Jupiter in der Schönwetterphase 1.3. bis 9.3

003sec

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Hallo,
um es kurz zu sagen: Ich bin mit der Bearbeitung immer noch nicht fertig. Aber ich will nun auch hier mal ein paar Ergebnisse zeigen. Nicht alle, nur die besten oder die interessantesten. Den Anfang macht der Juppi vom 1.3.:
JU_2026-03-01-2250_F_12.jpg


Ich habe mir viel Mühe bei der Bearbeitung gegeben. Es war auch einigermaßen kompliziert, weil Io sich ja bewegt. Das Derotieren mit Mond hat irgendwie bei mir nicht geklappt, also habe ich ein paar gute Bilder genommen und per Hand den Mond aufeinandergelegt. Mehr Bilder hätten auch nicht mehr Details gezeigt, denke ich. Der Schatten stammt von einem einzigen Bild. Der Rand von Jupiter sah schrecklich aus, weil ich selektiv viele Filme rausgeschmissen hatte und auch nicht auf die Mitte hin derotiert habe, sondern einen anderen Zeitpunkt gewählt hatte. Ich habe dann als Lösung 5 Filme vor dem Zeitpunkt und 5 Filme danach gestackt und einfach nicht derotiert. Die Details in der Mitte wurden natürlich unscharf, aber der Rand war sehr schön. In diesen 5 Min. hat sich da auch nicht viel getan, weil ja die Perspektive anders ist. Den Rand habe ich dann mit einem weichen Radius selektiert (etwa 30 Pixel breit) und ausgetauscht.

Am 3.3. war das Seeing noch etwas besser.

ju-3-3-26_20-52.jpg

Von 60 Filmchen konnte ich bei etwa der Hälfte sofort sehen, dass ich am Limit des Geräts angekommen war. Das war die erste Hälfte. Danach wurde es wieder schlechter. 17 Min. sehr gutes Seeing haben aber gereicht, um mein bisher bestes Ergebnis von 2022 zu erreichen.
Bei der Bildbearbeitung entstand sofort diese Anmutung von Glätte, wie sie oft bei großen Öffnungen zu sehen ist. Ich habe das auch noch mal etwas verstärkt, indem ich die Luminanz des Farbbildes weichgezeichnet habe und zu gewissen Prozenten einfach überlagert habe. Und am Ende habe ich auch noch das ungeschärfte Summenbild etwas dazugemischt. Es ist immer noch recht knackig bearbeitet, ich weiß.

Am 4.3. hatte ich Besuch von Nachbarn. Die hatten im Radio etwas von seltener Planetenkonstellation gehört und wollten das mal sehen. OK, ich hab's erklärt, dann haben wir Jupiter geschaut: Monde, Wolken, der GRF war nicht da. Laien wollen natürlich gerne echt durchs Teleskop gucken. (Profis natürlich auch) Das wurde aber etwas anstrengend, so mit Leiter und festhalten und so. Also haben wir im Anschluss auf den Bildschirm geschaut. "Boah, da sieht man ja echt viel …“, hieß es, und ich dachte: „Wie lang dauert das wohl noch? Ich will aufnehmen“, denn das Seeing war sehr gut.
Das habe ich dann im Anschluss gemacht.
Hier das Ergebnis:

Ju_4-3-2026_22-13v2 Kopie.jpg


... und dann kam der 6.3. :

+ju-2026-03-06_19-52.jpg



Eine Neuerung bestand darin, die Filme etwas länger zu belichten. Das Derotieren bzw. das Einmessen wurde so auf die Hälfte des Aufwands reduziert. Ich sehe zwar nach 30 s schon Rotationsbewegung von Jupiter, aber offensichtlich führen auch 60 Sek. nicht zu Unschärfen. Dabei könnte es ja theor. sogar vorkommen, dass die Referenzbilder knapp 2 Min. auseinanderliegen. Insgesamt hatte ich 90 Min. gefilmt, aber nur eine Serie von 30 Min. war so richtig gut. Ich denke, ich bin für rotes Licht am Limit meines 16ers und das ist insofern für mich wichtig, weil ich dieses Bild mit einem alten von 2022 verglichen habe und es gleichscharf ist. Der Unterschied ist, dass heute meine Pixel mit der ASI585 etwa 20 % größer sind, und doch erreiche ich im Endbild die gleiche Auflösung. Deshalb habe ich auch mal meine Pixelanbindung ins Bild geschrieben. Das kleinstmögliche Detail wird in der Waagerechten mit etwa 2,8 Pixel abgebildet. In der Diagonalen ist der Kamerapixel ja länger, da ist es dann weniger, aber reicht offensichtlich auch. Jetzt stellt sich die Frage, ob das auch für grünes Licht, evtl. sogar für blaues reicht.

Noch ein Wort zur Deconvolution in LuckyStackWorker: Die ist super und auf den ersten Blick sogar besser als meine einfache PS-unscharfe-Maskierungs-Methode. Trotzdem zeigen die Bilder aber nicht mehr Details, sondern lediglich weniger Rauschen. Dieses weniger Rauschen kann man (kann ich) aber nicht in eine höhere Auflösung umsetzen. Ich habe deshalb hier meine PS-Version eingestellt, auch, wenn ich diese dann im Nachhinein etwas glätten musste.

Ebenfalls am 6.3. habe ich es im Methanband versucht:

ju-methan Kopie.jpg

Die ASI715 ist da noch sehr empfindlich und ich konnte bei 25 ms belichten. Das Rauschen war aber enorm. Viel hilft viel, dachte ich, und habe 90 Minuten gefilmt. Die schlechtesten Filme wurden entsorgt, die anderen derotiert. Normalerweise achte ich immer auf helle Strukturen, da gibt es wenig Methan. Hier aber fiel mir diese dunkle Struktur in der Äquatorzone auf. Im Livebild war die sogar noch präsenter. Für mich sieht das nach einem "Methan-Spot" aus, der "im Winde verweht".

Ein bisschen zu optimistisch bin ich vorher noch an die Monde ran. Mit Rotfilter sah ich z.T. im Livebild schon Strukturen. Nun aber wollte ich mehr und habe sie mit Grünfilter belichtet. Dadurch erhoffte ich mir 20 % mehr Auflösung, weil die Wellenlänge ja kürzer ist. Leider war das Seeing nicht so perfekt, wie es hätte sein können/müssen. Ich glaube, mit Rotfilter wäre ich weitergekommen. Aber Strukturen sind eindeutig da und ich habe sie auch quasi bestätigt, indem ich je 10 mal 1 Min. gefilmt habe. Scharfe und unscharfe Filme konnte ich leicht beurteilen, weil die Monde da eben verzerrt waren oder keine klare Kante zeigten. Nur die scharfen wurden verwendet, mal 3, mal 8, und in jedem der Bilder waren mehr oder weniger die gleichen Strukturen zu sehen. Verwendungsrate war 5 % und einmal 15 %.
Interessant war auch der Vergleich mit den Simulationen. Diese waren keineswegs alle gleich und wenn man die dann auch noch verschiedenartig weichzeichnet, ändert sich wieder etwas.
Witzig war Io. Ich kenne seine Oberflächenalbedo einigermaßen aus anderen Bildern, hier aber sah der Mond völlig anders aus. Aber na klar, der Grünfilter. Io ist ja eher rot. Ich musste dann die Simulation auch erst "grünfiltern" und siehe da, doch einigermaßen ähnlich.
io Kopie.jpg

europa Kopie.jpg

callisto Kopie.jpg

Ganymed reiche ich gleich nach, Limit erreicht ;-)
 
Hallo Ralf,

sehr schöne Aufnahmen. Du machst Dir ja echt viel Arbeit mit der Bearbeitung der Bilder. Das hat sich aber auch gelohnt. Leider sind die Ränder durch die WinJupos Manipulation etwas verzogen. Es wäre besser, wenn WinJupos nur die Daten nimmt, die zur Verfügungen stehen und die Ränder nicht auseinanderzieht in den Bildern, wo die Information fehlt. Das ist ein bisschen schade.

Die ESO hat vor ein paar Jahren Ganymed mit dem VLT Sphere Instrument fotografiert. Mit 8m Öffnung und adaptiver Öffnung ist ja schon einiges drin. Das ist das Maximum, was man an Auflösung von der Erde aus hinbekommt, auch wenn die Bilder im nahen Infrarot entstanden sind.

Gruß,
Peter
 
Hallo Ralf
Gerade beschäftige ich mich mit dem Methan Filter .
Zeigt ein Methan Filter überhaupt Struktuen auf Jupiter ?
KI sagt :
Nein, die sichtbaren Strukturen bei einer Aufnahme im Methanband (meist bei
889 nm) bestehen nicht selbst aus Methan. Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Das Methangas in Jupiters Atmosphäre dient als eine Art „Sperrschicht“, die Licht schluckt.

Was du auf den Bildern siehst, sind vor allem Höhenunterschiede der Wolken:



1. Warum ist der Planet fast schwarz?

Methan absorbiert Infrarotlicht in diesem Wellenlängenbereich extrem stark. Das Sonnenlicht dringt in die Atmosphäre ein, wird vom Methan „aufgefressen“ und kommt nicht mehr zurück zur Kamera. Deshalb erscheint die normale Planetenoberfläche auf diesen Fotos sehr dunkel.



2. Was sind die hellen Strukturen?

Die hellen Flecken und Bänder, die du siehst, sind hohe Wolken oder Dunstschichten (z. B. aus Ammoniak-Eis), die sich oberhalb der dichten Methanschichten befinden:

  • Hohe Wolken: Sie reflektieren das Sonnenlicht, bevor es tief genug sinken kann, um vom Methan absorbiert zu werden. Deshalb erscheinen sie strahlend hell.
  • Großer Roter Fleck: Er ist auf Methan-Bildern fast immer sehr hell, weil er ein gewaltiger Sturm ist, der weit über die restlichen Wolkenschichten hinausragt.
  • Pole: Die Polarregionen zeigen oft hellen Dunst in hohen atmosphärischen Schichten.



3. Was sind die dunklen Strukturen?

Dunkle Bereiche sind Regionen, in denen das Licht tief in die Atmosphäre eindringen kann (z. B. Wolkenlücken). Dort gibt es viel Methan „über“ den reflektierenden Schichten, das das Licht fast vollständig schluckt.

Zusammenfassend: Mit einem Methanfilter fotografierst du nicht das Methan selbst, sondern du nutzt die Absorptions-Eigenschaft des Methans, um eine topografische Karte der Wolkenhöhen zu erstellen. Hell bedeutet „hoch oben“, dunkel bedeutet „tief unten“.

Kannst du dem zustimmen ?

Fakt ist doch das man nur Strukturen, die sehr hoch in der Atmosphäre schweben sehen kann . Also Details Strukturen Oberfläche ist dann nicht möglich .
Ist das richtig ?


Deine Bilder sind wiedermal erste Güte.




Gruß Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ralf,

phantastische Bilder von Jupiter hast du gemacht! Selten habe ich solchen Detailreichtum und Schärfe gesehen.
Was für ein Dobson ist das denn mit 16 Zoll, ist es der Skywatcher?

Grüße
Martin
 
Hallo Peter, Frank und Martin,
vielen dank für eure Fragen und Anmerkungen.

Peter, ich glaube, dass normalerweise WinJupos nichts verzerrt. Immerhin ist es zum Ausmessen von Details entwickelt worden. Die Derotation ist quasi ein Nebenprodukt. Möglicherweise darf ich aber nicht über 90 Min. derotieren. Mein Bildrand stammt meistens von 5 nicht derotierten Bildern, da sollte eigentlich nichts verschoben sein.

Hallo Frank, Fakt ist, dass alles Methan dunkel erscheint, weil es das IR-Licht absorbiert. Wo es hell ist, da gibt es weniger Methan. Die Monde z.B. sind gleißend hell. In welcher Höhe Methan auf Jupiter verstärkt vorkommt, kann ich nicht sagen. Daraus ein Höhenprofil abzuleiten, ist denkbar. Das wäre aber der 2. Schritt. Der erste wäre: ja, Methan ist da = dunkel. Kein Methan = hell. So gesehen hat die KI unrecht. Jetzt kann man natürlich philosophieren, dass das Methangas ja selbst kein Licht abgibt, welches wir detektieren können.

Hallo Martin, ja, das ist der Skywatcher (Flextube), das hässlichste Teleskop der Welt, aber es hat einen guten Spiegel und das GoTo ist fantastisch.
VG ralf
 
Hallo Ralf
Ich hoffe das ich es richtig verstanden habe .
Der Methan Filter zeigt dunkle Wolken in einer bestimmten Höhe der Jupiteratmosphäre .
Und das was bei deinem Bild nun Dunkel ist sind dann die Wolken .
Deshalb kann man dann auch die Jupitermonde besser sehen weil sie dann hell sind und von den dunklen Wolken sich abheben .

Gruß Frank
 
Hallo Ralf,


tolle Aufnahmen, für erstaunlich gute Spiegel in teilweise komischen Teleskopen ist dieser Hersteller berühmt-berüchtigt ;) Deine Ergebnisse finde ich jedenfalls sehr gelungen.

Viele Grüße Felix
 
Peter, ich glaube, dass normalerweise WinJupos nichts verzerrt. Immerhin ist es zum Ausmessen von Details entwickelt worden. Die Derotation ist quasi ein Nebenprodukt. Möglicherweise darf ich aber nicht über 90 Min. derotieren. Mein Bildrand stammt meistens von 5 nicht derotierten Bildern, da sollte eigentlich nichts verschoben sein.
Hallo Ralf,

ich meinte eigentlich z.B. die Region rechts des GRFs vom 4.3, die sieht sehr verwaschen aus. Genauso die rechte Seite im Bild darunter vom 6.3.
Die rechte Seite ist ja die gut beleuchtete Seite des Jupiters. Deshalb dachte ich an den WinJupos-Effekt.
Übrigens ist Bild 1 um 22:50 aufgenommen, nicht um 20:50 denke ich. ;)

Gruß,
Peter
 
Hallo Frank,
die Mondes sind normal hell, wie in jedem anderen Filter auch, weil sie kein Methan haben. Jupiter wird im Filter sehr dunkel, weil die Wellenlängen um 890 nm so gut wie gar nicht reflektiert werden. Das Methan absorbiert das IR-Licht, das von der Sonne kommt. Da, wo wenig Methan ist (z.B. in hohen Wolkenschichten), ist Jupiter wieder heller. Methanwolken werden so quasi negativ dargestellt, durch Abwesenheit von Licht. So verstehe ich das.

Hallo Felix, danke.
Ich hatte mich damals eigentlich für ein anderes Teleskop entschieden, und zwar nur wegen des Aussehens, war aber nicht lieferbar. Jetzt bin ich aber glücklich mit meinem Eimer. Es war preiswert, steht seit ~4 Jahren draußen, und ich habe keine Probleme. Der Spiegel hat verbrieft mind. Strehl 0,9 – gemessen habe ich es aber nicht.

Hallo Peter,
22:50 UT da hast du recht.
Die Ränder sehen oft nach der Derotation so weich aus. Ich denke, das liegt daran, dass diese Regionen ja grundsätzlich durch weniger Bilder abgebildet werden. Zudem sucht man sich ja eine Sequenz mit den schärfsten Bildern heraus. Zwangsläufig sind dann die "angrenzenden" Bilder am Anfang und am Ende etwas unschärfer. Zumindest wäre das meine Erklärung.

VG ralf
 
Sehr schöne Ergebnisse, für 90min derotation super geworden. Ich sehe da überhaupt nichts verwaschenes. Mach weiter so, du bist auf dem richtigen Weg. Ich nutze bislang nicht mehr als 20min zum derotieren, aber bei dir gefällt mir das sehr gut. Die "Winjupos Manipulation" werde ich auch weiter betreiben, genauso wie die Manipulation mit Autostakkert und Photoshop....
 
Hallo Ralf,
fantastische Bilder und Einsichten!!!
WinJupos und die Monde scheinen nicht die besten Freunde zu sein... das musste ich auch schon feststellen...
Deine manuellen Eingriffe sind sehr gut gelungen!!!
Herzliche Grüße
Thomas
 
Hallo zusammen,
zum Thema WinJupos: Das Programm ist schon nicht so einfach zu ersetzen. Wenn LuckyStackWorker noch weiterentwickelt wird, gäbe es vielleicht eine Alternative, die auf einem anderen Algorithmus beruht. Die oft etwas schlechteren Ränder und die Sache mit den Monden haben ihre Ursachen meist in der reinen Physik.
Bei der Mond-mit-Derotation habe ich es hautnah erlebt. Da war Grischa beim Zoommeeting der VdS und wir haben ihn gefragt, ob er nicht etwas mit den Monden machen könne. Er hat es uns erklärt. Da gibt es Pixel, die gehören zum Mond, und da gibt es welche, die gehören zum Hintergrund. Dazwischen gibt es welche, die werden von beidem belichtet. Wie geht man jetzt damit um? Einige Zeit später hat er das Feature tatsächlich eingebaut, mit dem Hinweis, dass es nur bedingt klappt. Als Nutzer sind wir aber Konsumenten und wollen einfach, dass es perfekt ist. Bevor durch diese Erweiterung das Image von Winjupos leidet, hätte er es vielleicht besser gar nicht erst einbauen sollen. Ebenso mit der Derotation. 20 bis 30 Min. sind vorgesehen und funktionieren auch. Wenn ich 90 Min. derotiere, dann muss ich wissen, dass ich mich auf ein Experiment einlasse. Perfekt kann das nicht werden, aber es ist extrem nützlich.
VG ralf
 
Hallo Ralf,

das Problem ist ja, dass es beim zurückdrehen Bereiche gibt, die hinter dem Horizont liegen. Entweder ersetzt man die durch Dummies (z.B NaN) oder zieht die auseinander und behält damit den Rand bei. Letzteres wird wohl bei WinJupos der Fall sein. Denn Dummies (Pixel die auf NaN gesetzt sind), kennt das nachfolgende Stackingprogramm nicht.

Es wäre also absolut sinnvoll, wenn die Derotation direkt im Stackingprogramm (z.B. autostakkert) gemacht würde. Denn da gehört die Derotation eigentlich auch hin.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,
AS! schafft so bis etwa 4 Min. ohne jegliche Hilfe zu derotieren. Muss man aber etwas üben und triksen.
Mehr macht in einem Stackingprogramm, aus meiner Sicht, auch keinen Sinn, denn die Qualitätsanalyse reagiert auf Helligkeitsschwankungen etc. LSW arbeitet ähnlich, an fertigen Bildern, so bis 10-12 Minuten.
Man kann sich aber auch in Winjupos die Bilder ausgeben lassen. Dann stackt man die linke und die rechte Seite getrennt. Natürlich jedes Mal nur mit der Hälfte der Bilder, dann aber ohne jegliche Probleme. Wenn man genug hat, ist es den Aufwand wert.
VG ralf
 
Hallo Ralf,

klar. Das verstehe ich schon. Die Stacking-Programme können in gewissen Schranken nicht zwischen Rotation und Seeing-Wabern unterscheiden. Das nutze ich ja aus in meinen AVIs, die ich mit bis zu 7 Minuten bearbeiten lassen kann. Je nach Größe der APs.

Mein Gedanke war, die Derotation direkt nach dem Einlesen der AVIs im Stacking-Programm zu machen. Die Zeitstempel der Frames sind ja vorhanden. Das ist reine Mathematik und eine rein numerische Transformation unabhängig von der Qualität. Das kann man immer machen. Das hat den Vorteil, dass keine Pixel an den Rändern der Frames, die durch die Derotation entstehen, dazu »gedichtet« werden, die es nicht gibt. Die ersetzt man einfach durch NaN (not a number). Das wäre in meinen Augen der sauberste Ansatz für eine Derotation. Aber so ein mitschleppen von NaNs erhöht den Rechen- und Programmieraufwandt natürlich.

Ich habe in einigen Nächten jeden Menge AVIs über die Zeit gemacht. Damit werde ich mal üben, ob sich das lohnt.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,
das ist ein interessanter Gedanke. Allerdings brauchst du ja auch ein Modell des Jupiters. Radius, Phase, Rotationsrichtung und da bist du wieder beim Einmessen. Und das bei Einzelbildern, die völlig verzerrt sein können. Wilko, von LuckyStachWorker, wird auf dem NTP in Bremervörde sprechen und sein Programm vorstellen. Mal sehen, wie er das macht.
VG ralf
 
Hallo alle,
hier ein weiterer Griff in meine "5-TB-Schatztruhe":

+Ju-methan-9-3-2026.jpg


Das dürfte wohl mein bester Methan-Jupiter aus der Zeit sein. Habe insgesamt 4 gemacht. Und dankenswerterweise war der GRF auch da. Nein, das war gar kein Zufall, denn ich habe bewusst auf ihn gewartet.
In der Bildbearbeitung habe ich hier mal konsequent angewendet, was ich oben geschrieben habe.
Filme gestackt, Bilder derotiert, Bilder wieder ausgeben lassen. Erste Hälfte erneut in AS! gestackt, (der rechte Rand war sehr sauber und perfekt), dann die 2. Hälfte für den linken Rand gestackt. (auch sehr sauber) Dann alle gestackt und die Ränder mit weichem Übergang ersetzt. Leichte Probleme gab es an den Rändern der Pole. 5 Bilder um den Referenzzeitpunkt herum wurden ohne Derotation gestackt und geschärft. Dieser Rand wurde mit 16 Pixel Breite und 8 Px weichem Übergang überlagert. Io stammt aus einem einzelnen Film und wurde eingefügt.
Die 60 Bilder habe ich auch mal kurz animiert:


Viele Grüße
ralf
 
Moin Ralf,
Tolle Ausarbeitung!!!
In der Animation ist Io aber „original“ oder hast Du ihn 60mal eingefügt?
Die Technik mit erster und zweiter Hälfte ist mir noch nicht ganz klar… Ich sehe auch, dass Du gebinnt hast; vermutlich ist das Signal im „Schmal“- bzw. außer RGB-Band dann stärker und besser weiter zu verarbeiten?
Darüber hinaus hast Du während der Schönwetterphase auch andere Kameras - insbesondere die ASI183MCpro - welche ich auch besitze, verwendet. Sollte man - wg. der 2,4micron Pixelgröße - es auch mal damit versuchen?
Einmal hatte ich die 715er durch die 462er ausgetauscht (doppelte Pixelgröße)… mit enttäuschenden Ergebnissen, vielleicht hätte ich bei der mehr vergrößern müssen?
Der Methan-Jupiter ist sehr detailreich, jedoch wirkt er an den hellen Polbereichen etwas „unnatürlich“,dh irgendwie zweidimensional?
Vielleicht ein bisschen viel Fragerei…. Nichtsdestotrotz meinen oberherzlichsten Glückwunsch zu deiner 5TB Schatztruhe sowie
Herzliche Grüße änd Nothing for ungood
Thomas
 
Hallo Thomas,
keine Sorge, ich rede und schreibe gern.
Ich hatte ja 60 Bilder von je 1 Min. Diese wurde einfach zur Animation "aneinandergereiht". Der Mond war natürlich jeweils original. Beim Summenstack ging das ja nicht, er wurde zum Strich, deshalb "künstlich eingeblendet".
Bei Derotationen langer Zeiträume gibt es Probleme. Die Bilder werden zwar aufeinander ausgerichtet, aber die Seiten/Ränder enthalten dabei ja nicht Informationen von allen Bildern. Wie wird also ein Bild dazuaddiert, das an der entsprechenden Seite gar keine Abbildung hat? Innerhalb von WinJupos ist das irgendwie geregelt, aber eben nur bis so etwa 20–30 Min. Darüber hinaus gibt es oft Probleme. Ich habe mir die Bilder nun ausgeben lassen und selbst gestackt. Dabei habe ich eben nur die guten Bilder pro Seite genommen, da, wo auch etwas zu sehen war und nicht gezerrt oder interpretiert wurde. Gestaucht ja, das ist sogar für die Information am Rand gut. Aber dabei kann ich dann eben jeweils nur die Hälfte der Bilder nutzen.
890 nm ist schon recht weit im IR. Die Kameras sind da oft wenig empfindlich und Jupiter ist zudem dort sehr dunkel. Längere Einzelbelichtungen sind nicht gut, weil Unschärfe reinkommen kann. Also sollte man die Flächenhelligkeit erhöhen. Z.B. auf eine Barlow verzichten. Die übliche Vergrößerung braucht man eh nicht, denn die maximale Schärfe hängt mit der Wellenlänge zusammen. Diese ist deutlich länger, also kann man (ganz grob) auch mit f/5 oder f/6 arbeiten (je nach Pixelgröße der Kamera). Ich hatte jetzt die Barlow aber drin und wollte nicht umbauen. Deshalb habe ich Bin2 genommen. Von 4 Pixeln wurden die Helligkeiten addiert, die Auflösung ging runter, aber das Bild wurde heller.
Normalerweise arbeite ich mono (z.B. mit Rotfilter) mit der ASI585. Ich habe ein Filterrad, deshalb belichte ich die Farbe mit der Farbkamera. Dafür nutze ich die 183erMC.
Die 715er nutze ich ausschließlich für das tiefere IR weil die da noch recht empfindlich ist. Die extrem kleinen Pixel sind dabei -für mich- eher unwichtig.
Pixelgröße, zu erwartende Auflösung und Brennweite müssen zueinander abgestimmt sein. Danach tun sich die Kameras nicht mehr viel.
Die Pole in der Methanansicht sehen in der Tat merkwürdig aus, aber genau das ist es ja, was das Methan so besonders macht, denn Jupiter wirkt da ganz anders. Z.B. wird/wirkt er auch deutlich schmaler.
Wenn du einen großen Schritt nach vorne machen willst, dann nutze eine Monokamera mit Rotfilter oder ggf. mit nahem IR z.B. 680 oder 742 nm. Das wäre dann deine Luminanz. Die Farbe dazu kommt entweder aus der Farbkamera oder vom Filterrad mit 3 Farbfiltern (rot hast du dann ja schon).
Viele Grüße
ralf
 
Hallo, da bin ich wieder:
Ju-8-3-2026.jpg

Der jetzt vom 8.3. Die Bedingungen waren ganz ähnlich wie am 6.3. Schön aber, dass das Oval BA jetzt so gut zu sehen ist. Ich habe hier 60 Min. derotiert. Um Probleme in den Randzonen zu vermeiden, habe ich wie oben auch schon bei Methan, mir die Bilder wieder ausgeben lassen und jede Seite einzeln, dann natürlich mit der Hälfte der Bilder, erneut gestackt. Weniger Artefakte und schärfere Ränder sind die Folge.
Gestern war ich wieder draußen. So verwöhnt, wie ich war, glaubte ich, wieder solche Ergebnisse zu erreichen. Das sah auch eigentlich gar nicht so schlecht aus, aber als ich dann die Einzelbilder verglich, da waren das Welten.
2 habe ich noch aus der guten Woche... auf bald und
VG ralf
 
Hallo Ralf
Du müsstest uns mal deinen wahren Standort sagen.
Kann doch nur noch der Mond 🌛 sein .
Ich glaube aber auch das deine Bildbearbeitung exzellent ist.
Alles zusammen macht nun mal so gute Bilder.
Ich kenne ja deinen Standort und viel besser als andere ist er auch nicht .
Dann liegt es ganz klar an deine perfekte Bildbearbeitung.
Ich habe schon viele Aufnahmen gesehen mit größere Öffnung mit besserem Standort aber da kannst du locker mithalten.

Gruß Frank
 
Hallo Ralf,

bin immer wieder beeindruckt, was du an Jupiterbildern ablieferst und irgendwie musst du wohl ein Teleskop im Orbit haben.
Ich weiß, was das an Geduld und Ausdauer beim warten auf den perfekten Aufnahmezeitpunkt und bei der Bearbeitung der Daten erfordert.
Respekt!

Gruß Thomas
 
Das sieht so gut aus, da brauch ich nicht mehr aufbauen. Ich hab das mit deiner Derotations-workflow und den Halbbildern noch nicht verstanden, vielleicht kannst du mal einen extra Thread machen und den Workflow zeigen.
 
Hallo Peter,

damit an den Rändern die Details nicht verschwinden (bei sehr langen Derotationsintervallen), stackt Ralf die (zeitlich) erste Hälfte der Bilder mit Randdetails auf der einen Seite, dann separat die (zeitlich) zweite Hälfte mit den Randdetails auf der anderen Seite. Dann baut er die beiden Hälften zusammen (auch mit WinJupos?) und hat so die Randdetails von beiden Seiten. So grob hab ich es jedenfalls verstanden.

CS Jochen
 
Hi Jochen, ja eben, da sind noch einige Lücken. Ich derotiere ja auch für ein besseres snr, aber ich hab eben dann Probleme am Rand. Wenn er Mal genau sagt wie er das derotiert, wo er bei 2x30min die Referenzen setzt usw, dann könnte man ja mal probieren die eigenen Daten nochmal zu derotieren. Zumindest die Summenbilder hab ich bislang meist aufgehoben.
 
Hallo
Ich bin ganz ehrlich.
Ich verstehe kein Wort.
Muss mich erstmal richtig mit winjupos
beschäftigen was dieses Programm leisten kann.
Mein Erfolg waren nur 3 Bilder a 90sec zu derotieren .
Was ich hier lese 20 min ist der Hammer.
Halber jupiter ?
Man oh man da sieht man doch das ich nur ein einfacher Heizungsbauer bin .

Gruß Frank
 
Hallo
Ich habe nun 8 Bilder a90sec Derotiert und der GRF liegen nicht mehr übereinander .
Was läuft da nun verkehrt ? Bei 3 Bilder schafft es Winjupos noch da waren dann 6 min bei 8 Bilder waren es 15 min .
Test 1.jpg


Gruß Frank
 
Du musst dir Mal ein videotutorial zu winjupos angucken. Man muss ja erstmal exakt vorher vermessen, sonst wird das nichts. Am besten Ralf macht einfach mal ein Bildschirmvideo von seinem winjupos-Workflow, dann kapiert es jeder und kann das nachstellen.
 
Hallo zusammen,
leider habe ich gerade wenig Zeit. Ausführlich beschreiben muss ich/will ich meine Methode später. Aber das ist nur ein winzig kleiner Aspekt, gewissermaßen ein i-Tüpfelchen, der Gamechanger ist das nicht und ich muss auch dazu noch etwas prüfen.
WinJupos arbeitet das eigentlich normal und gut ab. Ich weiß nicht, was das Prog mit den nicht vorhandenen Pixeln macht, aber es klappt auch weit über 20 Min. hinaus. Die Ränder sind fast nie perfekt sauber abgebildet. Die einfachste Methode ist es, einige wenige Stacks in der Nähe des Referenzzeitpunktes zu nehmen, diese nicht zu derotieren und nur einfach zu stacken. Dieser Rand sollte sauber sein und kann in dem größeren Sack ersetzt werden. Holger hat das auch mal genauer beschrieben.
Frank, das sieht ziemlich danach aus, als hättest du Nord und Süd vertauscht.
Wenn ihr Probleme habt, dann versucht doch mal LuckyStackWorker. Da klappt das Derotieren bis 10-12 Min. ohne jegliche Zugabe und das Prog kann noch mehr.
Bis später und VG ralf
 
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