Jupiter 09.SEPT23 -erstmals derotiert

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

moonwalker69

Aktives Mitglied
Hallo allerseits,

Da ich bisher- wie auch schon bei meiner letzten Aufnahme beschrieben- an meinem Standort die Erfahrung gemacht habe mit wenigen Frames (weil lange Einzelbelichtungszeiten von 30 ms bis 120ms) ,
dafür aber einen relativ niedrigen Gainwert nutzen zu können, mehr Erfolg hatte als umgekehrt (also tausende Frames, aber hoher Gainwert) tanze ich da vermutlich etwas aus der Reihe was die Aufnahmetechnik betrifft.
Durch den niedrigen Gainwert waren viel feinere Einzelheiten und auch Farbnuancen zu erkennen, aber der einzig große Nachteil der wenigen Frames durch Jupiters enges Aufnahmezeitfenster war dennoch gegeben.

Aus diesem Grund habe mich nun doch dazu überwunden das mit dem Derotieren erstmals zu versuchen (lange hat´s gedauert, oft habe ich gemeint ich würde es schon "irgendwann" einmal erlernen....)
Auch die vielen Aufnahmen der vergangenen Tage (7.-9.-.11.Sept , die ich immer noch nicht alle ausgearbeitet habe -über ein Terabyte Daten ) hatten oft sehr kurz aufeinanderfolgende Aufnahmezeiten- also eigentlich ideal für´s Derotieren.

Gleich vorweg, mit dem Ergebnis des Derotierens bin ich sehr zufrieden, auch wenn das erst der erste Versuch war.
Normalerweise wird das Derotieren bei Monokameras mit RGB-Filter eingesetzt, was ja auch am meisten Sinn macht, aber ich sehe auch in meinem Fall ( ich nehme ja nur mit einer Farbkamera auf) durchwegs einen Nutzen.

Der Vorteil, gerade bei meiner Aufnahmeart, liegt auf der Hand, ich habe auf einen Schlag tausende Frames zum Schärfen und kann trotzdem den sehr niedriegen Gainwert nutzen.

Ich war schon etwas überrascht wie viele Einzelheiten, gerade auch auf der Südhalbkugel deutlich zum Vorschein kamen.
Wahrscheinlich könnte man noch mehr schärfen, aber ich versuche mich da eher immer etwas zurückzuhalten, dennoch habe ich wesentlich mehr Spielraum beim Schärfen nach dem Derotieren.


Aufnahmeinstrument war wieder mein 12"f5 Dobson auf EQ-Plattform mit der komakorrigierenden Düring Barlow und einem dazwischengeschalteten ADC dadurch war der Verlängerungsfaktor 3,3x nur mit Farbkamera QHY178mc.



Nun zum wichtigsten, zu Jupiter selbst:

Die zeitweise sehr gute Luftruhe an beiden Nächten ließ es zu, sehr viele feine Details auch in der Südhalbkugel unterhalb des GRFs sichtbar
zu machen.

So sind neben Jupiters GRF und die Annäherung des Oval BA (das größere, aber gar nicht so weiße Oval mit zart-orangenem Kreis mit grauer dünner Umrandung), weitere WOS
(White Oval Spots) sind gut in der relativ bunten südlichen Temperierten Zone (STZ) zu erkennen.

Man kann aber auch sehen wie viel sich innerhalb von 2 Erdentagen (fast 5 ganze Jupiterrotationen) in seiner höheren Atmosphäre verändert hat .
Beispielsweise im SEB die hellen Aufwirbelungen die dem GRF nachfolgen oder an der Ostseite des GRFs -also rechts- die sehr markante dunkelrote "Aufwölbung" des so dunkelroten Bandes an der südlichen Grenze des SEBs.

Auch wieder beachtenswert ist die hohe Dynamik die derzeit im gesamten NEB herrscht mit Ausbrüchen und Verwirbelungen Richtung nördliche Tropische Zone (NTZ) und darüber das sehr feine orangene nördliche Temperierte Band (NTB).

Hier ein Vergleich bei fast gleichen Zentralmeridian II

am 7.Sept23 um 02.09 UT (ZM II 33) 43,3ms gain13 frames 1005
am 9.Sept23 um 03.43 UT (ZM II 31) 30,5ms gain14 frames4000 -4 Videos (jeweils 1min 20 sec) derotiert .

23-09-07 04.09 S200.jpg



23-09-09  05.43 4a23-Fits4-4.jpg


Viele Grüße aus der Steiermark,
Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Martin
Ich habe so ein guten jupiter selten gesehen.
Die feinen Details Strukturen sind enorm .
Die Oberfläche vom jupiter ist aber auch sehr aktiv.
Auf vielen Videos kann man das gut erkennen.
Hast du mal ein Bild ohne derotieren.

Gruß Frank
 
Hallo Frank,
ja , ich war selber etwas überrascht wie viel da in den Avis noch herauszuholen war. Das obere Bild ist wegen des Vergleichs nicht derotiert - was ja bei mir bis jetzt auch immer so war .
Hat sich dein Problem mit den Doppelbildern bei den Planetenaufnahmen inzwischen gelöst?
Viele Grüße,
Martin
 
Hallo Martin
Die Details sieht man aber in beiden Bildern sehr gut.
Die Schärfe ist nur nicht so vorhanden .
Ich hatte noch keine Zeit um jupiter wieder zu machen .
Werde ihn wohl erst wieder im Oktober, November machen.

Gruß Frank
 
Hallo Martin, das hast du gut gemacht und es hat sich ausgezahlt. Hast du eine spezielle Anleitung fürs Derotieren genutzt?
CS Mike
 
Das mit der Belichtungszeit könnte auch einfach daran liegen, dass du beim stacken etwas übersiehst. Normalerweise erreichst du rund 66fps bei 15ms bei ser ZWO 178. Bei 120ms gehen Details nur dann verloren, wenn das seeing nicht stabil ist. Da das seeing am 9. Aber stabil genug war, war das auch etwas Glück. Ich habe vor einigen Monaten einen extrem langen Test gemacht und ganz klar hat man mit weniger Belichtung insbesondere bei schlechtem Seeing einfach mehr Details. Man muss dann beim stacken aber auch die korrekten Bilder aufsummieren. Da kann man auch einiges falsch machen.

Das derotieren ist eine Sache von 5 Minuten. Da gibt's ein paar Tricks, wie man das beschleunigt. Da du aber einen Dobson ohne equatorial Montierung nutzt, verändert sich auch sie Rotation des Planeten mit zunehmender Bildanzahl. Da muss man wirklich einzeln derotieren ...

Gruß,
Raul
 
Hallo Mike,
ja, danke, da hat sich das Derotieren wirklich gelohnt, die Winjupos-Software war am Anfang für mich etwas umständlich in der Handhabung (vorallem bis man alle Eingabebefehle und Einstellungen findet die man braucht und sie merkt sich keine Verzeichnisse beim Laden der Bilder ) , aber wenn man es einmal gewohnt wird ist die Bearbeitung nur eine Sache von 5-10 min .

Winjupos arbeitet wirklich sehr genau und ist bei Bedarf ein tolles Hilfswekzeug für Planetenfotografen und das nicht nur für Jupiter, denn es kann sehr viel mehr als nur Derotieren, zum Beispiel auch für das Vermessen von Einzelheiten auf den Bildern. Schon alleine dafür ist es hochinteressant, selbst wenn man nicht derotieren möchte.

Ich habe mal durch Winjupos die Distanzverringerung von GRF und Oval BA (also Zentrum des Auges im GRF und Zentrum des orangenen Kreises im Oval BA ) zwischen 7.Sept und 9. Sept ( nur von da habe ich GRF und Oval BA gut im Bild) ausgemessen. Am 7. waren sie noch ca.38.900km entfernt ,am 9. verkürzte sich die Distanz auf etwas weniger als 36.500km.
Habe das mehrmals auf mehreren meiner Einzelaufnahmen 5 vom 7.Sept und 6 vom 9.Sept. (keine derotierten) gemacht und gemittelt.

Eine echte Anleitung für die Sotfware hatte ich leider auch nicht, aber so manche Hinweise die Holger(komposer) gegeben hat haben mir weitergeholfen.....


VG Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Raul,
danke für deine Hinweise.
Das mit der Belichtungszeit könnte auch einfach daran liegen, dass du beim stacken etwas übersiehst.
ja, aber was könnte ich da übersehen?
Bei 120ms gehen Details nur dann verloren, wenn das seeing nicht stabil ist
das ist klar, aber 120ms waren mir bei Jupiter auch zuviel - und ich habe auch viel getestet - und die obigen Bilder enstanden alle mit der gleichen Belichtungszeit von 30,5ms und Gain 14 bzw.13 beim Bild vom 7.Sept. für diese Nacht der beste Kompromiss um noch bei einem Gain unter 15 zu bleiben....
ganz klar hat man mit weniger Belichtung insbesondere bei schlechtem Seeing einfach mehr Details.
naja bei schlechtem Seeing, aber NUR dann-soweit meine bisherige Erfahrung- bleibt einem ja gar nichts anderes übrig weil die längere Belichtugszeit pro Frame (die ja sonst schwächere Details, wie etwa in Jupiter südlicher Temperieten Zone,und die feineren Farbnuancen) verschmiert werden.
Man muss dann beim stacken aber auch die korrekten Bilder aufsummieren. Da kann man auch einiges falsch machen.
Ich gebe mir schon Mühe beim Stacken und sehe beim Stacken auch danach möglichst viele gute zu erwischen - manchmal sogar in Einzelframeauswahl, ich benutze aber in der Regel REGISTAX6 und nicht AS3 und bleibe eigentlich auch meistens bei max. 25% der ohnehin wenigen Frames und vielleicht mache ich da noch etwas falsch, aber zumindest mit den jetzigen Ergebnissen bin ich sehr zufrieden.
Das derotieren ist eine Sache von 5 Minuten
ja, das klappt jetzt- nach einer Eingewöhnungsphase- recht gut und schnell.
Da gibt's ein paar Tricks, wie man das beschleunigt.
ja und kannst du die uns verraten ?
Da du aber einen Dobson ohne equatorial Montierung nutzt, verändert sich auch sie Rotation des Planeten mit zunehmender Bildanzahl. Da muss man wirklich einzeln derotieren ...
Ich benutze den Dobson auf einer EQ-Plattform, wie der Name schon verrät, ist das eine äquatoriale Nachführung, es tritt keine Bildfeldrotation auf.
Außerdem derotiere ich keine Videos, sondern nur einzelne Summenbilder (von sehr kurzen Videos) die ich, wenn Bedarf besteht,
in Winjupos exakt ausrichte -auch was eine eventuelle Neigung der Bilder zueinander betrifft.

Hoffen wir weiter auf gute Aufnahmebedingungen um weiter zu lernen und Erfahrungen zu sammeln, man lernt ja nie aus.

VG Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo allerseits,
...nur mal als kleine Anmerkung (weil mir das in letzter Zeit immer häufiger in Augenschein tritt), eine Gain Angabe ohne auch den Gain-Bereich dazu zu schreiben ist ziemlich sinnfrei.
Jede Kamera und Software benutzt dafür oft unterschiedliche Werte-Bereiche.
Ich habe z.b. keine Kamera bei der man den Gain unter 100 (100-5000) stellen kann (Touptek, Omegon, Altair usw.), egal mit welcher Software.

Sorry für die Störung des Threads... weitermachen.

Gruß
Tobi
 
Hallo Tobi,
Gain Angabe ohne auch den Gain-Bereich dazu zu schreiben ist ziemlich sinnfrei.
ja, deshalb habe ich schon in anderen Posts darauf hingewiesen, das zb. meine QHY178 nicht mit Gain-Werten einer ASI oder TOUPTEK etc.. vergleichbar ist.
Auf meinen Bildern findest du aus diesem Grund auch nie den Gain -Wert aber du hast recht, wenn ich es in der Beschreibung angebe, sollte es immer wieder in Klammern den Bereich dazuschreiben.

QHY 178mc Gainbereich 0-51

Danke für den Hinweis!

VG Martin
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben