Sie enthält das galaktische Zentrums und wir sehen diese helle Sternenwolke knapp über dem Dach des Wohnmobils. Wer genau hinschaut, entdeckt auch den Lagunennebel M 8 und den Trifidnebel M 20, nördlich davon ist auch noch M 17 erkennbar.

Das westlich gelegene Milchstraßenband ist deutlich lichtschwächer und weniger spektakulär. Es läuft in etwa parallel nach Süden mit einem Westschlenker zum Sternbild Schlange, dann weiter in Richtung Schlangenträger.

Anmerkungen: Dieses AdM hat seinen Reiz in der harmonischen Gestaltung von Sternenhimmel und irdischem Vordergrund. Es ist gut, dass das Wohnmobil mit seinem Vorzelt beleuchtet wurde. Als dunkle Silhouette hätte es nicht gewirkt. Die horizontale Silhouette bildet dagegen der Wald im Hintergrund. Diese Art der Fotografie darf durchaus berechtigt als Alternative zur High-Quality-Fotografie mit teurem und hochwertigem Equipment angesehen werden.

Mich überkommen bei solchen Motiven immer die Erinnerungen an ähnliche Astro-Exkursionen mit dem VW-Bus nach Südtirol, wo unsere Bochumer Gruppe dann ein Alpenlager errichtete für die Astrofotografie. So tiefe Milchstraßenaufnahmen mit kurzzeitbelichtungen von 30 s waren damals illusorisch, es gab nur Langzeitbelichtungen auf Film. So ändert sich die Technik im Laufe der Zeit!

Der bräunliche Milchstraßenverlauf mit seinem Wechsel aus hellen Sternen- und dunklen Staubwolken kommt wunderbar zur Geltung. Was allerdings auffällt, ist die Farbschwäche im Bild. Weder wird Atair strahlend blau wiedergegeben noch zeigen sich die H II-Regionen M 8, M 17 und der Südteil des Trifidnebels in leuchtendem Rot. Aber der Bildeindruck wird dadurch nur ganz minimal geschmälert, denn die Milchstraße ist der eigentliche Glanzpunkt.

Robert Grögler ein herzliches Dankeschön für seine Bildeinsendung, dazu dann die Gratulation des AdM-Teams zum Astrofoto des Monats Juni 2026.



Peter Riepe
Bildautor: Robert Grögler


Vollbild unter: https://www.astronomie.de/aktuelles...026-mit-dem-wohnmobil-unter-dem-sternenhimmel

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