Kann denn GSO Sünde sein?

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dirk_tippe

Neues Mitglied
Mein Kopf brummt, ich habe mehr Fragen als Antworten, trotzdem will ichs tun:
ich plane den Kauf eines GSO 680 Dobson. An vielen Stellen wird über Geräte dieses Herstellers berichtet, aber vielleicht kann mir ja doch noch mal jemand sagen, ob damit alles falsch mache.
Ich würde gerne anschließend eine Celestron Advanced GT Montierung für nachgeführte Beobachtungen kaufen (GOTO).
Hat jemand damit Erfahrungen gemacht?
Für Antworten schonmal vielen Dank!
Dirk
 
Hallo Dirk,

ich denke, schon für visuelle Beobachtungen wird die Montierung an dem langen und schweren Dobs arg zu schleppen haben. Fotografisch für Langszeitbelichtung halte ich das für noch zu wenig.
Üblicherweise packt man ja eher eine EQ-6 unter diese Dobsons, auch für visuelle Zwecke. Für Deepsky-Fotografie baut man ja üblicherweise noch allerhand an der EQ-6 um, so daß als Goto Lösung so mancher die EQ-6 mit FS-2 Steuerung, neuen Getrieben und neuen Schrittmotoren betreibt. Das liegt preislich dann ganz woanders.

Natürlich wird die advanced GT nicht unter dem Teleskop zusammenbrechen, und auch das verbesserte Stativ macht wirklich Sinn, aber dennoch wird der lange Tubus ordentlich nachschwingen, was das Fokussieren problematisch macht. Windanfälligkeit kommt hinzu.

Für rein visuelle Beobachtung und Planetenfotos würde ich Dir empfehlen, eine EQ-6 anzuschaffen und Goto ad acta zu legen.

Clear Skies
Sven
 
Hi Dirk,
nachgeführte Beobachtung ist nicht gleich Goto.
Wenn es Dir nur um die Nachführung und Motorisierung geht, würde ich an dieser Stelle lieber zu ner HEQ5 statt der CAM greifen. Kostet zum einen weniger und dürfte auch etwas tragfähiger sein.
CS
 
Hallo Sven und Armin,
erstmal vielen Dank für Euro Hinweise. Ich habs befürchtet, aber egal. Als Wiedereinsteiger nach ca. 10 Jahren der Abstinez hat sich doch einiges auf dem Gerätemarkt getan und da ich auch damals kein absoluter Freak war, brauche ich viel Rat von "Experten".
Also:
Die oben beschriebene Variante wurde mir von einem Mitarbeiter eines auch hier im Forum fleißigen Händlers beschrieben.
1) 8 " Dobson mit vielseitig einsetzbarem Öffnungsverhältnis f/6. (Dann kann man auch mal auf die Schnelle gucken)
Dieser Tubus wiegt ca 8 kg.
2) Dazu die CAM, die ich allerdings als Steuerung ins Gespräch brachte. Ich habe als obere Belastungsgrenze den Wert 12 kg gefunden.
Sind diese Werte denn so theoretisch, dass sie überhaupt nicht zusammen betrachtet werden können???

Vielleicht könnt Ihr Euch ja auch zu meiner ersten Überlegung äußern. Das ist die Wahl eines Newtons generell.
Mittlerweile haben mir ein paar Leute folgendes berichtet:
Ein Newton hat ein marginal kontrastreicheres Bild und die Kosten sind erschwinglich!
ABER: Gewicht, Abkühlungsturbolenzen, Zenitspiegel sind auch nicht zu verachtende Argumente!
Wenn ich jetzt auch noch höre: Montierung besser eine mächtigere, dann stelle ich mir doch die Frage, ob ich mir doch erst nochmal Gedanken über den Teleskoptyp stelle!?!?

Grüße
Dirk
 
Für reine visuelle Zwecke geht das gut mit der CAM und 8" GSO; hatte genau diese Kombination, es ist immer die Frage, was man unter "Schwingen" versteht: Wer denkt, beim Fokussieren darf es nicht zittern, muß eine EQ6 oder noch besser nehmen; ich halte die immer bis zum Erbrechen vorgetragene Mähr vom " weglassen des GOTO zugunsten eine ETWAS stabilere Montierung" für überholt: Das Goto bringt unheimlich viel Beobachtungsfreude, und die CAM leistet da Gutes, solange die Schnecken gut justiert sind und die Referenzsterne gut gewählt, steht alles in der TOLLEN deutschen Gebrauchsanleitung von Baader.
Klarinetto
 
Hallo Dirk,

mit einem f/6 Newton kann man wirklich alles machen. Visuell ist der eigentlich ein unschlagbarer allrounder. Ich meine, daß kein anderer Teleskoptyp zu diesem Preis eine gleich gute Kombination aus Deepsky- (Öffnung!) und Planetentauglichkeit bietet.

Zurück zur Montierung. Die Frage ist nicht, ob man diese Kombination nicht machen kann, sondern die Frage lautet, ob Du daran Freude haben wirst. Ein 8" f/6 hat 1200mm Brennweite und ist auch etwa so lang. Der Dobson ist ausserdem nicht besonders auf Gewichtersparnis getrimmt. Hohes Gewicht an langem Hebel belastet die Montierung erheblich. Ich würde die CAM als Montierung für einen kompakten 8-Zöller ansehen, also SC oder f/4-Newton, auch noch f/5-Newton. Mit einem leichten Leitrohr auch fotografisch. Wenn es diese Montierung sein soll, dann wäre viel eher eine der auf Leichtbau getrimmten TS/Orion Optiken (gibts ja auch mit 200/1200) in Betracht zu ziehen.

Was Du aber zuerst tun solltest ist, uns Deine Erwartungen an Teleskop und Montierung darzustellen.
Welche Objekte sollen bevorzugt beobachtet werden?
Soll fotografiert werden? Langzeitbelichtung (Sterne, Nebel) oder kurze Belichtung (Mond & Planeten)?
Ist Dir die größe eines 1,2m langen Tubus ein Begriff?

Vor allen Dingen solltest Du Dir genau überlegen, ob Du mit den Anforderungen, die Du nun stellst, einfach ein "ich halte mir alles offen"-Paket anforderst, oder ob Du wirklich nur das nennst, was Du im Moment möchtest.
Denn das "Alleszugleichglücklichmachteleskop" wird Dich mitsamt Montierung nicht nur ein Schweinegeld kosten, sondern da an seiner Existenz berechtigte Zweifel bestehen, wird es ein laaaanger Weg bis dahin werden...

Mal was zu Deinem letzten Teil:
Ein Newton hat ein marginal kontrastreicheres Bild und die Kosten sind erschwinglich!
ABER: Gewicht, Abkühlungsturbolenzen, Zenitspiegel sind auch nicht zu verachtende Argumente!
Wenn ich jetzt auch noch höre: Montierung besser eine mächtigere, dann stelle ich mir doch die Frage, ob ich mir doch erst nochmal Gedanken über den Teleskoptyp stelle!?!?

Marginal kontrastreicher, als was? Kontrastreicher als Hering in Himbeersaft?
Zenitspiegel braucht ein Newton nicht. Abkühlungsturbulenzen haben alle Teleskope, fragt sich nur, wie lange, und wie stark.
Ich glaube, Du hast hier eine Menge "Begriffe" um die Ohren bekommen, die Du aber erstmal selbst erfassen musst. Also stöbere doch mal auf den Foren herum, und auf den Homepages der diversen Forenuser (ich hab auch eine). Da gibt's einiges an allgemeinen Erklärungen und speziellen Tipps, die Dir nützlich sein können.

Clear Skies
Sven
 
Hi Klarinetto,

ich halte die immer bis zum Erbrechen vorgetragene Mähr vom " weglassen des GOTO zugunsten eine ETWAS stabilere Montierung" für überholt
Ich finde, das sollte mal differenziert werden. Die Mähr ist nämlich für kleine Geräte, bis zum 5-Zöller und in Grenzen auch für 6-Zöller keine Mähr, sondern harte Realität für sauer Verdientes Geld.
Mit einem 8-Zöller stellt allein die deutlich größere Objektauswahl viel mehr Möglichkeiten zu Verfügung und die erforderliche Montierungsklasse für einen 8-Zöller ist doch wesentlich solider.

Übrigens frage ich mich, ob Du hier nicht gerade über's Ziel hinausschiesst, denn meine Gedanken zu einer stabileren Montierung entspringen ja der Frage nach der Fototauglichkeit. Von Goto-Verdammnis kann doch keine Rede sein!

Clear Skies
Sven
 
Hi Dirk,
das Thema Newton ist relativ einfach zu beantworten.
Nirgendwo sonst wirst Du billiger Öffnung und Farbreinheit zugleich bekommen.
Ebenso das Thema Dobson. Das ist mit Abstand die günstigste Variante einer "Montierung" die derartige Teleskope trägt.
Du erkaufst Dir dies um den Nachteil der Obstruktion (Kontrstverlust) und einer gewissen Sperrigkeit was das Rohr betrifft und fehlenden Komfort wie motorisierte Nachführung was die Montierung betrifft.
Ein 8" f/6 ist in meinen Augen ein guter Allrounder, der aufgrund seiner Öffnung jahrelangen Beobachtungsspaß verheißt und auch bei DeepSky schon viel zeigt.
Die Sache mit der Tragfähigkeit der Montierungen ist wahrlich diffizil. Das Gewicht ist nur ein Aspekt. Mindestens genauso wichtig ist der Hebel, den das Scope ausübt. So kann ein leichtes Scope mit immenser Länge auch eine Montierung mit höherer Tragkraft auf das Gewicht bezogen überfordern.
Vielleicht nutzt Du die Gelegenheiten im Mai (ATT, ITV) um Dir die Röhren mal live anzuschauen.
CS
 
Hallo Dirk

ich farge mich WAS du vordringlich mit deiner Ausrüstung machen möchtest. Welche Objekte interessieren dich, möchtest du fotografieren oder was mit einer Webcam machen?

Willst du rein visuell unterwegss ein (nur beobachten) ist ein Dosbson so wie er ist ein schönes Gerät. Wenn ich nur beobachten möchte würde ich mir nur einen Dobson kaufen und zwar so groß als das ich ihn ins Auto bekomme und meine Finanzen hergeben. Man hat schnell den Dreh mit dem Gerät heraus und es macht Spass.

Motorisierte Montierung.
So ne Montierung ist natürlich nicht schlecht, halt das Objekt der Wahl lange im Okular. Bei hohen Vergrößerungen sehr angenehm und bequem (hohe Vergrößerung sind der Nachteil beim Dobbosn aber auch nur Gewöhnungssache)
Wenn du nun so was einsetzen willst ist es aber sehr fraglich mit einem Dobson zu beginnen und den auf die Montierung satteln zu wollen. Dann ist es besser einen passenden Newton für die Montierung zu holen, wie z.B. die Leichtbaunewtons von Orion.

Fotografische Montierung:
Und sollte ernsthaft Fotografie im Raum stehen sieht die Welt gleich ganz anders aus. Da kannst du viel Geld in eine CAM, HEQ-5 oder EQ6 stecken und mit viel Frust nach Hause gehen. Gerade ein Dobson Newton ist recht schwehr und 1200mm Brennweite ein harter Brocken für eine stabile und genaue Fototaugliche Montierung. Für so einen Brummer ist ne SP-DX oder Losmandy GM-8 schon Grenzwertig aber machbar. Was kleineres würde ich nicht darunter schrauben. (und auch keine HEQ-5 oder EQ6 mangels Genauigkeit, bitte keine das kann man alles Umbauen Thread draus machen, es ist öde)
Und für den Fotoeinsatz würde ich mir ein Gerät speziell dafür aussuchen, wie z.B. den RS200SS 8" F4 Newton von Vixen, oder den 8" F4 Newton von GSO oder den Leichtbau Newton 8" F4,5 von Orion.


GOTO:
Jo, stand auch mal vor GOTO. Die Fraghe ist, was du dir davon versprichtst. Möglichst viele Objekte in kurzer Zeit vors Okular zu bekommen? Macht das Spass? Wenn ich visuell an ein DeepSky Objekt gehen dann kann ich da ne ganze Weile an Zeit mit verbringen um immer mehr Details zu sehen. Das geht nicht mit 5 Minuten in den OAZ blicken.
Fotografisch noch unsinniger. Logisch, du findest dein Objekt super schnell. Und dann verbringst du mit dem einen Objekt 3 Stunden der fotografie.
Mit ordenlich dimensionierten Teilkreisen find ich auch jedes objekt in Minuten, ohne GOTO. Und wenn es elektronuisch sein muss dan gehen digitale Teilkreise auch prima. Und noch schneller als ein GOTO System.

Gruß
Ralph
 
Hi Sven,
es gab Zeiten, da waren 4" Öffnung kein "kleines" Fernrohr, sondern schon mehr als ein 75mm Kosmos Refraktor.
Es wird immer Leute geben, die mit 4Zoll ( oder sogar noch "weniger" für ihr Leben zufrieden sein werden) und wir haben nit das Recht, solchen Leuten durch "differenziertes Fachwissen", das letztendlich nur die subjektive Meinung eines einzelnen Hobbyastronomen wiederspiegelt, zu verunsichern.
Ich wäre glücklicher geworden, wenn mein Wiedereinstieg in die Astronomie vor Jahren nicht durch "Madigmachen einer Teleskopmarke -Meade-, durch Madigmachen einen Teleskoptyps (Newton) und durch Madigmachung durch " böses Goto" sich so verkompliziert hätte, daß ich erst durch Umwege zu "meinem Fernrohr" gekommen wäre.
Und DARIN besteht die Aufgabe eines "Hobbybruders" und noch mehr einen "Händlers":
Herauszufinden, was ein Sternfreund X will, unabhängig von persönlichen Vorlieben und Abneigungen, psychologischer Beeinflussung mit Sätzen wie " Macht Goto wirklich Spaß?"
etcetc.
Insofern, lieber Sven, sind unsere Ansichten gar nicht so weit auseinander, und wäres sie es, würde das auch nichts machen, weil keiner die "Weisheit mit Löffeln gefressen hat".

An HappyMac:

Du schreibst: "Jo, stand auch mal vor GOTO. Die Fraghe ist, was du dir davon versprichtst. Möglichst viele Objekte in kurzer Zeit vors Okular zu bekommen? Macht das Spass?

Das macht im gleichen Verhältnis Spaß, wie ein Motorbootfahrer auf dem Bodensee Spaß hat im Verhältnis zu einem Tretbootfahrer.
Beide haben IHREN Spaß und kein Spaß des Einen ist "spassiger" als der Spaß des Anderen, nur eben anderst.

Viele Grüße
Klarinetto
 
Hi Klarinetto,

Du, der 4-Zöller, der ein Leben lang "ausreichen" kann oder sogar soll, oder wie auch immer, der hat eine Entwicklung durchgemacht.
Vor gut 20 Jahren hat es niemand gewagt, zu dem Vierzöller Okulare mit Plastiklinsen zu verscherbeln. Und auch der Plastikauszug ist ein Produkt der Teleskopverramschung im Warenhaus. Zu damaliger Zeit hingegen konnte man mit Huygens Okularen aus Glas ganz gut beobachten, und wer mehr wollte, bekam leicht Orthos und Kellner für die 24,5mm Einsteckdurchmesser. 24,5mm ist heute als Okularformat tot, aber doch in der Hauptsache deshalb, weil es ab Mitte der 90er in der Schundflut ersoffen ist.

Das schreibe ich, um mal darzustellen, daß der "Öffnungswahn" nur eine vordergründige Erscheinung ist. Den meisten Sternfreunden kommt es doch vielmehr auf ein "ordentliches Gerät" an. Wenn man ein paar Jahre dabei ist, dann möchte man einfach ein Teleskop haben, an dem nicht dauernd was wackelt und klappert. Wie war das noch, mit der Plastikfokelpinne? Ist doch Deine Wortschöpfung.
Es interessiert nicht, mit wieviel Zoll man in den Himmel schaut. Aber diejenigen Sternfreunde, die sich z.B. an einem kleinen (ED-) APO erfreuen, die montieren das nicht auf einer EQ-1, sondern man findet solche Geräte in der Mehrzahl auf Montierungen, die auch einen 8-Zöller packen.
Und an der Stelle, Klarinetto, muß die Frage erlaubt sein, ob man sich Goto mit 4 Zoll Öffnung und einer "solala"-Azimutalmontierung anschafft, oder ob man 6 Zoll auf einer soliden Montierung ohne Goto oder gar 10 Zoll als Dobs anschafft. Denn diese Pakete liegen in der selben Preisklasse. Das ist nämlich genau die Frage, ob der Sternfreund freude am Goto, freude am beschaulichen und solidem "Bequemspechteln" oder freude in "Deepsky to the max" findet.

Und um den Kreis zu schliessen: Genau an der Stelle bist Du doch nun angekommen: Du hast einen 8-Zöller, der Dir viel Deepsky bietet. Du hast Goto, und findest es bequem und nützlich, und Du hast darunter eine Montierung, die den kurzen 8-Zöller visuell solide trägt. Daß ein solches Teleskop, ob SC oder auch kurzer Newton, eine Idealkombination ist, hätte ich Dir auch schon vor Jahren sagen können. Nur hätte da die Antwort GP und Skysensor gelautet, denn die günstige Goto-Steuerung für eine ordentliche parallaktische Montierung ist eine (schöne) neue Sache am Markt.

Und um zum Thread-Thema zurückzukommen: Wenn es denn 8" f/6 sein soll, dann muß man eben ein Leichtbau-Gerät nehmen, sonst kommt man aus der Klasse Montierungen heraus, die im 8" SC ihre "übliche Maximalbelastung" finden. Bei den Montierungen höherer Tragkraft hat sich aber Goto als Komplettlösung noch nicht derart günstig etabliert.

Clear Skies
Sven
 
Lieber Sven,
Du hast ja nicht unrecht, mit deinem Geschriebenem.
Es gibt aber auch schon, UND stabile GOTO Geräte der 80-100mm Klasse. Denke an das schöne Celestron 80mm Goto oder das Nexstar 4
Es mag sein, daß in den Datenbanken dieser Geräte Objekte enthalten sind, die gar nicht sichtbar mit dieser Öffnung sind ( ein Hauptargumet GEGEN solche "kleinen" Teile)
Doch Techniker wollen eben, auch "leeren Speicherplatz" alleine um des Speicherplatz Willen anbieten; Jeder 800Euro PC hat heute Festplatten um die 100 GB (!), obwohl jeder eiß, das der normal sterbliche höchstens 20 braucht...
Ich hatte auch mal das 80mm Celestron Goto, die Montierung ist wirklich ausreichend stabil, das Teil findet-bei guter Eichung- alles, und ist unglaublich schnell einsatzbereit.
Ich habe damals aus dem DOG alle aufgelisteten Doppelsterne eingegeben, und war erstaunt, was da für Schätzchen jeseits von Alkor/mizar etc. zu finden sind; mit Goto waren so auch schwache Sterne leicht aufzufinden.
Will sagen: auch mit sowas kann man EIN LEBEN lang Spaß haben.
Wir sollten uns davor hüten, den meisten a priori an Astronomie interessierten Menschen gleich eine "amateurastronomische Laufbahn" andichten zu wollen:
Die immer und immer wiederholte "Laufbahn" über den 114mm Newton zum C8 und dann zum 6Zoll APO oder 40 cm Newton/SC finde ich überholt. Grundsätzlich kann jeder- der das nötige Kleingeld hat- auch mit dem 5m Spiegel "anfangen"....
Dieses "hochdienen" ( den "erfahrenen Sternfreund im Hintergrund" halte ich für überholt.
Warum bei minus 14Grad ohne eine Motornachführung stundenlang mit abgefrorenen Fingern Sternkarten wälzen, wenn es einfacher geht?
Ich nehme auch das Auto, wenn ich einkaufe, obwohl ich auch laufen KÖNNTE....
Klarinetto
 
Klarinetto

WAS wird den dem Neuling mit GOTO suggeriert?
Das er nach 5 Minuten Aufbau ohne geringste Ahnung 40000 Objekte am Himmel beobachten kann.
Klaro, dann den Waldundwiesen 114mm Newton draufgepackt und das geradenochdurchkuck Plössel eingelegt, M104 eintackern weil er ja schon so viele Bilder von der Sombrerogalaxie gesehen hat. Und dann kommt das bösse erwachen wenn er dann so gut wie nix sieht!

Man könnte es auch so beschreiben. Mit dem falschen Gerät können sie mit GOTO von 40000 schnell 20000 unbrauchbare Objekte anfahren.

Und wenn das Budget limitiert ist frag ich mich ob es nicht sinnvoller ist zu gunsten der Resttechnik GOTO wegzulassen. Er findet vielleicht die Objekte nicht so schnell aber das kann er lernen. Nur kann er dann einiges mehr sehen wohingegen di schnell wa smit GOTO finden kannst mit dem falschen Teleskop eben nicht sehen wirst.

Gruß
Ralph
 
Hi Klarinetto,
Goto mag eine feine Sache sein für den, der es will/braucht.
Ich sehe es eher wie Sven und happymac, das grade bei Kleinstgeräten hier zu wenig Optik in Realation zum Preis geboten wird. Und da wir doch was sehen und nicht mit der Röhre durch die Gegend rauschen wollen, scheint mir die Optik das entscheidende zu sein. Darauf würde ich erster Linie Wert legen.
Mal abgesehen davon, das meiner Meinung nach mit GOTO die Gefahr besteht, das man sich mit dem Objektbeobachten keine Zeit läßt und ein Teil nach dem anderen abgrast, besonders in Einsteigerhänden. Wir kennen die angestrengte Suche nach dem letzten Photon und dem Galaxiefizzelchen doch noch etwas Struktur oder Details abringen zu können. Aber das geht bei Gott nicht jedem so.
Das endet dann wie bei den Japanern, die in 5 Tagen Europa bereisen. Sie sehen zwar was, aber das Reiseziel erfassen werden so niemals wirklich.
CS
 
Hallo zusammen,
erstmal: Ich bin überwältigt von der Resonanz auf meine Anfrage. Vielen Dank!
Nur: Wenn jemand, der nicht so hartnäckig ist wie ich, von soviel zum Teil auf den ersten Blick gegensätzlichen Meinungen überschüttet wird, könnte er leicht abgeschreckt werden und sich nicht diesem schönen Hobby zuwenden.
Aber: ICH BIN HARTNÄCKIG!
Also: Ich persönlich lege nicht so großen Wert auf GOTO und möchte eigentlich lediglich Nachführung nutzen, aber meine bessere Hälfte möchte auch mal selber einen selbstständigen Blick auf Jupiter und CO. werfen, ohne dass ich reinrede und ihr dabei jedesmal das ganze Universum versuche zu erklären!
Der Gedanke mit den Leichtbau-Newtons von Orion ist interessant. Ist der höhere Preis dieser Geräte berechtigt? Dazwichen liegen dann immerhin ca. 300 Euro zu mittelpreisigen Geräten. Sind diese Leichbau-Newtons auch in sich stabil?
Ein weitere Frage ist für mich das Material, aus dem der Hauptspiegel gefertigt wird. Ist der Unterschied zwischen BK7, Pyrex (Suprax) und Low Expansion wirklich so, dass man sich darüber Gedanken machen muss?
Ich möchte einfach nur visuell (entspannt ohne großes Pathos) zu Hause alle Objekte des Nachthimmels genießen.
Daher auch nochmal eine Frage die ich noch nicht letztendlich entschieden habe: Sollte man ein SC in Betracht ziehen?

in der Hoffnung auf weitere freundliche Ratschläge
Dirk
 
Hallo,

Du hast das schon richtig erfaßt, die Meinungen gehen weit auseinander. Allerdings ziehst Du den falschen Schluß.

Wenn das so eindeutig für oder gegen ein Gerät wäre gäbs vermutlich nur eine handvoll davon. Du kannst Dir hier nur Anregungen holen. Letztenendlich bleibt Dir nichts anderes übrig als die Sache selbst weiter zu vertiefen. Keiner außer Dir selbst kann beurteilen welches Gerät Deinen Bedürfnissen am nächsten kommt. Jeder der hier gepostet hat, hat seine eigenen Erfahrungen damit gemacht. Und dazu kommt natürlich auch, daß sich Gepflogenheiten mit der Zeit auch verändern.

Du solltest auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen und Dir die Geräte im Einsatz ansehen. Viele Vor- und Nachteile siehst Du sehr schnell, die kleinste Erfahrung bringt mehr als 100 Postings. Sieh Dich nach einer Volkssternenwarte in Deiner Nähe um oder mach hier was auf dem Treffpunktboard aus.

Ich brauch übrigens auch keine Goto. Ich gehe selten alleine raus und wenn ich was nicht finde ist immer jemand dabei der die richtigen Tips hat.

Zu den Spiegelsorten kannst Du hier etwas nachlesen. Es ist so, daß z.B. BK7 während der Auskühlphase kaum vernünftige Bilder zeigt. BK7 ist auch etwas schieriger bei der Spiegelherstellung, aber das trifft Dich weniger. Die Auskühlzeit ist bei den Spiegeln ziemlich gleich, in dieser Hinsicht bist Du mit einem aktiv gekühlten BK7 besser dran als mit einem Pyrex ohne Lüfter.

Ein SC ist ein kompaktes Gerät und stellt durch den kleineren Hebel eine etwas geringere Anforderung an die Montierung. Ich selbst habe noch nicht damit beobachtet und kann nicht viel zur Qualität sagen, für den Anfang würde ich mir erst mal einen Newton zulegen. Dort bekommst gute Qualität für vergleichsweise kleines Geld und das Gerät ist auch nicht allzu kompliziert was Justierung u.dgl. angeht, das dürfte beim SC anders sein.

Für mich ist die entspannteste Art zu beobachten mit Dobson, weil es ohne viel Gerödel abgeht und wenn man etwas Übung im Nachführen hat geht das auch ganz gut. Das Aufsuchen von Objekten ist mit einem Dobson auch etwas einfacher als mit der parallaktischen Montierung. Die drehbaren Achsen in der horizontalen und vertikalen sind den meisten geläufiger als eine zum Himmeslpol gekippte Ebene. Wenn Du allerdings oft ungeübte Mitbeobachter hast z.B. Kinder, macht eine parallaktische, motorische Nachführung auf jeden Fall Sinn.

Viele Grüße
Adrian
 
Hi Dirk,
noch ein paar worte zum Spiegelmaterial. Im voll ausgekühlten Zustand wirst Du das Material anhand der optischen Leistung nicht erkennen. Lediglich während der Auskühlzeit kann man vergleichen. Ob es nun LE sein muß - darüber kann man streiten.
Ich selbst habe BK7 und einen Spiegel, der früher durch ein Schutzplatte an Ende des Teleskops zwar geschützt war, mir dafür aber Auskühlzeiten von gut 2 Stunden im Hochwinter bescherte. Hier kann man entgegen wirken. Ich habe die Platte entfernt, so das der Spiegel nun fast frei liegt. So gewinne ich 1- 1,5 Stunden Auskühlzeit. Ebenfalls nicht unwichtig ist die Spiegeldicke. Wenn ich sehe, das ein Sternfreund mit einem superdünnen 18" auch nicht mehr Zeit braucht! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" /> Weiterhin kannst Du durch aktive Belüftung viel gewinnen. Kurzum, Anfänglich habe ich auch mit LE etc gedanklich gespielt. Heute sehe ich das etwas anders.
Das ultimative Gerät gibts nicht. SC kann wegen der großen Brennweite z.B. kein Richfield - also große Gesichtsfelder zeigen. Ein Richfielder hingegen mit kurzer Brennweite hat immer eine große Obstruktion als Newton, weil ein großer Fangspiegel erforderlich ist. Das kostet Leistung bei Planetenvergrößerungen. Als Fraunhofer hat er dann einen Farbfehler der mindestens genauso störend ist.
Ergo ist der 8" f/6 ein Mittelding und ein guter Kompromiß. Oft liest man auch das MakNewtons die ultimativen Geräte wären, weil Sie bei gleicher Öffung geringer obstruiert sind und damit bessere Planetenbilder liefern als der vergleichbare Newton und dennoch Richfield können, weil die Brennweiten ja vergleichbar sind. Das erkauft man sich durch einen vielfachen Preis und sehr hohes Gewicht. Das führt automatisch zu deutlich höheren Anforderungen an die Montierung und damit zu einem höheren Einstiegspreis. Außerdem ist hier die Temperaturanpassung langwieriger und nur mit aktiver Belüftung in einem für mich akzeptablen Zeitraum zu erreichen.
CS
 
Obstruktion bei MN und N

Hallo Antares,

es gibt doch gar keinen Grund,warum der MN bei gleicher Öffnung,
gleichem f/ ,gleicher Auszugshöhe und Tubusdurchmesser einen
kleineren Fangspiegel haben sollte.Man hat bei den russischen MN
eben auf kleinstmöglichen Fangspiegeldurchmesser optimiert,wodurch
andererseits das voll ausgeleuchtete Gesichtsfeld minimal groß ist.
Könnte man bei einem Newton genauso machen...

MfG,Karsten
 
Es gibt kein " falsches" Teleskop; sondern Teleskope, die für den Einen mehr, und für den Anderen weniger geeignet sind.
Die Entscheidung darüber, kann NUR der "Endverbraucher" treffen, und sollte niemals durch Sichtweisen aus dem Zeitalter des Schwarz-weiß-Fernsehens getrübt werden, selbst wenn noch so viele es hinterherbeten.
Was ich für "gut" finde, braucht noch lange nicht für einen anderen zu gelten; Ich bleibe dabei: wer "einsteigt" ( kann man eigendlich in ein Naturerlebnis einsteigen?) kann heutzutage genauso gut mit einem GOTO einsteigen, und wird entweder "aufsteigen" ( wohin?) oder aufhören, ( Briefmarkensammeln);
Um Sternfreund (!!) zu werden, also einer, der den gestirnten Himmel als Naturerlebnis erfahren will mit mehr oder weniger großen optischen Hilfsmitteln,kann man auch mit einem 40mm Ausziehfernrohr oder einem C14 "anfangen".
Klarinetto
 
Re: Obstruktion bei MN und N

Hi Karsten,
ist richtig. Ich habe einfach nur dargestellt, wie die Geräte standartmäßig angeboten werden.
Denke nicht das sich ein Einsteiger gleich an ne visuelle Optimierung eines Newtons macht. Insofern habe ich dies Möglichkeit erst mal unter den Tisch fallen lasen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
CS
 
ich erfasse auch das "Reiseziel" mit einem 12m Spiegel nicht;
Es geht um den "tieferen Grund",nicht um die oberflächliche Betrachtung.
Die Zeit ist reif für eine Art "Bauchastronomie"; Der Eine will den Dobson und der andere das GOTO, unabhängig von vor-und hinterhergebeteten "Fachmeinungen" von selbsternannten "Profis".
Ich kenne die Harmonielehrer der Musik wirklich sehr gut, doch die Mehrzahl der Menschen, die Musik machen möchten, werden sowas NIE brauchen, und würden unglücklich werden, würde ich sie damit "drangsalieren".

Man kann sich auch "kaputtinformieren" und dann zitternd im Ladens stehen....

Verstehst Du?

Gottseidank gabs in den 70ern noch kein Internet, da hätte ich doch glatt mein 40mm Quelle ausziehfernrohr NICHT gekauft, weils ja sooo schlecht bestimmt war und auch núr ein Tischsttiv hatte und ´fürchterlich gewackelt hat und TROTZDEM schön war...
Und die Stunden damit waren im Nachhinein mir MEHR wert als das tausendfältig "von alten Hasen" empfohlene "Durchschnittsfernrohr", das "man halt kauft" weil es 10 selbsternannte "Profis" vorbeten und 5000 Jünger hinterherbeten und dann "Wahrheit" wird.

Wenn morgen einer im Mittwochslotto 1Million Euro gewänne, ich Händler wäre und er zu mir käme, würde ich ihm keinen 114mm Newton aufschwatzen, sondern ihn fragen: Was willst machen und dann ihm entweder zum 80mm GOTO, oder zum 0,8m Spiegel nebst Kuppel raten, OHNE GEWÄHR, weils im Leben keine "Gewähr" gibt.
Und: ENTSCHEIDEN würde ich den KUNDEN lassen, und mich nicht auf "Übliche Meinungen" berufen, weil die können auch falsch sein.

Klarinetto
 
Hi Klarinetto ,
glaube eher Du hast meinen Standpunkt - und es ist nur ein Standpunkt, nie die die unumstößliche Weisheit - nicht ganz verstanden.
Goto mit "Kleinteleskopen" führt meiner Meinung nach in Einsteigerhänden eher dazu, das sie reingucken, nichts oder nicht viel sehen und straight das nächste Objekt anfahren etc. Das führt m.E. schnell zu Frust, weil das Rohr in windeseile irgendwas anfährt wo nichts zu sehen zu sein scheint.
Das sieht nach meiner Erfahrung anders aus, wenn Du selbst zum ersten mal Objekt xy gefunden hast. Du beschäftigst Dich damit, läßt Dir Zeit beim beobachten und erkennst letztlich Details die der "Schnellgucker" gar nicht erst wahr nimmt. Eine Eigenschaft die man zu einem gewissen Grad erlernen muß.

Wieso kaputt informieren? Er bekommt hier unterschiedliche Aussagen zu einer bestimmten Sache. Wenn er nun daraus für sich die richtigen Schlüsse zieht, hat das Post hier ein Gewinn gebracht. Nur das zählt. Das dies nur ein Teil des Meinungsbildungsprozesses sein kann ist klar, haben wir doch ein praktisches Hobby. Ergo ist unumgänglich sich die Geräte live und in Aktion zu sehen um das Bild abzurunden und dann die für ihn richtige Entscheidung zu treffen. Und wenn dies gelingt haben wir dem Kollegen geholfen und nur darauf kommt es an. Egal ob wir Profis, Amateure oder sonst was sind.

Du magst GOTO gut finden und das ist in Ordnung so.
Ich finde es unter den oben genannten Umständen unnütz und das ist auch in Ordnung.
Und das tolle ist wir haben beide Recht, jeder von seinem Standpunkt aus.
That´s all.
CS

 
Da ist was faul dran...

Hi Klarinetto,

an der Einsicht ist was faul dran. Denn es liegt sehr wohl auch am Teleskop, ob der Einstieg ins Briefmarkensammeln nach der ersten Astronomie-Anschaffung erfolgt.

Wenn ich mir einige Einsteigergeräte so ansehe, dann führen die wirklich zielstrebig dazu, das Hobby hinzuschmeissen. Viele Leute erwarten (mit Recht) einfach eine gewisse Qualität beim Handling usw. Und man kann beim lesen der Anfragen in den Foren immer nur ahnen, ob man einen eher bequemen, oder einen eher begeisterungsfähigen ("leidensfähigen") Sternfreund vorfindet.
Mancher kann eben nur aus dem Bauch beobachten, wenn das Ding nicht wackelt!
Es wird also Leute geben, denen wirst Du mit der Einstellung "jedes Teleskop ist gut" das Hobby oder den Einstieg ins Hobby vermiesen.
Und es gibt noch einige Leute mehr, die hier nach einem Teleskop für ganz bestimmte Beobachtungsziele fragen. Ohne Hilfe würden einige davon ein Teleskop kaufen, mit dem sie das Objekt zwar beobachten können, aber in deutlich schlechterer Qualität als mit einem anderen Teleskop zum gleichen Preis.

Vielleicht musst Du Dich aber auch mal selber fragen, ob Du nicht den "selbsternannten Profis" zu unkritisch gegenüber gestanden bist. Und aus Frust von damals kommt heute etwas, das ich als Überreaktion sehe.

Clear Skies
Sven
 
Re: Da ist was faul dran...

Hallo zusammen,

je mehr ich in diesem thread mitlese, desto mehr wird mir klar, daß es sich in der Astronomie kein bißchen anders verhält wie bei jedem anderen Hobby:

Als ich z.B. mit Rennradfahren anfing, war mir klar, daß ich mit einem Dreigang-Hollandrad im Odenwald kaum glücklich werde. Auch schied ein Bike aus dem Baumarkt aus naheliegenden Gründen aus. Also habe ich mich schlau gemacht und wurde erschlagen von Prospekten und Meinungen selbsternannter Gurus. Letztlich blieben nach reiflicher Prüfung 3 Dinge übrig: 1. Der Geldbeutel 2. Das Rad muß passen 3. Wenn ich nicht weiß, wie ich einen Platten flicke, nützt das teuerste Bike nichts!

Auch bei meinem Einstieg in die Astronomie sollte es auf jeden Fall GoTo sein. Zum Glück rammte damals in meiner Gegenwart ein selbsternannter Guru sein GoTo-Gerät gegen die Montierung (er hatte wohl die kleine Magellansche Wolke eingegeben ). Meine Frage, ob er jetzt mit seinem Gerät zum Insektenforscher mutiert sei, konnte ihn nicht wirklich aufheitern, machte mir aber klar, daß ich bisher auf dem Rennrad auch ohne GPS klargekommen bin (und was hab ich mich schon verfahren!).

Mein nächster Ansatz war der 114er Billignewton irgendeines Versenders mit der eingebauten Option auf baldigen Aufstieg und einer spannenden Verkaufsaktion bei ebay.

Schließlich führten alle Überlegungen zum (demnächstigen) Erwerb eines Volksapos, der mir in vernünftiger Qualität und Transportabilität die Sterne nahebringt und auch in 10 Jahren (so Gott will) noch mindestens seine Funktion als Reiseteleskop erfüllen wird.

Und genauso, wie ich auf meinem Carbonrad am Berg von einem bierbäuchigen Kämpen auf einem Trekkingrad überholt wurde, bewundere ich jetzt schon einen Mitspechtler, der in seinem 90er Refraktor mehr findet und Freude hat, als andere mit irgendeinem Edeldobson.

Das Ganze ist jetzt vielleicht "Thema verfehlt", aber wie gesagt, wenn ich an meine Rennradzeit denke, habe ich hier schon manchmal Deja vu-Erlebnisse!

carpe noctem
Matthias
 
Re: Da ist was faul dran...

Lieber Sven,
ich werde mal meine Gedanken diesbezüglich in einem anderen Tread versuchen, zu formulieren.
Aber das dauert noch etwas.
Mich ärgern keine An-oder Einsichten, auch keine gutgemeinten Ratschläge ( das ist ja sogar die Pflicht des "Astrobruders" oder des Händlers), sondern eher dieser Automatismus, der jedem sofort suggeriert wird, wenn einer sich für den gestirnten Himmel interessiert.

"Eigendlich wollte ich nur mal durchschauen, weil mich der Anblick so fasziniert und beruhigt", sagte mal ein Besucher einer meiner öffentlichen Vorführungen". Ich [zensiert] habe nämlich den Fehler gemacht, dem guten Mann sofort nach dem ersten Blick durchs Scope mit "Fakten aller Arten" zuzutexten: Schauen Sie, SOOO groß ist jetzt der Sonnenfleck im Verhältnis zur Erde, SOO weit weg ist der Stern, da bräuchten Sie 1,4Millionen Jahre auf dem Drei-Rad.. etcetc.
Am vergangenem Sonntag stand ich mit dem C8 bei unserem jährlichem Frühlingsfest im Ort vor "dem" Optiker unseres Ortes: Zufälligerweise war eine Menschentraube um das C8, weil sie alle in den paar wolkenfreien Minuten die Sonnenflecken sehen wollten, dann kam einer vorbei, den ich flüchtig kenn ( NEIN! nicht Kurt.S.!!) ; er verbaut NUR Zerodur-Spiegel in seine Newtons: LAUT sagte er: Eigendlich mag ich keine SC`s, die sind ja nur fotografisch richtig gut""
Irgendwie war jetzt der Beobachtungszauber dahin, und manch einer wird sich gefragt haben, ob die Sonnenflecken in einem anderen Scope wohl besser ausgesehen hätten.... Jetzt gabs ein Hin-und Her und Fragen über Fragen und ich habe durch einen "lustigen Spruch" die Situation entschärft. Der Zerodur-Jüngling hat seither "C8-Verbot"...
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Ich pladiere immer mehr für eine einfache, aber ehrliche Astronomie. Und dafür, keine künstlichen Hirachien aufzubauen: Aber dazu im Tread demnächst mehr.

Viele Grüße
Klarinetto
 
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Mach das; bei guter Nutzung des GOTO, wirste auch damit über JAHRE schöne Dinge sehen können;
GOTO heißt NICHT, blöde rumzuklicken, sondern die Möglichkeiten nutzen. Machste doch beim PC auch so, oder?
Jedes GOTO ist so blöde oder fantasielos, wie der jeweilige Benutzer...
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Viele Grüße
Klarientto
 
Re: Da ist was faul dran...

Hi Klarinetto,

wer mit der Bemerkung "SC nur fotografisch gut" geplant hatte, der Menschentraube darzustellen, er sei bewandert, hat damit in meinen Augen dargestellt, daß er es in hohem Maße nicht ist...

Bin mal auf Deinen Thread gespannt.

Clear Skies
Sven
 
Bildfeldwölbung!

Hallo André,

gerade für die Photographie größerer Felder ist so ein 8" SC
wegen der starken Bildfeldwölbung wenig geeignet.
Ein C 9,25 hat dieses Problem viel weniger ausgeprägt
so daß ich das dann eher empfehlen würde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Visuell ist das alles von geringerem Belang...

Viel Spaß mit deinem GOTO 8er wünscht

Karsten
 
Hallo an alle,
vielen Dank für die guten und engagierten Beiträge!
Ich werde auf dem ATT in Essen mal alles anschauen und anfassen!
Hierbei werde ich mich auf 8"(Leichtbau-) Newtons mit f/5 - f/6 und die CAM- und EQ6-Montierungen konzentrieren.

Dirk
 
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