Kleine Apos

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Mein Vixen ED80SF, der eine durchaus respektable Leistung bringt, kann einem kompakten Celestron C8 bei hohen Vergrößerungen nicht annähernd Paroli bieten. 300x sind im C8 bei gutem Seeing gut zu machen. Ein guter 8" Newton wird das auch schaffen. Mit dem 80'er Refraktor sind Vergrößerungen, bei denen es um Details geht, ab 120fach langweilig. Und das liegt beim Vixen ED80SF nicht an Farbsäumen oder einem Mangel an Schärfe, sondern schlicht und einfach am fehlenden Licht und den bekannten physikalischen Grenzen wie Austrittspupille etc.

Mir fällt in den Diskussionen zum Thema auf, dass viele (Klein-)Apo-Benutzer Wert auf 2" Okulare legen. Das 2" *entfernt* ist schwer und voluminös. Ein 80'er (sogenannter) Apo mit einem 2" Zenitspiegel und 2" Okular wird von den wenigsten Fotostativen ordentlich getragen. Also schleppt man mindestens ein eigenes Stativ mit einer Porta, Giro oder einer parallaktischen Montierung mit. Wer sowas zu einem dunklen Ort transportiert, nimmt dazu höchstwahrscheinlich das Auto. In dem Fall kann es nicht viel ausmachen, wenn ein Teleskop nebst den dazugehörigen Gegengewichten 10 kg mehr wiegen.

Tom

Hallo Tom,
Dir merkte man Deine Voreinstellung gegenüber kleinen Apos bis 80mm von vorne herein an, als Du den Thread startetest. Wenn Du mit den kleinen Apos nichts anfangen kannst, spricht auch nichts dagegen.
Du willst aber auf Teufel komm raus daraus ein allgemein gültiges Gesetzt daraus machen derart "Wer kleine Apos schätzt ist doof..." .


Die genannten Vorteile kleiner 3" Apos sind an Dir spurlos vorbei gegangen. Niemand behauptet hier ja, dass ein kleiner Apo einen ausgewachsen guten(!) 8" Spiegel am Planeten ersetzen kann, aber viele haben eben neben Ihrem großen "Hauptfernrohr" einen kleinen Apo und wissen seine Vorteile nach einger Zeit sehr zu schätzen.

Viele Grüße, Jürgen
 
Hallo zusammen,

ich sehe es genau wie Dietmar:

Zitat von Dietmar:
wenn Schnell-Schnell über 20x hinausgehen soll, holst Du dann gleich den Großen raus?
Ich lass es fein ruhig bis 120x (wie Sven vorschlug) gehen, dann kann ich meinen im Kühlen lagernden Großen immer noch auspacken. Beim Fh geht das dann nicht.
Nicht umsonst sind 80/90er TMBs oder auch Tak FS60-C beliebt.

Mein kleinster Apo ist ein TeleVue-76 und dieser wird von mir wirklich vielseitig eingesetzt:
- Schnell-Schnell-Teleskop für jede Wolkenlücke
- mit Glassonnenfilter zur Weißlicht-Sonnenbeobachtung
- mit SM40/BF10 zur Halpha-Sonnenbeobachtung
- mit 2"-Okularen zur Weitfeld-Beobachtung
- Mond- und Planetenbeobachtung macht mir trotz kleiner Öffnung (bei 150-fach) großen Spaß
- ich beobachte damit besonders gern Sonne/Mond mit Bino bei Vergrößerungen, bei denen Sonne/Mond noch ganz ins Gesichtsfeld passen. Das ist immer wieder ein wunderschöner Anblick.
- für Tagbeobachtungen, z.B. habe ich im Herbst durch Zufall eine Spinne in einer Baumkrone beobachtet, wie sie Insekten die vorbei flogen gefangen hat oder Blüten bei 100facher Vergrößerung
- als ultrakompaktes Reiseteleskop

Vieles geht mit einem schnellen Achromaten in dieser Qualität einfach nicht, deshalb möchte ich hier Sven ausdrücklich wiedersprechen. Ich habe lange mit einem Vixen Multi-80S beobachtet. Natürlich habe ich noch ein größeres Teleskop in meiner Rolldachsternwarte und das möchte ich niemals vermissen, genauso wie mein kleines Miyauchi 15/22x60.
 
Hallo Tom,

das liegt allein an Deinem Sehempfinden, ob das Sinn macht oder nicht. Wie gesagt, Teleskope sind "Durchguck"-Instrumente, und wenn tausend Amatuerastronomen vor Glück über ihre kleine Röhre schwärmen und Sie Dir nichts bringt - hau wech das Zeug.

D E I N Auge allein sagt Dir, was Dir gefällt und Deinen Ansprüchen genügt.

Ich würde zu keinem Zeitpunkt weder Svens noch Winfrieds noch meine oder irgendeines andere Meinung für so allgemeinverbindlich erklären dass sich daraus ein Satz ableiten liesse wie

"Für ... nehme man ... weil das gut ist."

Da das Sehempfinden, angefangen vom Kontrastempfinden über das Farbempfinden bis hin zur räumlichen Bildauswertung des Gehirns eine ebenso individuell einzigartige Eigenschaft eines jeden Menschen ist wie sein Fingerabdruck, verbietet sich eine Verallgemeinerung des Eindrucks des einen auf das, was der andere erwarten kann, ohnedies. Das ist bestenfalls Kafféesatzleserei.

Was Dir die verschiedenen Beiträge sagen können ist, dass für viele Hobbykollegen ihre kleine Röhre als Schnellspechtel- und Reiseteleskop sehr nützlich ist, weil sie unbestreitbarer Weise durch die geringen Aufwände für Aufbau und Transport eine häufige Benutzung eher nahelegen als ein aufwändiges Equipment, das entsprechend mehr Vorbereitung erfordert. Das entspringt einer elementaren Logik, die von individuellen Vorlieben relativ unabhängig ist. Wie das "kleine Schnellspechtelteleskop" dann beschaffen ist, Fraunhofer, Apo, kleiner Spiegel, Spektiv, Fernglas, ist wiederum eine rein individuelle Vorliebe ohne Verallgemeinerungspotenzial.

Insofern wird Dir auf Deine Eingangsfrage NIEMAND eine allgemeingültige Antwort geben können, wir berichten letztlich nur unsere individuellen Vorlieben, denen DU folgen kannst oder nicht, wir werden deshalb weiterhin tun, was wir immer taten, und Du vermutlich auch.

Und das ist gut so.

Jörg


... ansonsten müßte ich jetzt sagen: Ich werde meinen Sihdi zum rechten Glauben bekehren, er mag wollen oder nicht - sowahr ich heisse Hadschi Halef Omar ben Hadschi Abbul Abbas ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah!
 
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Hallo Tom,
gestern habe ich meinen Tak FS 60-C zum Kühlen rausgestellt (20 min) um binokular nach Mond und Mars zu schauen.
Mehr als 60x ging nicht, da die Atmosphäre brodelte, Mars tanzte etwas und am Mond war es bestens zu beurteilen .
Größeres auszupacken war also nicht lohnenswert. Der kleine wartete draußen und zuletzt konnnte ich nochmal mit 100x auf Mars halten und habe bei etwas besserem seeing noch eine Dunkelstruktur und Blauton oben erkennen können.
Mit dem Ablauf war ich ganz zufrieden.
 
Seit dem Eröffnen dieses Threads warte ich auf eine Gelegenheit, alle meine (derzeitigen) Teleskope rauszustellen, um noch mal ein paar kritische und vergleichende Blicke durch die Rohre zu werfen. Angesichts der langanhaltenden miserablen Sichtbedingungen (Berliner Raum und Niedersachsen) ist das Theorie geblieben. Ich würde gerne nochmal den 80mm ED gegen den 127mm Mak am Mond und Mars visuell und fotografisch antreten lassen. Es ist aussichtslos!

Tom

 
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