Jupiter & Mars am 19.11.2022 & Neptun im Oktober im 20 Zoll Dobson & Orionnebel

tucana1

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

mein Name ist Adam, bin 29 Jahre alt und seit Anfang des Jahres stolzer Besitzer eines 20 Zoll Dobson.

Die letzten Monate habe ich immer wieder ein paar Okulare und Filter nachgekauft, das letzte Okular kam letzte Woche an.
Das wollte ich am letzten Samstag gleich mal ausprobieren:

Benutztes Equipment:

20 Zoll Dobson
2000mm Brennweite
Okulare:
1x 56mm Übersichtsokular (35-fach) (Omegon SuperPlössl)
1x 28mm Übersichtsokular (71-fach) (No-Name, war beim Teleskop dabei)
1x 15mm Okular (133-fach) (Omegon Panorama 2)
1x 9mm Okular (222-fach) (Explore Scientific Ar)
Barlowlinse:
1x 3-fach Focal Extender Barlowlinse (mit 28mm Okular 214-fach, mit 15mm Okular 400-fach, mit 9mm Okular 666-fach) (Explore Scientific)
Filter:
1x UHC Filter (Omegon Pro UHC)

Ich habe nur 2 Zoll Okulare und Filter.
Ich schreibe diese ganze Aufstellung, weil ich noch etwas Tipps und Hilfe brauche. Zunächst der Beobachtungsbericht. Die Fotos habe ich alle mit Handykamera gemacht, ohne Adapter, oder andere Hilfsmittel. Einfach Handykamera vor das Okular gehalten und gewartet, bis Licht drauffällt.
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Jupiter:
Gegen 20 Uhr habe ich in der Astro-App gesehen, dass gerade ein Schattendurchgang von Io vor dem Jupiter stattfindet. Da ich das 9mm Okular frisch bekommen habe, dachte ich, den muss ich ja auch visuell sehen können.
Gleich das 15mm Okular rein. Bei 133-fach eine große Lichtkugel, sowie ein Hauch von Orange durch das hellere äquatoriale Wolkenband.
Bei 400-fach ist Jupiter immer noch ein großer Lichtball. Io ist an der Planetenscheibe sichtbar. Ios Schatten auf der Planetenoberfläche sichtbar, aber eher nur bei indirektem Sehen. Der Planet überstrahlt den kleinen Schattenpunkt.
Bei 666-fach kaum Verbesserung. Der Schatten ist immer noch schwer zu beobachten, da der Planet zu hell ist. Ich habe den Schaumstoff von der Hauptspiegelabdeckung auf den Spiegel gelegt, um das Bild ein wenig abzudunkeln; ich denke 70-80% des Spiegels wurde abgedunkelt. Es funktioniert, der Planet wird aber nicht sehr viel heller. Der Große Rote Fleck wird sichtbar, ist aber sehr schwach, ebenso Ios Schatten, der nicht besser sichtbar wird.

IMG_20221119_201814.jpg
Jupiter bei 400-fach, Io oben links


Mars:
Gegen 23 Uhr:
Bei 400-fach sehr hell und strukturlos. Wenn ich einen Teil des Hauptspiegels abdecke, wird in der Mitte der Planetenoberfläche ein dunkler Bereich sichtbar. Der Planet erscheint nicht orange, sondern eher weiß mit einem leichten Stich zu Orange.
Bei 666-fach dasselbe; eigentlich keine Verbesserung.


Orionnebel:
Gegen 24 Uhr:
Da braucht man keine hohe Vergrößerung. Ich hatte nur das 15mm Okular benutzt. Bei 133-fach ein langer, ovaler Nebel. Mit UHC-Filter wird es etwas grüner, ohne UHC ist es besser. Farben nicht sichtbar. 2007 habe ich schonmal den Orionnebel mit meinem damaligen 12 Zoll Dobson beobachtet. Ich war mir sicher, einen grünlichen Schimmer gesehen zu haben. Jetzt waren mit 20 Zoll plötzlich keine Farben zu erahnen.
Dann noch ein kleiner Schwenk zu den drei Gürtelsternen im Orion. Ich dachte, ich könnte den Flammennebel, oder den Nebel, der den Pferdekopfnebel umgibt, sehen. Leider nichts zu machen.

IMG_20221120_012653.jpg
Orionnebel bei 133-fach


Neptun im Oktober:
Damals war Neptun in der Nähe einer Gruppe von einigen schwachen Sternen, die wie ein Trapez aussahen. Sowohl im Sucher, als auch im 56mm Übersichtsokular war dieses Trapez sichtbar.
Nachdem ich mir sicher war Neptun gefunden zu haben (bei 35-fach war es noch nicht klar, bei 71-fach eher), kam dann das 15mm Okular zum Einsatz. Bei 400-fach konnte man Neptun deutlich als blauen Lichtpunkt sehen; er funkelte auch nicht wie die umliegenden Sterne. Strukturen/Details waren nicht sichtbar.
Was mich ein wenig wundert; in einigen Astrozeitschriften der letzten Jahre habe ich immer mal wieder Fotos gesehen, von Leuten, die teilweise noch mit kleineren Teleskopen Neptun beobachtet haben, und laut eigenen Angaben Strukturen sehen konnten (häufig ein türkiser Strich auf der Planetenoberfläche. Wie ist das möglich? Waren es vielleicht nur Kameraartefakte?
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Habt ihr noch Tipps, wie ich das visuelle Seherlebnis verbessern kann? Die Planeten sind leider immer noch viel zu hell. Welche Filter brauche ich, um das alles abzudunkeln? Ich dachte an einen Graufilter mit 10% Transmission. Ist das ausreichend?
Ich sehe viele Leute, die mit kleineren Teleskopen auf dem Mars mehr Details sehen konnten, z.B.: die Polkappen. Was kann ich tun, um am Mars mehr Details zu sehen? Helfen spezielle Farbfilter, z.B. Orange um den Kontrast zu steigern? Würde am Orionnebel ein CLS- oder OIII-Filter helfen, um mehr Details zu sehen?
Ich wohne in Minden, am Stadtrand; trotzdem ist der Himmel in Richtung Stadtzentrum sehr aufgehellt.
Dann noch eine Frage; Gibt es Umkehrlinsen in 2 Zoll? Mich stört ein wenig, dass die Objekte alle auf dem Kopf stehen. Das irritiert ein wenig beim Suchen mit der App.


Gruß
Adam
 
Hallo Adam

20" für die visuelle Planetenbeobachtung ist schon heftig.

Justage und Auskühlung kannst du schon mal als Fehlerquelle ausschließen?

Ich verwende gelegentlich an einem 16" mit Binokular einen ND 0.6 und einen ND 0.9 bei niedrigen Vergrößerungen
Dann bist du Monokular mindestens bei ND 1.8-2.0?

Die Farbfilterbeobachtung macht eine selektive Detailbeobachtung, lässt also bestimmte Detais hervortreten, andere werden geschluckt.

Wenn du die Planeten sehen willst wie auf den Fotos hier im Forum brauchst du einen ADC/ADK.

Du kannst aber auch mal mit einer Off-Axis-Blende arbeiten.
Diese sollte nur eine Kreisrunde Öffnung haben.

Ist das Bild dann immer noch flau, sind es meist die üblichen Verdächtigen.
Justage und Grenzschicht auf dem Spiegel.
Wenn das ein Gittertubus ist kannst auch du das Problem sein, wenn deine Atemluft oder Körperwärme in den Strahlengang des Teleskops zieht.

Gruß
CS
 
Hallo Adam,
hast du peinlich genau die Optik justiert und fokussiert? War das Seeing grottenschlecht? Ist ein Kamin in der Nähe? War das Teleskop ausgekühlt? Ein Jupitermondschatten zeigt sich in meinen grösseren Fernrohren mit megahartem Kontrast, auch die Monde selbst sind vor Jupiter erkennbar. Auch auf Mars jede Menge Details. Würde nie abblenden wollen. Höchstens Filtereinsatz für Mars. Blau für Wolken, Orange für Albedostrukturen.

CS Mike
 
Hallo Adam,

Dann noch eine Frage; Gibt es Umkehrlinsen in 2 Zoll? Mich stört ein wenig, dass die Objekte alle auf dem Kopf stehen. Das irritiert ein wenig beim Suchen mit der App.
bringt Dir nur noch mehr Glas in den Lichtweg.
Welches Planetariumsprogramm nutzt Du denn?
In z.B. Stellarium kannst Du sowohl horizontal wie vertikal spiegeln.
 
Hallo Adam,
Justage und Auskühlung sind schon genannt worden.

Du hast einen f/4 Dob, da können manche Okulare schon mal herausgefordert sein. Auch die Justagegenauigkeit ist bei dem Öffnungsverhältnis wesentlich.

JUPITER:
Mondschatten haben einen hohen Kontrast zur hellen Planetenscheibe, die sind auch in deutlich kleineren Geräten deutlich erkennbar. Wegen der Blendung helfe ich mir gerne mit einem Blaufilter (#80a). Wie oben schon gesagt ,heben Farbfilter bestimmt Details hervor, bzw. unterdrücken andere, daneben nehme ich auch gerne einen Gelbfilter (#12) für andere Detailstrukturen. Zur Abblendung käme evtl. ein drehbarer Polfilter in Betracht, bei dem der Lichtdurchlass stufenlos verstellt werden kann. Meine Erfahrung ist allerdings, das ein leichter Kontrastverlust damit einhergeht.

Vergrößerung ist nicht alles. 666-fach ist schon an der (rechnerischen) Obergrenze der sinnvollen Vergrößerung. Seeingbedingungen vor Ort machen Maximalvergrößerungen oft zunichte, so dass Du mit mittleren Vergr. evtl. mehr Details erreichen kannst.

MARS:
...das gilt für den Mars ebenso. Hell-Dunkelgebiete und eine Wolkenregion im Polarbereich sind derzeit visuell einigermaßen erreichbar (in meinem Fall im C11). Bei deinem 20"er sollte die Obstruktion des Fangspiegels eigentlich kaum noch kontrastmindert ins Gewicht fallen. Filtertechnisch ist ein oranger Filter hilfreich.

ORION:
Flammennebel sollte machbar sein, Pferdekopfnebel ist schon sportlicher. Mglw. erwartest Du ihn größer, als er tatsächlich ist. Er ist nicht so ausgedehnt, wie man aufgrund seiner allg. Bekanntheit annehmen könnte ;). Da wird sich sicher nochmal ein entspannter Blick lohnen.

UiUiUi: Farben sehen ist visuell so'ne Sache. Mit 20" wohl machbar, aber sicher auch von Nacht zu Nacht unterschiedlich. UHC zeigt mehr Nebelbereiche, aber Farbe ist visuell ein "Scheues Reh" in der Beobachtung. Der UHC produziert dazu noch "Eigenfarben", achte mal auf die Veränderungen an Sternen, wenn Du den Filter einsetzt, dann wird es deutlich.
Groß ist M42 dazu auch noch. Mit dem Omegon Panorama 2 erreichst Du ein Gesichtsfeld von ~0,6° mit dem Omegon 56mm ca. das doppelte GF von ~1,2°. M42 hat eine Ausdehnung von 1,5x1° (grob), evtl. musst Du ein wenig im Feld schwenken um, ihn in der Gesamtheit zu erfassen.

NEPTUN:
Was mich ein wenig wundert; in einigen Astrozeitschriften der letzten Jahre habe ich immer mal wieder Fotos gesehen
der ist und bleibt klein. Fototechnik nimmt die seeingeffekte weg. Ich wage zu behaupten, das mehr als ein türkises Scheibchen visuell nicht machbar ist. Ich findes es dennoch immer schick, ihn gelegentlich aufzusuchen
Neptun 2022_11_13.jpg
Neptun 2020_11_11_invert1.jpg

Hier mit mittlerer und kleiner Öffnung. Wenn einmal weis, wie er aussieht, ist er im STernfeld immer gut zu identifizieren.

Schau Dir mal zum Vergleich aktuelle Fotos an: ALPO-Japan - Association of Lunar and Planetary Observers in Japan
Dann vergleich auch mal die Öffnungen, ggf. + Barlowlinse und Belichtungszeiten.
Der Vergleich von fotografisch zu visuell hinkt immer und zwar so sehr, dass er eigentlich ein unzulässiger Vergleich ist. Da sind im Prinzip zwei unterschiedliche, unabhängige Beobachtungsmethoden.

Was Tipps zu Filtern angeht habe ich eine pdf-Datei angehängt, aus der Du die Wirkungen zahlreicher, oft verwendeter, Farbfilter sehen kannst.

Viele Grüße ins Mindener Land (in dem ich meine ersten 20 Jahre verbracht habe:))
Uwe
 

Anhänge

  • Filter Übersicht.pdf
    94,7 KB · Aufrufe: 73
Ich denke auch, die Vergrößerungen sind zu hoch gewählt.

Von den Jupiterdetails sollten die beiden Hauptwolkenbänder und der GRF zu sehen sein, dass sind Details welche min. 4-5" Bogensekunden groß sind und somit eigentlich auch bei schlechtem Seeing zu sehen sein sollten.

Die Mondschatten sind zwar kleiner, haben jedoch einen sehr hohen Kontrast auf der Jupiterscheibe, sind also auch keine schwierigen Objekte.

Auch sind diese Details schon bei niedrigen Vergrößerungen zu sehen.
180fach ist eine Vergrößerung die fast immer geht.

Dabei tastet man sich langsam an die Maximalvergrößerung, welche das Seeing noch zulässt und das Bild noch scharf aussieht.

Geht man darüber, vergrößert man nur noch die Seeingbewegungen.
Ist das Bild dann auch noch zu hell, sieht man nicht mal mehr die Hauptwolkenbänder und den GRF.

Daher würde ich mal bei ca. 180x anfangen und die Bildhelligkeit so runterziehen, wie Jupiter z.B. in einem Planetariumsprogramm aussieht.
Klappt das dann auch nicht, stimmt was nicht, oder du machst was falsch?

Meine Standardvergrößerung ist ca. 300x das erreiche ich in ca. 30 von 50 Nächten im Jahr.
Davon sind 4-5 Nächte mit vielleicht 400-500x und 1-2 Nächte mit 500-600x.

Ich prüfe jedoch öfters mal die Justage und habe Lüfter zur Temperaturanpassung bzw. gegen die Grenzschicht am laufen.
Auch habe ich mein ganzes Equipment auf die visuelle Planetenbeobachtung optimiert.

Gruß
CS
 
Schon bei F/4,7 bilden einige Okulare auch im Zentrum nicht mehr sauber ab. F/4 ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Da muss man schon Okulare kaufen, die darauf ausgelegt sind.
Auch und speziell normale Barlows haben schon bei F/5 ihre liebe Mühe.
Auch die Barlow muss F/4 erstmal abkönnen.
Das Beugungsbegrenzte Feld eines F/4 Newtons hat wegen Coma auch nur 0,7mm Radius.
Ich würde zu allererst einen Paracorr empfehlen. Bekämpft wirkungsvoll die Coma und befördert das Öffnungsverhältnis wenigstens schonmal auf F/4,6.
Zur Vergrößerung wurde ja schin alles gesagt.
Ein 56mm Okular an F/4 finde ich sportlich. Ich muss grad an einen Koboldmaki denken XD

LG
Olli
 
Das Beugungsbegrenzte Feld eines F/4 Newtons hat wegen Coma auch nur 0,7mm Radius.
Hallo Olli

Ich bin auch ein Freund von Komakorrektur, was man gelegentlich auch an den Jupitermonden, oder bei Flächigen Objekten wie dem Mond sehen kann.
Aber mit f/4 hat man "theoretisch" immer noch ein scharfes Bild auf der Achse, wenn die Okulare das mitmachen.
Oder man erkennt daran die Notwendigkeit einer Nachführung auf der optischen Achse.
Jupiter hat einen Durchmesser von ca. 0,48mm im Fokus bei 2m Brennweite.
In dem Feld des f/4 hätten also noch knapp 3 Jupiter Platz.
Mit einem Schubson wäre die Nachführung dagegen ziemlich sportlich wenn man ein gutes Bild haben möchte.

Gruß
CS
 
Da liegt das Problem, vor allem bei den günstigen.
Der Newton liefert auf der Achse ab, ja, aber viele Okulare schaffen das bei F/4 selbst auf der Achse nicht, das sauber zum Auge zu transportieren.
Oder man erkennt daran die Notwendigkeit einer Nachführung auf der optischen Achse.
Jupiter hat einen Durchmesser von ca. 0,48mm im Fokus bei 2m Brennweite.
In dem Feld des f/4 hätten also noch knapp 3 Jupiter Platz.
Also ich hätte das Augenmaß vermutlich nicht, visuell im SGF derart genau zu zentrieren

LG
Olli
 
Hallo Adam,
Gratulation zum großen Dobson :)

Als Erstes solltest du die Justage prüfen, sonst hat das ganze keinen Sinn. Ist aber keine Hexerei, entweder mit Laser oder mit "Filmdose" mit Mittelloch.

Solange insbesondere der Hauptspiegel noch wärmer als die Umgebungsluft ist, zerstören die Luftschlieren des Geräts selbst allerdings das Bild. Da die aufsteigende, warme Luft überwiegend an der Oberseite des Tubus ihr Unwesen treibt, würde ich einmal mit einer Off-Axis Blende aus schwarzem Papier probieren, wie das Bild aussieht, wenn Du nur eine kreisförmige Lichteintrittsfläche von ca. 20 cm Durchmesser an der Unterseite des Spiegels frei läßt. Damit reduzieren sich zugleich Tubusseeing, Blendung und Überforderung von Okularen und Barlows erheblich, und auch mögliche Justagefehler des Geräts werden gemildert.

Für Planeten empfiehlt sich auch die komakorrigiernde 1,25" APM-Barlow sehr, insbesondere in Kombination mit einem Binokularansatz und einem ADC.

Mit der Vergrößerung würde ich bei Planeten vorerst nicht wesentlich über 250x gehen, bei Nebeln ca. auf die Hälfte.

Bei Nebeln ist das Abblenden eher unsinnig und zu hohe Vergrößerung auch. Der Orionnebel sollte jedenfalls sehr gut gehen, der Himmel muss aber einigermaßen dunkel sein, so dass der Flammennebel bzw. mit freiem Auge die Milchstrasse auch zumindest irgendwie sichtbar sind, bei Stadthimmel eher nein. Farbsehen hängt vom Menschen und sogar von dessen jeweiligem Auge ab und will geübt sein, einen Hauch von Grünlich im inneren, hellen Bereich kannn man wohl oft erkennen, manchmal auch ganz subtile, rosa-bräunliche Töne in den dunklen Flügeln des Nebels, aber nicht auf den ersten Blick. Den Pferdekopfnebel hab ich noch nie gesehen, der braucht wie man sagt einen harten und guten H-Beta Filter und sehr gute Himmelsqualität bei eher geringer Vergrößerung, wahrlich kein Einsteigerobjekt...

Den Streulichtschutz kann man an Dobsons mit Papier und Schere übrigens auch verbessern, vielleicht ist das auch ein Thema, um bei Nebeln (etwas) mehr zu sehen. Hilft aber nicht gegen aufgehellten Himmel.

Viel Erfolg und Grüße, Nik
 
Hallo Adam,

oben hast du ja bereits einige sehr hilfreiche Tipps bekommen. Sehr schön natürlich, dass du ein großes Gerät zur Verfügung hast, welches eigentlich an Deep Sky Objekten als auch an Planeten sehr vieles zeigen kann. :y:

Bei deinen Schilderungen kommen einige Dinge (und Erwartungen) zum Tragen, welche ein wenig vermischt werden und es somit nicht ganz einfach machen, warum deine Erwartungen bis jetzt offenbar nicht ganz erfüllt sind. Ich versuche unten in aller Kürze ein paar wesentliche Dinge stichwortartig zu nennen. Einiges davon wirst du vermutlich oben gelesen haben:

- Vergiß bitte Handyschnellschüsse am Okular. Das wird normalerweise im Vergleich zu guten Kameras inkl. versierter Bildbearbeitung weder an Planeten noch an Deep Sky Objekten irgend etwas wirklich brauchbares bringen.
- Vergleiche bitte keine (nahezu professionellen) Fotos mit dem visuellen Eindruck. Selbst in großen Geräten ist da in aller Regel meist viel weniger zu erkennen als am Okular, insbesondere an Deep Sky Objekten. Am ehesten zeigt sich an Planeten/Mond/Sonne bei optimalen Bedingungen annähernd das, was ein gutes Foto sichtbar macht.
- Mache dich mit dem zu erwartenden visuellen Eindruck anhand von Zeichnungen und Schilderungen am Okular vertraut
- Gutes Seeing + Gute Transparenz ist das A und O bei visueller Beobachtung und beeinflusst signifikant Erkennbarkeit der Objekte + Vergrößerung im Okular
- Vermeide Streulicht, egal woher
- Mache dich mit optischen/mechanischen Einflüssen nach und nach vertraut (potenzielle Fehler der Optik, Justageunzulänglichkeiten)
- Vergleiche möglichst Referenzgeräte und dem Eindruck dort (am selben Abend) mit dem was du in deinem Teleskop erkennst. Sollte in viel kleineren Geräten deutlich mehr sichtbar sein, passt etwas nicht an deinem Fernrohr
- Passe die Okulare + (sinnvolle) Vergrößerung an die Objekte an
- Verwende geeignete Filter je nach Art des Objekts
- Setze wenn irgend möglich eine Nachführung ein
- Achte auf Beobachtungskomfort (entspanntes Sitzen/Stehen) beim Blick durchs Okular
- Verwende eine Brille bei der Beobachtung, wenn z.B. starker Astigmatismus am Auge vorhanden ist
- Tausche dich mit erfahrenen Beobachtern aus (Verein, Teleskoptreffen, Foren wie hier)

Meine Auflistung ist sicher nicht vollständig, hilft dir evtl. Fehler bzw. Irrtümer zu vermeiden.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo an alle,


Justage und Auskühlung kannst du schon mal als Fehlerquelle ausschließen?

Ich habe einen Justierlaser, mit dem ich immer vor der Beobachtung die Justage überprüfe.
Der Fangspiegel ist immer perfekt justiert. Der rote Lichtpunkt fällt immer in die Mittelmarkierung vom Hauptspiegel. Beim Hauptspiegel selber ist die Justale leider nie perfekt. Der Lichtpunkt ist vielleicht 1-2 Millimeter vom Loch im Justierlaser entfernt. Gant in die Mitte schaffe ich es leider nicht.

Hallo Adam,
hast du peinlich genau die Optik justiert und fokussiert? War das Seeing grottenschlecht? Ist ein Kamin in der Nähe?

Wir wohnen hier am Stadtrand. Die Nachbarn haben alle Kaminöfen, die sie mehr oder weniger fast täglich nutzen.
Der Dobson selbst ist ein Gitterrohrdobson, der im nicht geheizten Wintergarten steht. Der Wintergarten selber ist nicht mit dem Haus verbunden. Die Temperatur im Wintergarten ist daher die selbe wie draußen.


Welches Planetariumsprogramm nutzt Du denn?
Ich habe Stellarium auf dem Handy und Laptop.

UiUiUi: Farben sehen ist visuell so'ne Sache. Mit 20" wohl machbar, aber sicher auch von Nacht zu Nacht unterschiedlich. UHC zeigt mehr Nebelbereiche, aber Farbe ist visuell ein "Scheues Reh" in der Beobachtung. Der UHC produziert dazu noch "Eigenfarben", achte mal auf die Veränderungen an Sternen, wenn Du den Filter einsetzt, dann wird es deutlich.
Groß ist M42 dazu auch noch. Mit dem Omegon Panorama 2 erreichst Du ein Gesichtsfeld von ~0,6° mit dem Omegon 56mm ca. das doppelte GF von ~1,2°. M42 hat eine Ausdehnung von 1,5x1° (grob), evtl. musst Du ein wenig im Feld schwenken um, ihn in der Gesamtheit zu erfassen.

Der UHC Filter färbt die Sterne leider grün, deshalb habe ich ihn am Orionnebel weggelassen.
Danke nochmal für die PDF mit der Aufstellung der Farbfilter. Ich werde es beim nächsten Kauf auf jeden Fall berücksichtigen.
 
Hallo Adam,

in meiner Auflistung oben erwähnte ich u.a. „…(… Justageunzulänglichkeiten)...“

Hast du dich ausreichend mit dem korrekten Anblick bei Offset-Einstellung des FS vertraut gemacht? Falls nicht, bitte lesen (im Forum vorhanden) . Danach weißt du auch, warum manche Dinge beim Anblick HS zu FS aus geometrischen Gründen nicht vollumfänglich deinen aktuellen Erwartungen entsprechen können.;)

P.S.: Das sogenannte „Einlochen“ beim Laser kann nur funktionieren, wenn auch alle optischen Elemente inkl. v.a. des FS hinreichend Justagefähig sind und korrekt im Strahlengang stehen. Hat jetzt nichts direkt mit dem oben erwähnten Offset zu tun. Meine Bemerkung oben zielt nicht ganz unbewußt darauf, immer wieder auftretende Irrtümer bei schnellen Newtons und den Anblicken im OAZ zu vermeiden.

Der „perfekte“ Anblick am Stern ist ohnehin nur mittels Feinjustage direkt am Stern erreichbar und meist nur in Annäherung mit dem Laser erzielbar.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe einen Justierlaser, mit dem ich immer vor der Beobachtung die Justage überprüfe.
Der Fangspiegel ist immer perfekt justiert. Der rote Lichtpunkt fällt immer in die Mittelmarkierung vom Hauptspiegel. Beim Hauptspiegel selber ist die Justale leider nie perfekt. Der Lichtpunkt ist vielleicht 1-2 Millimeter vom Loch im Justierlaser entfernt. Gant in die Mitte schaffe ich es leider nicht.
gut so (keine Filmdose ;) ).

Ich habe auch einen 20 Zoll Dobson von Taurus. Bei dem ist das "Einlochen" total einfach, unter anderem deswegen weil die Justageräder relativ gross sind und vor und nicht hinter dem Spiegel liegen.

Warum geht der letzte Millimeter nicht?
Sind die Einstellräder am Anschlag?
Hast du den Laser durch Drehen im OAZ auf Parallelität geprüft?

Andererseits muss man bei der Justage fürs Visuelle mM auch nicht so perfekt sein. Ein Millimeter vom Loch wird sich nicht dramatisch auswirken und
es bewirkt jedenfalls nicht, dass man auf einmal den Pferdekopfnebel oder ganz viel Grün sehen kann. ;)

Ich kann aber durch die Erfahrung mit meinem 20 Zöller bestätigen, dass Seeing Probleme um einiges zunehmen. Das kannte ich von meinem 12 Zöller so bisher nicht.

Wenn du wie ich in einer "lichtversauten" Wohngegend beobachtest, dann ist auch ganz wichtig, dass der Gitterrohr-Tubus perfekt gegen Umgebungslicht abgeschirmt ist. Da darf kein Fitzelchen Licht durchkommen und zB auf den HS fallen. Genauso wichtig ist der obere Teil beim OAZ. Auch hier darf kein Licht in oder Richtung OAZ oder auf die Stelle gegenüber des OAZ fallen. Am besten eine möglichst lange Streulicht Kappe zB einen halben oder mehr Meter auf dem OAZ Ring befestigen.

All das Streulicht vermindert den Kontrast und/oder hebt den Hintergrund an. Man bemerkt es nicht unbedingt aber es ist da.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo an alle,




Ich habe einen Justierlaser, mit dem ich immer vor der Beobachtung die Justage überprüfe.
Der Fangspiegel ist immer perfekt justiert. Der rote Lichtpunkt fällt immer in die Mittelmarkierung vom Hauptspiegel. Beim Hauptspiegel selber ist die Justale leider nie perfekt. Der Lichtpunkt ist vielleicht 1-2 Millimeter vom Loch im Justierlaser entfernt. Gant in die Mitte schaffe ich es leider nicht.



Wir wohnen hier am Stadtrand. Die Nachbarn haben alle Kaminöfen, die sie mehr oder weniger fast täglich nutzen.
Der Dobson selbst ist ein Gitterrohrdobson, der im nicht geheizten Wintergarten steht. Der Wintergarten selber ist nicht mit dem Haus verbunden. Die Temperatur im Wintergarten ist daher die selbe wie draußen.



Ich habe Stellarium auf dem Handy und Laptop.



Der UHC Filter färbt die Sterne leider grün, deshalb habe ich ihn am Orionnebel weggelassen.
Danke nochmal für die PDF mit der Aufstellung der Farbfilter. Ich werde es beim nächsten Kauf auf jeden Fall berücksichtigen.
Da haben wir schon eine Fehlerquelle: 1 bis 2mm Dejustage ist bei diesem Gerät nicht zu tolerieren. Das muß perfekt sein!
CS Mike
 
Beim Hauptspiegel selber ist die Justale leider nie perfekt. Der Lichtpunkt ist vielleicht 1-2 Millimeter vom Loch im Justierlaser entfernt. Gant in die Mitte schaffe ich es leider nicht.
Hast du schon nachgesehen woran das liegen kann?
Das ist eigentlich eher ungewöhnlich, stimmt da was mit der Mechanik nicht?
Normal haben Fangspiegel und Hauptspiegel so viel Spiel, bzw. mechanischer Abstand, dass man den Laserpunkt locker in die Mitte bekommt.
Es kann mal vorkommen, dass man den Hauptspiegel so weit nach hinten gezogen hat, dass die Spiegelfassung an ihrer Halterung ansteht.
Dann kann es vorkommen, dass eine, oder zwei der drei Justageschrauben schon ganz angezogen sind und man nicht mehr weiter kommt.
Durch lockern der Schrauben, sollte man jedoch wieder die notwendige Beweglichkeit des HS herstellen können.
Jedoch Achtung! Wenn du alle drei Schrauben des HS gleichzeitig aufschraubst, kann dieser herausfallen und Schaden nehmen.

Die Justage und die Auskühlung sind leider so Elementare Dinge, bzw. Voraussetzungen in der Optik, ohne die man nie ein scharfes Bild hinbekommen wird.
Auch ist es als Anfänger immer sehr schwierig und zäh, sich aus dem ganzen Geschwurbel hier, die genannten Informationen auch in die Praxis umzusetzen.
So ging es mir jedenfalls als Anfänger!
Ich habe Stunden und Tage wenn nicht sogar Monate gebraucht um meinen ersten Newton zu Justieren bzw. bis ich das verstanden habe.:unsure:
Dabei habe ich im Grunde alles falsch gemacht was man falschmachen kann, z.B. habe ich als die Schrauben zugeknallt, auf das sich auch ja nichts mehr verstellen kann.:rolleyes:

Vielleicht kannst du mal ein paar Bilder der Mechanik hier einstellen, dann erkennen wir vielleicht das Problem?
Oder suche dir erfahrene Sternfreunde in deiner Nähe.

Gruß
CS
 
Hallo an alle,
sorry, dass ich immer nach ein paar Tagen antworte.
Ich mache gerade berufsbegleitend meinen Master und habe leider nicht immer Zeit.


Hallo Werner,
mit dem Streulicht habe ich ein Problem. Die letzte Beobachtung war wind- und lichtgeschützt hinter der Hauswand. Häufig beobachte ich aber weiter vom Haus weg im Garten, wo die Straßenlaterne etwas in den Garten hineinscheint.
Ich habe einen Skywatcher Stargate Gitterrohrdobson. Ich bekomme die Stoffabschirmung leider nicht über den Tubus und finde keine Anleitung dazu.

Warum geht der letzte Millimeter nicht?
Sind die Einstellräder am Anschlag?
Hast du den Laser durch Drehen im OAZ auf Parallelität geprüft?

Hallo Peter,

wenn ich den Justierlaser drehe, dreht sich manchmal der Lichtpunkt etwas weiter von der MItte weg.
Wenn du wie ich in einer "lichtversauten" Wohngegend beobachtest, dann ist auch ganz wichtig, dass der Gitterrohr-Tubus perfekt gegen Umgebungslicht abgeschirmt ist. Da darf kein Fitzelchen Licht durchkommen und zB auf den HS fallen.

Wie oben; ich habe ein Problem mit dem Anziehen der Stoffabschirmung auf die Gitterrohre. Es hält leider nicht.
20220411_185100.jpg

20220411_175253.jpg

Ich habe mir eine andere Rändelschreube im Fachhandel gekauft, weil eine gefehlt hat. Das Teleskop habe ich gebraucht gekauft.


Gruß
Adam
 
Hi Adam,

sehr schönes Gerät. Da hast du etwas gutes angeschafft.

wenn ich den Justierlaser drehe, dreht sich manchmal der Lichtpunkt etwas weiter von der MItte weg.
Also bei mir bewegt er sich auch ein bisschen. Aber nicht sehr viel, so 1mm.
Das Problem ist auch, dass der Laser zwar ok sein kann, aber er gekippt im OAZ ist.
Da muss man mM ein bisschen rumprobieren, bis es passt.

Wie oben; ich habe ein Problem mit dem Anziehen der Stoffabschirmung auf die Gitterrohre. Es hält leider nicht.
Ja, ich habe auch ein Problem mit der Streulichtsocke. Ist zwar ein einfache Lösung, aber die Anbringung ist oft etwas schwierig ;) . Und sie hängt durch!

Ich benutze inzwischen einen schwarzen Karton/Neopren Tubus der innen einfach auf die Halterung des HS gesetzt wird. Über den Rest der offen bleibt wird dann der Stoff gezogen.

Meine Streulichtsocke ist mM auch viel zu schwerer Stoff. Da bin ich dabei es durch leichteren Stoff zu ersetzen. Es geht ja nur um Lichtschutz und nicht darum das Teleskop warm zu halten ;) .

Ganz oben drauf, das ist auch wichtig, kommt dann noch eine Streulichtkappe, auch aus schwarzem Karton/Neopren.

Der letzte wichtige Punkt bei so einem Gitterrohr Tubus ist die untere HS Seite/Fläche. Die muss auch komplett von Licht abgeschirmt werden. Die Glas- und Spiegelfläche ist nämlich leicht durchsichtig und da kann auch Licht durchkommen. Gilt eigentlich auch für viele Volltuben.

Da fällt mir ein, wenn du ein Problem mit der Befestigung hast, du musst vielleicht die Socke bevor und dann zusammen mit den Stangen befestigen.
Ich kann die Socke nicht darüber ziehen, wenn das Teleskop schon komplett montiert ist.

Gruß
Peter
 
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