Kaufberatung: 10x25 / 12x25

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Bogen_FITA

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Hallo Leute,

seit ca. knapp einem Jahr benutze ich das Bushnell 12x25 H2O (siehe Erfahrungsbericht und Fotogalerie). Und zwar genau zu dem Zweck, in der Halle auf 18m oder auf dem Sportplatz auf 70m meine Pfeile beim Bogenschießen auf der Scheibe gut sehen zu können. Jedoch gerade abends in der Dämmerung gibt es schon Probleme, noch was Genaues erkennen zu können. Das Handlichg hat so wie ich es mir ursprünglich vorgestellt habe auch ganz gut funktioniert. OK, ein Schwachpunkt hat sich beim obigen Glas mit der Riemenbefestigung ergeben, denn die ist absoluter Müll.

Bisherige Qualitäte des Gerätes waren:
- 12x25
- BKA-4 Prismen
- Mehrfachvergütung
- Wasserdicht und Stickstoffgefüllt
- ausgesprochen kompakt

Da ich nun über den Kauf eines neuen Glases nachdenke, nun meine Frage:

Bedingung:
- die Aussenmaße sollten möglichst kompakt bleiben, max. Länge 110mm
- in den Größenbereich 10x25 bis 12x25
- Brillenträgergeeignet durch z.B. Schiebemuscheln

...und nun kommt's:
- bringt mir eine sogenannte zusätzliche Phasenvergütung tatsächlich eine auch wirklich reell wahrnehmbare Kontraststeigerung, vor allem ein besseres Bild in der Dämmerung? Da die Sache ja dann teurer wird...

...welches Glas könntet ihr mir mit obigen Bedingungen in der Pfeisklasse bis 150€ empfehlen?
 
Hallo,

meine Problemanalyse: Du kannst die 12fache Vergrößerung gar nicht wirklich ausnutzen wegen der Handunruhe (obwohl Du sicher als Bogenschütze eine ruhigere Hand hast als der "Normalsterbliche"), wenn es um bessere Detailerkennung geht würde ich für freihändige Nutzung daher ein Stabiglas empfehlen, z.B. das Canon 10x30IS oder besser 12x36 IS - aber die sind nicht wasserdicht und größer und schwerer als Deine Spezifikation und die anderen Stabigläser (Nikon, Fujinon..)sind noch schwerer.
Die andere Möglichkeit wäre ein lichtstärkeres Glas (Du hast mit dem 12x25 nur eine Austrittspupille = Objektivdurchmesser/Vergrößerung von 2, das reicht für Dämmerung nicht), evtl noch mit höherer Vergrößerung z.B. ein 16x oder 20x50 - aber die gehen freihändig dann wirklich kaum noch und sind "Riesentrümmer".
Wird also wohl eher auf ein Spektiv auf Leichtbaustativ rauslaufen, sowas nehmen die meisten Schützen.

Eine dritte Möglichkeit wäre, mal durch ein 8x25 zu gucken -das hat AP von 3 und ist damit wesentlich heller, das könnte die geringere Vergrößerung bei Dämmerung evtl. kompensieren und der Einfluß der Handunruhe ist außerdem hier geringer, was sich ebenfalls positiv auf die Detailerkennung auswirkt.

Die Qualitätsunterschiede durch Phasenbeschichtung der Prismen kannst Du in der genannten Preisklasse wahrscheinlich vergessen, echt besseren Kontrast bringen nach meiner Erfahrung nur wirklich teure Gläser in Zusammenhang mit der besseren Gesamtkonstruktion - das sind dann aber so 500€.

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Die Schwierigkeiten der Detailerkennbarkeit in der Dämmerung rühren von dr mangelnden Lichtstärke des Glases her. Für deine Anwendung empfehle ich, ein 8x40 oder 10x50-Glas einzusetzen. Es gibt vernünftige Gläser ab 100€, allerdings mit nicht so weitem Gesichtsfeld. Für Qualitätsgläser zahlt man das Doppelte, Spitzeninstrumente liegen jenseits 500€.
 
...die Größenordnung 10x25 bzw. 12x25 sollte speziell für meinen Fall beibehalten werden, da ich das Glas ja im Köcher in einer kleinen Tasche trage.

Allerdings könnte tatsächlich entspr. hanz's Vorschlag durch die größere Austrittspupille von 2,5 gegenüber der jetzigen 2,0mm eine Verbesserung auftreten. Mal seh'n...

Nach meiner Recherche und obigen Ansprüchen würde bis jetzt in Frage kommen:
- Minox BD 10x25 BR

Entsprechend den Werten des Glases liegt es qualitativ schon mal über meinem zur Zeit benutzten Bushnell 12x25 H2O, eine Phasenvergütung ist auch vorhanden und der Preis wäre auch noch im Grenzbereich.

Gibt es Erfahrungen damit? Oder, gibt es überhaupt Erfahrungen allgemein mit Minox-Gläsern?
 
Hallo,

wie wäre es denn mit einem halben 10 x 40 oder 10 x 50?
Einäugig aber mehr Auflösung und kleines Packmaß.

CS
*entfernt*
 
Hallo,
es ist ja schon einiges geschrieben worden, ich lad mal noch meinen Senf ab:

Bisherige Qualitäte des Gerätes waren:
- 12x25
- BKA-4 Prismen
- Mehrfachvergütung
- Wasserdicht und Stickstoffgefüllt
- ausgesprochen kompakt

Da ich nun über den Kauf eines neuen Glases nachdenke, nun meine Frage:

Bedingung:
- die Aussenmaße sollten möglichst kompakt bleiben, max. Länge 110mm
- in den Größenbereich 10x25 bis 12x25
- Brillenträgergeeignet durch z.B. Schiebemuscheln

...und nun kommt's:
- bringt mir eine sogenannte zusätzliche Phasenvergütung tatsächlich eine auch wirklich reell wahrnehmbare Kontraststeigerung, vor allem ein besseres Bild in der Dämmerung? Da die Sache ja dann teurer wird...

...welches Glas könntet ihr mir mit obigen Bedingungen in der Pfeisklasse bis 150€ empfehlen?

Wenn Dämmerungsverhalten ein Problem ist, dann hilft Dir nur mehr Öffnung, Öffnung, Öffnung. Ja, 8x25 ist etwas heller als 10x25, aber schon ordentlich kleiner als 12x, dafür freihändig deutlich ruhiger, will sagen, Du solltest ausprobieren, ob Dir 8x reicht.

Ansonsten: es gibt auch ein paar 10x28-Gläser, und es gibt auch kompakte "inverse" Porro-Gläser. Die sind zwar nicht so kompakt wie die Dachkanter, aber scheinen mir meiner (durchaus begrenzten) Erfahrung nach bei gleicher nomineller Öffnung etwas heller zu sein (konkret habe ich ein William 8x25 "SEMI-APO" Dachkant, das gegen ein Nikon Travelite 8x25 und sogar gegen ein Canon 8x23 Porro in puncto Bildhelligkeit keinen Schnitt macht).

Phasenvergütung bringt ein bissel Helligkeit und wenn sie gut gemacht ist auch und vor allem Kontrast, kostet dann aber gutes Geld. Ach ja, der Kontrast: der hilft Dir in der Dämmerung natürlich auch, so ist mein Nikon 10x35 beim lesen von Nummernschildern in nächtlichen Straßen meinem Carena 10x50 überlegen, obwohl das Bild insgesamt eindeutig dunkler ist.

Bevor ich jetzt weiter blala etc. ein paar konkrete Tips:

Dachkant
10x26 Steiner Safari (ein typisches naja-Glas, aber für die anvisierte Preisklasse wohl ganz ok)
10x28 Bresser Classic (auch als Weaver Classic im Handel, recht kleines Sehfeld)
10x32 Bresser Cobra (nein, eher ein Scherz, winziges Sehfeld, eigenartiges Glas, aber wer weiss ...), irgendie gibts auch noch ein ähnliches Bresser "Travel".
Das gute Eschenbach Farlux 10x28 wird Dir schätzungsweise zu teuer sein.

Porro
Nikon Travelite 9x25 oder 10x25 (gibts auch als 12x25, die Sehfelder der Travelites sind allerdings nicht gerade beeindruckend)
Pentax UCF X II 10x25 (auch dies gibts in 12x, und die Sehfelder sind wie bei Nikon, es gibt eine WP-Ausführung, d.h. wasserfest, etwas pummeliger), die Pupillenlage ist zumindest auf dem Papier etwas brillenfreundlicher als bei Nikon, dafür das Glas etwas schwerer.
Bushnell Legend 10x26 (sehr kleines Gesichtsfeld, weiter "Nah"punkt, schwer, dafür wasserdicht).

servus denn - martin
 
...ein Steiner 12x28 konnte ich bereits auf dem Sportplatz tagsüber testen. Deren Bild ist rein subjektiv deutlich besser als mein Bushnell 12x25. Abends konnte ich es leider noch nicht testen. Allerdings liegen auch die wasserdichten Steiner-Gläser Wildlife und SkyHawk mit ihren Baulängen ausserhalb meiner Spezifikationen, das Safari 10x26 ist nicht wasserdicht. Aber wir Bogenschützen müssen bei jedem Sauwetter schießen und da muss auch ein Glas bei Regen funktionsfähig bleiben. Auch beschlagfrei als Funktion ist mir ausgesprochen wichtig.

Das Weaver Classic 10 x 28 passt ganz gut von seinen Abmessungen, und die Austrittspupille wäre auch größer, auch der Preis hält sich im Rahmen. Hm..., hat aber wieder die einfachen umklappbaren Gummimuscheln, die mich schon beim jetzigen Glas stören. Drehbare mit Rasterung finde ich angenehmer und besser einstellbar, das hatte ich mal bei einem Optolyth Sporting 10x28 ausprobieren können, phasenvergütet ist's auch nicht.

Ein Einrohr-Glas hatte ich noch gar nicht in Betracht gezogen. Aber ich glaube, das es bei einem 40er oder 50er Objektiv für meine Tasche auch zu klobig wäre.

@hanz,

doch, durch die Benutzung des Bogens als Stativ kann man auch ein 12x Glas noch 'relativ' ruhig halten. Der Bogen steht dabei mit den unteren Wurfarm auf dem Fuß, an dem oberen Wurfarm stütze ich es dann auf. Die Stabi-Gläser finde ich zu schwer und klobig, um die dann am Gürtel rumzutragen. Denn da hängt ja bereits einiges an Köchergewicht. Ja, ein Spektiv mit Stativ benutzen tatsächlich viele, ich möchte das aber nicht. Ausserdem käme deren Gewicht und Größe beim Fahrradfahren zu meinem ohnehin schon recht schweren Material dazu.

...na mal seh'n, ob's noch einiges an Erfahrungen zu lesen gibt.

Übrigens: Eine Schützin von mir kam heute ganz stolz mit einem Fielman 10x25 Dachkant (ca. 9,95€) an . Rein äußerlich sieht es dem Hama Spectrum 10x25 sehr ähnlich, hat aber etwas ergonomisch ausgeformtere Gummi-Augenmuscheln. Im Aussenbereich hatte es ein extrem schlechtes Bild, innen relativ klar. Allerdings habe ich es nicht eindeutig klar eingestellt bekommen, sehr kontrastarm, und irgendwie auch undeutlich. Der Mitteltrieb war viel zu leichtgängig, so dass der sich dauernd verstellt hatte. Ausserdem roch es recht unangenehm. Insgesamt für's Bogenschießen also eher unbrauchbar...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo FITA,

für 150 EUR willst Du offensichtlich ne ganze Menge, will mir scheinen.

Es kommt nicht ganz und gar von Ungefähr, dass das Optolyth Sporting teurer ist als das Weaver Classic ...

servus - martin
 
Hallo Leute,

kurzer Zwischenstand, aber jetzt ist's ja eigentlich schon endgültig:

Ich habe mir nun ein Konica-Minolta Activa 10x25D WP XL gekauft, ein Fotoalbum habe ich bereits erstellt. Einige Punkte sind dort bereits in den Bildbeschreibungen mit drin. Ansonsten, hier die technischen Daten:

Vergrößerung 10x25
Dachkantprisma mit BaK-4 Prismen
Wasserdicht und Stickstoff-gefüllt
herausdrehbare und 3-fach rastbare Augenmuscheln
Dioptrienausgleich mit feiner Rasterverstellung
Mehrfachvergütung, zusätzlich Phasenvergütung

Effektiver Sehwinkel 5° / Scheinbarer Sehwinkel 50°
Austrittspupillen-Durchmesser 2,5 mm
Max. Abstand Auge-Okular 17 mm (weit nach hinten gezogene Austrittspupille)
Geometrische Lichtstärke 6,3
Sehfeld auf 1000m Abstand 87 m
Kürzeste Einstellentfernung 2 m
Tauchtiefe, Dauer 1 m 5 min
Abmessungen (B x H x T) 71 x 46 x 108 mm
Gewicht 305 g

Wie naarak im im Kleinstfernglas-Thread auf Seite 1 und 2 angegeben hatte, war es wohl mal in der 150 Euro-Preisklasse angesiedelt. Nach meinem (allerdings leihenhaften) Empfinden nach macht es sogar einen deutlich höherwertigen Eindruck. Auch ich habe es für 79€ gekauft.

Soviel schon vorab: Das Bild ist verglichen mit meinem vorherigen Bushnell 12x25 H2O brilliant und kontrastreicher, auch deutlich heller! Das Sehfeld bei Dämmerung und auf dem Schießplatz kann ich aber erst demnächst beurteilen. Auch die kompakten Abmaße entsprechen meinen Vorstellungen.

Einiges an Ergänzungen schreibe ich auf meine Anwendung bezogen auch noch als Erfahrungsbericht. Aber der Praxiseinsatz steht ja noch bevor...

Zur speziellen Anwendung sei noch angemerkt: Unsere Bogenausrüstung koststet ja bereits ca. 2000 Euro, Jährlich kommt da oft noch ca. 500Euro an Pfeilmaterial und weiteres Zubehör dazu. Daher greifen die wenigsten Bogenschützen zu den absoluten Top-Marken. Zweckmäßigkeit spielt dann eine übergeordnete Rolle gegenüber Brillanz und Hochwertigkeit. Auch benutzen viele ein Spektiv, komischerweise die wenigsten ein Fernglas.
 
Hallo Namenloser

nachdem Du durch das Glas geschaut hast, schreibst Du:

"Das Sehfeld bei Dämmerung und auf dem Schießplatz kann ich aber erst demnächst beurteilen"

Das ist mir völlig unverständlich, das Sehfeld ( 87 m, wie Du selber schreibst ) hat weder etwas mit den Lichtverhältnissen noch mit der Lokalität zu tun, an der Du beobachtest. Oder meinst Du, wenn es dämmert, ändert sich das Sehfeld?

Zumindest hast Du Dich sehr mißverständlich ausgedrückt, es wäre schön, wenn Du klarstellen würdest, was Du eigentlich meinst.

Gruß

Manfred
 
Hallo,

mit dem Minolta Activa hast Du sicher kein schlechtes Gerät gekauft (ist das wasserdicht?)- ich hätte Dir bei 8x25 das Nikon Sportstar 4 empfohlen (ist aber halt auch nicht wasserdicht, aber das wird meiner Meinung nach oft übertrieben, mein überhaupt nicht wasserdichtes Leitz Trinovid 10x25 habe ich auch 20 Jahre durch Regen und Schweiß gezogen ohne daß es was augemacht hat).

Nachdem ich das Bushnell nicht kenne, kann ich keinen Vergleich machen. Die "Kaufhauf-Billigstgläser" 10x25 sind oft gar nicht mal soo schlecht, aber einem wirklich guten Fernglas natürlich bezüglich Kontrast, Streulichtfreiheit und Schärfe meilenweit unterlegen.

Und was das Spektiv betrifft: das ist ja sozusagen ein "halbes Fernglas mit höherer Vergrößerung und Öffnung von meist 50-60mm" - damit ist dann schon klar, wieso -oder?

Und überhaupt: im Gegensatz zu den Gewehrschützen holt ihr euch ja eure Pfeile wieder zurück, dabei seht ihr doch ganz genau, wo die Treffer liegen. Dann ist das Fernglas sicher nur zum schnell mal sehen, ob man höher oder tiefer halten muß? Aber ein gutes 10x25 Fernglas (wirst Du mit dem Minolta schon noch merken) hat man ja auch immer sonst dabei, da lohnt sich dann schon eine brauchbare Qualität.

Gruß
 
Ja, da hast Du Recht.

Geh mal davon aus, dass ich in der Materie absoluter Leihe bin. Ich meine natürlich die Qualität des Bildes, Abbildes, oder wie auch immer das in Fachkreisen heißt.

Ganz so namenlos bin ich auch nicht, habe mich ja bereits durch die Homepage meiner Sportart und des Vereines geoutet.

...vielleicht doch noch mal zum Sehfeld. Das scheint also der vom Hersteller angegebene sichtbare Ausschnitt auf 1000m zu sein. OK.

Schön, dass ich nun zwei Gläser unterschiedlicher Hersteller mit unterschiedlichen vergrößerungen vergleichen kann, also:

- Vergleicht man das Bushnell (mit herunter gestülpten Augenmuscheln) und das Minolta (mit eingedrehten Augenmuscheln), so ist auffällig, dass tatsächlich nur das Minolta wirklich Brillentauglich ist! Deren Bild ist beim Tragen einer Brille immer noch in voller Größe sichtbar, das des Bushnells ist hingegen stark eingeschränkt (Austrittspupillenabstand: 9 mm). Hinzu kommt, dass der ca. 4mm hohe Gummirand der Bushnell-Augenmuscheln ständig wieder zurückklappt, was auf Dauer nervt. Beim Bushnell ist der Einsatz in meiner Sportart auch mit Brille immer noch OK, für alle anderen Brillenträger wäre es ein glatter Fehlkauf.

- Der Nahbereich beim Bushnell mit angegebenen 6m stimmt definitiv nicht, müsste eher >18m heißen. Beim Minolta kann ich tatsächlich auf die angegebenen 2m scharf stellen, sogar schon 1,50m (auch wenn ich das kaum brauchen werde). Dann wird's aber für die Augen anstrengend, da beide Bilder links und rechts keinen gleichmäßigen Kreis bilden, ab ca. 5m wird's dann deulich angenehmer.

- Das Handling beim Mitteltrieb ist beim Bushnell deutlich angenehmer, denn deren Rändelrad ist größer, griffiger, läuft minimal schwergäng aber trotzdem angenehm weich. Beim Minolta ist das Rändelrad definitiv zu klein, was gerade beim Feinjustieren problematisch ist. Deren Schwammigkeit hinterläßt den Eindruck, als ob da Spiel drin wäre. Ich glaube, ca. 0,5mm spiel ist da auch, auch dieses Schwammige Gefühl kann das nicht richtig überdecken. Zum richtig feinfühligen Verstellen muss man beim Minolta tatsächlich mit Daumen und Zeigefinger arbeiten, also um den Tobus umgreifen. Beim Bushnell genügt da lediglich der Zeigefinger.

- Die Befestigung für den Tragegurt beim Bushnell ist absoluter Müll! Pro Tobus hält eine etwa 2mm-große Schraube ein drehbar gelagertes Aufnahmestück, in deren zwei seitliche Bohrungen ein etwa Büroklammer-starker Bügel eingehängt ist. Mittlerweile fehlt einer der Bügel, ich mußte einen Ersatz basteln. Hinzu kommt, dass diese Aufhängung unter den jeweiligen Tobus angebracht ist, so dass es beim Tragen immer unangenehm schräg hängt.

Beim Minolta scheint die Aufhängung etwas stabiler zu sein. Außerdem ist die seitlich angebracht, was das Tragen ungemein angenehmer macht.

- Das angegebenen 300g Gewicht finde ich übrigens sehr angenehm, was ein halbwegs verwacklungsfreies Halten fördert. Das im obigen Posting angesprochenen Fielmann-Glas 10x25 war deutlich leichter und war auch merklich schwieriger ruhig zu bekommen.

- Heute bei gutem Tageslicht erschien mir das Bild des Minolta-Glases etwas mehr farenfroher zu sein, ist mir aber auch bloß bei leicht unterschiedlich schimmerndem Vogelgefieder aufgefallen.
- Insgesamt wirkt das Bild beim Minolta heller, auch etwas kontrastreicher.

- Aaaaaber, beim Versuch in der Dämmerung vom Fenster aus ein Autonummernschild noch entziffern zu können, hatte ich bei keinem der beiden Ferngläsern einen Vorteil erkennen können. Das Minolta 10x25 ist zwar heller, vielleicht auch kontrastreicher, aber das Bushnell 12x25 vergrößert eben mehr. Meine Objekt war ähnlich gut erkennbar.

- Im Dunklendann endlich, ein halb angeleuchtetes Meuerwerk mit dunklem Tags drauf konnte ich mit dem Minolte die Schiererei klarer erkennen.

- Ansonsten noch zur Griffigkeit: Das Bushnell hat diese verzackten Bereich, so dass das Halten mit den Fingerspitzen angenehm Griffig ist. Dort platzieren sich tatsächlich der Daumen und die Fingerspitzen. Beim Minolta gibt es auf der innenseite solche Auswölbungen, vermutlich gedacht, um die Daumen dort einzulegen.

- Noch was zur Verarbeitungsqualität: Bis jetzt habe ich beim Minolta lediglich dieses minimale Spiel im Mittelantrieb als kleinen Minus-Punkt entdecken können. Alles andere erscheint hochwertig und sehr gut verarbeitet. Beim Bushnell fällt einem da schon wesentlich mehr auf, einiges kann bereits hier nachgelesen werden. Neu kommt nun hinzu:
- Die Augenmushel auf der Seite des Dioptrieausgleichs wurde um ca. 4 mm verdreht aufgeklebt, so dass eben die Nullstellung von vornherein nicht stimmt. Von der reinen mechanischen Funktion her hat sich bis jetzt nichts geändert, immerhin benutze ich es sehr häufig.

Im Moment würd ich dem Minolta den Vorzug geben, natürlich, weil es einen höherwertigeren Eindruck macht und weil es richtig gut Brillenträger geeignet ist. Und wie geschrieben, mit 79€ ein zur Zeit kaum zu schlagendes sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis hat.

Mal sehn..., wie’s dann demnächst auf dem Sportplatz aussieht.


Edit: Mir ist da noch was eingefallen:

- Ausgesprochen praktisch sind die beim Minolta genau passenden Okulardeckel. Stellt man das Glas mal 'ne Weile ab, so sind die beiden Okulare gut vor Staub geschützt. Die lassen sich wunderbar weich auf- und wieder absetzen, klemmen auch beim Transport zuverlässig fest. Sowas gab es beim Buschnell nicht!

Solche Sachen wie Streulich usw. werde ich dann beim nächsten mal versuchen zu bewerten...

Gruß
Holger
 
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Oh je!

Der kritische Praxiseinsatz des Minolta 10x25D WP XL zeigt dann doch einige Schwächen auf...

Was die rein äußerliche Hochwertigkeit überdeckt, offenbart dann der kritische Blick:

- Es geht um die nachlässige Verarbeitungsqualität im inneren des Gerätes . Denn Gestern hatte ich mal ausgesprochen kritisch durchgesehen, uuuuuund diesmal mir jede Seite einzeln vorgenommen.

- Die rechte Seite mit dem Dioptrieausgleich scheint absolut OK zu sein, zeigt auch gute Randschärfe.

- Aber auf der linken Seite gibt es das Problem, das es einen Schärfen-Übergangsbereich von links unten nach rechts oben gibt. Das heißt, habe ich links unten bis Mitte scharf eingestellt, so erscheint der Randbereich des linken Tobus rechts und oben unscharf! Oder anders rum: oben rechts scharf, d.h. unten links unscharf. Das ist aber schwer auszumachen, man erkennt das auch nur, wenn man auf irgendwas sehr gleichmäßig Strukturiertes schaut, in meinem Fall eine Wand mit hellem Kunststoff-Strukturputz. Und das liegt tatsächlich nicht an meinen Augen, denn ich habe das Glas gedreht, gewendet und auch mit dem rechten Auge durch die linke Seite gesehen, der Effekt tritt immer an der selben Stelle auf. Das ist auch keine Verzerrung oder so, der Kontrast des Bildes lässt an besagter Stelle eben sichtbar nach, es ist undeutlich.

Guckt man durch beide Seiten, so fällt dieses natürlich erstmal nicht auf. Vermutlich würde das aber auf Dauer anstrengend für die Augen sein. Auch bei Naturbeobachtungen fällt es erst mal nicht auf. Und ihr könnt mir glauben, selbst wenn ich im Laden gewesen wäre, auf Anhieb hätte ich das nicht entdeckt. Da muss man schon sehr gezielt nach suchen.

- Nun der Sache auf den Grund gegangen und in das Objektiv geschaut, habe ich auf beiden Tobus-Seiten die Prismen unterschiedlich eingebaut erkennen können. Hm, ob das mit obigen Fehler zu tun hat, weiß ich nicht, in der Fotogalerie hab ich mal zwei Bilder dazu reingetan...

Das Glas schicke ich nun in Absprache mit dem Händler zurück, lasse mir ein (hoffentlich besseres) Austauschgerät schicken.

- Beim Bushnell 12x25 H2O ist übrigens bei beiden Fernglasseiten das Bild absolut gleichmäßig , das heißt irgendwelche Randunschärfe bzw. solche Ungleichmäßigkeiten habe ich bis jetzt nicht entdecken können.

Hat jemand eine Erklärung für das Phänomen beim Minolta? Oder anders, kommt so was bei Ferngläsern öfters vor?


PS: Zeiss Conques Compakt 8x20: Gestern hatte ich von jemanden ein älteres in der Hand, also eines ohne Gummiarmierung mit gesprenkelter Gehäusestruktur. Durch sein brillantes Bild wäre auch das zumindest bei Tag rein optisch gut Bogenschützen-geeignet. Jedoch praktisch einhändig gehalten durch sein viel zu geringes Gewicht: man neigt deutlich zum Zittern. Deren Gummistülpmuscheln sind nicht so mein Fall, generell nicht. Ohne Brille passen die sich aber perfekt an die Augenmulden an. Der Mitteltrieb (beim Zeiss ja auf der linken Seite der Brücke angebracht) läuft ohne jegliches Spiel sauber, ist aber viel zu leichtgängig, verstellt sich vermutlich zu schnell. Gut finde ich, die Mittenrasterung beim rechts an der Brücke befindlichen Dioptrieausgleich. Naheinstellgrenze 3m scheint zu stimmen, geschafft habe ich 2,50m. Schöne Idee: Es ist vertikal spiegelbildlich konstruiert, selbst die Beschriftung oben auf der Brücke (zumindest bei dem mir ausprobierten Glas) gibt es auch auf der Unterseite. Man kann das Glas getrost in der Längsachse umdrehen, so dass die vorher linke Seite nun die rechte Seite ist. Die Tobus-Scharnieraufhängungen können nach oben und unten schwenken. Dadurch funktioniert der links- und rechtsseitig angebrachte ‚Mitteltrieb’ und Dioptrieausgleich sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder. Als Immer-Dabei-Glas wäre es bestimmt für so manch einem ein sehr guter Begleiter. Durch seine filigrane Form und die kleinen Abmessungen hat man sein Ziel auch sehr schnell anvisiert, braucht nicht lange suchend herumzuschwenken. Solch einen Randunschärfenbereich zu einer Seite hin habe ich auch bei diesem alten Zeiss-Glas entdecken können, zwar deutlich weniger, aber einseitig durchgesehen habe ich den erkennen können. Komischer Zufall, das betraf auch den linken Tobus...


Noch ein Wort über Sinn der Ferngläser, Sieg und Niederlage:

Über Sieg oder Niederlage entscheiden oft auch kleinste Hinweise. Schießt man zwar gute Gruppierungen in Bierdeckelgröße auf 70m, aber vielleicht an der falschen Stelle, dann war’s das. Also guckt man tatsächlich bei JEDEM Pfeil nach, verstellt notfalls danach sein Visier. Und auf der Scheibe nicht erkennen zu können, ob es die Pfeile vom Nebenmann sind oder nicht, heißt auch oft Punktverlust (bzw. Ringverlust). Auch bleibt dafür nicht viel Zeit. Umso ärgerlicher, wenn sich dann ein viel zu leichtgängiger Mitteltrieb wieder mal verstellt hat, Gegenlicht im Glas nur Streulicht verursacht oder bei Regen und schlechtem Wetter sich Pfützen bzw. Beschlag im Glas gebildet haben. Auch doof, wenn das Glas zu schwer ist und nicht in den Köcher passt. Dann hängt man es an den Gürtel, gerade große schwere Gläser fallen erfahrungsgemäß jedoch schnell ab. Und wenn dann mal Pause ist, will man natürlich auch nicht so’n 1500€ Teil in handlich einsteckbarer Größe allein lassen. Daher sind Preis/Leistung höher einzustufen als der reine Genuss des Sehens...

 
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...na ja, um die Gemüter des anderen Threads ein wenig auf andere Gedanken zu bringen und selbst wartend auf das Minolta-Austauschglas, kommt auch von mir mal wieder was.

Gestern hat ein Sportkamerad sein neues Zoom-Fernglas beigehabt, und zwar ein Nikon Travelite V 8-24x25 CF

Aha, Zoom also, demnach für Naturbeobachtungen eher ungeeignet, da beim größeren Zoom 'Tunnelblick', dachte ich. Aber wie oben erwähnt, es soll ja auch ausschließlich nur für's Bogenschießen tauglich sein.

Die Fakten kann ich diesmal lediglich nur von einen der vielen Onlinehändler übernehmen:

- Bauart: Porro
- Vergrößerung: 8-24 fach
- Austrittspupille: 3.1-1.04 mm
- Tatsächliches Sehfeld: 4.4 Grad bei 8x
- Scheinbares Sehfeld: 36.8Grad bei 8x
- Sehweite auf 1000 m: 80 m bei 8x
- Naheinstellgrenze: 5.0m (ich habe aber eher den Eindruck, es sind 3m)
- Lichtstärke: 9.6
- Dämmerungszahl: 14.1-24.5
- Abmessungen: 127x118 mm
- Gewicht: 310 g

Und sonst noch:
- Asphärische Linsen
- Mehrschichtenvergütete Linsen
- Gehäuse aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff mit Gummiarmierung


Und ich war doch recht angetan, von dem knapp 200€ teurem Glas. Es ist zwar nicht Witterungsfest, auch ist es überhaupt nicht Brillenträgerfreundlich, dafür funktioniert die Sache mit dem Zoom auf der Scheibe besser als erwartet. Nicht Brillenträgerfreundlich heißt, der kleine Gummi-Augenmuschelrand muss umgestülpt werden. Aber selbst dabei scheint das Sehfeld eingeschränkt zu sein.

Von seiner Breite her passt es gut in die Köchertasche. In der Hand wirkt es etwas aufgeblasen, aber auf keinen Fall zu groß. Daher kommt es einem auch deutlich leichter als die angegebenen 310g vor. Das Bild wirkt hell, angenehm und gleichmäßig, Heller als mein Bushnell. In Richtung Sonne gehalten ist das Bild aber immer noch sehr klar, da scheinen auch zumindest vom Ersteindruck her wenig Reflexionen aufzutreten. Auch bei der Mindestnahentfernung konnte ich ein weniger näher als die angegebenen 5m rangehen.

An den angegebene Rast-Einstellring des Dioptrien-Einstellrings kann ich mich nicht sooo erinnern, aber Dioptri- und Zoomeinstellung lassen sich angenehm weich und spielfrei einstellen, ohne dabei zu leichtgängig zu sein. Der Mitteltrieb funktioniert genauso weich, jedoch scheint er ein minimales kaum merkliches Spiel zu haben. Dabei fällt auf, Die Gehäuseteile scheinen passgenau aufeinander abgestimmt zu sein, nichts wackelt, nichts ist lose oder klappert.

Zum Einsatz auf dem Sportplatz verweise ich am Besten wieder auf die Bidlergalerie mit deren Bildtexten. Beachtet bitte, dass wir uns ausgesprochen schwer damit getan haben, überhaupt Bilder durch das Okular machen zu können. Entsprechend mäßig sind die 70m-Scheibenbilder. In der Zeit war auch kein Schießen angesagt...

Das Futeral ist bei dem Glas übrigens groß genug, damit es auch bequem reinpasst und gut händelbar entnehmbar ist. Beim Bushnell muß man das Fernglas erst eng zusammenfalten, selbst dann passt es gerade so.

Fazit: Nach einigen ausgesprochen schlechten Zoom-Porrogläsern aus dem Supermarkt von Vereinskollegen habe ich zum ersten Mal ein für meine Sportart optisch gutes und geeignetes Zoom-Glas in der Hand gehabt. Insgesamt macht es einen hochwertigen Eindruck. Und das beste: es lies sich bei allen Zoomeinstellungen einhändig mit dem Bogen als Stativ benutzen. Von daher wäre es eher die ganz persönliche Geschmackssache des Benutzers, ob lieber eine klares, helles zitterfreies Bild mit kleiner Vergößerung oder die Pfeile sehen mit mehr Vergrößerung, dabei aber leicht verwackelt. Als gut hat sich dann ein irgendwas zwischen 10 und 15fache Vergrößerung herausgestellt. Hinter der Schützenlinie irgendwo angelehnt kann man auch den 24fach verwacklungsfrei genießen. Es ist aber immer wieder schade, dass die Hersteller sich noch immer mit den Brillenträgern schwer tun. Jedoch konnte ich trotzdem alles auf der Scheibe erkennen, was für mich wichtig war. In der Fotogalerei gibt es auch ein paar Beispiel-Bilder, geknipst auf die 70m-Scheibe, mit der Digicam direckt durch die rechte Seite des Glases.

Gruß
Holger
PS: Leider hatte ich noch keine Gelegenheit, es auch abends mal zu testen. Mal seh'n, vielleicht wird's später mal was... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Aber kurz vor der Dämmerung konnte ich noch feststellen: Das Bild des kleinen Zeiss Conques Compakt 8x20 ist immer noch deutlich brillanter, auch heller. Das Bild meines Buschnells hingegen scheint gewissermaßen schwächer und kontrastarmer zu sein. Dafür wirken die Farben des Nikons minimal blasser als die des Bushnells. Hm...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nikon Travelite V 8-24x25 CF


Es ist zwar nicht Witterungsfest, auch ist es überhaupt nicht Brillenträgerfreundlich,

Fazit:Als gut hat sich dann ein irgendwas zwischen 10 und 15fache Vergrößerung herausgestellt. Hinter der Schützenlinie irgendwo angelehnt kann man auch den 24fach verwacklungsfrei genießen. Es ist aber immer wieder schade, dass die Hersteller sich noch immer mit den Brillenträgern schwer tun.

Hallo,

ich hatte die inversen Porros ja schon mal angesprochen, wenn auch nicht als Zoom. Die Nikons haben vor allem bei den höheren Vergrößerungen mit Brillenträgerproblemen und kleinem Sehfeld zu tun (ich selbst besitze ein 8x). Zumindest auf dem Papier Brillentauglicher sind die Pentax UCF X II, die es auch in 12x und 16x gibt (das entsprechende Zoom hat leider nur 21 mm Öffnung). Dazu gibt es sogar einen Stativadapter. Ein Dämmerungswunder kann so ein Glas aber niemals sein.

servus - martin
 
Heute ist das Minolta-Austauschgerät gekommen. Oh je, werd's wohl postwendend zurückschicken...

Ansonsten: Wie wird das Eschenbach farlux F 10x28 B eingeschätzt, bzw. gibt es da bereits Erfahrungen mit?
 
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