Hi Günther, ich zerlege zuerst mit Fitswork das jeweilige Foto in die einzelnen Farbkanäle, meistens ist im Rotkanal, noch mehr Detail enthalten, manchmal zeigt auch der Grünkanal noch etwas deutlicher, der blaue ist meist dramatisch schlechter. Sollten sich im Foto eindeutig Fehler zeigen( z.B. Rand zu dunkel, oder bunte Punkte, die offensichtlich Rauschen sind, ignoriere ich diese). Zunächst ordne ich die Fotos nach Qualität und fange mit etwas Eindeutigen und Markanten Detail an. Dann kommt die langwierige Phase des Vergleichens wenn ich von einer Stelle mehrere Fotos habe und lege mich dann fest. Mit Gimp zeichne ich mir einen Raster und trage dann einmal erste Details ein. Dann suche ich mir Fotos mit einem ähnlichen Zentralmeridian heraus und arbeite mich dann weiter. Ein sehr mühseligerProzeß, aber es lohnt sich. Dann gibt es noch verschieden Tricks um noch mehr Details heraus zu kitzeln, was bei Ganymed und Kallisto besonders gut funktioniert: Durch extreme Wahl von Kontrast und Helligkeit stechen dann kleinste sehr helle Krater heraus. Bei Io geht das nicht, darum ist hier auch die Auflösung weniger hoch und die Unsicherheiten größer. Am Ende kommt dann noch eine Beschriftung möglichst aller eindeutig erkannten Details dazu.
Beim Aufnehmen der Videos verwende ich möglichst kurze Einzelbelichtungszeiten und möglichst lange Gesamtbelichtungszeiten mit ASI462 und Firecapture und ADC, Seeing möglichst besser S5/10 Höhe möglichst über 45° und immer mit ADC, egal wie hoch.
Verarbeitung dann mit AS3 und RX6, wobei beim Schärfen liegt die eigentliche Kunst. Es gab anfangs Videos die wollte ich schon löschen, aber wenn man sich mit den Reglern lange genug herumspielt, kommt oft mehr an Details heraus, als man anfangs denkt, wichtig ist während des Schärfens laufend die Helligkeit und den Kontrast anzupassen, nicht erst danach.
CS Mike