Kleiner Beobachtungsbericht vom 11.01.2025

Quanten

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Hallo zusammen,
gestern war wieder eine Nacht wie man sie sich als visueller Planetenbeobachter immer wünschen würde.
Samstagabend, nichts zu tun, glasklarer Himmel, hoch stehende Planeten, gutes Seeing und eine große ausgekühlte Optik.
Dazu noch on Top, ein Io-Transit am GRF.

Dabei kamen folgende Vergrößerungen zum Einsatz 320x (18mm), 384x (15mm), 443x (13mm).

Angefangen hat es mit dem Io-Transit, welcher laut Skysafari auch noch einen Stern (GAIA 3411451948658089088) bedeckte.
Leider war das Ergebnis anscheinend jenseits der Kontrastverhältnisse meines 16" Planetennewton, es stand auch immer hin der helle Jupiter direkt daneben:jupiter:

Io war jedenfalls als schönes aufgelöstes gelbes Scheibchen zu sehen was sich langsam vor das SEB von Jupiter schob.
Ein paar Minuten später drehte sich auch schon der GRF mit rein so das Io den GRF bedeckte.
Io war im ersten Viertel des Transit wie eine kleine Leuchtdiode über dem SEB zu sehen und wurde dann immer dunkler und löste sich immer mehr vom GRF ab.
Dabei konnte ich Io während des gesamten Transit als Scheibchen vor dem SEB ausmachen.
Kurz vor Io's Kulmination kam dann auch der Schatten langsam als kleines halbrundes Scheibchen vom Rand herein was eine traumhafte Ansicht ergab, Ioscheibchen, GRF und Schattenscheibchen, dazu mit einer schönen trichterförmigen Marmorierung im EZ und zwei dunklen Stäbchen in der SPR.
Mit Kulmination des GRF war auch dieser in zwei unterschiedlichen Farben mit einem rötlichen Kern und orange drumrum zu erkennen.
Dazu noch der Schatten von Io, besser geht es fast nicht mehr.

Danach ging es zum Mond, wo sich der Terminator um die Gegend von Aristarchus, Gassendi, Schiller und Scheiner wunderbar präsentierte.
Bei 443x kam der Blick dem aus einer Mondsonde gleich, mit unzähligen Details welche zum verweilen einluden.
Schneeweiße Strahlenförmige Terrassen von Aristarchus, die Rillen von Gassendi, unzählige Rillen und Kleinstkrater welche nur bei gutem Seeing zum Vorschein kommen.

Dann noch zum Mars welcher eine relativ große schneeweiße Polhaube zeigte.
Die hellen Gebiete in einem schönen orange und die dunklen Gebiete in braun.
So waren noch Teile von Utopia als braune Teile an der Polhaube zu sehen.
Die Syrte zeigte kleine Zacken und Ausbuchtungen, Sinus Sabaeus mit braunen Ausbuchtungen, dass Hellasbecken war nur schwach auszumachen, vielleicht wegen Wolken?
Und im Osten meinte ich ein paar graue Wolken oder Randdunst ausmachen zu können.
Mars war bei 384x unheimlich plastisch und zeigte satte kräftige Farbkontraste, mein bester Mars der Saison bei 14,6"/D.
LG
 
Hallo Quanten,
ein sehr schöner Beobachtungsbericht!
Ich konnte den Io-Transit das erste Viertel mit dem Fernglas beobachten, bevor es in Rheinhessen bewölkt war.
Ich wünsche weiterhin viel Spaß und freue mich auf weitere Erlebnisberichte.
Viele Grüße Robert
 
Hallo Robert,
bei mir zogen auch 2x Wolkenfelder durch die jedoch relativ aufgelockert wahren und immer wieder einen Blick zuließen.
Die Wetter App zeigte Besserung und nach jeweils ca. 30-40min wahren die auch durch, was mich letztlich wenig störte da ich die Wolkenfelder nutzte um mich wieder aufzuwärmen.
LG
 
Danke, freut mich wenn der Bericht gefällt.
Heute gibt es noch Ganymeds Schatten und GRF.
Der Newton steht schon bereit :)
 
Schöne Worte, gut beschrieben - hat Spaß gemacht, dass zum Einstieg in den Heimbürotag zu lesen!
Kurze Frage: 16"-Planeten-Newton heißt ... Minifangspiegel, lange Brennweite?

CS,
Stefan
 
Kurze Frage: 16"-Planeten-Newton heißt ... Minifangspiegel, lange Brennweite?
Hallo Stefan
Teilweise, für Planeten braucht man ja keine große Ausleuchtung wie bei einem Fotonewton, da reichen ein paar Millimeter.
Dann kann man auch mit f/4-4.5 auf 22-19% Obstruktion kommen.
Kommt auch auf das Zubehör und den OAZ an, was wiederum den Backfocus bestimmt.

Mit einer hohen optischen Qualität von Strehl 0.95+ erreicht man dann mit einer Obstruktion von ca. 20% eine EER von +/-0.90.

Ansonsten macht ein Planetennewton villeicht Folgendes aus:
- Hohe optische und mechanische Qualität
- Zwangsbelüftung gegen Grenzschicht und Tubusseeing
- Isolierter Tubus da die Oberseite schneller abkühlt als die Unterseite was ebenfalls Tubusseeing erzeugt
- Dünne Fangspiegelstreben -0,5mm
Und
- ND-Filter um die Helligkeit anzupassen
- Nachführung für hohe Vergrößerungen
- Komakorrektur
evtl. Binokularansatz und ADC
LG
 
Hallo zusammen,
heute ist es wieder soweit, laut Skysafari gibt es wieder einen Io- Transit mit GRF und die Wetter App zeigt keine Wolken :love:
Ihr könnt euch also denken was ich heute Nacht machen werde :venus::saturn::jupiter::mars:in dieser Reihenfolge mit etwas DeepSky dazwischen ;)
LG
 
Servus "Quanten",

das Seeing muss ja wirklich gut gewesens ein – schöne Beobachtungen. Danke für's virtuelle Mitnehmen. 320× bei einem 18mm-Okular... du hast aber keine 5,76 Meter Brennweite?! Ich nehme mal an, da ist eine 3x-Barlow mit im Spiel?! Oder wie machst du das mit den hohen Vergrößerungen? Mit Komakorrektor zusätzlich? (Meiner hat einen leichten Barlow-Effekt und macht aus f/3,47 scheinbar einen f/4)

Liebe Grüße,
Christoph
 
Hallo Christoph,
ja das Seeing war gut, so wie auch gestern.
Im Grunde war es gestern das gleiche Spiel wie am 11.01., im Gegensatz zu den letzten zwei Tagen, da war das Seeing der maßen schlecht, dass ich nicht mal den Ganymedschatten noch den GRF gesehen habe.
An solchen Nächten baue ich meist auch gleich wieder ab.

Ich nehme mal an, da ist eine 3x-Barlow mit im Spiel?!
Ja richtig, es ist ein f/4 Newton an dem ich eine APM/Düring Komakorrigierende 2.7x Barlow verwende.

Hier habe ich die Kombination mit ADC und Bino mal beschrieben.
'ADC/ADK mit Bino am Newton' ADC/ADK mit Bino am Newton
LG
 
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