Jupiter mit Europa, im MN66, am 18.08.08

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Astromax

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Link zur Grafik: http://ehome.compuserve.de/cpumgr/Jupiter2008/RGB_08-08-18_21-57.jpg

Jupiter mit Europa (kurz vor dem Transit), am 18.08.2008 um 21:57 MESZ.

MN66 (150/900) auf EQ6, mit 3x Barlow (2700mm Brennweite eff.), Astronomik-Interferenz-Filtersatz, monochrome DMK 21AU04.AS

Seeing: 5/10

RGB-Komposit aus jeweils 1500 Einzelaufnahmen, in Registax gestackt, in Fitswork vereint und in IRIS nachbearbeitet.


Leider brach das Seeing nach den ersten beiden avis komplett zusammen (Abstrahleffekt von einem Hausdach, über das sich Jupiter schob).

Ich bin ja immer noch am Experimentieren mit DMK und Filterrad: mit welchen Kombinationen aus Gain und Gamma habt ihr die besten Erfahrungen gemacht ?

Das Bild unten ist bei einem Gain von 800 und Gamma von 133 aufgenommen worden (mit IC-Capture). Gain und Gamma bleiben bei mir bei R, G und B fest, die Histogrammanpassung regle ich über die Belichtungszeit, die bei Blau natürlich in die Knie geht.
Belichtungszeit im Rot- und Grünkanalkanal war hier 1/23, bei Blau 1/9 (bin mir nicht mehr ganz sicher, kann auch 1/12 gewesen sein).

cs

Max
 
Hallo Max,

für die derzeitigen Bedingungen des Planeten wieder sehr gut gelungen. Ich hab gestern wieder probiert, kriege aber mit dem Gaskumpel da oben einfach nichts mehr auf die Reihe, Seeing, Luftfeuchte, unauswertbare AVIS...

Von daher... :respekt:

Gruß
Heiko



 
Hallo Max,

seit einiger Zeit arbeite ich auch mit DMK und RGB-Filtersatz von Astronomik (Typ II). Anfangs hatte ich bei allen Farben mit gleichbleibendem Gain gearbeitet, bin dann aber später dazu übergegangen, den Blaukanal deutlich stärker zu belichten. Dann war bei der Bildbearbeitung nur noch eine relativ geringe Blau-Korrektur erforderlich (z.B. +10% - siehe hier ), und das Blausignal war weniger verrauscht.

Gammakorrekturen habe ich nicht schon während der Aufnahme, sondern erst bei der Bildbearbeitung in Fitswork vorgenommen.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

das heißt, Du lässt die Belichtungszeit gleich (für R, G und B) und passt über den Gain die Histogramme an ?

Beim Gain bin ich mit "800" (alle Werte bezogen auf die IC-Capture Software) m.E. schon recht hoch. Wenn ich den Blaukanal über den Gain hochsteuere, liege ich vermutlich bei 900. RGB Serien, die ich mit so hohem gain und kurzer Belichtungszeit gemacht habe, sind schlechter als geringerer gain und langsamere Bel. Zeit.

Die Gain-Einstellung ist sicherlich auch abhängig vom Abbildunsgmaßstab, aber mich würde generell mal interessieren, was noch als akzeptabel gilt. Aus meiner Sicht ist "800" die Oberkante.

Wenn ich Deine 2006 Bilder von Jupiter sehen, dann freue ich mich schon auf die kommenden Jahre (es kann ja nun nur noch aufwärts gehen)

cs

Max
 
Hallo Heiko,

Danke ! Geht mir aber genauso. Das meiste ist Schrott und kann gelöscht werden.
Ich ziehe nächste Woche meinen Teleskopstandort um ("gartenintern") und habe dann viel Gras und weniger Asphalt und Ziegel in der "Schusslinie". Mal sehen, ob das was bringt.


CS

Max
 
Hallo Max,

die Belichtungszeit wähle ich auch so, d.h. lang genug, dass genügend Spielraum mit dem Gain bleibt. Typischerweise nehme ich Rot und Grün dann mit vergleichsweise geringerem Gain auf.

Ich arbeite ja mit einer ähnlichen Brennweite wie Du, d.h. mit 3000 mm im Primärfokus (keine Barlow) meines FH 150 f/20 Faltrefraktors. Bei Jupiter habe ich da überhaupt keine Belichtungsprobleme, und selbst Saturn geht noch weitgehend rauschfrei mit dem Rezept.

In einer Forums-Diskussion über Saturn hatte ich übrigens auch die Farbabstimmung angesprochen, die bei der Auswertung von RGB-Filterradaufnahmen erforderlich wird. Vielleicht findest Du da noch ein paar nützliche Hinweise für Deine Arbeit.

Klar - 2006 stand Jupiter noch 10° höher als jetzt, und ich hatte damals von einem Standort in 600 m über NN aus aufgenommen. Deine Aufnahme ist für die gegenwärtigen Bedingungen - und aus der Stadt - schon sehr gut herausgekommen.

Gruß, Jan
 
Hi,

ich hab genau zum selben zeitpunkt auch Jupiter mit meinem 6"-Refraktor abgelichtet.

Gleiches Objekt, selber Zeitpunkt, selbe Öffnung, ich hängs mal der Schnelle halber als Attachment an

Gruß

Markus
 

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Hallo Markus,

interessant, so eine Variante hatte ich auch. Die hat mir zwar rein ästhetisch besser gefallen, als die hier von mir eingestellte, war mir aber von der Farbgebung zu intensiv. Ich versuche immer möglichst das Bild im Teleskop zu reproduzieren

Hier meine "bunte" Version:



CS und Gruß

Max
 

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Hallo Max,

Deine Bemerkung zur Farbintensität bei visueller Beobachtung erscheint mir sehr interessant. Erst kürzlich hatte ich eine Diskussion hier im Forum über dieses Thema angezettelt.

Die Frage war, wieviel Farbe man mit einem 6-Zöller am Jupiter erkennen kann. Das ist offenbar, wie ich jetzt glaube gelernt zu haben, nicht zuletzt auch eine Frage der Helligkeit der Planetenscheibe auf der Netzhaut. Bei abnehmender Helligkeit - d.h. zunehmender Vergrößerung - nimmt ja die Wahrnehmung der Farbe irgendwann schneller ab als die der Helligkeit (Luminanz) nach dem bekannten Sprichwort: "In der Nacht sind alle Katzen grau".

Deshalb meine Frage: Bei welcher visuellen Vergrößerung am Okular bebeobachtest Du, um Deinen hier geposteten Jupiter mit möglichst "realitätsnahen" Farben auszustatten?

Bei geringer Vergrößerung würdest Du vielleicht mehr Farbe sehen und könntest Dich mit deiner "bunten" Version anfreunden. Die gefällt mir im übrigen deutlich besser als die anfangs gezeigte, blassere Version.

Bin gespannt auf Deine Antwort.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

auch ich finde die bunte Variante besser, detailreicher.
Ich denek, man sollte ein Foto nicht auf den visuellen Eindruck reduzieren, der wahrnehmungsphysiologisch sehr von der Vergrößerung und der momentanen phys. Vefassung des Beobachters abhängt, sondern eine möglichst neutrale wahrheitsgetreue Darstellung via Kamera. Die Neutralität versuche ich immer darüber einzustellen, daß die Bereiche zwischen den Bändern ein intensives silbrigweiß kriegen, dann ergibt sich die Farbgebung der Bänder automatisch. Manche hier gezeigten Aufnahmen sind trotz Detailreichtum für meine Begriffe etwas zu sepiablaß. Wobei sich die Frage stellt, wie Jupiter von der spektralverteilung aus betrachtet, nun "wirklich" aussieht.

Gruß

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
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Hallo Jan und Markus,

ich verwende am MN66 visuell das 4.8 Nagler (190 fach) und das 4 mm (225 fach) Ortho von University Optics. Beides sehr gute Okulare. Die Wolkenbänder haben in beiden Fällen den "sepiafarbenen" Grundton, der ja schon erwähnt wurde. Der GRF ist für mich "elfenbeinfarben" bis gelblich, definitiv nicht rot oder rötlich. Bei den genannten Vergrößerungen (insbesondere des Naglers) ist die Oberflächenhelligkeit m.E. noch groß genug. Das Thema Farbe kann man natürlich endlos diskutieren, weil hier die Individualität und die Subjektivtät eine zu große Rolle spielen (wie beschreibe ich eine Farbe und was entsteht im Gehirn dessen, der diese Beschreibung liest) Auch habe ich mit dem rechten Auge (mein "Beobachtungsauge") eine andere Farbwahrnehmung als links. Bei Deepsky (mit einem 12 Zoll Dobson) tue ich mich schwer z.B. das Blau des "Blue Snowballs" zu sehen. Farben in M42 ? Eigentlich nicht, obwohl sie auf meinen Deepsky-Aufnahmen da sind.

Im großen und ganzen "visuell", aber immer noch zu intensiv, sind m.E. die Farben von Torsten's Jupiter mit Callisto

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/527780#Post527780


Die Farben in meiner bisher besten Jupiteraufnahme

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/520086#Post520086

habe ich so visuell auch noch nicht gesehen, finde aber das Bild seht ästhetisch und die Farbbalance und -differenzierung in sich stimmig (das seeing hier muss ich wohl nach oben korrigieren, auf 8; kann mich noch an den visuellen Eindruck erinnern, ruhiges klares Bild).

Von daher werde ich jetzt bei den Farben etwas mehr zulegen, denn es stimmt ja, was Markus sagt. der Detailreichtum der "farbigen" Aufnahme hier ist schon größer.


Gruß

Max

PS: Das Thema "Monitore und Farbe" möchte ich hier erst garnicht anfangen ...
 
Hui,

diese Deine beste Jupiteraufnahmen ist - meiner Meinung nach- farblich absolut perfekt ausbalanciert! Das denke ich, wäre der ideale Zielkorridor für die Jupiterfarbe.

Gruß

Markus
 
Hallo Max,

danke für die Information. Ja, Dein zuletzt zitierter Jupiter erscheint auch mir farblich am besten gelungen.

Hinsichtlich der Jupiterfarben orientiere ich mich selbst gerne an einem von der NASA veröffentlichten Foto der Cassini-Sonde. Da sehe ich eine sehr schöne Übereinstimmung in den Farben mit Deiner Aufnahme.

Die Farbe sollte m.E. so ausgeprägt sein, dass in den hellen Bändern eine leichte Blautönung erkennbar wird. Offenbar bleibt gerade dieser feine Farbton - wie auch in dem von Dir beschriebenen Fall des "Bue Snowball" - für viele Augen bei unmittelbarer visueller Betrachtung am Rande oder unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.

Zu den von Dir angesprochenen Farben von M42 gab es hier eine ausgiebige Diskussion.

Was mir bei vielen Jupiteraufnahmen - übrigens auch bei einigen NASA-Fotos - auffällt, ist eine relativ lichtschwache Darstellung und sehr oft auch ein für meinen Geschmack etwas zu deutlicher Helligkeitsabfall am Rand der Planetenscheibe. Mir ist nicht recht klar, ob sich diese Lichtverhältnisse aus den angewandten Bildbearbeitungsschritten zwangsläufig ergeben. In meinen eigenen Bearbeitungen kommt - ohne besondere Anstrengungen - auf der ganzen Planetenscheibe eine relativ gleichmäßige Helligkeit heraus, und der Planet hebt sich damit "körperlich" auch deutlicher vom Hintergrund ab, siehe z.B. hier.

Nicht zuletzt ist natürlich die ganze Bildbearbeitung auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, und manchmal bringen ja sogar gezielt eingesetzte "Falschfarben" besondere Details der Oberflächenstruktur von Planeten zum Vorschein.

Dank an Dich für die Auslösung dieser - zumindest für mich - sehr anregenden Diskussion.

Gruß, Jan
 
Hallo Max,

sehr schönes Jupiterbild.Ich habe schon lange mit dem gedanken gespielt mir auch so eine Optik zu kaufen.Solltest du noch mehr Bilder von dieser Qualität veröffentlichen werde ich wohl schwach werden.

Gruß Marvin

 
Hallo Jan, Markus und Marvin,

vielen Dank, ich hoffe der Iupiter mit Io war keine Eintagsfliege....
Ich konnte vorgestern bei gutem seeing ein paar vielversprechende avis machen und habe deswegen auch mal die 5x Powermate eingesetzt (4500mm f-eff).Ist aber noch in Arbeit.
Wie ich schon sagte, würde ich rein subjektiv (und werde nun in Zukunft) auch etwas mehr Farbe in Spiel bringen, die NASA-Aufnahme des Jupiters, die Jan beigefügt hat, ist da ein guter Wegweiser.
Ich persönlich bevorzuge etwas (!) dunklere Jupiter ohne starken Randabfall. M.E. werden hier die dunkleren Partien der Wolkenbänder besser durchzeichnet.

Der MN66 ist ein wirklich gutes Teleskop und erreicht das therotische Auflösungsvermögen (z.B. Lamda Cyg, im Zenith getrennt). Ich habe das Gerät 2003 relativ günstig gebraucht bei TS gekauft. Orion Optics bietet nun einen MN 190/5.3 für 1300 Dollar an. Mal sehen, was der hier kostet ..

CS

Max
 
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