kann ein Dobson besser gleiten?

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Zavijah

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Hi,

ich würde gerne die Rockerbox meines Dob etwas modifizieren:

Das horizontale "gleiten" gefällt mir nicht so ganz. Die beiden Holzplatten liegen auf Kunstoffscheiben auf, keine Ahnung um welches Material es sich da handelt. Meine Frage ist nun, ob mir jemand ein Gleitmittel empfehlen kann, welches sich nicht schnell abnutzt und die ganze Sache ein wenig schmiert ;-)

Jetzt schon Danke für eure Hilfe

Guido Homepage
 
...dann würde ich an Deiner Stelle zur klassischen Teflon-Ebony-Lagerung greifen, damit sind schon Hunderte glücklich geworden. Wenn Dir das immer noch zu ruckelig ist, helfen Kugellager weiter.
Ich persönlich würde keine Schmiermittel verwenden (auch wenn Einzelne z.B. mit Seife sehr gute Erfahrungen gemacht haben), da die so behandelten Oberflächen Schmutz geradezu magisch anziehen und festhalten. Das fördert Abnutzung und benötigt Pflege und Zuwendung. Trockene Lager (Teflon, ...) sind da einfacher.
 
Hi Stephan,
meinst du jetzt Teflon oder Ebony (k.A. was letzteres ist), oder eine Mischung??

Hätt ich das bloß gestern gewusst, auf dem ATT wär ich da bestimmt fündig geworden.

Gruß
Guido
 
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Hallo,

der Stephan meint Teflon-Pads (das sind auch auch die weißen Dinger, die Du gesehen hast) und Ebony, das ist wohl eine Art Arbeitsplattenbeschichtung. Das kann auch anders heißen, im Baumarkt findest Du viele Sorten.

In der der Tat wärst Du auf der ATT fündig geworden, zumindest unser Foren-Holzwurm Dirk Mohlitz <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> hat zu sehr fairen Preisen Teflonpads verkauft.

Es gibt mit Sicherheit noch andere Materialpaarungen, aber es muss alles bezahlbar bleiben, und bei der Paarung Teflon und Ebony Star (so heisst das Zeug glaube ich mit Vor-und Nachnamen) gibt es eben Erfahrungswerte.

Man kann natürlich in die Mitte ein dickes Kegelrollenlager mit großem Durchmesser setzen, ein teures Sonderlager, dann ist man die Sorgen los, der Dobson gleich ein paar Zentimeter höher und 10 Kilo schwerer.
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüße
Thomas
 
Hallo,
Die Bevorzugung einer bestimmten Marke von Küchenarbeitsoberflächen geht auf den Hersteller der Obsession Teleskope und den Autor der Dobsonbibel, Dave Kriege zurück ("The Dobsonian Telescope"). der hat in längeren Versuchen festgestellt, daß die besten Gleiteigenschaften bei einer Kombination von Teflon und der Sorte Ebony Star zu finden sind. Die Gleiteigensschaften sind um so besser je grober die Struktur der Küchenoberfläche ist.
Daher sind jetzt alle Obsessions damit bestückt. Nach und nach hat sich diese Kombination auch bei den Dobson Selbstbauern herumgesprochen und durchgesetzt. Daher versuchen immer mehr Leute hier in Deutschland eine hier nicht gängige Küchenoberfläche auch noch als Kleinstmenge unter einem Quadratmeter zu erwerben. Das machen sich jetzt findige Leute zu nutze, importieren das Zeug und lassen sich dies auch gut bezahlen (um es neutral auszudrücken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> )
Es geht auch strukturiertes Aluminium und Plexiglas.
Kugellager würde ich nicht nehmen, die gehen wieder zu leicht, dann braucht man wieder eine Bremse und das macht die Sache kompliziert.
Grüße Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

wurde ja schon gesagt, die meisten Gleitlager bestehen auf der einen Seite eben aus Teflon und auf der anderen aus diesem Ebony-Zeug. Interessant sind natürlich immer Alternativen, so ist Backpapier z.B. genauso gut wie Teflon, allerdings nicht so haltbar (aber z.B. gut für Tests und Spielereien geeignet, um verschiedene Lagergrößen auszuprobieren, etc.). Als Ersatz für Ebony wurde hier im Forum letztens eine strukturierte Kunststofffolie erwähnt, wie sie z.B. zum Abkleben von Klofenstern genutzt wird. Da gibt's sicher einige Kombinationen. Bei Teflon/Ebony hast Du den Vorteil, daß sich darum mittlerweile ein ganzer "Wissenschaftszweig" rankt, von der Berechnung der Klötzchengröße bis hin zur Anordnung der Pads.
 
Stört das beim Azimuthlager? Da hatte ich sowas nämlich vor...
Hallo,
Ja das kann ziemlich stören. Ich habe in kleines Dob mit Kugellager. Wenn das Dob nicht genau eben steht, dann dreht es sich weg und bleibt nicht auf einem Ort stehen. Das selbe mit ein wenig Wind. Zudem hilft ein ganz kleiner Widerstand auch beim Einstellen eines Ortes. Daher haben die meisten kugelgelagerten Dobsons wieder eine Bremse. Nur wenn man das Teleskop mit einem Antrieb ausrüstet, dann ist das Kugellager nötig. Da wird dann aber auch meist eine Hemmung durch einen Schneckenantrieb wirksam. Das beste ist wirklich eine sauber dimensionierte Kombination von Teflon mit Küchenoberfläche. Damit das Azimutlager leichter läuft kann man auch Unterlegscheiben über das Zentrallager stecken so viele bis die Rockerbox gerade unterstützt wird, aber das ganze noch nicht wackelt. Eine Feder soll auch gehen das hab ich aber noch nicht ausprobiert.
Grüße Martin
 
Hi Stephan,

das hört sich ja interessant an. Worauf muss ich denn beim Anordnen der Teflon Pads achten????

Oder weisst Du, wo ich diesbezüglich Infos herbekommen kann?

Gruß
Guido
 
Hi,

mußt hier mal unter "Teflon" oder "Lager" oder so suchen, da findet sich alles, was Du wissen mußt. Das Wichtigste ist, daß die Teflonklötze auf der unteren Platte sind, damit der Dreck RUNTERfällt und nicht rumschmirgeln kann. Dann noch, daß pro kg Auflast etwa 1 cm² Teflon nötig wird, daß Du drei Klötzchen brauchst, die möglichst weit außen sitzen, die Klötzchen aber möglichst über den Standfüßen sind, damit sich die Grundplatte nicht verformen kann. Und daß alle drei gleich groß, gleich hoch und oberflächenparallel sind.
 
...und deshalb mag ich dieses Forum so! Windlast und schiefe Stellflächen - klar, dann dreht sich das Teleskop wie der Wetterhahn, wenn Kugellager drunter sind! Besten Dank. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
Also ich hab mich mal schlau gemacht:

da sind bereits Teflonplättchen dran, genau über den Füssen, wie Du gesagt hast.

Trotzdem gleitet das nicht so, wie ich das gerne hätte. Gerade beim "anfahren" ist es relativ schwergängig. Vielleicht ist das einfach so, und man kann es nicht ändern. Wenn trotzdem noch jemand einen Tip hat, wie ich das Ganze geschmeidiger machen könnte, wär ich dankbar

Viele Grüsse
Guido
 
In dem Fall noch folgende Tips: wiege mal nach, wieviel Last auf den Teflonklötzchen aufliegt und schau, ob Du bei ungefähr 1 kg/cm² rauskommst. Wenn nicht, könntest Du erstmal die Klötzchen anders dimensionieren. Dann schau mal, was für ein Material auf den Klötzchen gleitet. Wenn das Zeug sehr glatt ist, dann wird's schwierig, weil sich die beiden Teile regelrecht aneinander festsaugen. Da könntest Du ganz einfach z.B. mit der erwähnten Kunststofffolie nachhelfen. Für den sofortigen Effekt kannst Du auch die Seifenschmierung ausprobieren. Ich weiß jetzt allerdings nicht, ob die Klötzchen oder der Gleitbelag mit Seife eingerieben werden sollten...
 
Hallo Guido,

Versuch's mal damit

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=selbstbau&Number=57110&Forum=All_Forums&Words=milchglas&Match=Entire%20Phrase&Searchpage=0&Limit=25&Old=allposts&Main=57002&Search=true#Post57110

Ich habe unter meinen Dob mit glatter Oberfläche als Gegenstück zum Teflon auch so eine ähnliche Folie eingeklebt. Hat sehr viel gebracht, kostet nicht viel und ist mit erheblich weniger Aufwand verbunden als nach strukturiertem Resopal oder vergleichbarer, teurer amerikanischer Importware zu suchen.

Variation der Größe der Teflonpads bringt nicht viel, solange die Gegenfläche glatt ist.

Reiner
 
HI Zavicha,

ich habe zwei der Teflon-Pads durch kleine Möbbel-Rollen (aus den Möbel-Trägern mit 8 Rollen in zwei Reihen) ersetzt, indem ich radial in die Bodenplatte der Rockerbox Nägel der richtigen Dicke eingebohrt habe, die als Achsen für je eine Rolle dienen. Die laufen dann auf der Boden-Platte, die gerade groß genug ist (bei SW Dobson 8"/1000).
Ruckfreie Grüße und
cs
jorgos
 
Also ich habs nun mit einem Drehteller probiert, Durchmesser 30 cm. Das teil ist wohl sowas wie ein Drucklager. Der Dob dreht sich ohne anrucken butterweich, der Nachteil ist, das er nun etwas nachschwingt. Hier wird wohl ein grösserer Drehteller für Abhilfe schaffen, damit die Auflagefläche grösser ist.

Auf jeden Fall ist das jetzt schon eine Verbesserung.

Gruss
Guido
 
Hallo Guido,

ich habe auch einen 30 cm Drehkranz im Azimuthlager. Etwas weiter unten ("Rockerbox AOM-Dobson") habe ich kürzlich meine Zusatzkonstruktion zur Verringerung des Nachschwingens beschrieben, ich kopiers hier noch mal rein:
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wie an anderer Stelle schon geschrieben, wollte ich wg der Leichtgängigkeit nicht auf den Industriedrehkranz im Azimuthlager bei meiner Helena von Droja (AOM-Dobson 10" f6.4) verzichten. Ich habe mir jetzt folgende Lösung zur Reduzierung der Nachschwingzeiten zurechtgebastelt:

Der Industriedrehkranz (der bei mir übrigens ca 32 cm Durchmesser hat) bleibt, zusätzlich drei kleine Teflonpads auf je drei dicke übereinandergeklebte Stuhlbeinfilzgleiter geklebt, diese - wie von Stathis empfohlen - gegenüber der Beine auf die Basisplatte geklebt. Die Höhe der Teflonpads mit den drei Filzgleitern beträgt 18 mm, der Zwischenraum zwischen Basisplatte und Rockerbox ist 13 mm, d.h. die Filze werden vom Gewicht der Rockerbox mit Tubus soweit (um 5 mm) zusammengedrückt, daß sie als Schwingungsdämpfer wirken können, aber die Rockerbox mit dem eigentlichen Gewicht nicht von den Teflonpads getragen wird, sondern weiter vom Industriedrehkranz. So ist die Leichtgängigkeit weiter vorhanden, da die Teflonpads ja nur vom Gegendruck der zusammengepressten Stuhlfilze von unten an die Rockerbox gedrückt werden, so kaum Reibungskräfte entstehen, aber die Nachschwingzeit ist deutlich reduziert. Es ist nicht mal nötig Folie oder Ebonystar als Gegenstück zu den Teflonpads aufzukleben, die lackierte und mit Kernseife leicht eingeschmierte Holzober(-unter)fläche der Rockerbox reicht aus.
Nach einer Woche unter Druck dehnen sich bei Entlastung (Rockerbox abgehoben) die Stuhlfilze immer noch auf 16 mm aus, d.h. eine gewisse Langlebigkeit der "Konstruktion" scheint gegeben zu sein, und 3 mal 3 Stuhlfilze lassen sich leicht regelmäßig ersetzen.
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Schöne Grüße


 
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