Jupiter erste Bilder / ich brauche eure Hilfe

Stefan-T

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Hallo, nachdem ich erste Freude an meinem Selbstbau-Dobsen mit visuellen Beobachtungen hatte, habe ich nun erste Aufnahmen vom momentan sehr präsenten Jupiter versucht.
Ich bin mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden und suche daher Hilfe und Beratung.

3D-Druck-Dobson

Das Teleskop: 10“ F4 GSO Dobson + TeleVue 4x Barlow
Die Kamera: Touptek ATR183M
Die Aufnahmedaten:
Exposure=12,4000ms
Analogue Gain=1250
Duration=39,120s
ActualFrameRate=12,9344fps
Aufnahmesoftware: SharpCap

Der Dobsen wurde nicht geschwenkt. Ich habe Jupiter ins und durchs Bild laufen lassen nachdem das Teleskop ruhig stand.
Siehe das Bild; dies ist nach der Bearbeitung mit Pipp und AS_4 das 1% Ergebnis aus rund 500 Bildern (448x448).
Scharf gestellt wurde mit einer Bahtinov-Maske.
Kurz davor habe ich auch eine Aufnahme vom Seeing gemacht. Siehe das Video.

Wieso ist das Bild nun so unscharf? Ich freue mich auf eure Meinung und Beratung.

schönen Gruß, Stefan
 

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Hallo Stefan, für die weitere Bearbeitung deiner Aufnahme solltest du noch Registax zum schärfen des Bildes nutzen.
Da passiert die „Magie“. Videoanleitungen gibt es dazu viele auf YT.

CS Michael
 
Hallo Stefan,

bei so viel Bastler-Talent solltest du auf jeden Fall noch eine EQ-Plattform bauen.
Anleitungen findest du recihlich im Internet.

Dann bleibt der Plamet die ganze Zeit im Bild / auf dem Sensor und du kannst viel mehr Frames sammeln.
In ca. 1 Minute mehrere tausend.
Davon dann ca. 40% stacken und nachbearbeiten.
Ich verwende fitswork.

Gruß,
Holger
 
Hallo Stefan,

das unscharfe Bild ist erst mal normal. Man kann es aber schärfen. Es gibt ein Tool namens Wavesharp mit dem das gut geht, oder auch per Unscharf maskierten bei kleinen Radius (0.5-0.8 Pixel). Wenn Du ein Tiff hochladen kannst würden hier sicher einige Hand anlegen ;)

Viele Grüße
Michael
 
Hallo, danke für die Tipps, mit Registax habe ich schon gearbeitet. Ich habe mir auch diverse Tipps und Tricks auf YT angesehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass das Rohmaterial schon Bildinformationen mitbringen muss. All diese Tools können die Details ja nicht erfinden. Ich sehe auch Beispiele wo andere Fotografen mit vergleichbarer Ausrüstung zu viel besseren Resultaten kommen. Daher habe ich den Eindruck, dass ich noch etwas grundlegendes falsch mache oder in der Hardware irgenwo etwas nicht optimal ist.
 
Mal das wichtigste, sieht dein Jupiter scharf aus im Okular? Also kannst du viele Bänder usw erkennen.
Weiter was bedeutet 12.9fps? 13bilder pro Sekunde? Warum so wenig?
Ansonsten kannst du hier gucken, keine Ahnung wie oft ich das schon verlinkt habe.
Man kann sich übrigens auch von einer KI helfen lassen.
 
Moin, danke für Antwort, ok Punkt für Punkt,

ich habe diese Okulare der TSXWA-Reihe 13, 7, 3.5 mm
Vorzugweise verwende ich das 7mm. Damit sehe ich die Wolkenringe NEB, NTB, NNTB sowie das gleiche auf Süd + GRF. Am besten war es bisher visuell mit einem 540nm (7,5nm) grün Filter. Doch wenn ich den fotografisch mit der Barlow verwende bleibt zu wenig Licht übrig. Daher verwende ich jetzt einen UV-IR Filter. Die genannten Ringe sind aber auch auf dem Bild. Nur sehr unscharf.

Den Link oben habe ich schon gefunden und gelesen. Der geht aber davon aus, dass die Bilder (im Video) an sich schon besser sind als ich sie habe. Dort geht es um den Workflow nach den Aufnahmen. Ich kenne auch dieses YT-Video und auch dort sehe ich, dass die Rohbilder des Jupiters schon deutlich mehr Informationen/Details in sich tragen als meine.
Die 13 FPS ergeben sich aus Öffnung/Brennweite/Barlow/Kamera/ROI und Gain. Das ROI war Vollbild, weil ich nicht mitschwenken kann. Ich habe versucht das Gain nicht all zu hoch zu setzen. Das kann ich natürlich noch ändern, mal sehen ob das etwas bringt. Im Video oben wird Saturn im ROI von 600x800 mit 28 FPS aufgenommen. Das ist also gar nicht so weit weg von meiner Aufnahme.
Ich werde auch mal schauen, ob ich das Teleskop auf meine Montierung geschraubt bekomme um dann nachführen zu können.
 
Hallo Stefan,

mit deinem Geschick müsste doch ein Eq-Plattform Selbstbau möglich sein, oder nicht ?

Gruß,
Holger
 
Stefan, schön dass die Optik passt.
Planeten mit Dobson filmen ist ziemlich schwierig, ich würde das mit meiner Lightbridge nie hinbekommen.
Wenn man den Planeten durchs komplette Bildfeld laufen lässt, dann muss auch das komplette Feld korrigiert sein, bei F4 schwieriger als bei F6.
Mit einer Plattform hast du mehr Erfolg und weniger Stress.
 
Hallo Stefan,

Du arbeitest mit f/4 und 4fach Barlow schon im Bereich eines deutlichen Oversamplings. Bei Deiner Kamera mit 2,4my Pixelgröße kannst Du deutlich mit der Brennweite runtergehen. Eine gängige Faustregel ist 15 / Pixelgröße = günstiges Öffnungsverhältnis. Bei Dir also f/6,25. Schon ein Unterschied zu f/16.

Falls Du eine 2* Barlow hast, würde ich die mal ausprobieren. Oder auch mal ohne Barlow probieren. Du hast dann auf jeden Fall mehr Feld und kannst mehr Frames sammeln.

Du hattest auch einen sehr hohen Gain eingestellt, ohne Barlow oder mit einer schwächeren kannst Du den Gain und damit das Rauschen reduzieren. Schärfen oder Entfaltung funktioniert nur vernünftig, wenn die Frames möglichst rauscharm sind. Oder wenn es möglichst viele sind. Aus 5 Bildern wird man nach meiner Einschätzung auch mit der dollsten Verarbeitung nix Ansehnliches rausholen können. Bei Schärfen wird versucht, die PSF (Point Spread Funktion) zu invertieren. Aus dem Rauschen werden dabei Artefakte. Und wie bei Deep Sky reduziert sich das Rauschen beim Stacking umgekehrt proportional zur Quadratwurzel aus der Anzahl der Frames. 100 Bilder, 10% Rauschen von 1 Frame.

Mit der "Durchlaufmethode" wirst Du keine langen Videos aufnehmen können, aber falls Du mal nachführen kannst noch der Hinweis, es bei Jupiter wegen seiner schnellen Rotation bei max. 2min Videolänge zu begrenzen. Es gibt die Möglichkeit, mehrere Videos mittels Software (WinJupos) zu "derotieren", aber dabei gehen immer die randnahen Details verloren. Man muss auch wissen, dass es wegen der Quantisierung der Kameras nicht sinnvoll ist, extrem viele Frames aus derotierten Bildern zu stacken. Wenn man zehntauende Frames stackt, kriegt man dadurch keine bessere Quantisierung hin als es die Kamera kann. 10 Bit bleiben 10 Bit oder wieviele es halt sind, auch bei einer Million Frames...

LG Tom
 
Hallo Stefan,

in Ergänzung zu dem, was Tom geschrieben hat: Die Faustformel für das optimale Sampling ist:
Öffnungsverhältnis dividiert durch Pixel size sollte zwischen 4 und 5 liegen. (f/D) / p ~ 4 - 5
Das gilt auch für Farbkameras, da moderne debayering Algorithmen die Information der grünen Pixel für die Rekonstruktion mit benutzen.

Du willst ja, dass die Einzelbilder das Seeing »einfrieren«, wie es so schön heißt. Also soll das Seeing sich nicht über mehrere Pixel verschmieren. Wenn Du jetzt oversamplest, wird die Auflösung der Pixel kleiner, was das Einfrieren schwieriger macht. Das könnte man über die Einzelbelichtungszeit regeln und die kleiner machen, dann wird das Bild zu dunkel und Du musst mit dem Gain hoch. Was aber das Rauschen erhöht, weil sich die Verstärkung natürlich auch auf das Rauschen im gleichen Maße auswirkt. Dunkel lassen, ist auch keine Alternative, weil Du später die Bilder auf 0-250 oder 0-240 aufhellst. Das kommt der Gainerhöhung gleich, außer das die Quantisierung schlechter ist.

Deshalb ist es bei relativ gutem Seeing besser, die Belichtungszeit zu erhöhen, statt das Gain zu erhöhen. Das würde auch einem Oversampling wiedersprechen. Belichtungszeiten von 10 -15 ms sind ausreichend klein für Jupiter.

Wenn das Seeing gutartig ist, also nur wabern zur Folge hat, kommen die Stacking Algorithmen gut damit zurecht. Wenn das Seeing schlecht ist, also höhere Ordnungen der optischen Verzerrung verursacht (Koma, Astigmatsimus, Defokussierung), nützen auch kurze Belichtungszeiten nicht viel, weil Du nur die optischen Verzerrungen einfrierst. Damit kann der Stacking Algorithmen wenig anfangen und schon gar nicht korregieren. Die werden ohnehin weggeschmissen. Und die wenigen Frames, die Du dann noch nutzen kannst, sollten aber zumindest richtig fokussiert sein, sonst kannst Du die auch noch wegschmeißen. Also immer eine Bahtinov-Maske benutzen.

Genauso wenig ist es sinnvoll, sich eine Kamera mit großen Pixel zu kaufen, um das dann mit einer Barlow zu kompensieren um das Sampling Theorem zu erfüllen. Damit hat man nur ein opisches Element mehr im Strahlengang und sonst nichts gewonnen. Bei f/10 ist eine 2µ Kamera eine gute Wahl.

Schärfen wird man die Bilder dann typischerweise mit Wavelets.

Gruß,
Peter
 
Kann man machen.

Meiner Erfahrung nach funktioniert es alternativ sehr gut, den Gain soweit hochzudrehen, dass die Jupitermonde deutlich erscheinen (nicht überbelichten!). Dann auf die Monde / den Mond fokussieren. Für mich ist da ziemlich klar zu sehen, wo der Fokus liegt. Und dann zur eigentlichen Aufnahme wieder den Gain auf einen geringeren Wert reduzieren.

Viel Erfolg!
 
Moin, danke für die Antworten. Ok, das Argument Oversampling sehe ich ein.
Legen wir mal Jupiter vorerst zur Seite und schauen uns die Abbildungsleistung des Teleskops an Sternen an.

Zunächst, ich habe eine Halterung gedruck damit ich in günstiger Schwerpunktlage eine Vixenschine montieren kann.
So konnte ich das Teleskop auf meine UMI-17R Montierung spannen. Mit über alles 12kg bin ich schon arg an der Grenze der Tragfähigkeit.
Die Gegengewichte sind bestellt und im Versand. Ich habe dennoch schon einmal angefangen. Die Güte der Nachführung ist bei den sehr kurzen Belichtungszeiten nicht ganz so wichtig. Nun konnte ich Sterne (oder Jupiter) schön in der Bildmitte halten und mit einem kleinen ROI mir die Sache in Ruhe im Detail ansehen.

Ich habe die Barlow raus genommen. Alles im Anhang bezieht sich rein auf das Teleskop (1000mm F4) und Kamera 183 (2,4μm). Das bedeutet es liegt eine Auflösung von ca. 0,5 "/pix vor. Die Bedigungen im Himmel waren nicht so optimal (hin und wieder sehr feine Wolkenschleier, die ich abgewartet habe), doch ich muß es nehmen wie es ist. Ich habe mit einer Batinov-Maske so gut es ging scharf gestellt (siehe Video). Das Teleskop war gut thermisch ausgeglichen. Es gab kein Wind und keine weiteren Wärmequellen.

Das Seeing Video zeigt einen Ausschnitt der Größe 200 x 100 Pixel. Alle Bewegungen sind so aufgenommen (Frame Stabilisation Mode in PIPP war aus).
Das Star Video zeigt einen Ausschnitt der Größe 50 x 50 Pixel. Alle Bewegungen sind so aufgenommen (Frame Stabilisation Mode in PIPP war aus).
Wo das Wackeln her kommt ist unklar, das kann auch die Montierung sein. Die Belichtungszeit war 1,55 ms. (absichtlich kurz gehalten)
Hier zwei repräsentative Bilder (50x50 Pixel) daraus:

1773138465893.png
1773138511338.png


Man sieht, dass sich der Stern über 10 - 15 Pixel ausdehnt. Das wären dann 5" oder mehr.

Das Ganze auf Jupiter gerichtet (Einzelbild 100x100 Pixel) sieht dann so aus:

1773139600902.png


Das ist eines der besseren Bilder aus einem 2 min Video.
Capture Area=800x600
Exposure=0,7750ms
Analogue Gain=1248
ActualFrameRate=48,9938fps
FrameCount=5918
Vergessen wir mal das Rauschen, ich habe bewust eine kurze Zeit und dazu entsprechend Gain gewählt.
Das ist doch Mist, man sieht mal eben so den GRF. Da ist doch keine Info im Bild.

Nach dem Stacken (1% also wirklich nur die besten Bilder) kommt das dabei raus:

1773140766940.png


Wie sollte es auch besser aussehen wenn in den Rohdaten keine Informationen sind.

Was ist nun mein Problem? Alles nur Seeing?
Wie wir wissen, und Astrobin ist voll mit Beispielen, wurde mit vergleichbaren Teleskopen schon sehr sehr viel Besseres erreicht.

schönen Gruß, Stefan
 

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Hallo Stefan,

Exposure=0,7750ms
Analogue Gain=1248


ich glaube, das ist das Problem. Innerhalb 0.777ms bekommst Du kaum noch Licht auf den Sensor. Das hast Du dann mit dem Gain kompensiert. Das Gain ist aber nur die Verstärkung der Augangswerte des ADC (Ananlog-Digial-Wandler). der ADC quantisiert die Daten. Bei 8bit bekommst Du nur ganze Zahlen zwischen 0 und 255 (maximal). Bei Deiner Belichtungszeit hast Du vielleicht nur Werte zwischen 0 und 8 (als 3bit). Das habe ich aber jetzt einfach nur geschätzt. Aber in diese Richtung geht es. Und diese 8bit skalierst Du mit dem Gain hoch. Das ändert aber nichts an der Quantisierung zwischen 0 und 8, weil es ganze Zahlen sind. Wenn Du das Gain hochdrehst, bekommst Du zum Beispiel nur Werte zwischen 0, 10, 20, 30, 40, 50, 60, 70, 80. Das ist jetzt auch idealisiert, aber so in etwa. Aber keine kontinuierlichen Werte zwischen 0 und 80.

Wenn Du das Gain auf ca 150 setzt und die Belichtungszeit anpasst, sodass das Histogramm einen Wert von 200-220 nicht übersteigt, wirst Du sicher bessere Ergebnisse bekommen. Probiers mal aus.

Gruß,
Peter
 
Hallo Stefan,
Peter hat das mit der Quantisierung schön erklärt, ich habe es nur erwähnt. Und völlig richtig und sehr wichtig: Gain runter, viel zu hoch bei Dir!
Das Video mit der Bahtinov ist schauderhaft, sehr übles Seeing. Unter solchen Bedingungen würde ich erst gar nicht aufnehmen.
An meinem Setup schätze ich übrigens, dass die Montierung wirklich bombenstabil steht und nullkommanix wackelt. Hat vermutlich auch seinen Anteil am Gelingen.
LG Tom
 
@ Peter, "ADC quantisiert die Daten" ...das verstehe ich. Für mich bedeutet dies aber nur, dass die Feinheit der Grauabstufung verloren geht. In deinem Beispiel sind es dann halt nur 8 Abstufungen. So schlecht wie es ist, doch wie kann dies nun die Ausbreitung des Sterns über in Line 10 - 15 Pixel und in der Fläche bis zu ca. 100 Pixeln erklären?
Ich werde deinen Vorschlag dennoch ausprobieren. Ggf. habe ich heute Abend eine neue Chance. Doch mit dem Seeing werde ich leben müssen wie es kommt. bezüglich der Montierung, die ist vermutlich zu hoch belastet, doch das Teleskop ist schwer und damit träge. Es kann gar nicht so schnell schwingen, als dass dies bei den Belichtungszeiten relevant wäre.

Gibt es eine praktikable Möglichkeit das Teleskop alleine zu testen? Die Sache mit den künstlichen Sternen ist ja nicht ganz so einfach. Die müssen extrem klein und weit weg sein, wobei dann wieder Störungen auf dem optischen Weg einen Einfluß haben.


Hier mal zwei Aufnahme von gestern mit der 4xBarlow:

1773146887792.png
1773147152678.png

100x100
Analogue Gain=5000
Exposure=1,5500ms

Davon habe ich hunderte, fast alle zeigen dieses gerippte Muster, was für mich wie Inteferenz aussieht.
Wie auch immer dies einen Sinn ergibt.

... je nachdem wann was geht mache ich weiter, ich werde berichten.
 
Hallo Stefan,

das "gerippte Muster" ist die Beugungsfigur des Sterns. Bei ruhiger Luft sollte sich eine Schar von sauber konzentrischen Ringen zeigen.

Ich hätte Dir auch noch den Vorschlag gemacht, die Kollimation des Newtons zu prüfen. f/4 ist verdammt empfindlich für kleine Ungenauigkeiten, da ist Sorgfalt angesagt beim Justieren. Solltest Du einen Justierlaser benutzen, dann ist es dennoch geboten, die Kollimation bei ruhigem Seeing und möglichst hoher Vergrößerung zu prüfen. Die Beugungsringe müssen konzentrisch sitzen, sonst stimmt die Justage noch nicht. Was Du da eventuell verschenkst, kannst Du durch BV nicht wieder reinholen.

LG Tom
 
Hallo Stefan,


schau mal ob diese Rippelmuster immer oder meistens in die gleiche Richtung zeigt dann siehst Du schon ob Dejustage vorliegt. Normalerweise sollten diese Balken auch bei Seeing halbwegs gleichmäßig um den Stern bzw. dessen Beugungsscheibchen herum tanzen und zappeln nicht immer in eine Richtung. Bei ruhiger Luft schließen sie sich dann wie Thomas beschreibt zu geschlossenen Beugungsringen.

Viele Grüße Felix
 
Hallo Stefan,

das, was Du siehst sind ganz »normale« Speckles, die durch die Luftunruhe (Seeing) entstehen. Wenn Du die aufsummierst, entsteht wieder ein runder Stern mit der Ausdehnung über die Speckles. Google mal Speckles:
Speckles bei Sternen sind Interferenzmuster, die durch atmosphärische Turbulenzen (Seeing) entstehen, wodurch ein Punktbild in viele kleine Lichtpunkte (Flecken) zerfällt.

Das ist bei jedem Teleskop so. Deshalb mache ich meine Bahtinov Bilder auch nicht im Video-Modus, sondern im normalen Vorschau-Modus und belichte dann ca 1s.

Gruß,
Peter
 
Moin, erneut, danke für die Antworten. Gestern gab es keinen geeigneten Himmel und heute wird es auch so sein, morgen hat eine gute Vorhersage. Dann sind auch die Gegengewichte hier. Ich kümmere mich gerade um das Thema Kollimieren und verfolge den Ansatz mit einer Guidingkamera durch den OAZ zu arbeiten. Wenn wieder Sterne am Himmel stehen, schaue ich mir auch die Beugungsringe an. Bisher habe ich nur mit dem Laser gearbeitet und hatte dabei auch Problem festgestellt. (siehe hier)

Weil ich so einiges über gedrehte Fangspiegel (FS) gesehen und gelesen habe, hier die gleiche Verständnisfrage noch einmal.
Mit den drei Schrauben zur FS-Einstellung kann ich diesen um drei Achsen kippen. Damit kann ich nach meinem geometrischen Verständnis alle Fehler (in begrenzten Umfang) ausgleichen oder? Selbst wenn der OAZ nicht exakt auf die optische Achse des Hauptspiegels (HS) zeigt kann dies durch entsprechendes Kippen von HS und FS ausgeglichen werden. Das folglich die optische Achse den FS nicht mehr genau in der Mitte trifft kann doch egal sein. Der FS ist ein Planspiegel.
Übersehe ich etwas?

Das eine Problem, dass ich nachvollziehen kann, ist das Thema Offset und Spiegelhöhe, die müssen zueinander passen. Anderenfalls haben die Strahlengänge an den Spiegelrändern eine andere Länge.

Schönen Gruß, Stefan
 
Mit den drei Schrauben zur FS-Einstellung kann ich diesen um drei Achsen kippen. Damit kann ich nach meinem geometrischen Verständnis alle Fehler (in begrenzten Umfang) ausgleichen oder?
Stell Dir eine gedachte Mittellinie durch den ganzen Newton vor, von der Mitte ausgehend Hauptspiegel und dann mittig nach vorne durch den Tubus - um diese Achse kann man den FS nicht mit diesen drei Schrauben verdrehen. Beim Justieren an einer der drei Justierschräubchen am FS wird dieser um die Achse geschwenkt bzw. gekippt die die beiden anderen Schrauben-Druckpunkte bilden. Der FS läßt sich also um diese drei im 120° Winkel liegenden Achsen kippen den die drei Schrauben bilden.

Das eine Problem, dass ich nachvollziehen kann, ist das Thema Offset und Spiegelhöhe, die müssen zueinander passen. Anderenfalls haben die Strahlengänge an den Spiegelrändern eine andere Länge.

:y:


Viele Grüße Felix
 
ja, das ist mir soweit klar. Die drei Stellschrauben am FS enden in drei Punkte, die zusammen eine Ebene bilden. Durch die Änderung der Höhe dieser einzelnen Endpunkte kann man letztlich eine Menge bewirken, auch im begrenzen Maße den Spiegel drehen.
 
...die zusammen eine Ebene bilden. Durch die Änderung der Höhe dieser einzelnen Endpunkte kann man letztlich eine Menge bewirken,

Da wird nur die Neigung oder Höhe dieser Ebene geändert und damit die Neigung des FS, nicht dessen richtige Orientierung um die Längsachse.

Evtl ist die Anleitung zur Newtonjustage hilfreicher die Tommy Nawratil geschrieben hat: Tommy's Foto Newton Justage Primer


Viele Grüße Felix
 
Moin, hier ein Update. Ich denke, ich habe des Problems Ursache gefunden. Es war falsche Kollimation, verursacht durch einen Kollimatorlaser der auch in sich falsch ausgerichtet war. Den Kollimator auf einer Art Auflage (vorn und hinten) zu prüfen reicht nicht. Er muss in einen OAZ oder einen 2" zu 1,25" Adapter und auf diese Art genau so gehalten werden wie beim Kollimieren. So konnte ich nun den Kollimator korrigieren, die Kollimation richtig durchführen und folglich deutliche bessere Bilder aufnehmen. Dank für alle Hilfe und Kommentare, Problem gelöst.
 
Hallo Stefan,

ich kann dir abermals nur empfehlen, das oben von Felix genannte Newton Tutorial Schritt für Schritt durchzuarbeiten und zu verstehen.
Ohne geometrisches Verständnis wird dir auch kein Laser helfen, zumal, wie geschrieben, ein f/4 schon sehr empfindlich ist.

Vermutlich sind die Jupiterbilder mit dem 3D-Druck-Gitterrohrnewton entstanden? Dann schlage ich vor, die Kollimation mal in verschiedenen Neigungen des Newtons überprüfst bzw. ob sich diese evtl. verschiebt. Also 90° Senkrecht/45°/Horizontal und jeweils nach der anderen Seite.
Ich hatte schon Fälle, dass in einer bestimmten Neigung einer Gitterrohrkonstruktion ein Rohr plötzlich Spiel bekam und sich die Kollimation verschob.

Gruß Sebastian
 
Moin, habe ich gelesen, habe ich verstanden, war mir auch nicht neu. Die Rohre bewegen sich nicht. Sie sind wirklich sehr festgeklemmt. Dennoch hatte ich schon den beschriebenen Test gemacht, man sieht keinen Einfluss der Ausrichtung des Teleskops. Einzig meine Montierung ist mit dem schweren Newton etwas überfordert und schafft es nicht mehr durchgehend absolut sauber und ruhig nachzuführen. Das ist aber bei den kurzen Belichtungszeiten in Videos nicht ganz so wild. Die schlechten Bilder werden ja in AutoStakkert aussortiert.

Weil ich das alles schon abgeklopft hatte und dennoch nicht zum gewünschten Ergebnis kam, habe ich hier um Hilfe gebeten.
Nun ist die Ursache ja gefunden.
Ich denke, ich werde dieses Teleskop wieder zum Dobson zur visuellen Beobachtung zurück und einen deutlich leichteren 8" Newton zum Fotografieren neu bauen. Das passt dann besser zur vorhandenen Montierung.
 
... nachdem die Lösung nun gefunden ist, sieht das Resultat so aus.
Ohne Frage gibt es da noch Potenzial für weitere Optimierung.
 

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