Hallo miteinander,
vielen Dank für Eure Kommentare! - Meine Absicht beim Start dieser Diskussion war ja, Kriterien herauszufinden, die mir eine zumindest ansatzweise Voraussage über die zu erwartende
Farbtreue der fertigen RGB-Bilder erlauben. Inzwischen scheint - nach Abgleich mit den von Euch beigetragenen Erfahrungsberichten - klar zu sein, dass eine unmittelbare Bewertung aus dem Livebild heraus schwierig ist. Die in einem gestackten Probebild erzielte Auflösung in den kurzwelligen Spektralbereichen Grün und Blau könnte da möglicherweise schon weiterhelfen.
Dies brachte uns dann zu einer allgemeineren Diskussion über die Entstehung der seeingbedingten Bildstörungen und zu der Frage, wieviel mehr man bei mäßigem Seeing von größeren Teleskopen erwarten kann.
Mein Fazit reduziert sich im Moment auf die Frage, ob und ggf. wie es uns gelingen kann, aus einem vorhandenen Video solche Bilder herauszufiltern, die die
Farbtreue einer Abbildung begünstigen. Hinsichtlich der Detailauflösung ist mir das ja an dem zuvor genannten Kopernikus-Beispiel zumindest ansatzweise per Handauslese gelungen. Dabei hat sich herausgestellt, dass man zur Gewinnung einer anständigen Bildauflösung am Ende überraschend wenige Originalframes benötigt.
Obwohl es mir ungleich schwieriger erscheint, will ich nun doch zumindest den Versuch unternehmen, ähnliche Kriterien für eine mögliche Handauslese von Videoframes aus Jupitervideos zu finden. Vielleicht könnte auch der eine oder andere von Euch Lust verspüren, in dieser zugegebenermaßen etwas mühselig erscheinenden Richtung zu experimentieren?
Hier noch ein paar unmittelbare Antworten an Rudolf:
Zitat von Canonist:
Übrigens steht in der Abhandlung ausdrücklich auch, dass seine Abhandlung für einen 5-Zoll-Refraktor Gültigkeit habe! Andere Teleskope seien nicht ohne weiteres darauf übertragbar.
Danke für diesen Hinweis, Rudolf, so macht das ja Sinn!
Zitat von Canonist:
Ebenso unsinnig wäre es, ... keine großen Öffnungen anzuwenden, weil sie (seeingtechnisch) schlechter abschneiden würden als kleine.
Ich meine auch eher, dass man ein größeres Teleskop ggf. versuchsweise zur Unterdrückung des Anteils an Geisterbildern abblenden kann, denn ich habe festgestellt, dass die "Aufsplittung" der Abbildung in solchen Fällen das Auflösungsvermögen des Teleskops deutlich übertreffen kann, vgl. die Vierfachaufsplittung der Jupitermonde in dem zuvor genannten
Thread. Durch Abblendung sollte man m.E. den Anteil an Geisterbildern erheblich reduzieren und damit die relative Auswahl von ungesplitteten Bildern entsprechend erweitern können.
Ich denke da einfach wieder an die von Euch erwähnten 80- bis 100-cm-Teleskope, die könnte man durch exzentrisches Abblenden auf 12" reduzieren und hätte damit ein für ausgezeichnete Planetenbilder bestens geeignetes, unobstruiertes (!) Instrument. Ähnliches - wenn auch nicht in dem Ausmaß - sollte doch m.E. auch für die Benutzung von mittelgroßen Teleskopen gelten.
Zitat von Canonist:
Eine seeingangepasste Bearbeitung? Ist in Grenzen ohnehin schon Realtität!!
Die Grenzen liegen z.Z. offenbar noch bei der automatisierten Bildauswhl der Stackprogramme. Da werden Geisterbilder wegen der vorgetäuschten höheren Detailfülle vielfach höher bewertet als "normale". Man muss sich nur mal die Auswahllisten in den entsprechenden Programmen genauer anschauen.
Zitat von Canonist:
Wer glaubt, dazu reiche es, einfach mal das Video zu betrachten und dann zu kategorisieren, liegt falsch. So einfach ist es leider nicht, denn unserem Auge entzieht sich dabei viel zu viel, was mathematisch von Belang wäre.
Das sehe ich auch so - s.o.!
Gruß, Jan