Jupiter vom 22.08.2010 [Neubearbeitung]

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ThomasWinterer

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Hallo Planetenfreunde,

es kommt selten genug vor dass die Luft es so gut mit uns meint und so perfekte Bedingungen liefert wie in der Nacht vom 21. auf den 22. August. Deshalb hier unser Ergebnis aus dieser Ausnahmenacht.

Als Instrument kam wie immer unser 20“ Newton mit einer Effektivbrennweite von 8200mm zum Einsatz. Gefiltert wurde durch ein Atik-Filterrad und Astronomik IR742 bzw. RGB-Filter. Okularprojektion durch ein 20mm Televue- Plössl. Aufnahmezeitpunkt war 3.11 Uhr MESZ. Claudia am Rechner ich an der Nachführung und am Okularauszug. Arbeitsteilung ist alle. Bildbearbeitung kommt dann wieder von mir, wobei Claudia da auch ein Wörtchen mit zu reden hat.

Viele Grüße
Thomas und Claudia

Link zur Grafik: http://www.sky-win.de/resources/rgb0311_endergebnis_4.jpg
IRR-RGB Bild

Link zur Grafik: http://www.sky-win.de/resources/ir_2208101_0311xxx.jpg
IR-R Bild
 
Hi Ihr zwei,
20" und 8,2m Brennweite, jaja - gebt doch ruhig zu, daß Ihr eine eigene Sonde unterwegs habt...

Wunderschöne Bilder, vielen Dank fürs zeigen!
 
Hallo Dominique, hallo Ralf!

Danke für die netten Reaktionen. Wir bleiben am Ball...im wahrsten Sinne des Wortes!

Grüße und cs,
Thomas
 
Hallo Thomas und Claudia
Bin erst jetzt auf euer Bild gestossen, ist aber eine riesen Sache, ganz grosse erste Klasse.
Da sieht man die grosse Öffnung, wenn dann das Seeing stimmt bist du sofort an der Spitze.
Grüsse
Peter
 
Hallo Peter,

herzlichen Dank für deine nette Antwort. Du bringst es auf den Punkt. ...Wenn das Seeing stimmt. Ob ich dann wirklich an der Spitze stehe, möchte ich da hingestellt lassen. Hier werden in letzter Zeit wirklich atemberaubende Bilder von Jupiter gezeigt wobei die Auflösungsunterschiede nur sehr gering sind. Ich habe ohnehin das Gefühl, als ob sich die Bildbearbeitungstechnik mittlerweile doch weit herumgesprochen hat und die Qualitätsunterschiede nicht selten nur noch von den örtlichen Gegebenheiten wie Seeing und Optikqualität abhängen.

Fürs kommende Wochenende ist ja wieder Wetterbesserung in Sicht. Vielleicht können wir ja noch etwas weiter am Limit kratzen.

Viele Grüße, Thomas
 
Hallo Thomas,

ein atemberaubendes Bild! Solche Details habe ich bislang auch auf den Aufnahmen anderer Jupiter-Spezialisten nicht gesehen.

Diese Qualität beruht sicherlich auf den Aufnahmebedingungen - Seeing und Gerätschaft -, doch mit Sicherheit ebenso auf der Bildbearbeitungstechnik. Du sagst, die wichtigen Tricks hätten sich bereits herumgesprochen. Vielleicht kannst du ja einmal ein paar dieser Tipps angeben, damit würdest du einen wichtigen Beitrag zur weiteren Verbesserung der (bereits erstaunlich hohen) allgemeinen Qualität der Bilder leisten, für den die viele dankbar wären!

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan, das tue ich doch gerne….


Aufnahme der AVIs,

Zunächst mal ist zu sagen, dass die hohe Auflösung ganz klar in der Verwendung eines guten R und in diesem Fall zusätzlich eines scharfen IR- Bildes liegt. Der Vorteil der großen Optik, die wir benutzen liegt ganz klar in den kurzen Belichtungszeiten die wir verwenden können. Typische Zeiten von ca. 1/90s bei 30 fps für den Rot- und Grünkanal sowie 1/54 für Blau und 1/30s für den IR-Kanal machen das möglich. Darüber hinaus arbeiten wir in Blendenbereichen von f/16 bis f/18 und liegen hier wesentlich unter dem, was mit kleineren Optiken üblich ist. Die Gammeinstellung bleibt auf 100 und der Gainregler befindet sich je nach Durchsicht zwischen 800 und 920. Die Einstellungen gelten für die USB-DMK und IC-Capture Aufnahmesoftware.

Von einer 60fps Einstellung möchte ich abraten, da es hier zu unschönen Streifen im Bild kommen kann. Wem das zu wenig ist, (uns irgendwann sicher auch) der sollte sich nach neuen Kameras umschauen, die bereits 100 oder sogar 120 fps auf die Platte speichern.

Ich brauche wohl kaum zu erklären, dass die Bilder nur dann besser werden als der Durchschnitt, wenn alle Bedingungen optimal zusammenpassen.

Lokales seeing,
Jetstream
Justage,
exakte Scharfstellung auf jeden Kanal*
gute Auskühlung des Teleskops
Abstand halten, um Körperseeing zu vermeiden

*(Verlasst euch nicht auf die Homofokalität der Filter, verkippte Filter in der Fassung oder durch Wärmewechsel lose gewordene Filter sorgen für unterschiedliche Schärfepunkte. Der IR- Kanal hat einen völlig andere Schärfepunkt als der Rest des Filtersatzes)

Ein Filterrad oder die Verwendung eines Motors am Okularauszug ist sehr bequem und erleichtert die Aufnahme. Scharfstellen geht bei mir auch ohne Motor sehr gut, da mein Teleskop 150 kg wiegt und keinen Zucker macht, wenn ich fokussiere. Wir vergrößern durch Okularprojektion mit einem Standartplössl. Da sich die Aufnahme auf oder in unmittelbarer Nähe der optischen Achse abspielt, sind teure Zwischenoptiken oder Barlows, die das gesamte Bildfeld korrigieren nicht zwingend nötig.

Ich vergrößere mir das Bild am Monitor auf 150% und kann so aus der Distanz viel besser die Schärfe beurteilen.

Vor der Aufnahme öffne ich die Histogrammansicht in IC-Capture und belichte jeden Kanal etwa gleich hell. Dabei beginne ich mit dem IR Kanal und vergrößere Jupiter so weit, dass ich ihn bei gegebener Gaineinstellung noch bei 1/30s aufnehmen kann. Alle anderen Kanäle sind dann heller und es gibt keine Probleme.

Beachtet auch bitte, dass gerade Jupiter eine hohe Rotationsgeschwindigkeit hat und man Probleme bei der Überlagerung der einzelnen Farbkanäle bekommt, wenn man nicht schnell genug arbeitet. Wir sind zu zweit und das hat hier sehr große Vorteile. Pro Kanal belichten wir nicht länger als 30 - 40s. Je hochauflösender die Bilder sind, desto eher machen sich die Unterschiede in der Überlagerung bemerkbar.


Bildbearbeitung:

Das ist bei mir ganz unterschiedlich und ich komme um das Ausprobieren nicht herum.
In letzter Zeit, wie auch hier bei dieser Aufnahme, verwende ich AutoStakkert von Emil Kraaikamp. Das Programm ist sehr schnell und gerade bei gutem seeing sehr effektiv.

Das Programm produziert zwei Varianten, ein leicht geschärftes und ein ungeschärftes Summenbild.

Gute Ergebnisse bekommt man, wenn man den Iterativen-Gauss- Filter in Fitswork verwendet. Ihr kommt um das Ausprobieren nicht herum. Mit dem oberen Schieber bestimmt ihr die Pixelgröße, auf die geschärft werden soll. (Zu kleine Pixelzahl,…Bild wirkt verrauscht. Zu große Pixelzahl, ..Bild wirkt zu grob und die feinen Strukturen verschwinden.)

Je besser das Summenbild, desto kleiner können die Filter gewählt werden.

Die Iterationen sind die Durchläufe…(müsst ihr testen)
Die Verstärkung halte ich so zwischen 70 und 100.

Bei der obigen Aufnahme habe ich die Schärfung über den Mexican-Hut-Filter in Giotto durchgeführt. Ein wirklich guter Filter, der einen optimalen Kompromiss zwischen Schärfe und Kontrast liefert.

Gleich vorweg, ich verwende immer ein gemitteltes Bild aus unterschiedlichen Schärfungen, um das Rauschen zu verringern. Dabei werden die unterschiedlichen Schärfevarianten in PS geladen und von Hand überlagert.

Dazu kopiert man einfach die Bilder übereinander macht diese deckungsgleich und gewichtet bei der Einstellung „Normal“ mit der Abstufung 100, 50, 33….usw.
Wenn es ganz schlimm rauscht, verwende ich gelegentlich auch den „Rauschfilter“ und dann „Rauschen reduzieren“. Das aber bitte nur homöopathisch… Vergrößert euch das Bild stark, damit ihr die feinen Unterschiede sehen könnt.

Die Überlagerung der Kanäle zum RGB erfolgt dann wieder sehr bequem in Fitswork. Dazu öffnet ihr euch einfach die Bilder, zieht einen Rahmen um jedes Bild und verwendet „Bild kombinieren“ –„3s/w Bild zu RGB Bild (mit verschieben) „. Falls die Überlagerung nicht deckungsgleich sein sollte, wieder Rahmen drum herum ziehen und unter „Bearbeiten“, „Farblayer zurechtrücken“ anklicken. Mir passiert es gelegentlich, dass das Ergebnis farblich ein Alptraum ist. Klickt mit der rechten Maustaste in eine helle Region Jupiters und anschließend auf „Umgebung (15x15) als Weißwert“ und flupp, der Jupi ist so wie er sein soll. Ihr könnt auch noch mal einen Schwarzpunkt außerhalb der Jupiterscheibe setzten, falls durch die Bearbeitung die Umgebung um Jupiter nicht ganz schwarz sein sollte.

Nun wird das so gewonnen RGB wieder in PS geladen und erneut mit einem geschärften R- oder IR-Bild mit der Funktion (Normal) überlagert. Kontrast und Helligkeit noch etwas anpassen…fertig.

So, ich hoffe das war jetzt nicht zu viel und einigermaßen verständlich.

Einige von euch werden jetzt bestimmt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich denken, dass diese Methode viel zu kompliziert ist. Deshalb wäre ich natürlich auch sehr daran interessiert, wie eure Bilder entstanden sind.

Viele Grüße und cs,
Thomas
 
Hallo Thomas,

bist Du also nun doch bei der Farbgestaltung weg von PS zu fitswork gewechselt. ;)

Ich möchte noch 2 Dinge ergänzen.

Zitat von ThomasWinterer:
...
Die Überlagerung der Kanäle zum RGB erfolgt dann wieder sehr bequem in Fitswork. Dazu öffnet ihr euch einfach die Bilder, zieht einen Rahmen um jedes Bild und verwendet „Bild kombinieren“ –„3s/w Bild zu RGB Bild (mit verschieben) „. Falls die Überlagerung nicht deckungsgleich sein sollte, wieder Rahmen drum herum ziehen und unter „Bearbeiten“, „Farblayer zurechtrücken“ anklicken.
...
Wenn man um jedes Bild einen Rahmen zieht und nachher keine Passung der 3 Farben erhält, so liegt das daran, dass bei "Verschiebung bestimmen" bzw. "Verschiebungskoordinaten bestimmen" nicht Kreuzkorrelation aktiviert war, sondern Helligkeitsschwerpunkt. Wählt man Kreuzkorrelation, kann i.d.R. auf das "Farblayer zurechtrücken" im Anschluss verzichtet werden.


Zitat von ThomasWinterer:
...
Mir passiert es gelegentlich, dass das Ergebnis farblich ein Alptraum ist. Klickt mit der rechten Maustaste in eine helle Region Jupiters und anschließend auf „Umgebung (15x15) als Weißwert“ und flupp, der Jupi ist so wie er sein soll. Ihr könnt auch noch mal einen Schwarzpunkt außerhalb der Jupiterscheibe setzten, falls durch die Bearbeitung die Umgebung um Jupiter nicht ganz schwarz sein sollte.
...
Der farbliche Alptraum passiert vor allem, wenn man unterschiedlich viele geschärfte Bilder, wie von Dir oben geschildert, in den einzelnen Farbkanälen überlagert hat, z.B 5 in R, 3 in G und 1 in B. Der Farbstich richtet sich i.d.R. dann nach der Anzahl der jeweiligen Bilder.
Mit der beschriebenen Prozedur braucht man sich aber nicht darum zu kümmern.
Wählt man nicht nur helle Regionen für den Weißpunkt aus, lassen sich andere Farbstiche erzeugen und gegebenenfalls zu einem farblich angenehmen Ergebnis vereinigen.
Im Falle Jupiters produziert eine Weißpunktpunktsetzung im weißen Bereich oft ein farbneutrales oder etwas rotstichigeres Ergebnis, während man den Weißpunkt in den grauen Bereichen gesetzt, einen Blaustich erhält. Da die Option „Umgebung (15x15) als Weißwert“ einen kleinen Bereich zur Farbbildung benutzt ergibt die Weißpunktsetzung in der Nähe eines Übergangs Grau-Weiß am Jupiter oft brauchbare Farben, so jedenfalls meine Erfahrung.

Schwieriger gestaltet sich die Anwendung der Methode beim Mars, aber der steht ja gerade eh nicht zur Debatte ...


Viele Grüße
Torsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo zusammen,

ist es nicht einfacher, schon bei der aufnahme auf ein histrogramm zu achten, dass ungefähr bei allen kanälen gleich gut belichtet ist? ich brauche in fitswork dann nur noch die endpunkte im histogramm auf das ende der jeweiligen farbkurve zu schieben und bin fertig....

wenn ich das einfach mal am obigen bild mache, komme ich zu dem ergebnis:
Link zur Grafik: http://s5.directupload.net/images/100909/9no7stx5.jpg
ich finde das eigentlich sehr ausgewogen. imho kommt es also nur auf die endpunkte im histogramm an

gruss,
sascha
 
Re: Jupiter vom 22.08.2010 [Neubearbeitung+ Ani]

Hallo Tosten,

vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Stimmt natürlich was du schreibst!

Habe mich nie auf das Programm PS festgelegt und verwende eigentlich alle Programme die mir für die Situation hilfreich erscheinen.

Weswegen viele geschärfte Bilder in unterschiedlicher Anzahl für die falschen Farben verantwortlich sind, kann ich noch nicht richtig nachvollziehen. Die Helligkeiten der Bilder verändere ich damit ja nicht. Wir können das aber mal testen.

Sascha, ich ziehe die Schieber gezielt nicht ganz an die Histogramwerte heran. Das wird mir persönlich zu knallig und hebt das rauschen für meine dafürhalten zu stark an. Das ist natürlich Geschmacksache und von der Monitoreinstellung abhängig. Du hast das natürlich geschickt umgangen, indem du das Bild verkleinert hast.

Ich bin auch dazu übergegangen die Summenbilder auf den 1,5 bis 2-fachen Wert hochzurechnen. Das funktioniert in Fitswork über die Einstellung "Bildgeometrie"- "Bildgröße x 2 hi-f sinc" oder über Giotto und Registax direkt beim aufaddieren der Summenbilder. Das Ganze hat den Vorteil, dass man eine feinere Abstufung während der Filterung bekommt. Nachher rechne ich die Bilder wieder auf das ursprünglich Maß zurück.

Hier noch eine kleine Animation aus drei Bildern.

Link zur Grafik: http://www.sky-win.de/resources/Ani+0302-0311kon.gif

Viele Grüße,
Thomas






 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Jupiter vom 22.08.2010 [Neubearbeitung+ Ani]

Zitat von ThomasWinterer:
Sascha, ich ziehe die Schieber gezielt nicht ganz an die Histogramwerte heran. Das wird mir persönlich zu knallig und hebt das rauschen für meine dafürhalten zu stark an. Das ist natürlich Geschmacksache und von der Monitoreinstellung abhängig. Du hast das natürlich geschickt umgangen, indem du das Bild verkleinert hast.

thomas,
umgangen habe ich gar nichts, sondern ich wollte den thread nicht mit einem "fremden", grossen bild zuklatschen. und wem das rauschen zu stark wird, der verschiebt halt die 3 regler weiter nach rechts vom histo weg, aber im abstand, so als ob die regler am histogramm ansetzen würden. fertig....
 
Re: Jupiter vom 22.08.2010 [Neubearbeitung+ Ani]

Hallo Thomas,

Zitat von ThomasWinterer:
Ich bin auch dazu übergegangen die Summenbilder auf den 1,5 bis 2-fachen Wert hochzurechnen. Das funktioniert in Fitswork über die Einstellung "Bildgeometrie"- "Bildgröße x 2 hi-f sinc" oder über Giotto und Registax direkt beim aufaddieren der Summenbilder. Das Ganze hat den Vorteil, dass man eine feinere Abstufung während der Filterung bekommt. Nachher rechne ich die Bilder wieder auf das ursprünglich Maß zurück.

das finde ich interessant. Womit verkleinerst Du den Maßstab dann wieder? Ich werde das gelegentlich 'mal probieren.

Gruß,

Michael
 
Hallo Thomas,
ich mische mich hier mal in die Diskussion ein:
Super Bild! Natürlich ein Superbild, könnte man fast schon anmerken.

Zur Farbgebung ist nichts negatives zu sagen, finde ich. Allerdings habe ich mich neulich wieder gefragt, was denn die 'wirkliche' Farbe von Jupiter ist. Wir hatte das ja schon ausführlich mit Mars diskutiert. Bei Jupiter scheint das viel einfacher zu sein, denn mit gleichmäßig ausgeregeltem Histogramm ergibt sich schon ein brauchbarer Weiß- und Schwarzwert. Ein tolles Feature gibt es dafür übrigens in Torsten Edelmanns Firecapture - ich weiß nicht, ob Du schon damit gearbeitet hast. Im Histogramm ist die Einstellung für die jeweiligen Farbfilter markiert und wenn Du beispielsweise rot belichtetes, kannst Du an der Marke sehen, wo der Regler bei Blau stand. Wirklich hilfreich! (ich warte ja nur noch darauf, dass Torsten E. das ganz automatisiert und die Regler selbst auf einen Nennwert hochfahren lässt ;) ).

Obwohl das bildbestimmende Weiß oder Hellgrau der Zonen einen angenehmen und natürlichen Eindruck macht, sehe ich im Teleskop Jupiter immer viel gelblicher und die Bänder eher bräunlich als rötlich. Aus dem Stand kann ich aber nicht sagen, woran das liegt und will nicht ausschließen, dass diese eine sehr subjektive Wahrnehmung ist. Andererseits steht Jupiter im Okular auch nie so groß und ruhig wie im Foto.

Ich möchte die Bermerkung jetzt aber nicht als Kritik verstanden wissen, zumal Deine Bearbeitung eh besser ist als das, was ich so mache. Mich würde interessieren, ob Du (und andere) Dich an Bildern der Raumfahrtagenturen orientierst oder am visuellen Eindruck durch das Teleskop. Wir werden ja in Kürze wohl Gelegenheit habe, ausführlich zu diskutieren.

Zu den IR-LRGB ist mir folgendes aufgefallen:
Zum Einen, dass Dein 20er Spiegel den Nachteil der geringeren Auflösung im IR (mit 742 bist Du ja fast schon im roten Bereich - (kleiner Scherz)) über die größere Öffnung gut kompensiert. Bei meinem "kleinen" 12er lohnt sich IR ab einem bestimmten Seeing (so ab 6 würde ich schätzen) nicht mehr, d.h. ich erhalte zwar gute Kontraste, aber auch gröbere Details. Mit dem R-Filter für die Luminanz fahre ich dann besser. Ich könnte mir vorstellen, dass auch Deine Bilder bei gutem Seeing ohne IR als L-Kanal mehr Details (mit weniger Kontrast) zeigen. Wenn nicht, müsste hier noch ein großes Potential Deines Gerätes liegen.

Das "lohnt nicht mehr" beziehe ich ausdrücklich auf die wellenlängenabhängige Detailauflösung. Das nahe IR kann durchaus interessant sein im Hinblick auf Farbveränderungen, Wärmedetails etc geht.

Zu den "Top-Bedingungen" hierzulande eine Anmerkung: Klar, dass man begeistert ist, wenn sich endlich mal lange vermißte Strukturen bei den Aufnahmen herausschälen. Ich sehe bei mir selbst, wie nervig und frustrierend es ist, wenn einfach nichts gehen will.
Dabei sollte man nicht übersehen, dass wir hierzulande immer noch mit - ich formuliere das einmal absichtlich etwas abschätzig - dem ganzen Filterschnickschnack und Verarbeitungstricks arbeiten müssen. Überspitzt formuliert: Wenn das Bild einmal ohne irgendwelche Filter ruhig steht für einen L-Kanal, haben wir Top-Seeing á la Go, Wesley und Kollegen. Bisher habe ich nur ein einziges Bild gesehen, das vielleicht in diese Richtung ging. Das war die Aufnahme, die Jan Fremerey kürzlich gepostet hatte. Leider aber etwas klein für mich (bitte jetzt aber keine Debatte darüber, ich fühle mich ausreichend informiert über das für und wieder :neinnein: ). Auch seine Beschreibung der Bedingungen klang gut.

Viel Glück und weiteren Erfolg bei der Planetenjagd

Gruß Ralf


 
Hallo Thomas
Danke für deine ausführliche Beschreibung, kann ich einiges davon gebrauchen.
Da ich noch nicht ein Filterrad habe, versuche ich einmal eine Aufnahme mit DFK und DMK zu machen und zu kombinieren.
Wenn jetzt dabei verschiedene grosse Bilder entstehen, z.B. Aufnahme DFK mit Refraktor (Leitrohr), kann man die Bilder skalieren und zusammensetzen, macht das fitswork4 automatisch.
Oder machst du das mit PS.
Ich weiss man kann mit dem Programm Iris dies machen, aber mit zu vielen Programmen zu arbeiten ist ja auch nicht so gut.
Zur meiner Person noch, ich arbeite mit meinem Meade 16 Zoll ACF und eben mit DFK, selten mit DMK.
Meine Beobachtungsstation ist in der Schweiz in den Voralpen auf 1250 m.ü.M., der Ort ist sehr geeignet für Deepsky.
Ich bearbeite meine Bilder mit Registax 5, Mexican-Hut Filter, und meine beste Jupiteraufnahme vom 21. August habe ich noch mit PS eine echte unscharfe Maskierung gemacht, bringt noch einiges mehr an Detail.
Für eine Rückmeldung wäre ich dir dankbar, oder auch von euch liebe Sternfreunde.
Peter
 
Hi Sascha,

du schreibst:

umgangen habe ich gar nichts, sondern ich wollte den thread nicht mit einem "fremden", grossen bild zuklatschen.

Finde ich vollkommen ok. und das Ergebnis wirkt auch etwas verkleinert sehr ansprechen. Trotzdem wirken die Bilder verkleinert glatter als in Originalgröße. Das sollte kein Kritikpunkt sein, sondern ist einfach so!

und wem das rauschen zu stark wird, der verschiebt halt die 3 regler weiter nach rechts vom histo weg,


Also den Sachverhalt habe ich jetz überhaupt nicht verstanden. Welche drei Regler meinst du denn? Meinst du die Histogramme vor dem Überlagern zum RGB?

Und wo soll ich was ansetzen?

Kläre mich doch bitte mal auf, ich stehe etwas auf der Leitung.

Viele Grüße, Thomas
 
Hallo Michael,

Zum Verkleinern bemühe ich einfach PS. Über "Bild"- "Bildgröße" kannst du das Bild ganz deinen Vorstellungen vergrößern und verkleinern. Achte darauf, dass "Bikubisch" eingestellt ist.

Viele Grüße,
Thomas
 
Hallo Ralf und alle anderen

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Du hast da jetzt so viele Ansätze und Anregungen hineingeschrieben, dass ich es eigentlich bevorzuge mit dir demnächst persönlich darüber zu diskutieren. Das sprengt dann doch den Rahmen hier…

Aber auf zwei Dinge möchte ich trotzdem Antworten:

Farbdarstellung: Ich gebe dir vollkommen Recht, dass es bei Jupiter für mich viel leichter ist eine ansprechende Farbe hinzubekommen, da ich mit dem weißpunktsetzen irgendwann immer ein für mich ansprechendes Ergebnis bekomme. So wie Torsten vollkommen richtig schreibt kann man durch die Wahl des Grau- oder Weißwertes auf Jupiter gezielt Veränderungen vornehmen. Als Referenz verwende ich keine offiziellen Bilder, sondern versuche schon den gesehen Eindruck am Teleskop wiederzugeben.

Das ist natürlich vollkommen subjektiv wie du sicher weißt und von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Es beginnt schon bei der Verspiegelung des HS und FS sowie bei der Transmission der Okulare. Macht euch mal den Spaß und schaut ein weißes Blatt Papier durch unterschiedliche Okulare an. Ihr werdet erstaunt sein wie stark die Unterschiede ausfallen.

Noch mal was zu den Topp-Bedingungen. Hand auf´s Herz Freunde, wer hat denn wirklich schon mal ein 10/10 seeing erlebt. Ich glaube, ich überhaupt noch nie. Genauso wenig habe ich ein 0/10 seeing erlebt. Zumindest kann ich es nicht mit Bestimmtheit sagen.

Also, wenn ich die Skalenendwerte noch nicht einmal kenne, wie kann ich den dann überhaupt ein 3/10 ein 5/10 oder ein 9/10 seeing einschätzen. Das ist vollkommen subjektiv und für mich nur sehr vage aussagekräftig.

Deshalb ist es für mich immer schwierig zu beurteilen, wie das lokale seeing bei anderen Beobachtern aussieht. Diese können es ja meistens selber nicht beurteilen, da ihnen,, genau wie mir die Referenzen fehlen. Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege. (Mal von Beugungsring-Abstufungen abgesehen)

Ich kenne mein Lokales seeing hier im Norden Augsburgs und weiß, wann es für meine Bedingungen hier wirklich gut ist. Dann kann ich persönlich für meine Location eine Maßzahl festlegen und so etwas wie 10/10 geben. Vielleicht würdest du die gleichen Bedingungen mit 12/10 und der Torsten in Alpennähe mit 8/10 beurteilen, wenn ihr euer Heimatseeing zu Grund legt.

Ich glaube nicht, dass bei perfekten Bedingungen auf die R-Filterung als Luminanz und die Aufnahme von RGB´s verzichtet werden kann, schon auf Grund der höheren Auflösung einer SW-Kamera.
Ich sehe aber keinen Grund, weswegen wir nicht auch bei höheren Deklinationen genauso gute, oder vielleicht noch bessere Bilder hinbekommen können, wie die Herren Go oder Weslay.

Ich bin sehr gespannt darauf….

Viele Grüße,
Thomas
 
Hallo Peter...

... du benötigst dringend ein Filterrad mit einem RGB- Filtersatz. Wenn du schon die perfekten Bedingungen hast und du dir ein ACF 16 zulegen konntest, dann bitte investiere noch die 100 Fränkli für ein 1,25" Filterrad. Verwende dann in Zukunft deine DMK und du wirst staunen, was damit alles möglich ist.

Michael hat dir die Überlagerung zweier unterschiedlich großer Bilder mit Fitswork ja schon beschrieben.

Viele Grüße,
Thomas
 
Hallo Thomas
Ja ich weiss, aber ich denke mit 100 fränkli liegst du doch einbisschen daneben.
Eine Offerte die ich habe beläuft sich so auf 1000 fränkli für ein mot. Filterrad (7 Filterplätze) 5/4 Zoll mit Filter.
Liege ich da falsch.
Grüsse
Peter
 
Hallo Peter,

so ein tolles Stück meinte ich natürlich nicht. Da gebe ich dir schom recht, dass du motorisiert mit 100 Franken nicht auskommst. ich bin jetzt einfach mal von meinen etwas bescheideneren Verhältnissen ausgegangen.

Viele Grüße und cs, Thomas


 
Hi zusammen

Sorry,
habe meine HP neu geordnet und dabei die Planetenbilder in ein anderes Verzeichnis gesteckt. Wer sich die Aufnahmen trotzdem noch einmal anschauen möchte, den bitte ich doch unserer Homepage zu besuchen.

Ansonsten möchte ich das Thema hier beenden und mich für die nette Diskussion bedanken.

Freundliche Grüße, Thomas
 
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