Jupiter im Vergleich 2

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Hallo zusammen

Es sind wieder ein paar tage ins Land gezogen und ich habe natürlich bei jeder Gelegenheit Jupiter beobachtet mit meinen Sahnestückchen dem 130 f/9 TMB und dem TS-Orion 8" f/8.

Habe mir von Kollegen einige Filter ausgeliehen, weil ich dachte, dass der Newton damit besser aussehen würde, was er auch tat, jedoch hatte ich teilweise so gute Luft, dass ich ganz andere Eindrücke sammeln konnte.
Erst begann ich mit 128 fach am Newton, uh war das scharf dachte ich und wechselte sofort zu 178fach immer noch super kontrastreiches Bild, also ging ich auf 213fach, einfach phantastisch!
Ohne Filterung sah ich satte Farben und ein super Kontrast, so wie ich Jupiter in meinem Newton noch nie gesehen habe.

Schnell wechselte ich zum APO, welcher sich zu meinem Leidwesen noch in der Temperaturanpassungsphase befand und mir ordentliche Farbsäume zeigte.

Also ging ich wieder zum Newton und genoss das saubere und Klare Bild. Das Bild erschien in einer phantastischen glätte und war für Sekundenbruchteile auch besser strukturiert und man sah, das da noch ein paar Details drinsteckten.

Es zeigte sich wieder, dass man schon sehr früh mit der Jupiterbeobachtung beginnen muss, so ab 20:00 Uhr, wenn die Sonne hinter den bäumen verschwindet ist die beste Zeit um das bessere Seeing nutzen zu können!
Weiter sind bei einem blaugrauen Himmelshintergrund auch keine Spikes oder Streulicht zu sehen, so das dass Bild im Newton wirklich an einen großen Vollapochromaten erinnert.

Endlich war dann auch mal der APO so weit und zeigte auch fast kein sekundäres Spektrum mehr nur noch Sekundenweiße, je nach Luftunruhe.
Auch hier das Bild wirklich klasse Definiert, jedoch bei gleicher Vergrößerung erschien es nicht so glatt wie im Newton.

Es bestätigte sich wieder, dass nicht wesentlich mehr Details im Newton zu sehen waren, jedoch zeigte er, dass er in Momenten besserer Luft doch mehr potenzial bereitstellt und irgend wie hatte er den besseren Kontrast, solange der Himmelshintergrund hell genug war.

Mit voranschreitender Dämmerung, stellte sich im APO ein Farbsattes und kontrastreiches Bild ein, während im Newton zusehends ein zarter Hof mit Spikesansätzen entstand.

Mit einem Hellblaufilter sah ich dann im Newton auch die Bänder besser definiert wie im APO. Der Neutralfilter 0.9 brachte irgendwie keine Verbessehrung. Im Moon&Skyglow sah Jupiter auch gut aus, diesmal mit satten Farben und deutlicheren Details.

Alles in allem war ich überrascht was in dem Newton steckt, wenn dann mal die Luft mitmacht, wären da nicht die Spikes, hätte man ein erstklassiges Planeteninstrument, welches vielleicht einen Wunsch nach einem Vollapochromaten etwas verblassen läst?!

Gruß Uwe
 
Große Teleskope brauchen gutes Seeing, so einfach ist das!
Wenn das Seeing nur 200-fach oder noch weniger zuläßt, dann
wundert es mich nicht daß kleine Refraktoren mithalten oder sogar
ein besseres Bild zeigen können. Nur bei gutem Seeing ist es
möglich höhere Vergrößerungen einzusetzen um das Potenzial
eines größeren Instruments auch wirklich auszuschöpfen.
Aber leider ist das Seeing in der Regel so schlecht, daß nicht mal
das Leistungsvermögen ein 8-Zöllers ausgenutzt werden kann.
Vor allem beim tiefstehenden Jupiter ist ein großes Teleskop völlig
sinnlos. Ich habe schon mehrere Male mit meinem 20-Zöller drauf-
gehalten, aber das war jedesmal sinnlos. Und daran wird sich wohl
bis mindestens 2010 nichts ändern.
Mein Grundsatz ist, daß das beste Teleskop für Planeten dasjenige
ist, dessen Höchsvergrößerung genau an der Seeinggrenze liegt.
Beispiel: Ein 5-Zoll Refraktor hat ungefähr eine Maximalvergrößerung
von 200-fach. Wenn das Seeing jetzt angenommen nur eine 200-fache
Vergrößerung zuläßt, dann ist es ziemlich sinnlos ein größeres Gerät
zu verwenden. Nur in Momenten besseren Seeings merkt man daß
das kleine Fernrohr an seine Grenzen stößt, während dann z.B. ein
8-Zöller noch deutliche Reserven hat. Wenn das Seeing aber gut ist
und sagen wir mal 300-fach erlaubt, dann wird sich ziemlich schnell
herausstellen wie gewaltig der kleine Refraktor gegen den großen
Newton abstinkt. Aber leider gibt es solch gute Bedingungen fast nie.
Am Jupiter ist bei mir regelmäßig bei 180-fach Schluß. Schon bei
100-fach kann man kaum mehr von einem scharfen Bild sprechen.
Und das ist auch der Grund für die scheinbar so überlegenen Leistungen
von Refraktoren. Diese liegt einfach nur an der Kleinheit dieser Geräte,
die halt nun mal noch recht seeingunanfällig sind. Auch die Langrenn-
weitigkeit darf man bei der Planetenbeobachtung nicht außer Acht
lassen. Mich wundert es schon lange nicht mehr wenn ich lese, daß
ein 4" f/10 Refraktor einem 10" f/5 Newton am Planeten das Wasser
reichen kann. Manche Leute wissen anscheinend garnicht wie stark
das Seeing einem großen Teleskop zusetzt. Und schon garnicht
wissen sie, wie ein Planet bei 500-fach, gutem Seeing und auseichend
Öffnung aussieht. Aber leider ist es so, daß das Seeing in Deutschland
in 90% der Fälle so schleicht ist, daß ich meinen 10-Zöller regelmäßig umsonst rumschleppe.
Aber ich tue es trotzdem immer wieder
 
Hallo Uwe,

ein schöner Bericht!

> [...] wären da nicht die Spikes, hätte man ein erstklassiges Planeteninstrument [...]

Dagegen kann man ja etwas unternehmen, so man sich daran wirklich stört:

Link zur Grafik: http://www.virtual-lands.org/astronomie/images/atm/155/tele_09b.jpg

Ein Hof um den Planeten wird zwar im Vergleich zum Apo bleiben, aber zumindest
sind die hellen Spikes dann kein ästhetisches Problem mehr.

Ciao,
Roland,
Newton-Planetengucker.

PS: Nicht dass ich etwas gegen ausreichend große Apos hätte, nur kann ich die
leider nicht selber bauen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Hi Uwe,

ja das Seeing. Mit meinem 8" f/6 Dosbson hatte ich schon mal super Jupiterbilder bei 200x, Details in Hülle und Fülle und dann wieder war das Seeing (leider meistens) miserable, so das bei 71x schluß war.

Zustimmmung auf jeden Fall das in der Dämmerung das Jupiterbild meistens, wenn nicht immer, besser ist als am dunklen Nachthimmel ist. Das gilt unabhängig vom Teleskop. Beim Newton wird das Bild bei Jupi aber meistens schon so hell, das Beobachtungen nur in der Dämmerung sinnvoll sind (Blendgefahr).

Gruß

Lots
 
Bei Bino-Nutzung sollte dann allerdings nicht ein 8-Zoll-Planetennewton Vorteile gegenüber einem 5-Zoll-Refraktor haben? Schließlich halbiert sich ja die Leuchdichte um mindestens die Hälfte bei Aufteilung des Lichtes in zwei Hälften. Da droht doch auch schon ein 5-Zöller diesseits von 200-fach zu dunkel zu werden.
Was meint ihr?

@Uwe
Du machst es einem ja nicht leicht (was sehr gut ist!)...
 
Hallo Uwe,

ich denke, solche Ergebnisse sollten Anlass sein, über eine kleine Zusatzinvestiton für den Newton
in Form einer dünnen gebogenen Dreiarmspinne nachzudenken.
Ich hatte Mal einen Link zu einer (amerikanischen?) Spinne, die sah sehr nach dem derzeit erreichbaren
Optimum aus, aber ich finde das einfach nicht mehr. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />

Ich weiß nicht, ob die in den Folgebeiträgen angegebenen Vergrößerungsgrenzen für die Newtons
ausschließlich auf äußere Seeingbedingungen zurück zu führen sind.
Ich mache regelmäßig die Erfahrung, irgendwann in einer Nacht, durchaus auch in der Dämmerung,
doch zwischen 150fach und 250fach sinnvoll anwenden zu können, habe allerdings den zusätzlichen
Beitrag von Instrumentenseeing konsequent reduziert. Volltubus mit effektiver und kontinuierlicher
saugender Lüftung, Tau-/Streulichtkappe auch gegen die eigene Körperwärme, Tubusisolierung
mit Velours innen und beschichtetem Styropor aussen.

So weit ist alles für die Planetenbeobachtung getan und die häufig genug durch die Gegend getragene
Reserve ist für den Eventualfall das große Plus und für Deepsky definitiv immer förderlich.

Ich denke, der tatsächliche Nachteil von Newtons gegenüber den guten Refraktoren liegt darin, dass ein
Newton eine Dauerbaustelle ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
Hallo zusammen

Mit der gebogenen Spinne hadere ich noch, weil mir das nicht wirklich stabil erscheint und jedes mal noch den FS vor der Beobachtung zu justieren habe ich keine lußt. Obwohl das wird wohl auch in Fleisch und Blut übergehen wie mit dem HS.
Für einen entsprechenden Link wäre ich dir dankbar Günther!

Da Newton und Thermik so ein Tema sind, eine Frage an euch.
Mein Tubus ist mit Polystyrol isoliert, habt ihr die Rückseite geschlossen oder offen?
Wie macht ihr das mit der Lüftung, mit einem Schlauch oder direkt am Tubus?
Die Lüfter die ich bisher hatte haben alle Microschwingungen erzeugt, so dass Feindetails verloren gingen. Also mit laufendem Lüfter ist nicht zu beobachten.
Also bis auf die Spinne habe ich alle Tuningmaßnahmen gemacht. Da die TS-Orion relativ dünne Spiegel von Hause aus haben, ist abkühlung eigentlich nicht das Tema. Das Teleskop wird einfach 1h vor dem Beobachten rausgestellt.

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,

> [...] habt ihr die Rückseite geschlossen oder offen?

bei meinem 15cm Newton ist die Rückseite dicht, und ich würde das bei
quasistationär eingesetzten Volltubus-Newtons auch jederzeit wieder so bauen.
Der Nachteil des geschlossenen Tubus ist dann, dass man für ein vernünftiges
Bild auch wirklich lüften *muss*. Wenn kein Strom verfügbar ist, sollte wohl
eine völlig offene Konstruktion schneller sein.

> Die Lüfter die ich bisher hatte haben alle Microschwingungen erzeugt,
> so dass Feindetails verloren gingen.

Mein Lüfter sitzt moosgummigedämpft auf der rückseitigen Abschlussplatte, und
es handelt sich um ein kugelgelagertes und regelbares Exemplar von Papst.
Während man bei schnellem Lauf (zum anfänglichen Auskühlen) in der Tat
Schwingungen bemerkt, kann ich davon auf der langsamsten Stufe, die zur
kontinuierlichen Luftabsaugung aber völlig ausreicht, beim besten Willen
nichts entdecken, weder visuell, noch im hochvergrößerten Webcambild.

Auch am 30cm-Dobson testete ich den gleichen Lüfter (ebenfalls moosgummigedämpft
und nicht etwa fest an die Abschlussplatte geschraubt) und konnte da selbst bei
schnellerem Lauf keinerlei störende Schwingungen entdecken (und da bin ich recht
heikel, u.a. deswegen gab ich meine EQ6 zurück, sie zerzitterte mir das Bild)

Ciao,
Roland
 
Hallo Uwe,

ich suche noch nach der "Spinne", die war/ist leicht, dünn und doch stabil, auch was die Justierung angeht.
Sowie ich das wieder ausgegraben habe, melde ich mich.

Unterschätze den Lüfter nicht, auch nicht bei dünnem Spiegel.
Was macht ein Spiegel bei ständig fallenden Temperaturen? Er läuft verzögert hinterher und Tubusseeing wird auch produziert.
Dass wir uns gerade um extreme Feinheiten kümmern ist auch klar.

Schau Mal bei Ekkehard "Pteng" nach den Noiseblockern. Leise und sehr schwingungsarm.
Ich habe das Teil in einem den Tubus dicht schließenden Gehäuse, mit Moosgummi abgedichtet und
mit den, dem Lüfter beiliegenden, Silikon-/Gummihalterungen (man zieht diese "Würste" einfach durch
die Löcher am Lüfter und in der Halterung und sie quetschen sich in die Passung) montiert.
Da schwingt nichts, nicht Mal Mikro und ich kann den Lüfter zusätzlich in der Drehzahl über ein Poti regeln.

Man...man, das liest sich reichlkich komisch. Du kommst nicht zufällig zum ATB? Ansehen und
durchsehen wäre wesentlich aussagekräftiger. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Coltrane,
schade das Du es so erlebst, aber Deine Schlußfolgerungen
--
Vor allem beim tiefstehenden Jupiter ist ein großes Teleskop völlig
sinnlos.

Wenn das Seeing jetzt angenommen nur eine 200-fache
Vergrößerung zuläßt, dann ist es ziemlich sinnlos ein größeres Gerät
zu verwenden.
--
sind falsch. Ich könnte Dir aus recht zeitnahen Beobachtungen genau vom Gegenteil berichten, z.B. von einem Jup im 12,5" ,der Seeing bedingt teils nur bis 125fach zu ließ, aber dennoch einen Jup zeigte, den ich mit dem kleinen 80mm Apo nicht hinbekomme, den auch meine beiden Maks so noch nie gebracht haben, mein 6" Reisedob bisher so nie brachte und auch der nebendran zeitgleich bei 175fach betriebene 8" eines Kollegen nicht brachte.

Für Deine Ergebnisse muß es, so meine ich, mehr Gründe als nur atmosphärisches Seeing geben.
CS
 
Hallo Antares,
du verstehst mich nicht, und ich verstehe dich nicht.
Wenn das Seeing nur 125-fach zuläßt, dann gibts eigentlich nur eins:
Abbauen und auf bessere Zeiten warten. 125x ist für Planeten viel zu
wenig und außerdem eine Beleidigung für einen 12-Zöller.
Und wenn all deine anderen Teleskope selbst bei besseren Bedingungen noch nie so ein Bild zusammengebracht haben wie der 12-Zöller unter
wie ich finde extrem miesem Seeing, dann solltest du dich fragen was
an deinem *entfernt* nicht stimmt und nicht mich in Frage stellen.
Ich beobachte mittlerweile seit 6 Jahren. Bei nahezu jeder Gelegenheit
trage ich meine Teleskope hinaus zum Planetenschauen. Mittlerweile
habe ich auch schon durch viele verschiedene Instrumente beobachten
können. Und das Ergebnis war immer das gleiche bzw. so wie ich es
oben geschildert haben. Mein letzter Artikel gibt also eine jahrelange
Erfahrung wieder die ich nunmal so erlebt habe. Und wenn du zu völlig
anderen Resultaten kommst, dann erwarte ich mit Spannung deinen
ausführlichen Bericht.
 
Hi Coltrane,
mit einem hast Du recht - je mehr Du schreibst, umso weniger verstehe ich Dich.
__
Wenn das Seeing nur 125-fach zuläßt, dann gibts eigentlich nur eins:
Abbauen und auf bessere Zeiten warten. 125x ist für Planeten viel zu
wenig und außerdem eine Beleidigung für einen 12-Zöller.
__
Seit wann ist eine Vergrößerung eine Beleidigung für einen 12,5"?
Wo bitte steht geschrieben, welche Mindestvergrößerung am Planeten vorgeschrieben ist?

Aber ansonsten....
Ich stelle weder Dich noch Deine Beobachtungen in Frage, sondern bin überzeugt davon, das es mehr Gründe für Deine Erlebniss als nur atmosphärisches Seeing geben muß.

Was möchtest Du für einen ausführlichen Bericht? Ich habe doch von einem Vergleich 12,5 gegen 8" eines Kollegen übrigens, berichtet.

Ich guck auch nicht grade erst seit gestern und so wenig auch nicht. Das übrige *entfernt* braucht nicht in Frage gestellt werden. Die Geräteleistungen sind bekannt und durch vielfache Vergleiche mit zig verschiedenen Geräten anderer Kollegen auch ziemlich sicher.
Müßte man es in Frage stellen, so wäre dies automatisch auch für alle anderen Teleskope die jeweils zum Vergleich da waren, tun. Unwarscheinlich oder?

Und dann war da noch mein bester Jup, gesehen in einem 18" f/4,3 ca 350 - 400fach. Mein 12,5 stand daneben und kam nicht mit.

Da auch meine Erlebnisse nicht zu diskutieren, sondern gegeben sind, ist die Pauschalphrase die Du im ersten Post aufgestellt hast mehrfach widerlegt, also falsch.
Sicher gibt es Tage und Gegebenheiten, wo kleinere Instrumente, deutlich größere hinter sich lassen. Z.B. selbst erlebt: Ein 8" Zeiss Refr. gegen einen 60cm RC - wieder an Jup.
Aber das ist nicht grundsätzlich gegeben, sondern hängt einzig und allein von des gesamten Umständen jener Beobachtungssession ab.

Nun ist es an Dir, was Du mit meinem Hinweis machst bzw. welche Motivation Du in Post interpretierst. Wir sind eh schon weit weg vom Threadthema.
CS
 
Hallo Leute,

Armin´s erster Link zeigt die Art von gebogener Spinne, die ich meine, wobei ich etwas längere,
weiter gebogene Arme in Erinnerung habe.
Ok, weniger ist in dem Fall möglicher Weise mehr und Roland´s Lösungsbeispiel kann, so es keine
zusätzliche Jutierproblematik einbringt, durchaus nochmals Vorteile bringen.

>Coltrane< bist Du sicher, dass nach Deiner Erfahrung ein bis zur Leistungsgrenze ausgequetschtes
Teleskop eine bessere Leistung bringt, als ein Gerät mit seeingbedingter Vergrößerungsreserve?

So steht es bei Dir geschrieben und....das bezweifelt nicht nur Armin.

Blendungsempfindlichen Leuten, also Leidensgenossen von mir, sei übrigens dringend empfohlen,
bei seeingbedingt nicht möglicher Anpassung der AP an die Objekthelligkeit der Lichtflut und
der resultierenden Blendung, Detailüberstrahlung und m.E. sogar verstärkten Bildunruhe mit
entsprechenden Gau-/Polfiltern zu begegnen.

CS
*entfernt*
 
Hallo Antares,
so weit weg vom Thema sind wir doch garnicht, schließlich geht es
nach wie vor um die Leistung verschieden großer Teleskope.


Und überhaupt, du widersprichst dir ja schon selbst. Zuerst bezeichnest
du meine Aussagen als falsch, und dann gibts du auch noch zu daß
in bestimmten Fällen ein kleines Gerät mehr zeigt als ein großes.
Mehr Zustimmung kann ich ja gar nicht mehr erwarten.

Ich will es noch mal für alle versändlich zusammenfassen:
1. Ist das Seeing sehr schlecht, dann kann eine kleines Teleskop mehr
zeigen als ein großes, da es weniger empfindlich auf das Seeing
reagiert. Allerdings behaupte ich dann, daß eine befriedigende
Planetenbeobachtung von Haus aus keinen Sinn mehr macht. Deswegen
auch meine Behauptungen zur 125-fachen Vergrößerung.
Aber leider ist schlechtes Seeing der Normalfall in großen Teleskopen.
2. Bei mittelmäßigem Seeing zeigen verschieden große Geräte
dann ein sehr ähnliches Bild, solange das kleinere von seiner
Vergrößerungsfähigkeit nicht überbeansprucht wird. Warum ein 8-Zöller
bei lediglich 125-fach ein schlechteres Bild zeigen soll als ein 12-Zöller
ist mir unbegreiflich. Ich behaupte bei so niedriger Vergrößerung muß
bei durchschnittlichem Seeing der 8-Zöller (wenn er was taugt) immer
das bessere oder zumindest ein gleich gutes Bild liefern.
3. Erst bei sehr gutem Seeing das eine höhere Vergrößerung zuläßt als
das kleine Teleskop erreichen kann, kann das größere sein Potenzial
ausschöpfen. Wo genau diese Vergrößerungsgrenze liegt kann und
will ich nicht genau sagen. Das ist in jeder Nacht verschieden, und
hängt auch von kurzfristigen Seeingschwankungen ab.

Soviel zu meinen Grundsätzen. Vielleicht sind wir ja deswegen so
verschieden in unseren Meinungen, weil wir es unterschiedlich
bewerten wann das Seeing schlecht, mittel oder gut ist. Meiner Meinung
nach zumindest sollte das Seeing doch mindestens eine 200-fache
Vergrößerung erlauben, damit das Planetenschauen einigermaßen
Freude bereitet. Aber beim Jupiter ist das zur Zeit einfach kaum zu
erwarten. Mein 20-Zöller zeigt also in aller Regel nicht mehr als mein 10-Zöller.

Und noch ein Beispiel will ich anfügen:
Beim ITV 2004 konnte ich Jupiter durch einen 42-Zöller beobachten.
Kurze Zeit später sah ich mir das gleiche Objekt durch einen kleinen
Refraktor an (4 oder 5 Zoll, habe nicht genau darauf geachtet).
Im großen Dobson war der Jupiter hell groß und ... verschwommen.
Im kleinen Refraktor klein blaß aber superscharf. Beide Geräte zeigten
in etwa die gleichen Details und das obwohl das Seeing noch nicht
einmal das schlechteste war. Obwohl ich ein eingefleischter Dobson-
Freund bin, bedauere ich heute noch daß ich nicht länger mit diesem
kleinen Fernrohr beobachtet habe.
Wenn du nun behauptest das dein bester Jupiter in einem 18-Zöller
sichtbar war, dann ist das schön für dich. Aber sei ehrlich, wie oft
ist es der Fall daß dieses große Telekop mehr zeigt als dein 12,5-Zöller.
Ich vermute mal in höchstens 10% der Fälle, eben dann wenn das
Seeing mehr erlaubt als dein Teleskop zu leisten im Stande ist.

So, ich hoffe jetzt habe ich meinen Standpunkt ausreichend
und unmißverständlich verdeutlicht.
 
Hi Coltrane,
so wie Du es nun schreibst, sind wir in der Tat nicht weit auseinander, denn nun hast Du relativiert. Im ersten Post hast Du
---
Vor allem beim tiefstehenden Jupiter ist ein großes Teleskop völlig
sinnlos.
Wenn das Seeing jetzt angenommen nur eine 200-fache Vergrößerung zuläßt, dann ist es ziemlich sinnlos ein größeres Gerät zu verwenden.
--
formuliert - absolute Aussagen.

Diese Absolutheit ist letztlich das, was ich hier für falsch halte, eben weil ich aus eigenen Erfahrungen locker aus dem Gedächtnis zig Seiten füllen könnte, in denen andere Ergebnisse beim Vergleich klein gegen groß rauskamen.

Je schlechter das atmosph. Seeing ist umso näher sind klein und groß beieinander. Das stimmt. Kommt dann noch hinzu, dass das große weitere Leistung kostende Probs hat, wie z.B. Tubussseing im geschlossenen System - dann kann das kleine Gerät mehr zeigen und wird es wohl auch.
Der Unterschied wird mit zunehmender Vergrößerung zusehends deutlicher sofern sie sinnvoll zu verwenden ist. Oder aber wenn die Öffnungsdifferenz entsprechend groß ist.

Hier liegen wir auseinander
__
Aber sei ehrlich, wie oft ist es der Fall daß dieses große Telekop mehr zeigt als dein 12,5-Zöller. Ich vermute mal in höchstens 10% der Fälle, eben dann wenn das Seeing mehr erlaubt als dein Teleskop zu leisten im Stande ist.
--
In der Konstellation hat mein 12,5 nie mehr gezeigt, egal ob 200 fach oder 450fach drin war. Da gabs immer auf die Mütze für mich.

Und eben daher auch meine Vermutung das bei Dir was sein könnte. Oder anders gesagt, das zumindest irgendwas bei Dir anders sein muß. Einen Grund muß es ja geben, das wir so konträre Erlebnisse haben.
CS
 
Hallo nochmal,
in meinem ersten Beitrag habe ich in der Tat ziemlich viele
"absolute Aussagen" reingeschrieben, aber ich konnte ja nicht
ahnen da dieser dermaßen auseinnandergenommen und
so peinlich genau bewertet wird.
Desweiteren bin ich auf jeden Fall jemand der dazu rät stets
lieber mehr als zu wenig Öffnung einzusetzen. Deswegen besitze
ich ja auch nur Dobsons und keine Refraktoren.
Nur ist halt meine Erfahrung daß selbst das Potenzial meines
10-Zöllers so gut wie nie nutzbar ist. Meinen 20-Zöller baue ich
für Planeten schon so gut wie garnicht mehr auf. Nur wenn das
Gerät wegen Deep-Sky so wie so schon steht nutze ich die Chance
auf Planeten zu schwenken. Das Resultat ist fast jedesmal das
selbe. Ein wabbeliges, nicht ertragbares Elend.
Wenn du aber nun schreibst daß der 18-Zöller stets mehr oder
gleich viel zeigt als dein auch schon recht großes Teleskop, dann
widerspricht das all meinen Erfahrungen. Falls dir irgendwelche
Gründe einfallen woran das liegen könnte, dann bitte ich dich das
Kund zu tun. Ich halte mich zwar für einen ziemlich erfahrenen
Beobachter der schon viel gesehen hat, aber man lernt ja
schließlich nie aus. Für mich jedenfalls ist das Seeing das alles
entscheidende bei der Planetenbeobachtung. Und nach meiner
Schätzung ist das Seeing zu 90% so schlecht das es keinen Sinn
hat, mehr als 8 bis 10" einzusetzen.
Aber wer weiß, vielleicht hast du an deinem Standort einfach oft
besonders gutes Seeing?
 
Hi,
ich kann nur sagen, das es bei mir nicht der Standort sein kann, denn ich fahre verschiedene Standorte an, z.T. über 100km voneinander entfernt.
Vielleicht hast Du einen ungünstigen Platz? Ich denke die in die Richtung Temperaturgradient in Bodennähe. Ich könnte mir vorstellen, das es für sowas förderliche Bedingungen gibt und Dinge die dies unwahrscheinlicher machen.
Da ich aber weder Physiker noch Thermodynamiker bin, ist das ne reine Vermutung, zu der vllt. andere was sagen können.
Das könnte interessant werden, sollte aber in nem neuen Thread behandelt werden.

Auseinandernehmen - nein. Pauschal- und Absolutaussagen sind einfach gefährlich. Aber belassen wir es dabei.
CS
 
Hallo zusammen,

Also so viele Instrumente wie ihr hier, konnte ich ich noch nicht vergleichen.
Ich hab´ aber viele Jahre mit einem Vixen R 114 S beobachtet und hab seit einigen Monaten einen GSO 12" Dobs.
Seit dem steht mein "kleiner" nur noch in der Ecke. Er kann einfach am Planeten - ich hatte bis jetzt nur die Gelegenheit bei Jup und Saturn - nicht mit den Details, dem Kontrast und natürlich der Bildhelligkeit mithalten, die der 12"er bei etwa gleicher Vergrösserung (!!) bietet.
Ich hab´ euch noch was zu lesen rausgesucht (Falls ihr Profis den Artikel nicht schon auswendig kennt!? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />):
Nightsky 4/2003
 
Hallo Leute,

wenn ich unterstelle, dass Coltrane nur den absolut ruhig stehenden Planeten und die dabei dauerhaft
deutlich erkennbaren Details gelten lässt, während Armin eine gewisse Bildunruhe in Kauf nimmt und
augenblickweise Bildberuhigung mit der dann gesteigerten Detailfülle zu einem guten Planetenbild
summiert, ergeben sich für mich kaum noch Widersprüche in den Beobachtungen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
Hallo zusammen

@Antares
Danke für deine Links für die gebogene Spinne! Ich werde mich mal auf die Suche nach einem schönen Edelstahlblech machen und es erst einmal selbst probieren.

Zu den verschiedenen Öffnungen mache ich mir auch immer wieder Gedanken und vergleiche natürlich auch.
Dabei denke ich auch, das dass Seeing der alles entscheidende Faktor ist.

Von der beobachter Seite kann ich eigentlich alles bestätigen, was Antares und Coltrane geschrieben haben.
Also das eine kleinere Öffnung besser war wie die größere.
Das beide Öffnungen das gleiche zeigten.
Das die größere Öffnung nur auf den ersten Blick mehr zeigte, aber bei genauem Vergleichen doch nicht mehr zu sehen war wie in der kleineren Öffnung.
Und natürlich zu guter letzt, wenn das Seeing mitspielt die größere Öffnung natürlich die kleinere hinter sich läßt.

Warscheinlich liegen diese unterschiedlichen Beobachtungen daran, weil das Seeing immer unterschiedlich ist. Mal stark mal schwach, mal schnell, mal langsam, mal alles zusammen und kreutz und quer.

Was sich aber auch aus diesen Vergleichsbeobachtungen langsam abzeichnet, dass für meinen Standort die ideale Öffnung irgend wo zwischen 5" und 10" sich befindet. Denn der 4" zeigt fast immer ein gutes Bild, während der 8" sich auch schon an seine Grenzen bringen ließ.

Auch hängt der Erfolg sehr von der Objekthöhe und der Jahreszeit ab. Der Newton zeigte z.B. super Bilder, als Mond und Saturn im Winter sehr hoch den Meridian durchquerten. Doch nun bei Jupiter ist meißt nicht mehr zu sehen wie in einem 4".

Gruß Uwe
 
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