Jupiter und Mond

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TigerClaw35

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Hallo Zusammen,

heute möchte ich euch meine ersten Aufnahmen aus dieser Saison vorstellen.

Hier ist beispielweise eine Aufnahme vom 22.08 gegen 02 Uhr.
2023-08-21-2357_2-01_50_03_pipp_lapl5_ap315_Drizzle15-000940_lapl5_ap49_Drizzle15_LinkedWavele...jpg


Die Aufnahme entstand aus 28 Videos je 25s. Seeing war relativ gut (7 von 10). Derotiert wurde mit Gewichtung in WINJUPOS. Gestackt wurden zwischen 25 und 30%. Geschärft wurde zunächst in Registax und anschließend in Fitswork. Der Gauss Filter in Registax ist an sich recht grob. In Fitswork stelle ich dann für die Schärfe unter Wavelet die Ebenen 3 und 4 meistens zurück. Heute habe ich mich mehr auf die Ebenen 1 und 4 konzentriert. Parallel dazu habe ich auch den Default Filter von Registax und den Linked Wavelet genutzt. Nach der Bearbeitung in Fitswork sahen aber alle drei Bilder recht identisch aus. Es macht also absolut keinen Unterschied, welche Filterart man hier nutzt. Zumindest auf Wavelet bezogen.

Was ich heute auch lernen musste. Ich habe Aufnahmen von den Tagen zuvor. Diese waren deutlich schlechter was die Qualität angeht. UNd trotzdem konnte ich mithilfe der Filter nicht wirklich viel mehr herausholen. Entweder waren nicht genug Bilder konstant und von sehr guter Qualität, oder aber ich habe zu viel Prozent gestackt. Es kann aber auch einfach sein, dass die Derotation mit 13 Minuten etwas zu lang war. Stacke und schärfe ich lediglich 2-3 Videos bzw Summenbilder, habe ich deutlich mehr Details, aber auch mehr Rauschen. Eine weitere Erklärung könnte sein, dass irgendwann Grenzen gesetzt sind, was Qualität angeht. Ich kann beispielsweise mehrfach im ersten Kanal schärfen. Zwischen 1 und 5 Summenbilder merkt man da auch deutliche UNterschiede hinsichtlich Rauschen. Zwischen 10 und 20 Viddeos gibt es aber kaum eine Steigerung. Daher würde ich mal behaupten, dass bei guten Summenbildern 5 Minuten Derotation absolut reichen. Derotiert man mehr, hat man zwar kein Rauschen mehr, aber irgenendwann wirken die Aufnahmen überschärft.

Weniger ist mehr. Ich konnte also zwischen 5 Videos und 20 Videos hinsichtlich Schärfe keinen Unterschied feststellen, außer dass ich höher schärfen onnte, dadurch aber alles überschärfter wirkt. Momentan gefallen mir Bilder mit leichtem Rauschen sowie besser, das das Glätten ja auch auf Kosten von sehr feinen Strukturen geht.

Bei dieser Aufnahme zuvor war das Seeing etwas schlechter, und trotzdem wirkt die Aufnahme mit nur 5 Frames pro Kanal gut.
Jupiter_MM_Registax_Fitswork_FINAL_2.jpg


Möglicherweise liegt das bei der ersten Aufnahme aber auch an den einzelnen Details, die aufgrund ihrer Form vortäuschen, dass mehre Details herauszuholen sind. Soweit zu meiner aktuellen Erfahrung zum Thema Bearbeitung. Ich würde momentan daher eher dazu tendieren, wieder lediglich 5-10% zu stacken. Dann erhalte ich feinere Strukturen, und fühle mich dank einer Derotation von 15 Minuten nicht mehr gewzungen, bis zum Limit zu schärfen :) Hier ist z.B. die ersten Aufnahme Jupiter_22082023
Das Bild entstand aus nur 5 Videos in AS!3 derotiert, wobei die Software maximal 90s schafft. Ich habe Emil, der die Software entwickelt hat, einige Videos zur Verfügung gestellt. Anscheinend ist eine neue Version in Entwicklung, bei der RGB Videos bzw. Frames besser verarbeitet werden sollen :)


Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,
ganz tolle Aufnahmen, in der Bildergalerie waren ja schon einige zu sehen, bin ja auch mit 12" unterwegs und muss noch viel dazulernen.

Um sich das derotieren zu ersparen (mit all den damit verbundenen Problemen, die du oben beschreibst) und da du ja beide Varianten der 178er hast, hast du schon versucht beide Kameras für eine Aufnahme einzusetzen. Könnte man sich das RGB nicht sparen wenn du nur kurz die Farbkamera nimmst und dann Mono für Schärfe und Luminanz um in einem engen Zeitfenster zu bleiben?

Übrigens am ersten Bild oben hast du sogar eine noch nähere Begegung mit dem bläulich-weißen Sigma Arietis erwischt, Glückwunsch und sogar mit GRF obendrauf!

VG aus der Steiermark,
Martin
 
Hi Martin,
danke dir. Da ich mehrere Monate pausieren musste, bin ich auch gerade dabei mich wieder einzufinden. Aktuell experimentiere ich damit, sehr gute Aufnahmen mit nur 20% und 50% zu stacken, da der Quality Graph da fast bis ans Ende über 85% liegt.

Bei der Derotation von 6 Minuten habe ich festgestellt, dass die 20% einfach mehr Details hervorbringen. Auch wenn die 50% mehr geschärft werden. Denn solange ich mit den 20% nicht ins Rauschen kommey brauche ich auch nicht mehr Prozent zu stacken.

Auch habe ich festgestellt, das extrem gute Aufnahmen einfach weniger Rauschen. Mag sicherlich vor allem daran liegen, dass weniger nachgeschaerft werden muss. Aber auch beim automatischen schärfen von autostakkert rauscht das bei guten Aufnahmen weniger. Daher stacken ich meistens alle Videos auf einen Schlag mit 20%.

Also mit monokamera hast du einfach mehr Auflösung (debayer Matrix). Aber das seeing ist in mancher Orts selten über längere Zeit konstant. Falls doch, bringt sie Mono Kamera mehr. Bei der Derotation der einzelnen Farbkanaele wird es dann aber schwieriger. Bei der Farbkamera kannst du dafür mehr frames pro Sekunde sammeln. Bei Jupiter nutze ich keine luminanz extra. Entspricht nicht der tatsächlichen Farbe. Manche machen das, um Strukturen besser hervorzuheben. Und derotieren musst du sowieso. Mehr als 90s schafft Auto stakkert nicht.

Manchmal ist der beste Weg der, den die meisten gehen und da muss alles zusammenpassen. Eventuell ist bei Newton nicht optimal justiert oder aber das Seeing noch nicht optimal. Man weiss nie, ob noch mehr geht aber ich bin mir sicher, da geht noch einiges :) Justage muss passen, Luft darf sich nicht über den HS im Tubus sammeln, Kameras müssen absolut sauber sein, etc. Auch wichtig. Bei mir laufen die Lüfter am HS entweder auf voll oder sind aus. Das kommt auf verschiedene Faktoren an und ist deshalb oft ein Glücksspiel. Was ich auch gerne mache. Ich wandere mit dem Fokus mit. Manchmal verschiebt sich der Fokus minimal (durch Atmosphäre oder sonstiges ?) Und ich fokussiere mich auf bestimmte Punkte und sobald sich etwas an Schärfe verändert und sei es nur für einen Augenblick, drehe ich den Fokus mit. Irgendwann hat man ein Gefühl dafür. Manche Stellen aber auch konstant ein und lassen laufen. Bei mir funktioniert das so seit zwei Saisons:)

Sorry für die Rechtschreibung. Smartphone Autokorrektur passt nicht immer :)

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Zusammen,

ich habe nun die komplette Woche damit verbracht, meinen Workflow vollständig zu ändern. Hier ein kurzes Resultat davon. Rechts ist das neue Bild und links mein bisheriger Worflow. Ich werde einiges ändern und versuche mich gegen meinen Willen mehr mit der Bildbearbeitung zu beschäftigen :D

jup_neu.png

Manchmal braucht man doch ein bishen Pause und Abstand, um sich von bisherigen Workflows zu trennen und sich weiterzuentwickeln. Meine Bilder vom letzten Monat warten immer noch auf Bearbeitung :D
 
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