Kaufempfehlung Spacewalk Telescopes / DocTelescope

Astronubi

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Hallo liebe Sternengemeinde,

nachdem ich nun schon geraume Zeit (...so knapp 40 Jahre :)) den Wunsch mit mir herumtrage, ein Teleskop zu besitzen, soll das nun konkret werden. Da steht man erstmal wie der Ochs vor´m Berg und ist platt, was man alles so wissen sollte und noch viel mehr wissen könnte. Also: erstmal in alle möglichen Themengebiete (zumindest grob) einlesen!! Versuchen, sich einen Überblick zu verschaffen wo es denn hingehen soll; was die Vor- und Nachteile der jeweiligen Konzepte sind. Primär visuell oder Fotografie. Und was darf der Spaß denn kosten? Also ohne, dass einem "die Regierung" gleich einen Mißtrauensantrag einreicht. Wie groß/klein sollte es dann für den Einstieg sein. Welche Hersteller gibt es, von China-Masse bis Manufaktur und worauf sollte man dabei achten / was kann man erwarten. Und was braucht es noch für eine erste passende Grundausstattung. Gibt es Vereine / Sternwarten im Umfeld. Ach ja, das Umfeld: wie ist denn der Himmel daheim bzw. im erreichbaren Umfeld... usw., usw... Puh... :LOL:

Bin ich jetzt schon infiziert? Kennt jemand derartige Sympthome? Aber ich mag Euch nicht mit meinen grundsätzlichen Überlegungen langweilen. Ich brauche ja vielmehr Eure Hilfe / Euren guten Rat:

Es soll also ein Dobson werden, bitte! Ohne GoTo. Selber suchen, erkunden und finden. Mit eigenen Augen sehen. Ich bin bei 16" Gitterrohr Leichtbau gelandet. Schimpft jetzt bitte nicht gleich mit mir. Weiß schon, dass es leichtere Einstiegsgrößen gibt. Aber: man soll ja nicht in Angst leben. Der Himmel hier ist immerhin nicht der Schlechteste. "Hier" meint: nur etwas mehr als einen Steinwurf weit weg von den Alpen, mit somit leicht erreichbaren Optionen für noch besseren Himmel.

Bei meinen Recherchen bin ich auf mehrere Manufakturen gestoßen, die es wohl inzwischen nicht mehr gibt (z. B. Hofheim Instruments, Dieter Martini). Hängen geblieben bin ich dann insbesondere bei Spacewalk Telescopes. Es gibt viele gute Referenzen und Berichte zu den vergangenen Modellserien. In Summe zeigen sie, dass die Qualität über alle / die meisten Zweifel erhaben scheint. Wie seht Ihr das? Kennt jemand schon die aktuelle Modellserie Onyx?

Und dann noch DocTelescopes. Hier findet sich vergleichsweise wenig (oder ich suche falsch...). Ich bin wirklich neugierig und hoffe auf Eure Einschätzung bzw Eure Erfahrungsberichte. Vielleicht besitzt ja jemand eine der italienischen Alu-Preziosen?

Last, but not least: Habt Ihr einen Tipp für eine echte Alternative? Bin sehr gespannt und freue mich auf Eure Antworten.

Viele Grüße,
Seb
 
Hallo Seb,

schimpfen will ich nicht gleich, aber doch einiges zu bedenken geben.

16" zum Einstieg ist schon gewaltig. So viel Öffnung wiegt auch als Leichtbau und kostet. Wenn du das Teleskop jedes mal zusammen bauen und nach der Beobachtung wieder abbauen musst, wirst du dich seltener zum beobachten entschließen. So ein 16"er hat zwangsläufig eine relativ kurze Brennweite. Das stellt hohe Ansprüche an Justierung und Okulare, für die du dann schnell noch mal den Preis des Teleskops anlegen kannst.
So ein 8" Dobson ist auch als Volltubus noch gut zu beherrschen: Rockerbos hinaus tragen, Tubus hinterher und einhängen, Hocker dazu - fertig. Selbst in einem Kleinwagen ist so was noch gut transportabel und schnell auf- und abgebaut. Zum Einstieg reichen erst ein mal die beigelegten Okulare; du musst ja überhaupt mal das Gerät kennen lernen und das Sehen üben. Neues zu entdecken gibt es mit so einer Ausrüstung etliche Jahre und wenn du dir sicher bist, kannst du dich ja immer noch vergrößern.

Viele Grüße Gerhard
 
Hallo Seb, hallo zusammen,

warum denn nicht zum Einstieg 16“? Ich sehe da bei weitsichtiger und gründlicher Planung im Vorfeld keine Probleme und du Seb hast dich offenbar schon recht eingehend mit der Materie beschäftigt bzw. weißt in etwa was du möchtest und was nicht. Gut so. :y:

In deinen Erläuterungen oben steht jetzt nicht, wie viel das gewünschte Teleskop maximal kosten darf, aber mit den Spacewalk Teleskopen wirst du m.E. nichts falsch machen. Ich habe diese einmal aus der Nähe auf der AME-Astromesse in Villingen-Schwenningen betrachten können und fand das Konzept gut und durchdacht. Durch einen 16er von Spacewalk konnte ich auch einmal auf der Emberger Alm schauen und was soll ich sagen…die Optik war klasse.

Meines Wissens gibt es zu den verbauten Optiken auch interferometrische Prüfprotokolle, ein entscheidender Vorteil wie ich meine. Bei den größeren China-Teilen die es auch in 16“ gibt, wird man da meist vergeblich suchen.

Eine weitere gute Alternative wäre beispielsweise noch Nauris. Auch da werden die Spiegel mit interferometrischem Prüfprotokoll ausgeliefert. Allerdings kann ich aktuell nicht sagen, ob Daniel von Nauris auch komplette 16er Dobsons anbietet. Einfach mal auf die Website gehen.

Für eine weitere Planung ist auch nicht ganz unwichtig, wie sich das mit dem „Schleppfaktor“ in den nächsten Jahren verhält. Ab einem gewissen Alter ist das Gewicht eines 16er nicht ganz zu unterschätzen und es gibt nicht wenige Beobachter, die von größeren Instrumenten wieder auf kleinere Teleskope „downsizen“.

Ansonsten wirst bestimmt auch noch weitere Vorschläge über andere Anbieter erhalten.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Seb

Ich würde mir am Anfang kein Großgerät sondern ein grab-und-go - fähiges Setup besorgen. Tür aufmachen, hinstellen, beobachten.
Du würdest damit höchstwahrscheinlich wesentlich öfter beobachten und schnell Erfahrung sammeln. Und selbst wenn du dir dann später einen großen Spiegel besorgst, bleibt das eine äußerst nützliche Ergänzung.

Viel Spaß beim Beobachten!
Martin
 
Anders herum kann man evtl. auch enttäuscht sein, wenn man zu klein kauft und dann jedes mal denkt, da ginge noch mehr, zweimal kaufen ist dann immer teurer.

Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man sich auch im Sonderbau austoben, dann kann man einen 16" auch komplett in Carbon bauen und kommt mit einer Gitterkonstruktion evtl. sogar unter 20kg, oder als teilbaren Volltubus mit Planeten Konfiguration?
Da wird man aber schnell die 10k€ Marke reißen.

Dafür sind wir hier vermutlich in der falschen Forenkategorie?
LG
 
Hallo Seb,

sehe es ähnlich wie Martin:
Ein kleines, leichtes Teleskop zum Start könnte den Vorteil haben, häufiger zu beobachten und schneller Orientierung am Himmel zu bekommen.

Ist sicher auch eine Geschmacksfrage, aber mich haben am Anfang schon die Erkundungen mit dem Feldstecher fasziniert und dann mit einem 70/700 Refraktor. Der Vorteil ist: Man hat mit jeder größeren Öffnung wieder ein neues Aha-Erlebnis. :)

Und ein Reisegerät braucht man sowieso.;)

Herzliche Grüße und viel Freude beim Einstieg!

Felix
 
Hallo Seb,

ich habe einen Spacewalk Horizon in 20" f3,3 und bin auch nach 3 Jahren Nutzung sehr begeistert. Der Aufbau dauert mit etwas Übung inklusive Justierung ca. 10 Minuten und das Gerät ist sehr stabil und mit ca. 35 kg auch noch gut zu händeln. Spacewalk Telescopes kann ich nur empfehlen. Zu beachten ist die Lieferzeit, die evtl. auch mal ein halbes Jahr plus betragen kann. Ich würde gleich den Premiumspiegel nehmen, einen Telrad und einen Filterschieber dazu ordern.

16 Zoll ist noch etwas leichter und von den Abmaßen kompakter, daher kann ich mir das schon als Einstiegsgerät vorstellen. Vor Allem haben die Dobs von Herrn Busch nicht die ganzen mechanischen Unzulänglichkeiten der GSO/SKW/ES Dobs. Zum Vergleich ein klassisches Einsteigergerät, der Skywatcher 8 Zoll Volltubusdobson ist mit 26kg angegeben, der Onyx mit 22kg. Neben dem unnötigen Gewicht wären Okularauszug und Lagerung für mich beim SKW ein konstantes Ärgernis.

Dennoch will das Handling schon mal gelernt und geübt sein, vielleicht gibt es vor Ort einen Verein oder einen Hobbykollegen, der da behilflich sein kann.
Wegen der Dimensionen: es lohnt sich auf jeden Fall zu einem Teleskoptreffen zu fahren.

Den Punkt mit den Okularen / Zubehör will ich auch noch mal unterstreichen: bei einem Newton mit einem so schnellen Öffnungsverhältnis von 3,2 ist ein Komakorrektor (CC) absolut notwendig. Da gibt es im Wesentlichen den Explore Scientific und den Televue Paracor II. Den Paracor gibt es in einer Sonderversion in Kombination mit einem Feather Touch Okularauszug als SIPS. Das ist das ideale System, aber kostet richtig Geld. Die genannten Komakorrektoren verlängern die Brennweite moderat. Von APM gibt es komakorregierende Barlows mit 1,5 und 2,7 facher Brennweitenverlängerung.
So oder so: erst mit Komakorrektor ist das optische System komplett, bei unter f4 ist das Bild sonst nur Matsch.

Seit neuestem gibt es auch komakorregierende Okulare, ob und wie gut die an f3 funktionieren kann ich nicht sagen.

Nun ein paar grundsätzliche Überlegungen zu Okularen:
Gehen wir mal vom günstigen Weg aus mit dem ES HR Komakorrektor. Dieser verlängert die Brennweite um 6 % auf 1380mm beim Spacewalk Onyx 16".
Fürs erste werden 3 gute Okulare ausreichen. Durch das schnelle Öffnungsverhältnis bieten sich Okulare mit großem scheinbaren Gesichtsfeld (SGF) an. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit den ES LER92 Grad und 100 Grad sowie Televue Ethos und Nagler T5 und T6 gemacht.

Bei 400mm Öffnung ergibt sich bei 57 facher Vergrößerung eine Austrittspupille(AP) von 7mm. Das sollte das Maximum sein, ehr etwas weniger für ein Übersichtsokular. (AP = Öffnung in mm durch Vergrößerung)
Bei 1380mm Brennweite ergibt ein 24mm Okular 57,5 fache Vergrößerung und eine AP von 6,95mm. Explore Scientific hätte da ein 24mm Okular mit 84° SGF. Dieses ergibt am Onyx mit dem ES HR Komakorrektor 1,46 Grad wahres Gesichtsfeld am Himmel. (wahres GF = SGF Okular durch Vergrößerung, Vergrößerung = Brennweite Optik x 1,06 (CC) durch Brennweite Okular)
ES bietet auch ein 25mm Okular mit 100° SGF an. Die AP wäre hier bei 7,2mm und damit für die meisten Menschen selbst bei perfekter Dunkeladaption zu viel. Das würde sich in schlechterer Randschärfe bemerkbar machen und ein Teil der Öffnung würde nicht genutzt bzw. am Rand ist ein Teil des 1,8 Grad großen Gesichtsfeldes nicht ausgeleuchtet, was jedoch visuell kaum auffällt. Ich denke beide Okulare wären gerade mit Nebelfiltern durchaus gut nutzbar.
Dennoch würde ich das ES 17mm empfehlen, dass bei 81 facher Vergrößerung 1,13 Grad Gesichtsfeld liefert und mit dem Komakorrektor randscharf abbildet.

Für mittlere Vergrößerung würde ich hier ein 9-13mm Okular empfehlen z.B. ES 9mm 120° SGF, 12mm LER 92° oder APM HiFw 12,5mm /84°.

Und für hohe Vergrößerungen ein 4-6mm Okular, z.B. APM XWA 5mm 110° oder ES5,5mm 100°

Es gibt natürlich auch noch etliche Alternativen mit verschiedenen Vor- und Nachteilen, man kann feiner abstufen, aber mit den genannten Okularen ist man bei einer guten Preis/Leistung schon mal ganz gut aufgestellt. 1500 bis 2000 Euro sind da aber schon ausgegeben.
Bei Televue /Starlight kann man für die letzten paar Prozent Mehrleistung auch das Doppelte investieren.

Weiter gehts mit Filtern: Bei 16 Zoll geht an Nebeln schon einiges also würde ich einen 2 Zoll UHC und OIII Filter in guter Qualität einplanen.
Für die Beobachtung der Planeten noch einige Farbfilter und einen Neutralfilter für den Mond sind auf jeden Fall bei der Öffnung sinnvoll.
Wenn das hinterher geschubse bei hohen Vergrößerungen nervt, kann eine EQ Plattform günstige Abhilfe schaffen.

Und mit dem 16er sieht man Deep Sky schon so viele Objekte, dass der Wunsch nach Encodern und Push To auch realistisch ist.
Bei der kurzen Brennweite würde ich auch noch einen Beobachtungsstuhl als Essential sehen.

Für die Justierung von f3,3 ist ein Laser zu ungenau, ein Concenter Okular oder OCAL ist besser, den letzten Schliff immer am Stern.

Du siehst: die Wahl des Teleskopes ist erst der Anfang der Reise. Das Budget des ganzen Setups ist beim Dobson sinnvollerweise 1/2 Dobson und 1/2 Zubehör.

cs Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht auch mal einen Blick auf die polnischen Dobson von Taurus werfen.
Den Kauf vor 7 Jahren eines 16" pro habe ich noch nie bereut und es gibt einiges an passendem Zubehör, das recht nützlich sein kann.
Fangspiegelheizung z.B. würde ich in jedem Fall empfehlen. Sinnvoll auch HS Lüfter oder je nach Situation die Rollvorrichtung.

Wichtig, wie schon erwähnt, nicht am Zubehör wie Okularen und Filtern sparen um das volle Potential solch hochwertiger Geräte auch auszunutzen...

Und vielleicht wirklich überlegen zum Start klein mit z.B. einem 8" Chinadobson einzusteigen, man hat sich leicht verschätzt...

Gruß Horst
 
Wow!!
Ich muss ich Euch allen erstmal ein RIESEN Dankeschön für Eure vielen Tipps, Anregungen und Details aussprechen!! Wirklich Klasse!

Vielleicht kurz eine Anmerkung zum Thema "Sinnvolle Einstiegsgröße". Ich teile/verstehe natürlich den Ansatz, erstmal eine Nummer kleiner zu starten. Da gibt es absolut nix gegen zu sagen. Bei schlechteren Bedingungen liefert "Kleiner" ja auch immernoch ganz gute Ergebnisse. Wogegen die "Großen" dann schnell weit hinter ihren Möglichkeiten bleiben. Und dennoch: Ich hatte unlängst Gelegenheit einen 16" Gitterrohr anzuschauen und durfte beim Aufbau zu helfen. Somit sind Maße und Gewichte grundsätzlich bekannt und ich glaube, dass das für mich absolut gut machbar ist ("Schleppfaktor"). Mich begeistert zudem das Technische: der Aufbau, die Einstellung und Vorbereitung. Somit seht es mir bitte nach, wenn ich hier schon recht festgelegt bin :).

Und Danke Dir, Alex, für Deinen Erfahrungsbericht zum 20" Horizon von Spacewalk. Das ist bestimmt ein beeindruckes Gerät :y:.
Die von Dir beschriebenen "Unzulänglichkeiten" bei den GSO/SKW/ES Dobs findet man ja leider immer wieder mal beschrieben und diskutiert. Mein Eindruck ist, dass entsprechend viele Angebote auf dem Gebrauchtmark zu finden sind. Meine Annahme, dass ein Koma-Korrektor bei einem schnellen Öffnungsverhältnis unerläßlich ist, hast Du mir bestätigt. Hier sind Deine Hinweise und Vorschläge zu den passenden Okularen wirklich sehr wertvoll. Ich werde mir entsprechend Zeit lassen und mich noch tiefer in die Materie einarbeiten, bevor ich drauflos kaufe.

Und natürlich: sollte die Kaufentscheidung dann tatsächlich fallen, mag ich sicher nicht allein auf dem Feld sitzen, sondern klopfe ganz bestimmt bei einem Verein an. So wie auch hier im Forum, ist der direkte Austausch mit Begeisterten und Sternen-Experten doch das Tüpfelchen auf dem "i". Wo sonst könnte man mehr lernen?

Die Taurus - Dobson schaue ich mir mal an. Danke, Horst, für den Vorschlag. :y:

Weiß denn jemand etwas zu DocTelescopes zu sagen? Ich finde die Darstellung zumindest online schon sehr überzeugend und das Design wirklich ansprechend.

Viele Grüße,
Seb
 
Hallo Seb,
ich bin zwar eindeutig ein Mitglied der Astrofotografie-Fraktion, hab mir aber auch vor zwei Jahren ein 12" Dobson zugelegt (siehe Fußzeile).

Nur ein Hinweis zur Größe: wenn Du ein Dobson daheim aufgebaut stehen lassen willst, dann muss es durch die Tür durch. Klingt banal, ist es auch. Mit meinem 12" komme ich bei meinem Schuppen durch die Tür, mehr sollte es nicht wirklich sein. Und es ist schon cool, das Teil einfach raustragen und fertig.

Bin gespannt, was rauskommt, halte uns auf dem Laufenden.

VG Wolfgang
 
Bei den DocTelescopes würde mir einerseits die Nachführung gefallen.
Eine große nachgeführte Öffnung ist schon was feines, gerade bei hohen Vergrößerungen.
Eine Nachführung hebt meiner Meinung nach die Beobachtung auf ein ganz anderes Level, da man sich dann ganz auf die Detail Wahrnehmung konzentrieren kann.
Bei der Handnachführung kommt man i.d.R. gar nicht auf so hohe Vergrößerungen, da das Objekt ständig im Gesichtsfeld des Okulars herumwandert.
Ohne das ich diese Nachführung aus der Praxis kenne, sind solche AZ-Nachführungen meist stabiler und weniger Schwingungsanfällig als eine EQ-Plattform, auch bauen sie nicht so auf, der Einblick bleibt quasi gleich.

Was ich mir bei den DocTelescopes jedoch genauer ansehen würde, wäre die Stangenbefestigung mit den Kugelköpfen.
Wenn die Kugelkopfe keine Fläche als Klemmung haben, rutschen diese bei schwerem Zubehör wie z.B. einem Binokularansatz gerne durch und der Newton verliert seine Justage.
Auch den Lasertest würde ich machen und das schwerste Zubehörteil mit einer Stofftasche an den Okularauszug hängen, um dann zu sehen ob der Laserpunkt bei horizontal Schwenks aus der Mittenmarkierung des Hauptspiegels wandert.

Der Lüfter hinter dem Hauptspiegel bringt natürlich relativ wenig, da sich die schädliche Grenzschicht auf der Spiegeloberseite befindet.

Gut finde ich auch das man den Gitterkorpus gesondert auf die Rockerbox aufsetzen kann, das erleichtert den Aufbau bzw. man bleibt für die Montage der Einzelteile quasi vom Hauptspiegel weg, das reduziert Unfälle falls man die HS-Abdeckung mal vergisst.

Auch die Schubkarrengriffe sind natürlich sehr praktisch, rausrollen und los geht's.
LG
 
Hallo Wolfgang,

ja das mit der Tür ist tatsächlich ein Faktor, der 20er passt mit Box und Höhenrädern eben noch so durch eine 70cm Nebeneingangstür zu seinem kühlen Lagerplatz.
Das war, neben der Einblickhöhe im Zenit ein begrenzender Faktor für die maximale Größe.
Ich stehe gerne mit beiden Beiden auf dem Boden beim beobachten, mit Trittleiter und so ist sicherlich machbar, aber eben nicht mein Ding.
Ich hatte einen 15"f5, das war bei meinen überschaubaren 1,68 schon nicht mehr komfortabel.

Nauris hat früher sehr schöne Geräte gebaut, gibts aber so nicht mehr. Es tauchen immer mal wieder Obsession Dobsons gebraucht auf, die ja einen sehr guten Ruf haben, aber ehr ab 18 Zoll aufwärts. Noctutec soll noch gut sein, habe ich aber wie bei Taurus noch nicht selbst durchgesehen. Preislich sind die Taurus und die Onyx aber interessanter als Noctutec.

Mein 20er mit viel Carbon, Alu Frästeilen und SIPS war günstiger al der 16er von Noctutec.

cs Alex
 
Hi,

ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen. Aber was die Größe angeht, geht größer immer. Wenn du das Geld hast, kauf dir gleich was größeres. Ich habe viele Fehlkäufe aufgrund von Foren Empfehlungen gemacht, so dass ich mir am Ende meine eigenen Teleskope gebaut habe. Mittlerweile bin ich bei 16". Ohne das ich das Teleskop eingesetzt habe, würde ich aber am liebsten noch einen 20" bauen oder kaufen. Warum? Weil gute Nächte für Planeten beispielsweise eher selten sind aber wenn, will ich auch das Maximum haben.

Bei Spacewalk bist du gut aufgehoben. Wollte da auch kaufen, aber habe mich aufgrund dessen, dass ich ein Gitterohr Newton haben wollte, für doc telescope entschieden. Dobson bei Spacewalk würde ich definitiv kaufen. Preis Leistung scheint zu passen.
Den doc telescope passe ich aktuell an und werde dazu auf meiner Webseite auch einen Testbericht schreiben. Ich wollte sie Grundstruktur haben, um basierend darauf das Teleskop zu modifizieren aber im Grunde bekommst du alles was du brauchst oder du kaufst sie Spiegel getrennt bei Astro reflect und Antares USA. Bei weiteren Fragen helfe ich gerne. Mein Spiegel wird nächste Woche hoffentlich kommeny dann kann ich das Teleskop testen und mehr dazu sagen. Es macht aber einen stabilen Eindruck. Kommunikation via doc telescope per what's app war in Ordnung. Manchmal etwas schwierig der Marco, aber er hat am Ende alles verstanden. Meinen Offset hat er beispielsweise falsch berechnet. Aber zum Glück hab ich meinen FS geklebt. Ansonsten ist wie gesagt Spacewalk eine Spitzenwahl. Ich glaube aber der Hauptspiegel hat da nur zwei einstellschrauben. Ich mag es lieber mit 3. Und die Box ist aus Holz, bei doc telescope alles Alu.

Gruß,
Raul
 

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Hi,

mit den Spacewalk bist Du gut aufgestellt. Ich habe einen Spacewalk Infinity mit f4,6 und bin damit sehr zufrieden.
Mein Spiegel ist mit 0,97 Strehl top. Nur die Socke fand ich für die damalige Infinity-Serie nicht optimal befestigt. Aber das lies sich lösen.

Taurus kenne ich in 12". Das ist auch vernünftig gebaut und gut verwendbar in der Praxis. Hier fehlen mir aber Erfahrungen im Bereich der max Leistungen und Kenntnisse über Strehl und Co.

Wenn 16 Zoll, dann würde ich ohne Not nichts schneller als f/4, xx nehmen und den Komakorrektor sparen.
Mit Topokularen kann man so noch über 1,5 Grad Feld in der Übersicht erreichen und im Rahmen universelle Verwendbarkeit generieren.
Damit geht ein finale Okularwahl einher, die in meinem Fall samt Filtern zu NP aktuell den Kaufpreis eines 16er klar übersteigt.
Vorteil ist, die Sachen passen überall - auch an einem als Ergänzung durchaus reizvollen 5 oder 6 Zoll f/5 o.ä.
CS
 
Von mir noch ein Hinweis. Ich meine der Spacewalk horizon 20" hatte das problem, dass der Fangspiegel sich nicht rotieren ließ und beim kollimieren ziemlich eingeschränkt war. Weiss nicht ob sich das geändert hat mit der neuen Serie. Und man muss schauen, was man nutzen möchte, und ob man dann damit in den Fokus kommt. Kollimation ist bei f/3,2 auch nicht zu vernachlässigen. Für Planeten aber weniger dramatisch.

Ich bin kein Dobson Fan aber der Vorteil ist dass man die Teile gut transportieren kann und keine zusätzliche parallaktische Montierung mit Gewichten etc mit schleppen muss. Mich hat es mir immer gestört bei Planeten die Bildfeldrotation auszugleichen. Aber mittlerweile gibt es auch da zahlreiche rotatoren wie von zwo, die man nach einigen Versuchen gut einstellen kann
 
Hi,

ich hatte den Paracor auch an f5 im Einsatz und sehe keine Nachteile einen CC zu nutzen, die Verlängerung der Brennweite ist ja nicht dramatisch und moderne Okulare gibt es ja auch mittlerweile genügend, die mit dem Öffnungsverhältnis gut klarkommen.
Das mit der Kollimation ist m.E. bei den schnellen Spacewalk auch nicht aufwendiger als bei anderen Dobsons, ehr das Gegenteil, da die Konstruktion sehr justierstabil ist. Auch die Obstruktion hält sich mit unter 25 Prozent im Rahmen.

Heutzutage haben schnelle Dobsons meiner Erfahrung nach praktisch keine Nachteile mehr ggü. langsamen, außer den Preis.
Ich würde daher die Brennweite und damit die Höhe des Dobson also danach festlegen, dass die Beobachtungsposition - im Sitzen oder im Stehen für mich am angenehmsten ist.

Es stimmt, der Hut beim Horizon ist nicht dafür ausgelegt gedreht zu werden, die Notwendigkeit sehe ich aber bei azimutaler Aufstellung auch nicht.
Die Bildfeldrotation bei azimutaler Montierung ist ausschließlich bei Fotografie ein Problem.

Bei parallaktischer Montierung hingegen erhöhen sich die Anforderungen an die Lagerung der Spiegel und die Gesamtkonstruktion deutlich, dann macht auch eine Rotationsmöglichkeit des Hutes Sinn. Ob es sinnvoll ist, parallaktisch auf unter f4 zu gehen, kann ich nicht aus eigener Erfahrung sagen.
Andererseits scheint es bei den handelsüblichen SCs irgendwie auch niemanden zu stören, wenn die bei jedem Schwenk die Justage nicht halten.

Wie immer kann man zu Allem eine unterschiedliche Meinung haben. Von daher ist selbst anschauen und durchschauen und "hands on" eine eigene Meinung bilden unerlässlich. Hat Seb ja auch schon getan.

cs Alex
 
Hallo Seb,

wie du siehst gibt es noch einige schöne Alternativen. Allerdings ist es m.E. als Beginner einfacher, ein „komplettes Paket“ wie bei Spacewalk zu bekommen, als sich jeweilige Einzelteile individuell zusammenzustellen. Letzteres erfordert deutlich mehr Erfahrung, welche am Anfang natürlich noch nicht in diesem Maße vorhanden sein kann.

Denn ansonsten hätte ich die eigens für mich designten Newton-Setups hier reinstellen können. Das habe ich aus gutem Grund nicht getan. (Im Gegensatz zu manchen oben aufgelisteten Geräten aus Alu bestehen viele meiner Basisteile aus tropischem Edelholz. Wollte ich so haben.)

Außerdem habe ich beispielsweise bei meinem 22er die Justage verfeinern lassen, so dass ich über einen Feintrieb + 2 zusätzliche Justierstangen den HS direkt beim Blick durchs Okular justieren kann:giggle:…so hat jeder seine ganz individuellen Anforderungen. Am Anfang ist dies alles aber eher irrelevant.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo nochmal,

also wie gesagt die Spacewalk machen einen sehr guten Eindruck. ich würde so ein Teil aber gerne auch mit EQ Plattform fotografisch für Planeten nutzen wollen. Leider bin ich kein Fan von Holz beim Teleskop. Da hat DocTelescope die Nase vorne. Dort bekommst du übrigens auch ein fertiges Teleskop. Astro Reflect hat z.B. Kontakt mit Marco von DocTelescope und die können das unter sich auch ausmachen, so dass du ein fertiges Teil bekommst. Was mich nicht gestört hat ist, das DocTelscope drauf bestanden hat, dass der Offset des Fangspiegels einen bestimmten Wert hat. Dieser war aber nur in y-Richtung Richtung Hauotspiegel angegeben. Da dieser aber in 45° verklebt wird, muss dieser Wert mit 1,4 Multipliziert werden. Einfache Geometrie. Aber er hat es nicht so verstanden :D Mir war wie gesagt wichtig die Basis zu haben. Wenn was nicht passt, lege ich selbst hand an. Wichtig ist in den Fokus zu kommen :)

Was mich baer SpaceWalk neben dem Holz auch stört ist, dass der Hauptspiegel anscheinend auch nicht lateral gelagert werden muss. Der verwendet einen Schott Supremax und auch wenn es das nicht ganz erfordert, wäre es sinnvoll, das Teil von mehrere Seiten lateral zu lagern. Aber das ist nur meinen Meinung.


Es stimmt, der Hut beim Horizon ist nicht dafür ausgelegt gedreht zu werden, die Notwendigkeit sehe ich aber bei azimutaler Aufstellung auch nicht.
Die Bildfeldrotation bei azimutaler Montierung ist ausschließlich bei Fotografie ein Problem.
Hmm, finde ich nicht. Wenn du bauteilbedingt oder durch die Installation auch nur minimal Toleranzen hast, hast du den FS eben nicht mehr mittig. Niemand justiert sein Teleskop auf parallaktischer Montierung, indem er nach dem Schwenken den Fangspiegel dreht. Dafür sind ja die Schrauben da. Wenn der aber nicht exakt verklebt ist oder sonst wo Toleranzen sind, wäre es sinnvoll diesen drehen zu können.

Das mit der Kollimation ist m.E. bei den schnellen Spacewalk auch nicht aufwendiger als bei anderen Dobsons, ehr das Gegenteil, da die Konstruktion sehr justierstabil ist.
Bei einer guten Konstruktion ist die Größe des Teleskops nicht relevant. Aber es kommt auch auf den Eisnatzzweck an. Vieles lässt sich auch im Nachgang mit Bildbearbeitung nachbessern ;)

Also wie gesagt, kauf die die Größe,
die du gerne hättest. Aber unterschätze die Größe nicht. Entweder einen 16" f/4 oder eben einen 20" f/3,2 oder ähnliches. Dieses "fang klein an und taste die heran" kann auch funktionieren. Aber wenn dich das Fieber packt, willst du mehr. Mehr ist nicht immer gut (Seeing Bedingt), aber zur richtigen zeit am richtigen Ort kann es viel ausmachen. Das wichtigste ist, dass man Spaß daran hat und der Ergeiz da ist.

Wenn es Richtung DocTelescope gehen soll, kann ich gerne helfen. Hab da jetzt gute Erfahrung damit und auch ein Teleskop daheim. Ich muss es nur ein wenig Modifizieren. Aktuell mit einem Lüfter , der magnetisch gedreht werden kann, zum Auskühlen auf den Spiegel gerichtet und wäährend der Session dann saugend montiert, um Luftverwirbelungen zu verringern :D

Ansonsten auch Spacewalk schreiben. Der Christian ist da ganz entspannt und hilft bei allen Fragen gerne. Und vor allem bekommst da für einen echt guten Preis ein Gesamtpacket. Ich frage mich nur, wie Christian das macht. Der Hauptspiegel alleine kostet normalerweise fertig geschliffen rund 8000 EUR. Das Teleskop ist ja dann schon fast geschenkt.

Durch diese gesamte Duskussion habe ich jetzt auch wieder Lust auf einen Dobson bekommen. Meinen 16" mit EQ8 kann ich nur schwer transportieren. Da ist ein Dobson wesentlich einfacher.

Viele Grüße,
Raul
 
Leider bin ich kein Fan von Holz beim Teleskop. Da hat DocTelescope die Nase vorne. Dort bekommst du übrigens auch ein fertiges Teleskop. Astro Reflect hat z.B. Kontakt mit Marco von DocTelescope und die können das unter sich auch ausmachen, so dass du ein fertiges Teil bekommst. Was mich nicht gestört hat ist, das DocTelscope drauf bestanden hat, dass der Offset des Fangspiegels einen bestimmten Wert hat. Dieser war aber nur in y-Richtung Richtung Hauotspiegel angegeben. Da dieser aber in 45° verklebt wird, muss dieser Wert mit 1,4 Multipliziert werden. Einfache Geometrie. Aber er hat es nicht so verstanden :D :)
Hallo Raul,

… und ich bin kein Fan von nicht eloxiertem, blankem Alu… ;) So hat jeder seine Vorlieben.

Bezüglich des Offsets möchte ich folgendes erwähnen:
- Wenn ein Teleskopbauer die dahinterliegende Physik/Geometrie nicht versteht ist das erst mal suspekt für mich. Das sollte selbstverständlich sein.
- Das korrekte Offset ist v.a. für Astrofotografen wie dich bzgl. gleichmäßiger Ausleuchtung relevant, für rein visuelle Nutzung eher weniger wichtig. Seb berichtet ja bereits im Eingangspost, dass er mit eigenen Augen sehen möchte. Bitte beachten. Nach Fotooptionen hat er nicht gefragt.

Wenn es Richtung DocTelescope gehen soll, kann ich gerne helfen. Hab da jetzt gute Erfahrung damit und auch ein Teleskop daheim. Ich muss es nur ein wenig Modifizieren. Aktuell mit einem Lüfter , der magnetisch gedreht werden kann, zum Auskühlen auf den Spiegel gerichtet und wäährend der Session dann saugend montiert, um Luftverwirbelungen zu verringern :D
Das mit dem Lüfter kann man auch einfacher handhaben. Muss nicht immer zwangsläufig am Teleskop selbst verbaut sein. In manchen Fällen stören die sogar, falls hier ungewollte Schwingungen entstehen. Ich habe beispielsweise an meinem 18er keine, ein seitlich aufgestellter größerer Ventilator funktioniert perfekt.

Ansonsten gehe ich auch mit bei deinen Ausführungen.:)

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
… und ich bin kein Fan von nicht eloxiertem, blankem Alu… ;) So hat jeder seine Vorlieben.
Der Marco lässt die Teile pulverbeschichten. Ich habe darauf verzichtet, da er dafür 600 EUR haben wollte und ich mir dachte, dass ich das nicht brauche. Für den unteren Teil habe ich mir 1mm dickes ABS gekauft und innen befestigt. Somit reflektiert dort nichts. Und der mittlere Teil hat schwarze Stangen. Im Hut Bereich habe ich ebenfalls ABS Material rundherum verbaut und von innen mit Velour verkleidet. Aber klar, schwarz wäre besser gewesen, aber mir keine 600 EUR Wert.

DocTelescop macht das mit einem Tool und baut nach dem Tool. Könnte mit dem Offset auch ein Kommunikationsproblem sein aber es gibt viele, die mit dem DocTelescope zufrieden sind. Da gibt es einige auch auf Astrobin und Co. wie gesagt ich brauchte die Struktur, Feinarbeit mache ich dann sowieso, auch bei fertigen Teleskopen ist nicht alles zuende gedacht. Sonst würden die Anbieter nicht ständig neue Varianten anbieten. Und deswegen habe auch ich meinen Fangspiegel verklebt :)

Ich habe alles schwingungsarm montiert. Bei meinem 12 Zöller waren sogar 3 Lüfter verbaut und ich hatte absolut keine Probeme. Was aber viele nicht wissen, der Hauptspiegel hat einen bestimmten Punkt, der nicht über- oder unterschritten werden darf. Laufen die Lüfter zu stark während einer Session oder mit zu geringer Drehzahl, entsteht Tubusseeing. Aber ich denke, jeder hat da so seine Erfahrungen und Tricks, die funktionieren. Oft spielen auch äußere Einflüsse wie Boden, Hauswand, Temperatur, etc. eine Rolle.

Grüße,
Raul
 
Was mir übrigens noch einfällt, die DocTelescope gibt es auch mit GoTo System. Da ich z.B. einen Dobson für Planetenfotografie gesucht habe, hat mich außerdem gestört, dass z.B. die Spacwalk keine Friktionsbremse haben. Stelle ich am ADC rum, verschiebt sich eventuell auch das Bild ... Das sind so kleine Punkte, aber ich denke, nachträglich lässt sich so einen Friktionsbremse auch umsetzen.
 
So oder so ähnlich wie die Spacewalk stelle ich mir heute eigentlich ein modernes DeepSky Dobson vor.
Dazu gab es in der ATM Scene ein paar entscheidende Evolutionsschritte, womit solch schnelle und leichte Hauptspiegel mit f/3+ und 25mm Randdicke, in entsprechender Qualität überhaupt hergestellt werden konnten.
Durch die extremen Öffnungsverhältnisse unter f/4 wurde es möglich sehr große Öffnungen kompakt herzustellen.

Die f/3,3 von Spacewalk machen daher natürlich schon Sinn, um noch bequem mit einem Stuhl oder im Stehen ohne Leiter beobachten zu können.
"Komfort" wäre dazu das Stichwort, was die Beobachtungsqualität extrem verbessern kann.
Auch hat die Sache noch an weiteren Stellen gewisse Vorteile, z.B. wenn man noch eine EQ- Plattform unter den Dobson setzen will, wodurch ja der Einblick wieder etwas nach oben wandert, was mit einem kürzeren Tubus teilweise wieder kompensiert werden kann.
Auch der dadurch kürzere Hebel auf die Plattform wirkt sich positiv auf den Antrieb aus.

Ein weiterer Schritt waren die passenden Komakorrektoren von TeleVue, welche mit den extremen f/3 noch umgehen konnten.
Ein solches Dobson mit dem SIPS-System und 100-110° Ethos Okulare, wer träumt da nicht von?
Bunter feiner Diamantenstaub auf schwarzem Samt, über ein riesiges Gesichtsfeld :love:

Vom Hauptspiegel aus gesehen gefallen mir persönlich die Nauris Spiegel am besten.
Ebenfalls frei konfigurierbar jedoch noch mit Zentralaufhängung.
LG
 
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Was meinst du mit Zentralaufhängung? Die sind doch zu den Spacewalk Spiegel identisch ...

Ich betreibe z.B Planeten-Fotografie mit einer tele vue powermate 2,5. Bei einem f/3.3 müsste ich entweder auf eine APM 2,7 mit Komakorrektor umsteigen, um z.B. bei größeren Sensoren den Mond Koma frei zu fotografieren. Bei den üblichen kleinen Sensoren aber kein Problem. Dann könnte ich auf den Komakorrektor verzichten. Klar, Stangen am Tubus kann man anpassen aber wonach richtet man sich dann ? Ich habe dafür immer den backfokus genutzt, den ich aus Erfahrung her kenne.

Für mich ist das kritische l, am Ende in den Fokus zu kommen. Und bei einem f/3 kommt man für Planeten ohne Komakorrektor zurecht, aber niemand garantiert, dass man dann auch mit einer Barlow noch in den Fokus kommt. Von allem die Anfänger viele Fallstricke ...
Das nur als Gedankengang von mir

Gruß,
Raul
 
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Also ungefähr so…im Bild mit einem 17er Ethos… ist wirklich Klasse.
Ich bin ja mal gespannt was mit der Obsidian Serie kommt, hab schon eine Vermutung, aber mal schauen.
Mein Horizon ist noch etwas individualisiert mit Carbon und Frästeilen, Encoder und Nexus DSC, Fangspiegelheizung und 4 Fach Filterschieber. Dazu ein Telrad.
Die Länge der Carbonstangen ist auf den SIPS abgestimmt, so dass alle Ethos und Nagler T5 und T6 in den Fokus kommen.
Ich nutze dazu Ethos 3,7/6/8/10/13/17 und Nagler t5 in 26mm.
Alternativ habe ich 12 und 17 ES LER92, 25mm ES 100 und eine AP 2x Barlow.
Damit sind die meisten Brennweiten auch abgedeckt.
Ich bin mir nicht sicher welche Serie mir besser gefällt, bin Brillenträger, trotzdem haben die Ethos auch was.
Eindeutig ein Luxusproblem.

Mal schauen wie die Nagler T7 so performen.

Die einzige verbleibenden Verbesserungen wären eine Servocat Ausrüstung und ggf. Dioptrix, das werde ich vielleicht noch in Angriff nehmen.
cs Alex
 

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Muss mich Mal in das Thema Dobson und Nexus auch nochmal einlesen. Bin da eher mit parallaktische Montierungen unterwegs.

Da ist Bein umrüsten wahrscheinlich auch etwas Bastelarbeit notwendig. Die Doc telescope Geräte haben auch das Nexus an Bord bzw auch ServoCat GoTo. Das wäre was feines bei der Spacewalk Dobson's

Gibt es das ServoCat fertig und worauf ist beim Umbau zu achten? Hab da noch absolut keinen Plan :) wobei warte. ServoCat hätte für mich in der Planeten-Fotografie einen Nachteil, die Bildfelddrehung. Und eine EQ Plattform in Kombination mit der ServoCat macht keinen Sinn, da die EW Plattform selbst ja bereits dreht.

Sind die Carbon Platten eigentlich auch von Spacewalk ist selbst hergestellt ?
 
Die Carbonteile und die gefrästen Einsätze der Carbonstangen sind nicht von Spacewalk selbst hergestellt und die Alurahmen werden wohl auch bei einem Zulieferer geschweißt und beschichtet. Der Hut ist genietet, funktioniert auch gut, schweißen wäre da aber auch noch etwas schöner gewesen.
Herr Busch hätte mir auf Wunsch das Servo Cat System auch direkt eingebaut, das Problem war vor 3 Jahren jedoch die Verfügbarkeit.
Vielleicht ist das jetzt besser.

cs Alex
 
Hallo Alex, hallo Raul,

das ServoCAT ist wieder verfügbar, allerdings in abgespeckter Form im Vergleich zu früher. Ich hatte erst vor wenigen Monaten meinen 9er Apo auf ServoCAT umgestellt/erweitert. Hierzu war allerdings ein Neubau der Rockerbox notwendig.

Man sollte sich mit dem System etwas auskennen, sonst wird das mit der Bestellung bei Bill Conrad in USA etwas schwierig. ;) Ein Beginner wäre hier heillos überfordert, falls er das selbständig machen müsste. Mittlerweile betreibe ich drei Geräte sehr erfolgreich mit ServoCAT.

Das mit der Bildfelddrehung bei der Planetenfotografie ist mit ServoCAT kein Thema. Die Einzel-Belichtungszeiten sind ja sehr kurz und im Stackingprozess werden bei längeren Serien die einzelnen Bilder ohnehin automatisch per Software angepaßt.

Selbst längere Belichtungszeiten sind mit ServoCAT eingeschränkt möglich. Max. 20-30s Belichtungen für Einzelbilder bei knapp 2 Meter Brennweite ohne jegliche Korrektur standalone werden punktförmig. Etwaige Bildfelddrehung kann ebenfalls nachträglich per Software ausgeglichen werden.

P.S.: Es gibt sogar Möglichkeiten des Autoguidings bei ServoCAT. Das führt jedoch an dieser Stelle zu weit…

Viele Grüße
Werner
 
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Hallo Alex, hallo Raul,

das ServoCAT ist wieder verfügbar, allerdings in abgespeckter Form im Vergleich zu früher. Ich hatte erst vor wenigen Monaten meinen 9er Apo auf ServoCAT umgestellt/erweitert. Hierzu war allerdings ein Neubau der Rockerbox notwendig.

Man sollte sich mit dem System etwas auskennen, sonst wird das mit der Bestellung bei Bill Conrad in USA etwas schwierig. ;) Ein Beginner wäre hier heillos überfordert, falls er das selbständig machen müsste. Mittlerweile betreibe ich drei Geräte sehr erfolgreich mit ServoCAT.

Das mit der Bildfelddrehung bei der Planetenfotografie ist mit ServoCAT kein Thema. Die Einzel-Belichtungszeiten sind ja sehr kurz und im Stackingprozess werden bei längeren Serien die einzelnen Bilder ohnehin automatisch per Software angepaßt.

Selbst längere Belichtungszeiten sind mit ServoCAT eingeschränkt möglich. Max. 20-30s Belichtungen für Einzelbilder bei knapp 2 Meter Brennweite ohne jegliche Korrektur standalone werden punktförmig. Etwaige Bildfelddrehung kann ebenfalls nachträglich per Software ausgeglichen werden.

P.S.: Es gibt sogar Möglichkeiten des Autoguidings bei ServoCAT. Das führt jedoch an dieser Stelle zu weit…

Viele Grüße
Werner
Leider doch. ServoCat funktioniert ja im Prinzip wie ein simples GoTo für Dobson. Die kurze Belichtungszeit hat damit nichts zutun bei Planeten. Wenn ich in WINJUPOs Bilder von über 10 Minuten derotiere, dann muss ich auch die Bildfeldrotation beachten. Und das ist einfach viel Aufwand. Oft ist es so, dass je nach Seeing die Derotation auch so schon schwierig ist. Mit der Bildfeldrotation wäre das nochmals schlechter.

Man könnte jetzt einen Rotator installieren und nach 1 Stunde schauen, wie viele Steps dieser rotiert werden muss, um die Bildfeldrotation auszugleichen. ABER da ich bei Planeten einen ADC verwende, verschiebt sich der Farbsaum durch den Rotator. Oder man packt das Teil nach dem ADC zwischen Filterrad und Kamera, aber da gibt es nur wenig Spielraum bezüglich Sensorabstand der Kamera.

Alternativ bietet sich eine EQ Plattform an. Hier ist aber der Nachteil, dass ich händisch das Teleskop ausrichten muss. Da ich keine ruhigen Hände habe, ist das nicht so einfach.Auch haben manche keine Friktionsbremse. Sobald ich also am ADC drehe oder die KIamera schnell tauschen möchte, muss ich eventuell neu ausrichten und durch die Einstellung am ADC verschiebt sich das Bild auch nochmal, muss also nachführen, manuell schwieriger als mit Controller.

Eine Mischung aus EQ Plattform und ServoCat wäre denkbar, da die Motoren vom Servocat wie eine Friktionsbremse wirken und man diese eventuell ohne Nachführung einfach nur fahren kann. So würde die EQ Plattform die Bildfeldrotation verhindern und ich könnte beim einstellen des ADC einfach mit dem ServoCat System das Teleskop leicht neuausrichten,ohne dass die Steuerung aber nachführt, sonst klappt es mit der EQ Plattform ja nicht.

Es gibt noch das OnStep, darüber weiß ich aber nichts.

Gruß,
Raul
 
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Hallo Raul,

nun ja, für versierte Fotografen im „highend-Bereich“ hat das ServoCAT in bestimmten Anwendungsfällen sicherlich Nachteile. Da stimme ich dir zu. Inwiefern es im Rahmen der Bildbearbeitung quasi unüberbrückbare Hindernisse geben sollte, kann ich nicht beurteilen, zumal ich schon länger keine Fotografie mehr betreibe. Vor einigen Jahren habe ich versuchsweise mit der CCD-Kamera diverse Galaxien abgelichtet und verarbeitet. Da gab es kein Problem mit der Bildfelddrehung. Konnte man per Software eliminieren. Die Rate der Bildfelddrehung ist zudem abhängig vom jeweiligen Ort an der Himmelskugel und ist nicht überall konstant.

Wie auch immer, das war auch nicht Gegenstand in dieser Diskussion hier. Sollten wir beachten. ;)

Viele Grüße
Werner
 
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