Quanten
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Hallo zusammen
Seit einiger Zeit beobachte ich mit mehreren Teleskopen gleichzeitig den Planeten Jupiter. Darunter finden sich folgende Sahnestücke die da währen, ein TMB 100/800 APO, ein TMB 130/1200APO und ein TS-Orion 200/1600 Planetennewton.
Beobachtet habe ich ausschließlich mit dem Baader-Großfeldbinokular MarkV.
Vergrößerungen oder AP habe ich möglichst angepasst, aber auch bewusst die beste Schärfe für das jeweilige Instrument gesucht.
Das Seeing war die letzten Tage nicht gerade berauschend und schon gar nicht auf der Höhe auf der sich Jupiter z.Z. bewegt. Doch es gab auch relativ gute Momente und Abende, hei denen es auch ordentlich etwas zu sehen gab.
Meist habe ich auch schon recht früh den Planeten aufgesucht, so gegen 20:00 Uhr, weil sich zeigte, das trotz des noch blauen Himmels das Seeing in den Phasen vor der Dämmerung und in der Dämmerung wesentlich besser war, als wenn es schon richtig dunkel wurde.
Eigentlich bin ich ja auf den neuen kleinen roten Fleck scharf gewesen, welchen ich auch geglaubt im 5“ gesehen zu haben, doch so ganz neben bei habe ich diesen Teleskop Marathon abgezogen, weil es mich natürlich immer interessiert, wie sich Strehl, Teleskopsysteme und Zubehör in der Praxis gegeneinander verhalten.
Von anderen Gegebenheiten, wie Bildorientierung und Nachführung (Newton) oder Gewicht (5"APO) mal abgesehen.
Immer überrascht hat mich, was der 4“APO zeigte!
Wahren seine optimale Vergrößerung bei 136fach, ließ die Luft gelegentlich auch noch 151 und 170fach zu.
Er zeigte sehr schön den GRF, Girlanden im EZ und Farb- und Strukturunterschiede im NEB. Auch zeigte er das NTrZ und das STrZ Farblich sehr schön abgehoben von den Hauptwolkenbändern und den Polhauben.
Nach mehreren Abenden stellten sich diese Details schon fast als Standart ein.
Problem beim 4“ es geht ihm mit dem Binokular ab 170fach schon fast die Luft aus, weil das Bild dann doch dunkler wird und es schwieriger wird Details zu differenzieren. Doch lässt das Seeing so oder so keine höheren Vergrößerungen zu.
Der 5,2“ TMB APO zeigte ein wesentlich helleres Bild bei 170fach und zeigte, das er noch genügend Licht für höhere Vergrößerungen bereithält, was aber auch meist durch das Seeing vereitelt wurde. Auch hier waren nur Vergrößerungen von 136 bis max. 188fach möglich.
Meist waren die gleichen Details wie im 4“APO zu sehen nur deutlicher und mit satteren Farben.
An Abenden mit besserer Luft zeigte dieser aber mehr Potential, so waren Strukturen um den GRF zu sehen, die sich in Blau- Grautönen vom GRF und dem SEB abhoben. Oft hatte ich das Gefühl das noch mehr Strukturen im EZ zum SEB hin auszumachen währen als die großen Girlanden, doch wollte es das Seeing nicht zulassen. Das NEB teilte sich in zwei Farben von Brauntönen, eines in Rotbraun, das andere in Kastanienbraun. Die Polhauben unterteilten sich auch in verschiedene Farbtönungen. Das STrZ und das NTrZ leuchteten geradezu Zwischen den Hauptwolkenbändern und den Polgebieten!
Insgesamt erschien das Jupiterbild sehr ästhetisch und mit leuchtenden Farben und tollem Kontrast!
Der Newton zeigte das gleiche wie der 5,2“TMB APO, jedoch meinte ich in Momenten besserer Luft diese Strukturen im EZ zum SEB besser aufgelöst zu sehen.
Was jedoch auffiel, das Jupiterbild erschien im Newton relativ gesehen, zu den Apochromatenbilder etwas flau und blass, was sich noch mit voranschreitender Dämmerung verstärkte, da die FS-Spinne mit zunehmender Himmelhintergrundschwärzung mit ihrem Streulicht immer deutlicher zu Tage trat.
Die ganze Farbwiedergabe war nicht so intensiv wie bei den Apochromaten, so dass der GRF zwar deutlich zu sehen war, doch relativ farblos. Auch waren die Farbunterschiede im NEB nicht so leicht auszumachen wie im APO. Auch war die Blau-Graustruktur um den GRF nur schwer auszumachen.
Was im Newton natürlich auffällt ist seine enorme Lichtfülle, so das dass Bild selbst bei über 200fach noch genügend potential hätte für Details. Mond und Saturn im Binokular und hoch im Meridian, sind mit dem Newton ein Traum zu beobachten!
Doch bei diesen Seeingbedingungen zeigte sich, dass der Newton sich einfach nicht absetzen kann. Ich bin schon gespannt darauf, wenn Jupiter wieder wie in den Jahren 2002-2003 hoch im Meridian steht, was dann in ihm steckt!?
Bei schlechtem Seeing hatte ich oft das Gefühl, das dass Bild im 4“ noch am besten deffiniret war.
Eine Erkenntnis, wenn man es so nennen mag, die ich aus diesem Vergleich gewonnen habe, ist die, dass man wieder erwarten nicht mit steigender Öffnung auch ein ansteigen der Auflösung von Details in der Praxis rechnen kann.
So waren zwar eindeutig mehr Details in den größeren Öffnungen zu sehen, aber nicht in dem Maße, wie man es mit steigender Öffnung und Apparaturgröße erwarten würde. Deshalb war ich auch sehr überrascht, was alles in einem 4“APO alles zu sehen war.
Sicher verhält es sich wieder etwas anders mit anderen Objekten wie dem Mond und bei höherer Deklinationsstellung, doch ist das Seeing eben die eindeutige Spaßbremse!
Gruß Uwe
Seit einiger Zeit beobachte ich mit mehreren Teleskopen gleichzeitig den Planeten Jupiter. Darunter finden sich folgende Sahnestücke die da währen, ein TMB 100/800 APO, ein TMB 130/1200APO und ein TS-Orion 200/1600 Planetennewton.
Beobachtet habe ich ausschließlich mit dem Baader-Großfeldbinokular MarkV.
Vergrößerungen oder AP habe ich möglichst angepasst, aber auch bewusst die beste Schärfe für das jeweilige Instrument gesucht.
Das Seeing war die letzten Tage nicht gerade berauschend und schon gar nicht auf der Höhe auf der sich Jupiter z.Z. bewegt. Doch es gab auch relativ gute Momente und Abende, hei denen es auch ordentlich etwas zu sehen gab.
Meist habe ich auch schon recht früh den Planeten aufgesucht, so gegen 20:00 Uhr, weil sich zeigte, das trotz des noch blauen Himmels das Seeing in den Phasen vor der Dämmerung und in der Dämmerung wesentlich besser war, als wenn es schon richtig dunkel wurde.
Eigentlich bin ich ja auf den neuen kleinen roten Fleck scharf gewesen, welchen ich auch geglaubt im 5“ gesehen zu haben, doch so ganz neben bei habe ich diesen Teleskop Marathon abgezogen, weil es mich natürlich immer interessiert, wie sich Strehl, Teleskopsysteme und Zubehör in der Praxis gegeneinander verhalten.
Von anderen Gegebenheiten, wie Bildorientierung und Nachführung (Newton) oder Gewicht (5"APO) mal abgesehen.
Immer überrascht hat mich, was der 4“APO zeigte!
Wahren seine optimale Vergrößerung bei 136fach, ließ die Luft gelegentlich auch noch 151 und 170fach zu.
Er zeigte sehr schön den GRF, Girlanden im EZ und Farb- und Strukturunterschiede im NEB. Auch zeigte er das NTrZ und das STrZ Farblich sehr schön abgehoben von den Hauptwolkenbändern und den Polhauben.
Nach mehreren Abenden stellten sich diese Details schon fast als Standart ein.
Problem beim 4“ es geht ihm mit dem Binokular ab 170fach schon fast die Luft aus, weil das Bild dann doch dunkler wird und es schwieriger wird Details zu differenzieren. Doch lässt das Seeing so oder so keine höheren Vergrößerungen zu.
Der 5,2“ TMB APO zeigte ein wesentlich helleres Bild bei 170fach und zeigte, das er noch genügend Licht für höhere Vergrößerungen bereithält, was aber auch meist durch das Seeing vereitelt wurde. Auch hier waren nur Vergrößerungen von 136 bis max. 188fach möglich.
Meist waren die gleichen Details wie im 4“APO zu sehen nur deutlicher und mit satteren Farben.
An Abenden mit besserer Luft zeigte dieser aber mehr Potential, so waren Strukturen um den GRF zu sehen, die sich in Blau- Grautönen vom GRF und dem SEB abhoben. Oft hatte ich das Gefühl das noch mehr Strukturen im EZ zum SEB hin auszumachen währen als die großen Girlanden, doch wollte es das Seeing nicht zulassen. Das NEB teilte sich in zwei Farben von Brauntönen, eines in Rotbraun, das andere in Kastanienbraun. Die Polhauben unterteilten sich auch in verschiedene Farbtönungen. Das STrZ und das NTrZ leuchteten geradezu Zwischen den Hauptwolkenbändern und den Polgebieten!
Insgesamt erschien das Jupiterbild sehr ästhetisch und mit leuchtenden Farben und tollem Kontrast!
Der Newton zeigte das gleiche wie der 5,2“TMB APO, jedoch meinte ich in Momenten besserer Luft diese Strukturen im EZ zum SEB besser aufgelöst zu sehen.
Was jedoch auffiel, das Jupiterbild erschien im Newton relativ gesehen, zu den Apochromatenbilder etwas flau und blass, was sich noch mit voranschreitender Dämmerung verstärkte, da die FS-Spinne mit zunehmender Himmelhintergrundschwärzung mit ihrem Streulicht immer deutlicher zu Tage trat.
Die ganze Farbwiedergabe war nicht so intensiv wie bei den Apochromaten, so dass der GRF zwar deutlich zu sehen war, doch relativ farblos. Auch waren die Farbunterschiede im NEB nicht so leicht auszumachen wie im APO. Auch war die Blau-Graustruktur um den GRF nur schwer auszumachen.
Was im Newton natürlich auffällt ist seine enorme Lichtfülle, so das dass Bild selbst bei über 200fach noch genügend potential hätte für Details. Mond und Saturn im Binokular und hoch im Meridian, sind mit dem Newton ein Traum zu beobachten!
Doch bei diesen Seeingbedingungen zeigte sich, dass der Newton sich einfach nicht absetzen kann. Ich bin schon gespannt darauf, wenn Jupiter wieder wie in den Jahren 2002-2003 hoch im Meridian steht, was dann in ihm steckt!?
Bei schlechtem Seeing hatte ich oft das Gefühl, das dass Bild im 4“ noch am besten deffiniret war.
Eine Erkenntnis, wenn man es so nennen mag, die ich aus diesem Vergleich gewonnen habe, ist die, dass man wieder erwarten nicht mit steigender Öffnung auch ein ansteigen der Auflösung von Details in der Praxis rechnen kann.
So waren zwar eindeutig mehr Details in den größeren Öffnungen zu sehen, aber nicht in dem Maße, wie man es mit steigender Öffnung und Apparaturgröße erwarten würde. Deshalb war ich auch sehr überrascht, was alles in einem 4“APO alles zu sehen war.
Sicher verhält es sich wieder etwas anders mit anderen Objekten wie dem Mond und bei höherer Deklinationsstellung, doch ist das Seeing eben die eindeutige Spaßbremse!
Gruß Uwe