003sec
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Hallo,
um es kurz zu sagen: Ich bin mit der Bearbeitung immer noch nicht fertig. Aber ich will nun auch hier mal ein paar Ergebnisse zeigen. Nicht alle, nur die besten oder die interessantesten. Den Anfang macht der Juppi vom 1.3.:
Ich habe mir viel Mühe bei der Bearbeitung gegeben. Es war auch einigermaßen kompliziert, weil Io sich ja bewegt. Das Derotieren mit Mond hat irgendwie bei mir nicht geklappt, also habe ich ein paar gute Bilder genommen und per Hand den Mond aufeinandergelegt. Mehr Bilder hätten auch nicht mehr Details gezeigt, denke ich. Der Schatten stammt von einem einzigen Bild. Der Rand von Jupiter sah schrecklich aus, weil ich selektiv viele Filme rausgeschmissen hatte und auch nicht auf die Mitte hin derotiert habe, sondern einen anderen Zeitpunkt gewählt hatte. Ich habe dann als Lösung 5 Filme vor dem Zeitpunkt und 5 Filme danach gestackt und einfach nicht derotiert. Die Details in der Mitte wurden natürlich unscharf, aber der Rand war sehr schön. In diesen 5 Min. hat sich da auch nicht viel getan, weil ja die Perspektive anders ist. Den Rand habe ich dann mit einem weichen Radius selektiert (etwa 30 Pixel breit) und ausgetauscht.
Am 3.3. war das Seeing noch etwas besser.
Von 60 Filmchen konnte ich bei etwa der Hälfte sofort sehen, dass ich am Limit des Geräts angekommen war. Das war die erste Hälfte. Danach wurde es wieder schlechter. 17 Min. sehr gutes Seeing haben aber gereicht, um mein bisher bestes Ergebnis von 2022 zu erreichen.
Bei der Bildbearbeitung entstand sofort diese Anmutung von Glätte, wie sie oft bei großen Öffnungen zu sehen ist. Ich habe das auch noch mal etwas verstärkt, indem ich die Luminanz des Farbbildes weichgezeichnet habe und zu gewissen Prozenten einfach überlagert habe. Und am Ende habe ich auch noch das ungeschärfte Summenbild etwas dazugemischt. Es ist immer noch recht knackig bearbeitet, ich weiß.
Am 4.3. hatte ich Besuch von Nachbarn. Die hatten im Radio etwas von seltener Planetenkonstellation gehört und wollten das mal sehen. OK, ich hab's erklärt, dann haben wir Jupiter geschaut: Monde, Wolken, der GRF war nicht da. Laien wollen natürlich gerne echt durchs Teleskop gucken. (Profis natürlich auch) Das wurde aber etwas anstrengend, so mit Leiter und festhalten und so. Also haben wir im Anschluss auf den Bildschirm geschaut. "Boah, da sieht man ja echt viel …“, hieß es, und ich dachte: „Wie lang dauert das wohl noch? Ich will aufnehmen“, denn das Seeing war sehr gut.
Das habe ich dann im Anschluss gemacht.
Hier das Ergebnis:
... und dann kam der 6.3. :
Eine Neuerung bestand darin, die Filme etwas länger zu belichten. Das Derotieren bzw. das Einmessen wurde so auf die Hälfte des Aufwands reduziert. Ich sehe zwar nach 30 s schon Rotationsbewegung von Jupiter, aber offensichtlich führen auch 60 Sek. nicht zu Unschärfen. Dabei könnte es ja theor. sogar vorkommen, dass die Referenzbilder knapp 2 Min. auseinanderliegen. Insgesamt hatte ich 90 Min. gefilmt, aber nur eine Serie von 30 Min. war so richtig gut. Ich denke, ich bin für rotes Licht am Limit meines 16ers und das ist insofern für mich wichtig, weil ich dieses Bild mit einem alten von 2022 verglichen habe und es gleichscharf ist. Der Unterschied ist, dass heute meine Pixel mit der ASI585 etwa 20 % größer sind, und doch erreiche ich im Endbild die gleiche Auflösung. Deshalb habe ich auch mal meine Pixelanbindung ins Bild geschrieben. Das kleinstmögliche Detail wird in der Waagerechten mit etwa 2,8 Pixel abgebildet. In der Diagonalen ist der Kamerapixel ja länger, da ist es dann weniger, aber reicht offensichtlich auch. Jetzt stellt sich die Frage, ob das auch für grünes Licht, evtl. sogar für blaues reicht.
Noch ein Wort zur Deconvolution in LuckyStackWorker: Die ist super und auf den ersten Blick sogar besser als meine einfache PS-unscharfe-Maskierungs-Methode. Trotzdem zeigen die Bilder aber nicht mehr Details, sondern lediglich weniger Rauschen. Dieses weniger Rauschen kann man (kann ich) aber nicht in eine höhere Auflösung umsetzen. Ich habe deshalb hier meine PS-Version eingestellt, auch, wenn ich diese dann im Nachhinein etwas glätten musste.
Ebenfalls am 6.3. habe ich es im Methanband versucht:
Die ASI715 ist da noch sehr empfindlich und ich konnte bei 25 ms belichten. Das Rauschen war aber enorm. Viel hilft viel, dachte ich, und habe 90 Minuten gefilmt. Die schlechtesten Filme wurden entsorgt, die anderen derotiert. Normalerweise achte ich immer auf helle Strukturen, da gibt es wenig Methan. Hier aber fiel mir diese dunkle Struktur in der Äquatorzone auf. Im Livebild war die sogar noch präsenter. Für mich sieht das nach einem "Methan-Spot" aus, der "im Winde verweht".
Ein bisschen zu optimistisch bin ich vorher noch an die Monde ran. Mit Rotfilter sah ich z.T. im Livebild schon Strukturen. Nun aber wollte ich mehr und habe sie mit Grünfilter belichtet. Dadurch erhoffte ich mir 20 % mehr Auflösung, weil die Wellenlänge ja kürzer ist. Leider war das Seeing nicht so perfekt, wie es hätte sein können/müssen. Ich glaube, mit Rotfilter wäre ich weitergekommen. Aber Strukturen sind eindeutig da und ich habe sie auch quasi bestätigt, indem ich je 10 mal 1 Min. gefilmt habe. Scharfe und unscharfe Filme konnte ich leicht beurteilen, weil die Monde da eben verzerrt waren oder keine klare Kante zeigten. Nur die scharfen wurden verwendet, mal 3, mal 8, und in jedem der Bilder waren mehr oder weniger die gleichen Strukturen zu sehen. Verwendungsrate war 5 % und einmal 15 %.
Interessant war auch der Vergleich mit den Simulationen. Diese waren keineswegs alle gleich und wenn man die dann auch noch verschiedenartig weichzeichnet, ändert sich wieder etwas.
Witzig war Io. Ich kenne seine Oberflächenalbedo einigermaßen aus anderen Bildern, hier aber sah der Mond völlig anders aus. Aber na klar, der Grünfilter. Io ist ja eher rot. Ich musste dann die Simulation auch erst "grünfiltern" und siehe da, doch einigermaßen ähnlich.
Ganymed reiche ich gleich nach, Limit erreicht ;-)
um es kurz zu sagen: Ich bin mit der Bearbeitung immer noch nicht fertig. Aber ich will nun auch hier mal ein paar Ergebnisse zeigen. Nicht alle, nur die besten oder die interessantesten. Den Anfang macht der Juppi vom 1.3.:
Ich habe mir viel Mühe bei der Bearbeitung gegeben. Es war auch einigermaßen kompliziert, weil Io sich ja bewegt. Das Derotieren mit Mond hat irgendwie bei mir nicht geklappt, also habe ich ein paar gute Bilder genommen und per Hand den Mond aufeinandergelegt. Mehr Bilder hätten auch nicht mehr Details gezeigt, denke ich. Der Schatten stammt von einem einzigen Bild. Der Rand von Jupiter sah schrecklich aus, weil ich selektiv viele Filme rausgeschmissen hatte und auch nicht auf die Mitte hin derotiert habe, sondern einen anderen Zeitpunkt gewählt hatte. Ich habe dann als Lösung 5 Filme vor dem Zeitpunkt und 5 Filme danach gestackt und einfach nicht derotiert. Die Details in der Mitte wurden natürlich unscharf, aber der Rand war sehr schön. In diesen 5 Min. hat sich da auch nicht viel getan, weil ja die Perspektive anders ist. Den Rand habe ich dann mit einem weichen Radius selektiert (etwa 30 Pixel breit) und ausgetauscht.
Am 3.3. war das Seeing noch etwas besser.
Von 60 Filmchen konnte ich bei etwa der Hälfte sofort sehen, dass ich am Limit des Geräts angekommen war. Das war die erste Hälfte. Danach wurde es wieder schlechter. 17 Min. sehr gutes Seeing haben aber gereicht, um mein bisher bestes Ergebnis von 2022 zu erreichen.
Bei der Bildbearbeitung entstand sofort diese Anmutung von Glätte, wie sie oft bei großen Öffnungen zu sehen ist. Ich habe das auch noch mal etwas verstärkt, indem ich die Luminanz des Farbbildes weichgezeichnet habe und zu gewissen Prozenten einfach überlagert habe. Und am Ende habe ich auch noch das ungeschärfte Summenbild etwas dazugemischt. Es ist immer noch recht knackig bearbeitet, ich weiß.
Am 4.3. hatte ich Besuch von Nachbarn. Die hatten im Radio etwas von seltener Planetenkonstellation gehört und wollten das mal sehen. OK, ich hab's erklärt, dann haben wir Jupiter geschaut: Monde, Wolken, der GRF war nicht da. Laien wollen natürlich gerne echt durchs Teleskop gucken. (Profis natürlich auch) Das wurde aber etwas anstrengend, so mit Leiter und festhalten und so. Also haben wir im Anschluss auf den Bildschirm geschaut. "Boah, da sieht man ja echt viel …“, hieß es, und ich dachte: „Wie lang dauert das wohl noch? Ich will aufnehmen“, denn das Seeing war sehr gut.
Das habe ich dann im Anschluss gemacht.
Hier das Ergebnis:
... und dann kam der 6.3. :
Eine Neuerung bestand darin, die Filme etwas länger zu belichten. Das Derotieren bzw. das Einmessen wurde so auf die Hälfte des Aufwands reduziert. Ich sehe zwar nach 30 s schon Rotationsbewegung von Jupiter, aber offensichtlich führen auch 60 Sek. nicht zu Unschärfen. Dabei könnte es ja theor. sogar vorkommen, dass die Referenzbilder knapp 2 Min. auseinanderliegen. Insgesamt hatte ich 90 Min. gefilmt, aber nur eine Serie von 30 Min. war so richtig gut. Ich denke, ich bin für rotes Licht am Limit meines 16ers und das ist insofern für mich wichtig, weil ich dieses Bild mit einem alten von 2022 verglichen habe und es gleichscharf ist. Der Unterschied ist, dass heute meine Pixel mit der ASI585 etwa 20 % größer sind, und doch erreiche ich im Endbild die gleiche Auflösung. Deshalb habe ich auch mal meine Pixelanbindung ins Bild geschrieben. Das kleinstmögliche Detail wird in der Waagerechten mit etwa 2,8 Pixel abgebildet. In der Diagonalen ist der Kamerapixel ja länger, da ist es dann weniger, aber reicht offensichtlich auch. Jetzt stellt sich die Frage, ob das auch für grünes Licht, evtl. sogar für blaues reicht.
Noch ein Wort zur Deconvolution in LuckyStackWorker: Die ist super und auf den ersten Blick sogar besser als meine einfache PS-unscharfe-Maskierungs-Methode. Trotzdem zeigen die Bilder aber nicht mehr Details, sondern lediglich weniger Rauschen. Dieses weniger Rauschen kann man (kann ich) aber nicht in eine höhere Auflösung umsetzen. Ich habe deshalb hier meine PS-Version eingestellt, auch, wenn ich diese dann im Nachhinein etwas glätten musste.
Ebenfalls am 6.3. habe ich es im Methanband versucht:
Die ASI715 ist da noch sehr empfindlich und ich konnte bei 25 ms belichten. Das Rauschen war aber enorm. Viel hilft viel, dachte ich, und habe 90 Minuten gefilmt. Die schlechtesten Filme wurden entsorgt, die anderen derotiert. Normalerweise achte ich immer auf helle Strukturen, da gibt es wenig Methan. Hier aber fiel mir diese dunkle Struktur in der Äquatorzone auf. Im Livebild war die sogar noch präsenter. Für mich sieht das nach einem "Methan-Spot" aus, der "im Winde verweht".
Ein bisschen zu optimistisch bin ich vorher noch an die Monde ran. Mit Rotfilter sah ich z.T. im Livebild schon Strukturen. Nun aber wollte ich mehr und habe sie mit Grünfilter belichtet. Dadurch erhoffte ich mir 20 % mehr Auflösung, weil die Wellenlänge ja kürzer ist. Leider war das Seeing nicht so perfekt, wie es hätte sein können/müssen. Ich glaube, mit Rotfilter wäre ich weitergekommen. Aber Strukturen sind eindeutig da und ich habe sie auch quasi bestätigt, indem ich je 10 mal 1 Min. gefilmt habe. Scharfe und unscharfe Filme konnte ich leicht beurteilen, weil die Monde da eben verzerrt waren oder keine klare Kante zeigten. Nur die scharfen wurden verwendet, mal 3, mal 8, und in jedem der Bilder waren mehr oder weniger die gleichen Strukturen zu sehen. Verwendungsrate war 5 % und einmal 15 %.
Interessant war auch der Vergleich mit den Simulationen. Diese waren keineswegs alle gleich und wenn man die dann auch noch verschiedenartig weichzeichnet, ändert sich wieder etwas.
Witzig war Io. Ich kenne seine Oberflächenalbedo einigermaßen aus anderen Bildern, hier aber sah der Mond völlig anders aus. Aber na klar, der Grünfilter. Io ist ja eher rot. Ich musste dann die Simulation auch erst "grünfiltern" und siehe da, doch einigermaßen ähnlich.
Ganymed reiche ich gleich nach, Limit erreicht ;-)
sein .