Ja, da hast Du Recht.
Geh mal davon aus, dass ich in der Materie absoluter Leihe bin. Ich meine natürlich die Qualität des Bildes, Abbildes, oder wie auch immer das in Fachkreisen heißt.
Ganz so namenlos bin ich auch nicht, habe mich ja bereits durch die Homepage meiner Sportart und des Vereines geoutet.
...vielleicht doch noch mal zum Sehfeld. Das scheint also der vom Hersteller angegebene sichtbare Ausschnitt auf 1000m zu sein. OK.
Schön, dass ich nun zwei Gläser unterschiedlicher Hersteller mit unterschiedlichen vergrößerungen vergleichen kann, also:
- Vergleicht man das Bushnell (mit herunter gestülpten Augenmuscheln) und das Minolta (mit eingedrehten Augenmuscheln), so ist auffällig, dass tatsächlich nur das Minolta wirklich
Brillentauglich ist! Deren Bild ist beim Tragen einer Brille immer noch in voller Größe sichtbar, das des Bushnells ist hingegen stark eingeschränkt (Austrittspupillenabstand: 9 mm). Hinzu kommt, dass der ca. 4mm hohe Gummirand der Bushnell-Augenmuscheln ständig wieder zurückklappt, was auf Dauer nervt. Beim Bushnell ist der Einsatz in meiner Sportart auch mit Brille immer noch OK, für alle anderen Brillenträger wäre es ein glatter Fehlkauf.
- Der
Nahbereich beim Bushnell mit angegebenen 6m stimmt definitiv nicht, müsste eher >18m heißen. Beim Minolta kann ich tatsächlich auf die angegebenen 2m scharf stellen, sogar schon 1,50m (auch wenn ich das kaum brauchen werde). Dann wird's aber für die Augen anstrengend, da beide Bilder links und rechts keinen gleichmäßigen Kreis bilden, ab ca. 5m wird's dann deulich angenehmer.
- Das Handling beim
Mitteltrieb ist beim Bushnell deutlich angenehmer, denn deren Rändelrad ist größer, griffiger, läuft minimal schwergäng aber trotzdem angenehm weich. Beim Minolta ist das Rändelrad definitiv zu klein, was gerade beim Feinjustieren problematisch ist. Deren Schwammigkeit hinterläßt den Eindruck, als ob da Spiel drin wäre. Ich glaube, ca. 0,5mm spiel ist da auch, auch dieses Schwammige Gefühl kann das nicht richtig überdecken. Zum richtig feinfühligen Verstellen muss man beim Minolta tatsächlich mit Daumen und Zeigefinger arbeiten, also um den Tobus umgreifen. Beim Bushnell genügt da lediglich der Zeigefinger.
- Die
Befestigung für den Tragegurt beim Bushnell ist absoluter Müll! Pro Tobus hält eine etwa 2mm-große Schraube ein drehbar gelagertes Aufnahmestück, in deren zwei seitliche Bohrungen ein etwa Büroklammer-starker Bügel eingehängt ist. Mittlerweile fehlt einer der Bügel, ich mußte einen Ersatz basteln. Hinzu kommt, dass diese Aufhängung unter den jeweiligen Tobus angebracht ist, so dass es beim Tragen immer unangenehm schräg hängt.
Beim Minolta scheint die Aufhängung etwas stabiler zu sein. Außerdem ist die seitlich angebracht, was das Tragen ungemein angenehmer macht.
- Das angegebenen
300g Gewicht finde ich übrigens sehr angenehm, was ein halbwegs verwacklungsfreies Halten fördert. Das im obigen Posting angesprochenen Fielmann-Glas 10x25 war deutlich leichter und war auch merklich schwieriger ruhig zu bekommen.
- Heute bei gutem Tageslicht erschien mir das Bild des Minolta-Glases etwas mehr
farenfroher zu sein, ist mir aber auch bloß bei leicht unterschiedlich schimmerndem Vogelgefieder aufgefallen.
- Insgesamt wirkt das Bild beim Minolta
heller, auch etwas
kontrastreicher.
- Aaaaaber, beim Versuch in der
Dämmerung vom Fenster aus ein Autonummernschild noch entziffern zu können, hatte ich bei keinem der beiden Ferngläsern einen Vorteil erkennen können. Das Minolta 10x25 ist zwar heller, vielleicht auch kontrastreicher, aber das Bushnell 12x25 vergrößert eben mehr. Meine Objekt war ähnlich gut erkennbar.
- Im
Dunklendann endlich, ein halb angeleuchtetes Meuerwerk mit dunklem Tags drauf konnte ich mit dem Minolte die Schiererei klarer erkennen.
- Ansonsten noch zur
Griffigkeit: Das Bushnell hat diese verzackten Bereich, so dass das Halten mit den Fingerspitzen angenehm Griffig ist. Dort platzieren sich tatsächlich der Daumen und die Fingerspitzen. Beim Minolta gibt es auf der innenseite solche Auswölbungen, vermutlich gedacht, um die Daumen dort einzulegen.
- Noch was zur
Verarbeitungsqualität: Bis jetzt habe ich beim Minolta lediglich dieses minimale Spiel im Mittelantrieb als kleinen Minus-Punkt entdecken können. Alles andere erscheint hochwertig und sehr gut verarbeitet. Beim Bushnell fällt einem da schon wesentlich mehr auf, einiges kann bereits
hier nachgelesen werden. Neu kommt nun hinzu:
- Die Augenmushel auf der Seite des Dioptrieausgleichs wurde um ca. 4 mm verdreht aufgeklebt, so dass eben die Nullstellung von vornherein nicht stimmt. Von der reinen mechanischen Funktion her hat sich bis jetzt nichts geändert, immerhin benutze ich es sehr häufig.
Im Moment würd ich dem Minolta den Vorzug geben, natürlich, weil es einen höherwertigeren Eindruck macht und weil es richtig gut Brillenträger geeignet ist. Und wie geschrieben, mit 79€ ein zur Zeit kaum zu schlagendes sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis hat.
Mal sehn..., wie’s dann demnächst auf dem Sportplatz aussieht.
Edit: Mir ist da noch was eingefallen:
- Ausgesprochen praktisch sind die beim Minolta genau passenden
Okulardeckel. Stellt man das Glas mal 'ne Weile ab, so sind die beiden Okulare gut vor Staub geschützt. Die lassen sich wunderbar weich auf- und wieder absetzen, klemmen auch beim Transport zuverlässig fest. Sowas gab es beim Buschnell nicht!
Solche Sachen wie Streulich usw. werde ich dann beim nächsten mal versuchen zu bewerten...
Gruß
Holger