Kaufberatung: parallaktische Montierung EQ6 + Newton 8'' od. 10''

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bento124

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Liebe Freunde der Nacht,

Ich bitte um Kaufberatung - Ich liebäugele mit einer EQ6-R Pro und einem Newton (8‘‘ ev. 10‘‘) mit ~ f/5. Ziel der Begierde sind grundsätzlich Fotos von DSO’s, wobei ich auch Planeten Fotografie sehr spannend finde.

Meine ersten Schritte erfolgten mit meinem Celestron Evo 6‘‘ (Alt-Az 150/1500) ohne Guiding. Damit konnte ich schon sehr viel sehen und in Verbindung mit meiner ASI 294MC + NINA auch leicht fotografieren. Leider entstehen bei längerer Belichtung sehr schnell Trails. Bei Aufnahmen von Jupiter und Saturn fehlt einfach Kontrast. Bisher habe ich ausschließlich von meiner Terrasse gearbeitet, die nach Süden zeigt (Osten bis Westen ist fast freie Sicht). Abgesehen von einer Straßenlaterne, die mich ein klein wenig stört, liege ich im Bereich Bortle ~ 4.

Ausrüstung, die ich mir zum Kauf näher angeschaut habe:
  • Skywatcher EQ6R Pro,
  • Skywatcher Teleskop N 200/1000 PDS (mit 8,5 kg), oder
  • TS Optics Teleskop N 200/1000 Photon OTA (mit 9 kg), oder alternativ z.B.
  • Skywatcher Teleskop N 250/1200 PDS (mit 14,5 kg verml. grenzwertig auf der EQ6)
Jetzt konkret zu meinen Fragen:
  • Ist ein 10-Zöller auf dieser Montierung überhaupt empfehlenswert?
  • Wie viel schwieriger ist es mit einem 10-Zöller zu arbeiten, als mit einem 8-Zöller?
  • Brauche ich bei einem Newton wirklich einen Lüfter am Hauptspiegel?
  • Muss ich mir noch über weiteres Zubehör Gedanken machen?
    • Zusatzgewichte, Justier-Laser, etc.

Vielen Dank für Eure Kommentare
 
Fotografisch würde ich definitiv die Finger von 10" auf der EQ6R lassen und den 8" nehmen. Wie schwierig damit zu arbeiten ist ist meiner Meinung nach individuelles Empfinden; ich finde meinen 12" F4 eigentlich recht entspannt handhabbar bis auf die 23 Kilo Gewicht. ;)
Der Lüfter am Heck kann schon ganz praktisch sein wenn es ums Tubus-Seeing geht, ist aber auch etwas was man optional im Nachgang nachrüsten kann.
Zubehör: Justierlaser: JA! Und ich würde auch einen Concenter empfehlen oder deine Kamera mit kleinem Objektiv zur Kollimierung nutzen (vgl. Video von Daniel Nimmervoll hierzu, sehr gelungen meiner Meinung nach)
 
Hi,
als Besitzer und sicherlich noch lange Anfänger mein Feedback... ;)

Ich habe die Kombi Skywatcher 200PDS/1000 und EQ6R. Zu einem 10''er kann ich Dir nichts sagen, aber das aufsatteln des 8''er ist schon ein kleiner Akt für sich. Ich schaffe das auch nur, wenn die Beine des Stativs eingefahren sind. Die ganze Kombi ist dann schon ziemlich schwer. Eines oder 2 der Beine nutze ich dann nur zum Höhenausgleich mit wenigen cm, wenns nötig ist. Dies mal als Hinweis zum Gewicht der ganzen Geschichte. Es gab hier kürzlich mal einen Threat von jemandem, der seine Monti und Teleskop zurückschicken mußte, weil das alles viel zu schwer war...
Ich würde diese Kombi als "transportabel nur im Notfall" bezeichnen.

Bei einem Newton noch der Hinweis, dass je nach Lage des Teleskops der OAZ bzw. Okular bzw. Kamera diese an ganz unmöglichen Stellen sich positionieren kann. Man muß sich ggf. vor dem beobachten und aufsatteln Gedanken machen, wohin man den Tubus in seinen Schellen vorab drehen sollte. Füs visuelle Beobachtung sicherlich viel wichtiger als für das fotografieren.

Zusatzgewichte braucht man beim 8'' nicht unbedingt. Bei meinem SetUp mit Guiding-Rohr und ASI120 sowie einer DSLR und Fokussiermotor vorne am OAZ kommen die mitgelieferten Gewichte in etwa um das Ende der ersten Gegengewichtstange ihren Platz. Ich muß aber auf jeden Fall die Verlängerungsstange montieren. Eigentlich ist es besser, die Gewichte möglichst nahe der Montierung zu plazieren. Ein Zukauf eines dritten Gewichts könnte also eine Option sein, die ich an Deiner Stelle aber erst später tätigen würde, wenn Du das erste mal das ganze ausbalanziert hast.

Zum Laser und/oder weiterem hat Ralf sich ja schon geäußert: JA

Lüfter habe ich nicht, ist meines Erachtens nach das "Tüpfelchen auf dem i", sprich, wenn du alles rausholen willst..., andererseits: Vibrationen, Staubansaugung,...:unsure:

Grüße
Hartmut
 
Thema Lüfter: Einen Lüfter offen am Heck finde ich ziemlich ineffizient, wenn etwas Geschlossenes, was gleich mit Blende ist. Hier gibt es zwar fertige Lösungen, aber die sind entweder teuer oder nicht verfügbar oder beides.
Ich hab mir selbst was lasern lassen, lackiert/mattiert; Materialpreis: ~€35,-
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Man möge mir das Chaos in meinem Schuppen vergeben, ebenso wie meine "Lackiererfähigkeiten"
Solltest dann mal sowas haben wollen, melden.

Vorerst würde ich ohne Belüftung fahren.

Ich für meinen Teil bin sehr glücklich damit, Vibrationen konnte ich nicht beobachten, Kontamination allerdings schon. Aber nichts, was man mit einer Spiegelwäsche nicht wegbekommen würde.

Wichtig ist vielleicht noch um zum Gesamtsetup zurückzukommen:

Soll Dein Setup noch mobil sein oder einen festen Platz auf der Terrasse behalten? Bei ersterem kann ich zwingend nur zu leicht und handlich raten; das ist die EQ6R aber auch nicht mehr.

bei 8" vs. 10" könnte man auch die Spiegelzellen vergleichen; der 8" hat auf jeden Fall eine Ringauflage, ob der 10" bereits eine Mehrpunktauflage hat kann ich nicht sagen.

EDIT:

Was vergessen: Das wichtigste, fotografische Zubehör:

Koma-Korrektur!

CS, Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

wenn EQ6 und grösserer Newton (>=12 Zoll), gäbe es auch noch die "exotische" Möglichkeit eines leichteren Gitterrohr-Tubus.

ZB bei Astro Optik Martini:


Gruß
Peter
 
Definitiv habe ich nur an kleine Entfernungen gedacht - raus auf die Terasse oder rein in die Whg.
So ist das bei mir auch. Hab die Monti bei mir auf "Rollschuhe" (Möbelroller mit je 3 Rollen) gestellt und kann sie so von der Terrassentür in eine Wohnzimmerecke fahren. So kann ich sie (ohne den Tubus und Gegengewichte) aufgebaut lassen. Das Gesamtgewicht ist dann gerade noch tragbar für die letzten 3m auf der Terrasse.

Grüße
Hartmut
 
Im Prinzip könntest Du auch dein 6" SC auf die EQ6R schnallen zur Planetenfotografie. Der 1,25" Auszug reicht für das übliche Zubehör wie Barlow, ADC und Planetenkamera. Der Newton wird bei 8" nicht viel mehr Kontrast bieten, jedoch weniger Ausgangsbrennweite.
Solltest Du die Ambitionen visueller Beobachtung auf dem gleichen Gerät planen würde ich Dir mit meinem heutigen Erfahrungsschatz (ich wollte das Gleiche, DSO, Planeten, Fotografie aber auch Visuell, daher Öffnung) nur zu mehreren Geräten raten. Dann kann man nämlich gucken wärend die Knipse läuft. Alternativ ist aber auch ein 8" schon ausreichend Lichtstark für DSO. Bei "Dual Use" aber bitte nicht dem Öffnungswahn verfallen.
Die EQ6R ist eine tolle Basis, unglaublich flexibel, keinen unnötigen Schnick-Schnack, gute Tragkraft, preislich noch akzeptabel, da machst Du nicht viel verkehrt.

Hast Du alternativ über einen guten APO nachgedacht? Warum der Newton? (Manche mögen/hassen ja die Beugungsstriche)

CS, Ralf
 
Ich denke "Dual Use" macht für mich keinen Sinn. Ich denke eher
  • das 6" SC zum schnell spechteln, und
  • den 8-Zöller (oder 10") zum fotogeafieren zu nutzen.
Hast Du alternativ über einen guten APO nachgedacht? Warum der Newton?
Ich dachte der Newton wäre eine preisgünstige Option für mich - aber ich kann diese Frage nicht wirklich beantworten. Wo wäre der Vorteil einer APO?
 
Deine Annahme ist schon richtig: Der Newton bietet mittlere Brennweiten, bei großer Öffnung, Farbtreue zum kleinen Preis. Der Nachteil ist Koma, Obstruktion, Beugungsmuster und Justierbedarf.
Die APOs sind farbechte Refraktoren, ohne Justierbedarf, Beugungsbilder und Obstruktion. Sie bieten den höchsten Kontrast, aber leider auch den höchsten Preis. Brennweiten sind im niedrigen bis mittleren Segment angesiedelt. (SC, Maksutovs oder RCs sind eher im hohen Bereich zu finden).

Der Fotografische Ansatz "Deep Sky" ist sehr weit gefasst und schnell dahingesagt. Mit einem APS-C-Sensor und 1000 mm Brennweite bekommst du einige der Großen Objekte wie M31, M42 oder NGC7000 schon nicht mehr voll auf den Chip oder gerade noch so gequetscht. Da wäre Weniger Mehr. Schaut man hingegen bei beliebten Galaxie-Zielen wie M51 oder M101 oder Planetaren Nebeln wie M57 oder M27 täten Brennweiten jenseits der 1000 mm gut.

Was ich damit sagen will: Es gibt nicht die Eierlegendewollmilchsau im Teleskop. Für diverse Aufgaben braucht es diverses Werkzeug.

Ein 8" Newton ist ein Arbeitstier mit dem fast alles geht, aber nix zur Perfektion. Perfekt für die ersten und zweiten Schritte in der Astrofotografie, mit Vor- aber auch Nachteilen.

Besonders da das Instrument nicht zum Spechteln genutzt werden soll: Nimm die 8" und nicht die 10"!

Kritisch sehe ich etwas die Anforderung Planetenfotografie: Das sollte wie bereits geschrieben, mit dem 6" SCT vermutlich besser funktionieren als mit dem Newton. Also keine falsche Bescheidenheit, nutze das für die Aufgabe beste zur Verfügung stehende Instrument.

Evtl. ziehst Du auch vorab mal Stellarium und/oder astronomy.tools zu Rate um Deine Kamera(s) und Teleskopwünsche an potenziellen Zielen hinsichtlich des verfügbaren Feldes zu testen.
Beispiel:
M31 mit ASI294 & 200 F5
M51 mit ASI294 & 200 F5
 
Zuletzt bearbeitet:
OK, Klarheit kristallisiert sich langsam heraus :) .
Besonders da das Instrument nicht zum Spechteln genutzt werden soll: Nimm die 8" und nicht die 10"!
Ich denke es wird ein 8" werden, nicht so lang, leichter und in Summe handlicher.

Das Ziel der Begierde sind (für den Moment) Galaxien, wie M51, M31, M101, aber auch Nebel wie M27, M20, M16 etc.

Ursprünglich dachte ich an einen Newton f/5, das passt warscheinlich eher - ist aber länger. Was sagt der Fachmanns zu f/4?
 
F4 bietet Dir ein etwas größeres, ausgeleuchtetes Feld und die halbe Belichtungszeit, aber auch deutlich höheren Anspruch an die Justage (die Routine ist die Selbe, nur eine Frage wie präzise man arbeitet) und eine sehr viel empfindlichere Fokuslage. Koma ist deutlich! zu sehen.

Kleiner Gedankenanstoß und eine Überlegung meinerseits:
Das aktuelle Problem bei der Fotografie mit Deinem SC 6" ist doch hauptsächlich die Nachführung? Warum nicht die EQ6R kaufen (die halte ich für eine exzellente Wahl für preisbewusste Leistung) und schauen wie weit Du mit dem SC auf der parallaktischen Montierung kommst. Denn bis auf M31, die leider [zensiert] groß ist, ist dein SC für die Ziele in Kombination mit deiner Kamera besser geeignet als der Newton oder zumindest ebenbürtig. Belichtung wird etwas mehr gebraucht, dafür ist die Bildfeldkorrektur nicht zwingend nötig.
Sieh wie weit du damit kommst. Einen 200 oder 250 PDS findest du als "mal zum Testen Spielzeug" im Gebrauchtmarkt sehr günstig und zu hauf von den Leuten, die sich und ihre Montierungen überschätzt haben oder den Optik-Typ wechseln wollen.
Für M31 dann vielleicht ein Mosaik probieren oder wirklich ein Wide-Field-Instument zukaufen: 130 PDS oder 80er ED Refraktor.
 
Ich denke es wird ein 8" werden, nicht so lang, leichter und in Summe handlicher.
Gute Idee, Bento. Der achtzöllige Newton passt in jedem Fall auch besser zur angedachten Montierung.
Die EQ6 / EQ6-R könnte zwar -rein vom Gewicht her betrachtet- auch einen Zehnzöller tragen, aber nur in absolut geschützter Aufstellsituation. Selbst kleine Luftbewegungen, die wir selbst kaum spüren, bringen einen Zehnzöller schon in Unruhe, die eine EQ6 nicht mehr gut beherrschen kann. Da wäre Verdruss vorprogrammiert……..

In jedem Fall aber empfehle ich Dir, in einen guten Autoguider zu investieren. Wenn Du sowieso mit Rechner unterwegs bist, reicht eine kleine Kamera, wie z.B. die ASI120, und das Guidingprogramm PHD2, fotografierst Du auch mal im Feld, nur mit Deiner DSLR, dann wäre der Standalone Autoguider MGEN von Lacerta in meinen Augen die erste Wahl.

CS

Dietmar
 
Hallo Dietmar, im Inital-Post ist von einer ASI294 die Rede, ich würde die Gekühlte vor der DSLR bevorzugen.

Die Empfehlung eines Autoguiders kann ich nur unterstützen. Neben einem Leitrohr mit kleiner Kamera gibt es auch die Möglichkeit eines Off Axis Guiders; speziell auch passend für deine ASI294. Der Vorteil des OAG ist der Fakt, dass mit der gleichen Brennweite geguided wird wie die Hauptkamera verwendet, sodass hier keine Diskrepanz entsteht und auch ein Verziehen der optischen Achsen zueinander in Laufe der Aufnahmenacht ausgeschlossen sind. Nachteil ist der fixe Bildausschnitt. Mit einem Leitrohr kann ein anderer Bildausschnitt über die Rohrschellen gewählt werden. Das System lässt sich wunderbar in N.I.N.A. einbinden.
 
Mit dem ZWO Off Axis Guider bin ich gar-nicht nicht vertraut. Wie ist da die Idee?
  • Bei meiner ASI294 geht es dann wohl um dieses OAG Modell: ZWO Großer Off Axis Guider
  • Dazu bräuchte ich dann noch eine Kamera zum Autoguiding. Was würde man da nehmen?
  • Habe ich bei dem Verfahren keine Helligkeitsverluste, wenn ich dieses Setup an der eh schon lichtschwachen SC 150/1500 nutze?
  • Ich würde den ZWO OAG dann über PHD2 in NINA Einbinden, korrekt?
    • Wenn ich das richtig verstehe, unterstützt PHD2 nativ die ZWO Kameras - also kann ich hier auf die ASCOM Schnittstelle verzichten :) .
    • Aber warum würde ich PHD2 in NINA integrieren wollen?
  • Die Komplexität des Aufbaus geht dabei schon ganz schön nach oben - oder habe ich das falsch verstanden?
Für den Fall, dass ich dann zum fotografieren irgendwann auf einen 8-Zöller Newton f/5 umsteige, was darf ich denn dann an Verbesserung erwarten?
  • Längere mögliche Belichtungszeit und damit weniger Fotos - OK, das ist schon mal was Wert.
  • Bei Nebel und Galaxien, kann ich da durch die größere Öffnung auch eine verbesserte Auflösung erwarten?
 
Na ja, über OAG oder nicht, scheiden sich die Geister. ;)
Klar es hat mechanisch Vorteile, aber ich finde mit einem extra Guiding-Scope, ist ja sogar eher billiger, ist man flexibler.

Die Guiding Cams von Zwo haben gleich einen ST4 Anschluss. Man braucht damit dann keinen Computer und kann damit direkt die Montierung "guiden".

Aber zum Aufnehmen hast du bei der ASI294 sowieso einen Computer, also kannst du darauf PHD laufen lassen und sogar Multi Star Tracking, Dithering, Plate Solving und ... machen.

Eine von einem Computer völlig unabhängige Lösung ist dann noch ASIAIR Pro, aber dann mit Smartphone.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe ich bei dem Verfahren keine Helligkeitsverluste, wenn ich dieses Setup an der eh schon lichtschwachen SC 150/1500 nutze?
Nein, Helligkeitsverluste gibt es da nicht. Das Licht kann ja ungehindert durch den Adapter. Der Spiegel, der der Guidingkamera ein Bild liefert, nimmt der Aufnahmekamera auch nichts weg. Das Bild des Teleskops ist rund, der Sensor der Aufnahmekamera viereckig.
Der kleine Auslenkspiegel sitzt genau in einem Bereich, den die Aufnahmekamera gar nicht interessiert.

Was der Off Axis Guider aber nimmt, ist etwas Lichtweg, Backfokus.
An manchen Newtons ist der Backfokus etwas knapp, sodaß ein OAG die Sache noch etwas verschärft.

Ich habe keine Erfahrung mit OAG, verwende nur den MGEN Autoguider.
Der hat eine eigene kleine Kamera an einem Sucherfernrohr, wird lediglich eingeschaltet, eventuell kalibriert und dann guidet der beliebig lang komplett sich selbst überlassen. Natürlich lässt sich das Teil auch in entsprechende Aufnahmeprogramme integrieren, um z.B. dithern zu können, aber das klappt in der Regel problemlos.

Ob OAG oder Guiding mit separatem „Leitrohr“ ist Geschmacksache.

CS

Dietmar
 
Moin Bento,

ich kann mich dem überwiegenden Tenor hier nur anschließen: EQ6 mit 200 PDS ist aus den genannten Gründen die richtige Wahl. Ist auch meine Konfiguration, ich habe die Entscheidung nie bereut. Der 8Zöller steht sicher auf der EQ6, Verwackler sind unter normalen Bedingungen nicht zu erwarten.

Zubehör: Wie schon erwähnt, ein Justierlaser ist unerlässlich. Bei guter Justage wirst Du auch gute Ergebnisse erzielen. Für die Astrofotografie empfehle ich Dir noch einen Blendenring für den Hauptspiegel. Der nimmt zwar minimal Licht, aber die Ergebnisse werden deutlich schöner, weil die Spiegelhalterungen das Bild nicht mehr verfälschen.

CS, Joachim
 
Hallo,
zu dem OAG:
Die Guiding Cams von Zwo haben gleich einen ST4 Anschluss. Man braucht damit dann keinen Computer und kann damit direkt die Montierung "guiden".
Auch mit Cams, die einen ST4 Anschluss haben wird ein Rechner benötigt. Das Guidingprogram muss die Signale der Cam verarbeiten und die Cam selbst steuern... ;)
Ein OAG ist bei Spiegelteleskopen im Vorteil, weil er eine eventuelle Bewegung des Spiegels korrigieren kann. Ein Leitrohr sieht sowas eben nicht.
Ich selbst habe den kleinen ZWO OAG, mit einer ASI keine Probleme die Abstände zu erreichen.Die 55mm beim Newton (Baader Korrektor) sind durch das kleinere Auflagemass kein Problem. Mit meinen anderen Teleskopen habe ich größere Arbeitsabstände.
Als Guidingcam nutze ich die QHY II L Mono, die sollte etwa so empfindlich sein wie die 120 mono. In sternarmen Regionen muss man etwas Suchen bis man einen geeigneten Leitstern hat, bisher hat das aber immer geklappt ;)
Aber warum würde ich PHD2 in NINA integrieren wollen?
Um Dithern zu können. Das ist bei den neuen CMOS Kameras notwendig um das "Walking Pattern Noise" zu verhindern. Dieses "Regenrauschen" wird sonst mit jedem Subframe schlimmer... PHD2 Kommuniziert dann mit der Aufnahmesoftware und stoppt während des Dithervorgangs die Aufnahme der Hauptkamera.
Ich nutze zwar APT aber bei NINA sollte das genauso funktionieren.
Für den Fall, dass ich dann zum fotografieren irgendwann auf einen 8-Zöller Newton f/5 umsteige, was darf ich denn dann an Verbesserung erwarten?
In erster Linie ändert sich der Bildausschnitt. Im 200/1000 Newton hast du ein etwas größeres Feld am Himmel. Durch das schnellere Öffnungsverhältnis sind die benötigten Belichtungszeiten sehr viel kürzer.

Grüße Rainer
 
Hi Rainer,
Auch mit Cams, die einen ST4 Anschluss haben wird ein Rechner benötigt. Das Guidingprogram muss die Signale der Cam verarbeiten und die Cam selbst steuern... ;)
ach Mist, so ist das, wenn man von etwas keine eigene Erfahrung hat. Aber hätte ich mir auch denken können.
Die Kamera hat nur die Möglichkeit die ST4 Signale zu erzeugen und macht kein Tracking.
Die Werbung macht da auch einen für mich irreführenden Eindruck. Typisch! ;)

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Gehe ich also recht in der Annahme, dass ich bei Einsatz des ST4-Kabels sowohl die Montierung, als auch die Kamera eh mit USB verbunden haben muss?
Dann ist es doch deutlich einfacher passende Software einzusetzen, welche Guiding und Montierungssteuerung vereint und die Daten direkt übergeben kann, sodass ich mir ein lästiges Kabel sparen kann.
Ich hab nie die ST4-Lösung getestet, bei mir hängt die Montierung via USB am Astroberry und die Guiding-Kamera ebenfalls. PHD2 läuft standalone und EKOS holt sich die Daten ab.

CS, Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo RiffRaff,
das Stichwort heisst Pulseguiding, dabei wird die USB Verbindung genutzt und das ST4 Kabel überflüssig. Dazu wird aber ASCOM benötigt.

Grüße Rainer
 
Dann ist die ST4-Verbindung eigentlich nur im Handcontroller-Betrieb sinnvoll. Sicherlich für den einen oder anderen durchaus noch sinnvoll.
ASCOM wird nicht zwingend benötigt, wenn man INDI nutzt ;)

Danke für Deine Erklärung, wieder etwas tiefer in die Materie gestiegen.

CS, Ralf
 
Gehe ich also recht in der Annahme, dass ich bei Einsatz des ST4-Kabels sowohl die Montierung, als auch die Kamera eh mit USB verbunden haben muss?
Dann ist es doch deutlich einfacher passende Software einzusetzen, welche Guiding und Montierungssteuerung vereint und die Daten direkt übergeben kann, sodass ich mir ein lästiges Kabel sparen kann.
Ich hab nie die ST4-Lösung getestet, bei mir hängt die Montierung via USB am Astroberry und die Guiding-Kamera ebenfalls. PHD2 läuft standalone und EKOS holt sich die Daten ab.
Hmmm, und ich habe bisher immer am Astroberry unter EKOS das ST4-Kabel zwischen ASI120 und Montierung genutzt. Ich nutze kein PHD2, sondern das EKOS interne Guiding Tool (EKOS Guiding). Die externe Lösung über PHD2 habe ich n.n. getestet, zu wenig brauchbare Nächte dieses Jahr... :sneaky:. Steht noch auf meiner To Do...

Grüße
Hartmut
 
Hallo Hartmut,
das mit dem EKOS Guider geht doch mittlerweile auch ohne ST4, oder (Die von Dir verlinkte Seite ist ja schon etwas älter ;-) )? Ich benutze allerdings PHD2, so habe ich damals angefangen ;-) und das funktioniert ganz gut. Beim PHD2 finde ich das drift align gut (Einnorden ohne Polaris). Aber da haben die Jungs von Kstars ja auch schon ne eigene Lösung.

Aber das nur als kleinen Einwurf...
 
Hi Jürgen,

Ja, ich glaube, da kann man in einem PullDown Menü was "ohne" ST4 anklicken, mir fällt nur der Name dieser Option jetzt nicht ein. :unsure:

Da das aber sofort funktioniert hat, habe ich mich nicht weiter drum gekümmert bzw. war froh, dass es auf Anhieb funktioniert hat. Ich hab aufgrund des Wetters erst so wenige Beobachtungsnächte MIT Kamera hinter mir, dass ich pro Nacht fast immer ein neues Feature ausprobiere und das einmal vorher erfolgreich ausprobierte so lasse. ;)
Wenn ich ohne ST4 guide, dann spare ich mir das Kabel und es geht genauso gut oder besser? Eigentlich stört mich das Kabel nicht, aber wenn ich es weglassen kann durch eine SW Option wäre das schon ok.

Grüße
Hartmut
 
Hi Hartmut,
ich hab halt gleich mit dem PHD2 angefangen, von daher gehts mir wie dir :) Ich denke, das Guiding geht genausogut, nur dass Du dir das Kabel sparst. Die Guidingkamera musst Du ja eh mit USB an den Rechner anschliessen... Aber "never touch a running system" und momentan sind die klaren Nächte so dünn gesät, dass ich auch lieber dabei bleibe ;-)
 
Jep, ok... kann ja mal das Kabel ziehen und die andere Option ausprobieren, wenn die Nächte wieder länger werden und man mehr Zeit hat.
Nur in "wolkenfreier" Sicht ist da momentan nicht viel. :cry:
 
Hallo zusammen,
Also erst-mal herzlichen Dank für die reichlichen Kommentare und die Vielzahl an Tipps. ich habe mich jetzt ein wenig in das Guiding über OAG eingelesen. Scheint ein spannendes Thema zu sein und das möchte ich gerne versuchen. Scheint insbesondere dann spannend zu sein, wenn man mit unterschiedlichen Teleskopen arbeitet. Und das ist mein konkreter Fall :)
Ich selbst habe den kleinen ZWO OAG, mit einer ASI keine Probleme die Abstände zu erreichen. .... Als Guidingcam nutze ich die QHY II L Mono, die sollte etwa so empfindlich sein wie die 120 mono.
Rainer, Du schreibst , dass Du die kleine TWO OAG nutzt, in Verbindung mit einer ASI 120 vergleichbaren Modell.
  • Bei welchen Teleskop? Newton f/5?
Meine aktuelle SC ist halt vergleichsweise lichtschwach (f/10). Bedenken, grummel ...
  • Bekomme ich das mit dem kleinen OAG (also mit kleinerem Prisma 8*8mm) und einer ASI 120 Mono zum fliegen?
  • Oder würde die OAG-L (mit Prisma 12*12mm) auch bei einer kleinen Guidingcam Vorteile bringen?
    (Will nur verhindern gleich am Anfang an die Grenze zu gehen).
Dann stellt sich noch die Frage nach der Bauform der Guidingcam.
  • Da gibt es bei ZWO 120 Mono zwei Modelle (⌀36mm/1,25" od. ⌀ 62mm).
    Was ist hierzu der Rat?
 
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