Kleiner Erfahrungsbericht ServoCat GoTo Steuerung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ws_mak12

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

nach einigen Monaten ist es endlich soweit: Die ServoCat Steuerung an meinem 18" Dobson ist "online". Ich möchte hier in aller Kürze (möchte niemanden langweilen...) berichten. Um es schon vorweg zu nehmen: Diese Steuerung hat bisher alle meine Erwartungen übertroffen. Gerne kann ich bei weiterem Interesse weitergehende Informationen zur Steuerung selbst evtl. per PN zusenden oder auch hier im Forum klären. Gerne kann ich auch noch mehr Bilder hier posten.

Doch nun der Reihe nach -->

Ich hatte seit längerem den Wunsch meinen 18" auszubauen. Dabei wollte ich folgendes realisieren:

- Nachführung an meinem 18".
- Eine präzise Positionierung mittels digitalen Teilkreisen.
- Wenn möglich GoTo Option.

Wie es der Zufall wollte, lief mir letzten Winter ein komplettes Angebot im "Biete" Forum über den Weg. Es wurde hier von StellarCat die komplette ServoCat junior Steuerung incl. Motoren, Handsteuerbox, Kabel, Encoder, komplettes Kit und Argo Navis günstig in neuwertigem Zustand angeboten. Musste ich haben! Gut, habe ich mir an Land gezogen, doch dann?

Die bestehende Rockerbox musste umgebaut werden, aber wie? Es wurde im Frühjahr relativ schnell klar, dass dies mit der bestehenden nicht gehen würde. Diese wurde ehemals vom Erbauer Matthias Wirth für die visuelle Beobachtung und schnellen Aufbau bei gleichzeitig geringer Bauhöhe und Gewicht optimiert. Ein Einbau der Motoren war nicht möglich. Es musste also eine neue Rockerbox her. Eine vorläufige Umbaustrategie wurde auf dem ITV zusammen mit Matthias entworfen. Zwischenzeitlich hatte ich vom Hersteller StellarCat noch die sogenannte "Powered Ground Board" Option aus Amerika erworben. Diese bewerkstelligt über Anschlüsse + entsprechende Kabel und Adapter incl. eines Verteilers mit Chinch-Anschlüssen eine externe Stromversorung über 12V Autobatterie oder Steckdose. Damit können Lüfter, Argo Navis und die komplette Steuerung mit Strom versorgt werden.

Der Umbau wurde vor ca. 3 Wochen von Matthias fertiggestellt. Konnte natürlich den ersten "Go live" Test nicht abwarten. Nach einer kompletten, etwas feuchten Beobachtungsnacht bei eisigen -10°C. wurde klar: Alles top!

- Positionierung: Bei 183x gelang das Auffinden bei allen Objekten per GoTo sehr nahe der Mitte des Feldes im Okular. Abweichung meist nur wenige Bogenminuten. Positionierung wurde quer über den Himmel getestet. Differenz der Objekte in AZ: 180° in ALT: ca. 50°.
- Positionierunggeschwindigkeit: ca. 4° pro Sekunde (kann per Software und Config-Datei geändert werden), leiser Lauf, in bewohnter Umgebung nachts einsetzbar.
- Nachführgenauigkeit: Objekt wird ohne Feintuning des "gear ratio" mehrere Minuten auf der Stelle gehalten, bis überhaupt eine erste Abweichung visuell feststellbar ist. Feintuning der Übersetzung (Antriebsroller- + Reibraddurchmesser) kann laut Hersteller noch nachträglich optimiert und per Software und PC in die ServoCat Box upgedated werden. Einstellungen für AZ und ALT sind frei wählbar. Ich bin schon mit meiner ersten Grobkonfiguration mehr als zufrieden.
- Shifting/Ruckeln/Eiern der Nachführung: Keine feststellbar.

Fazit:

Bin erst einmal hochzufrieden. Die Präzision hat mich sehr positiv überrascht. Sicherlich fehlen mit jetzt noch Erfahrungen über eine längere Zeit. Eine potenzielle "Schwachstelle" (teilweise offenliegende Platinen bei den Motoren und Encodern) müsste man noch durch geeigneten Schutz verbessern. StellarCat bietet u.a. entsprechende Schutzkappen für die Motoren an.

Der Service von Gary (Fa. StellarCat) ist sehr freundlich und immer sehr zeitnah. Es gibt eine eigene Yahoo-Group zu seiner Steuerung.

Anregungen oder Fragen zu diesem Thema nehme ich selbstverständlich gerne entgegen.

Anbei Link zu StellarCat:

StellarCat HomePage

Viele Grüße
Werner







 

Anhänge

  • Rockerbox_neu.jpg
    Rockerbox_neu.jpg
    77,7 KB · Aufrufe: 3.607
Hallo Werner,
freut mich, dass der meinerseits leider nie in Betrieb genommene ServoCat so gut läuft (konnte ich ja niemals richtig testen) und in dir einen glücklichen Besitzer gefunden hat :) Ich wünsche dir viele schöne Stunden unter Sternen damit!

Wie groß war der Arbeitsaufwand des Umbaus ganz grob?


Viele Grüße und CS,
Daniel
 
Hallo Daniel,

vielen lieben Dank für deine Glückwünsche. Sorry, ich wollte dir natürlich per Email ebenfalls ein wenig berichten, hatte ich ja versprochen. Ich hoffe du verzeihst mir. Email folgt.

Arbeitsaufwand für den konkreten Umbau bzw. Neubau der Rockerbox ca. 35-40 Stunden. Allerdings darf man nicht meine Zeit rechnen, sich mit der Materie grundsätzlich zu befassen. Videos anzuschauen, Anleitungen zu lesen, etc. Hat natürlich Spaß gemacht, deswegen sehe ich das als lehrreiche Weiterbildung für mich selbst an.

Viele Grüße
Werner



 
Hallo Daniel,

habe dir eine Email geschrieben. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,

vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht zum Einbau des ServoCat in Deinen 18" Dobson. Das sieht alles sehr sauber aus. Wo platzierst Du denn den Argo Navis - am UTA, oder hast Du dafür einen "stalk"? Auf Deinem Photo kann man das leider nicht sehen.

Ich benutze den ServoCat (Generation I) seit 2003, zunächst an einem 18" Obsession, den ich samt Steuerung aus den USA habe kommen lassen, und inzwischen an einem selbstgebauten 25" Dobson. Der ServoCat hat mir bisher immer treue Dienste geleistet. Nur einmal hat er versagt, weil ich in der Nacht zuvor beim Einpacken ein Kabel am Deckel meines Alu-Koffers eingeklemmt und offenbar beschädigt hatte. Das war also eigene Dummheit. Ach ja, und einmal bin ich nachts beim Beobachten mit dem 18" von meinem zweistufigen Schemel gestürzt, weil ich mich mit dem Fuß im Alt-Encoderkabel verhakelt hatte. (Ebenfalls meine Dummheit.) Ich bin in der feuchten Wiese gelandet und am Dobson hat es einen großen Ruck gemacht. Aber keiner von uns beiden hat wirklich Schaden genommen.

Trotzdem wurde mir das Verlegen der Encoder Kabel und des Verbindungskabels vom ServoCat zum Argo Navis bei jedem Auf- und Abbau mit der Zeit lästig. Deshalb habe ich im 25" alles fest in der Rockerbox verlegt und für das Argo Navis ein kleines Pult in Hüfthöhe gebaut.

Unter folgendem Link findest Du ein paar Photos:

Blick ins All - Baubericht

(bitte runterscrollen bis "8. Rockerbox")

Da der ServoCat Autoguiding kann, habe ich auch ein paar photographische Experimente mit einer SBIG ST9 E CCD Kamera gemacht. Die Resultate sieht man hier:

Blick ins All - CCD Photographie

(Viele Bilder sind nicht wirklich vorzeigbar. Anfangs hatte ich auch gar keine Ahnung von Bildbearbeitung. Ein ganz klein wenig stolz bin ich jedoch auf M 104 - man sieht einige Details in der Hauptgalaxie, dazu einige zu M 104 gehörige Kugelsternhaufen und auch Feldgalaxien. Der Reiz des Photographierens lag für mich vor allem darin, daß ich plötzlich nicht nur bis mag. 16 sehen konnte, sondern bis mag. 20.)

Die zentrale Stromversorgung hatte ich mir für den Bau des 25" auch gekauft. Schließlich habe ich mich aber doch dafür entschieden, zwei 7 Ah Akkus an die Rockerbox zu hängen und mitfahren zu lassen. Dadurch habe ich keine Kabel herum liegen. Beim 18" habe ich übrigens nur einen 7 Ah Akku verwendet. Damit hatte ich immer genug Strom.

Viele Grüße
Johannes
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Werner!

Dein Erfahrungsbericht ist sehr sehr interessant, besonders die Bestätigung, dass es eine gut funktionierende GOTO und Nachführung auch für grossen Spiegel in Dobson-Ausführung gibt. :super:

Da ich keinen fixen Standort für meine Beobachtungen habe, stand bei mir neben der Nachführung auch immer wieder die Frage der Mobilität der Optik im Vordergrund.

Wie auch Johannes (Antwort auf deinen Bericht) auf seiner Internettseite berichtet, ist dies auch bei Optiken mit 25" Spiegeln kein Ding der Unmöglichkeit. Ebenso die GOTO/Nachführung funktioniert da auch klaglos.

Jedenfalls ist dein Bericht, und auch der von Johannes, eine klare Aufmunterung für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, auf eine wirklich grosse Optik umzusteigen, ohne auf den Nachführungskomfort verzichten zu müssen.

Alles nur eine Frage der Zeit (und auch des Geldes...) bis man dahin gelangt. Stecke derzeit noch im 8" Newton-parallaktischen-Stadium.

Beste Grüsse aus Norwegen
Theo







 
Hallo Johannes,

ich konnte erst heute meine Beiträge auf Antworten checken. Vielen Dank für deine Rückmeldung und deine Ausführungen. Leider komme ich nicht auf die beiden Links der Uni-Tübingen. Bekomme Seitenfehler. Gut, dass du dich bei dem Sturz nicht weiter verletzt hast. Ich habe keine Leiter bei meinem 18", benötige aber bei zenitnahen Objekten einen kleinen, etwa 10 cm hohen Hocker zum Draufstehen.

Du hast recht, ich habe auf meiner Aufnahme nur einen kleinen unteren Teil des Alu-Vierkants abgebildet, auf dem oben ein kleines Tischchen angebracht ist. Auf diesem habe ich in sehr bequemer Reichweite mein Argo Navis und die Handsteuerbox montiert. Ich werde hier noch weitere Fotos reinstellen.

Das mit dem Autoguiding muss ich mir nochmals genauer anschauen, da ich wohl versuchen werde, DS-Aufnahmen im Minutenbereich zu machen, wenn ich eine geeignete Kamera habe. Guter Hinweis von dir, danke. Wie lange sind deine Aufnahmen nachgeführt? Schade, dass ich sie gerade nicht sehen kann.

Ich werde bei der Stromversorgung so wie sie aktuell ist nichts verändern. Diese hat auch den Vorteil, dass man einen 220V Anschluss auf Bedarf hat. Ich werde das Kabel im Dunklen vielleicht mit einer selbstleuchtenden Folie o.ä. überziehen müssen, damit man nicht darüberstolpert.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Theo,

vielen Dank für dein feed-back aus dem hohen Norden. Freut mich natürlich, dass mein Bericht (und natürlich auch der von Johannes) vielleicht etwas anspornt, etwas andere Wege bei großen Spiegeln zu gehen. Ich glaube so weit sind diese Steuerungen hierzulande noch nicht verbreitet, aber möglicherweise liege ich da auch ganz falsch.

Ich hatte auch lange Jahre eine parallaktische Montierung, welche meinen 12" MN gerade so tragen konnte. War aber die letzten Jahre mit meinen größeren Geräten ausschließlich als Dobsonaut mit dem "Nachschubsen" unterwegs. Insofern betrete ich nun wieder eine neue Welt. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,

schade daß Du die Links nicht öffnen kannst. Bei mir geht es auch von außerhalb des Uni-Netzes problemlos.

Bei meinen Deepskyaufnahmen habe ich Gesamtbelichtungszeiten von 15 bis 30 Minuten, verteilt auf mehrere Einzelaufnahmen zwischen 90 und 180 Sekunden. Davon habe ich jeweils 10-15 gemacht und sie nachher gestackt. Der begrenzende Faktor bei der Belichtungszeit der Einzelaufnahmen ist die Bildfelddrehung, die bei einem azimutal montierten Teleskop, wie es der Dobson ist, immer auftritt. Man muß die Einzelbelichtungszeit so kurz halten, daß die Drehung auf der Einzelaufnahme nicht zu sehen ist. Wie lang das ist, hängt von der Größe des Chips ab, aber auch von der Himmelsgegend. Im Zenit und am Horizont ist die Drehung stärker, ebenso im Norden und Süden. Dagegen ist sie in mittleren Altituden sowie im Westen und Osten geringer.

Die Einzelaufnahmen sind natürlich gegeneinander verdreht, aber das kann man beim Stacken per Software ausgleichen. (Optec bietet übrigens einen Derotator für die Kamera an, der die Drehung ausgleicht, aber das habe ich nie probiert.)

Viele Grüße
Johannes
 
Hallo Johannes,

vielen Dank für Auflistung der Belichtungszeiten. Ich konnte jetzt übrigens deine Links problemlos öffnen. Warum das zunächst nicht klappte kann ich leider nicht sagen.

Ein tolles Projekt, was du da auf die Beine gestellt hast. Meinen Respekt! :respekt2: Der 25" sieht super aus. Mit dem Alluna-Spiegel wirst du sicherlich auch viele unvergessliche Nächte erlebt haben. Mir ist nun bei deinem ehemaligen 18" klar geworden, warum du hier Gefahr liefst, dich in die Kabel zu verheddern. Beim 25" hast du das sehr schön gelöst.

Deine Aufnahmen beeindrucken mich und spornen an, das mit der DS-Fotografie einmal in naher Zukunft selbst zu versuchen. Erstaunlich, was bereits nach wenigen Minuten auf dem Chip zu sehen ist.

Ich hatte Hoffnung, dass es vielleicht auch ohne Autoguider gelingen könnte, punktscharfe DS-Aufnahmen hinzubekommen. Aber daraus wird wahrscheinlich nichts.

Ich habe nicht vergessen, dass ich noch mehr Fotos posten wollte. Ich denke im Laufe des Abends oder morgen habe ich Zeit, noch ein paar Aufnahmen zu machen.

Viele Grüße
Werner

 
Hallo Werner,

freut mich, daß Dir mein Selbstbau gefällt. Mit dem Alluna Spiegel bin ich wirklich sehr glücklich.

Was das Photographieren angeht: Anfangs habe ich mit einer auf Langzeitbelichtung hin modifizierten Webcam experimentiert. Man nannte den Umbau damals glaube ich SC2. Das war billig, und ich konnte erste Erfahrungen sammeln. Allerdings waren bei mir ohne Autoguiding höchstens 10 Sekunden Belichtungszeit möglich. Deshalb bin ich dann auf die SBIG Kamera mit integriertem Guiding Chip umgestiegen.

Ich würde mich freuen, wenn Du noch ein paar Photos von Deinem Fernrohr samt ServoCat zeigen könntest.

Viele Grüße
Johannes
 
Hallo Johannes,

darf ich fragen, wieviel deine Kamera wiegt und wie das mit der Fokuslage des Chip ist? Mein 18" wurde primär für visuelle Zwecke optimiert. Mein Brennpunkt liegt deswegen nicht sehr weit draußen.

Ich hänge noch wie versprochen ein paar Fotos an. Leider kann man aktuell draußen wetterbedingt nicht knipsen. Drinnen ist es nicht so optimal. Es stehen einem immer irgendwie Sachen im Weg, wie man auf den Fotos sieht. Ich hoffe man kann ein wenig erkennen. Das Kabel für den Anschluß eines PC habe ich permanent dran. Sieht zwar nicht so hübsch aus, da ich hier etwas "wickeln" muss, dafür aber bequem und sofort auf Bedarf einsetzbar.

Anbei noch ein Link, wie der 18er mit der alten Rockerbox aussah (wobei auch diese mittlerweile digitale Teilkreise hat).
Das Foto hatte Mike aufgenommen.

ITT 2011

Viele Grüße und ein frohes Fest
Werner
 

Anhänge

  • _18er_4.jpg
    _18er_4.jpg
    92 KB · Aufrufe: 2.704
  • _18er_3.jpg
    _18er_3.jpg
    74,4 KB · Aufrufe: 2.666
  • ground_board.jpg
    ground_board.jpg
    78,9 KB · Aufrufe: 2.687
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Werner!

Freut mich zu sehen, wie das Ganze nun in die Praxis umgesetzt wurde, worüber Du mir auf der Emberger Alm heuer im August erzählt hast.
Ich habe mir das für meinen 14,5 Zöller schon mal angesehen, aber noch scheue ich den Umbauaufwand.
Viel Spaß mit dem Setup und viele Grüße,
Uli
 
Hallo Werner,

vielen Dank für die neuen Photos. Das ist ja ein interessantes Design! Den OAZ hast du offenbar rechts, und das vordere Brett der Rockerbox hast Du nach rechts herausgezogen, um dort das Pult für den Argo Navis anzubringen. Am meisten fällt mir aber auf, daß Du, wenn ich das richtig sehe, die Spiegelbox links auf Rollen laufen läßt und rechts, wo der Alt Motor sitzt, auf Teflon pads. Verträgt sich das miteinander? Dann muß die linke Seitenwand der Rockerbox wohl niedriger sein als die rechte? Aus welchem Grund hast Du das so gemacht?

Ich habe die SBIG Kamera vor einiger Zeit verkauft, um noch ein wenig Geld für den teuren Alluna Spiegel einzunehmen. Sie wog ein knappes Kilo. Da der Tubus sich für das Photographieren im Gleichgewicht befinden muß, habe ich am unteren Ende ein paar Ausgleichsgewichte angehängt. Die Kamera hat auch etwas backfocus gebraucht; das könnten 2-3 cm gewesen sein. Den Spielraum habe ich dadurch gewonnen, daß ich den Hauptspiegel mithilfe der Kollimationsschrauben angehoben habe. Nachdem ich alle 3 Schrauben ganz hineingedreht hatte, konnte ich mit der Kamera den Fokus erreichen. Das funktioniert aber nur mit einer klassischen Spiegelzelle, wie Obsession sie verwendet, nicht jedoch mit den dreieckigen Zellen, die jetzt in vielen Selbstbau Dobsons verwendet werden, weil die nur 2 Kollimationsschrauben haben.

Viele Grüße
Johannes
 
Hallo Johannes,

kurz nachgefragt, warum hast du dich gerade für den Alluna 25" Spiegel entschieden?

Ist dieser leichter als andere und desswegen auch besser für Nachführsysteme geeignet?

Grüsse
Theo
 
Hallo Leute,

fein, dass es hier mal einen ServoCat Bericht gibt.
Mir war beim Einbau und Betrieb wichtig, dass nach Möglichkeit möglichst keine Kabel frei sichtbar sind und herumhängen und der Transport und die Inbetriebnahme rasch und unproblematisch ohne langes Herumfummeln bewerkstelligt werden kann. Zuerst hatte ich die Steuerung für Motoren und Teilkreise am Okular plaziert, was sich aber als unpraktisch herausstellte.
Im Internet fand ich auf einer amerikanschen Seite einen sogennanten Stalk, eine kleine Säule auf der die Steuerung plaziert wird. Diesen Stalk baute ich mir mit einigen Verbesserungen( fast keine freien Kabel sichtbar, Schnellhebelverschluß) selbst nach. Mit dieser Lösung bin ich recht zufrieden, obwohl ich ehrlich gesagt am liebsten nach wie vor einfach Starhopping betreibe.
Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/8apm-87-9183.jpg
CS Mike
 
Hallo Johannes,

vielen Dank für deine Info. 1 kg wird mein Okularauszug vertragen, zumal ich jetzt ähnliche Lasten mit einem Baader-Großfeldbino + FFC + 2 Okulare dran hängen habe. Für diesen Zweck habe ich ein entsprechendes Gegengewicht, welches ich unten einfach anflanschen kann.

Ja, die Seitenwände der Rockerbox sind nicht gleich hoch, sehr gut beobachtet! Die Höhe der ALT-Kugellager liegen allerdings exakt auf der Höhe der Teflonpads. Es gab 2 Gründe für dieses Design:

- Möglichst leichte, ruckelfreie Gängigkeit: Wäre bei einer reinen Teflonlösung wohl schwerer hinzubekommen. Im Vergleich zu meiner alten Rockerbox mit reiner Teflonlagerung in ALT läuft das jetzt besser.

- Handling des Kabels, welche am ALT-Motorroller "gewickelt" werden muss. Beim Teflon macht man einfach einen Schlitz. Hier hätte man bei einer reinen Kugellagerlösung ein anderes, noch aufwändigeres Design des Antriebs in ALT verwirklichen müssen. Wir haben uns für die einfachere und preiswertere Lösung entschieden. In der Praxis funktioniert das genial.

Die Orientierung OAZ: Ja, ich bin beim Dobson eher ein "Schubser" denn ein "Zieher". Aus diesem Grund die Orientierung des OAZ. Außerdem war bereits die Seite an der Spiegelbox quasi vorgegeben, an der der ALT-Encoder befestigt wird. Ich hatte mittlerweile schon Encoder bei meiner alten Rockerbox dran.

Viele Grüße
Werner

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Mike,

sehr schön, dass du ebenfalls deine Konstruktion hier zeigst. Ich möchte dir sowieso noch meinen Dank aussprechen, denn du hattest mich in Gesprächen und Berichten diese ServoCat Steurung "schmackhaft" gemacht. Das mit dem "Stalk" ist eine solche Erleichterung! Deswegen hatte ich dies von Anfang an in meine Überlegungen mit einbezogen.


Viele Grüße
Werner
 
Hallo Uli,

freut mich ebenfalls von dir zu hören. Der Umbau nimmt schon etwas Zeit in Anspruch. Ich hätte es alleine so nicht hinbekommen, das muss ich ehrlich zugeben.

Allerdings gibt es reichhaltige Informationen, Einbauvideos, Bilder und Dokumentationen von StellarCat, welche einen Umbau nicht mehr sooooo kompliziert und aufwändig erscheinen lassen.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,

danke für die Erklärungen zu Deinem Design. Ich hatte übrigens vor dem Einbau des ServoCat in den 25" auch ein wenig Bammel, aber wie ich dann gemerkt habe, ist es eigentlich nicht schwer.


Hallo Mike,

danke für das Photo. Wo sitzen denn bei Dir die Motoren? Auf dem Photo kann ich weder den Alt Motor noch den Az Motor sehen. (Dafür sieht der Deckel Deiner Spiegelbox klasse aus. Sind das Intarsien?)


Hallo Theo,

Ich hatte mich von vornherein für die Standard Stärke von 2" entschieden; bei dünneren Spiegeln hatte ich Verformungsprobleme befürchtet. So viele Anbieter großer Spiegel gibt es ja gar nicht. Ich hatte zunächst drei ins Auge gefaßt: Orion UK, OMI Torus (USA) und Alluna (D).
Orion wäre am günstigsten gewesen. Meine Anfragen bei Orion direkt wurden auch prompt und präzise beantwortet. Allerdings zeigte sich dann, daß ich eine Bestellung über einen deutschen Zwischenhändler hätte abwickeln müssen, und mit diesem hat die Kommunikation leider nicht funktioniert. Außerdem hätte der Orion Spiegel nur 600mm Durchmesser gehabt, und nicht 25" (635mm). Da ich zuvor einen 18" hatte, wollte ich nun wirklich auf 25" gehen, um genug Abstand zu haben. Rein rechnerisch beträgt der Zugewinn bei der Grenzgröße ja immer noch weniger als eine Größenklasse. Trotzdem kann ich nun sagen, daß zwischen 18" und 25" sowohl hinsichhtlich der Grenzgröße als auch der Auflösung ein voller Schritt liegt.
Der 25" von OMI Torus wäre zwar auch nach Einrechnung von Transport, Zoll und Umsatzsteuer noch günstiger gewesen als der von Alluna, aber der Preisabstand war dann nicht mehr sehr groß. Für einen deutschen Anbieter sprach zudem, daß ich bei eventuellen Reklamationen den Spiegel nicht über den großen Teich würde hin und her schicken müssen.
So habe ich mich schließlich für den 25" von Alluna mit 2" Dicke entschieden. Der Kontakt zu Alluna war von Anfang an sehr gut, die Lieferzeit war tatsächlich kürzer als zunächst vereinbart, und auch die Nachbetreuung war erfreulich. In meinem früheren 18" hatte ich einen OMI Torus, der von den Testdaten her auch sehr gut war. Doch der 25" von Alluna zeigt deutlich mehr, was nicht nur an der größeren Öffnung liegt. Man bemerkt den Unterschied vor allem an den Planeten. Wenn das seeing gut ist, zeigt der Alluna Bilder von einer Klarheit, für die mir nur das Attribut "überirdisch" einfällt. So habe ich die Planeten im OMI Torus nie gesehen.

Frohe Weihnachten an alle
Johannes


 
Hallo Johannes,

Öffnung kann man nie genug haben. Insofern ist der 25" natürlich eine Steigerung gegenüber 18". Auch wenn eine noch größere Öffnung seinen Reiz hat, haben mich die folgenden Gründe dazu bewegt, doch eher bei 18" zu bleiben:

- Gewicht
- Handling
- Einblickhöhe und den damit verbundenen Hilfsmitteln
- Transportabilität mit den zu Verfügung stehenden Fahrzeugen
- Lagerungsmöglichkeiten nach der Beobachtung
- Fortgeschrittenes Alter

Falls ich natürlich so etwas wie eine Garage oder Scheune hätte aus der man das Teleskop wie eine Schubkarre in den eigenen Garten herausziehen könnte, würde ich mir auch überlegen, ob denn nicht eine noch größere Öffnung wie 25"-28" oder sogar noch größer attraktiv für mich sein könnte. Man wird natürlich nicht jünger und ich kenne mehrere Sternfreunde mit Bandscheibenvorfällen. Die sind zum Teil noch jünger als ich. Ein solch großes Teleskop wollte ich nicht mehr durch die Gegend schleppen. Mit dem 18" geht es noch erstaunlich komfortabel.

Viele Grüße und einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag
Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

mittlerweile habe ich noch eine weitere Option gestern abend ausprobieren und durchführen können: Feintuning der Nachführgenauigkeit.

Vorteil: Man kann dies tagsüber im Wohnzimmer oder wo auch immer durchführen. ;) Jede Achse kann separat abgestimmt werden und danach werden einfach nur die neuen Getriebeübersetzungswerte per Software in die ServoCat Box eingespielt. Es gibt eine sehr genaue Beschreibung des Vorgangs mit Beispielen von StellarCat auf einem separaten Informationsblatt, welche mit der Lieferung mitkommt.

Selbst nach ca. 1 Stunde Guiding liegt nun der Max-Fehler in beiden Achsen unterhalb bzw. an der Grenze des Bereichs den die Encoder gerade noch auflösen können. Bin schon gespannt wie sich das am Himmel auswirkt wenn es endlich mal wieder klar wird. :mauer:

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,
rechne damit,dass die Nachführungsergebnisse in der Praxis reproduzierbar sind. Würde mich interessieren wie gross der Fehler in Bogensekunden an beiden Achsen jetzt ist ?

Bei mir ist's übrigens jetzt sternenklar.

Mein Ausflug wird ins Freie, trotz grösster Abstinenz, heute abends eher von kürzerer Dauer sein: zum ersten steht die Riesenlaterne (fast voll aufgedreht und nicht abschaltbar) ganz hoch am Himmel, zum anderen ist es draussen etwas mehr als nur erfrischend...minus 19 Grad C! :totlach2:

Schönste Grüsse
Theo



 
Hallo Werner,

Du hast vollkommen recht: In die Überlegungen zur maximalen Größe der Öffnung müssen praktische Überlegungen aller Art eingehen. Wenn z.B. die Wohnsituation so ist, daß man sein Teleskop tragen muß, sind die Grenzen eng gesetzt. Bei mir ist es glücklicherweise nicht nötig, so daß ich eine Schubkarrenlösung realisieren konnte. Die ist ausgesprochen rückenfreundlich. Sie geht weniger auf's Kreuz, als wenn man ein 12" Teleskop aus dem Auto heben muß. (Auch ich bin nicht mehr der Jüngste.) Das schwerste zu tragende Teil ist bei mir der Oberkorb mit 5-6 kg.

Mit der Feinjustierung der Übersetzung meinst Du wahrscheinlich die "autocal" Prozedur? Die ist wirklich praktisch.

Hast Du Dir schon einmal das TPAS am Argo Navis angeschaut? Damit kannst Du pointing Fehler minimieren, die durch geringe Ungenauigkeiten bei der Konstruktion Deines Teleskops oder durch Toleranzen beim Ab- und Aufbau entstehen. Man muß dann nur ein paar mehr Sterne beim Alignment verwenden. Ich selbst habe das TPAS bisher nicht benutzt, sondern es beim normalen Zweisternalignment belassen, weil mir die Genauigkeit ausreicht. Und wenn mein Zielobjekt nach dem Goto mal nicht im Okular ist, verwende ich die Spiralsuche. Das funktioniert sehr gut.

Mit TPAS am Argo Navis und autocal am SErvoCat sollte man jedenfalls eine hervorragende Pointing- und Nachführgenauigkeit haben.

Viele Grüße
Johannes
 
Hallo Johannes,

ich habe die "autocal" Prozedur jetzt nicht verwendet. Es gab da noch eine separate Beschreibung, bei der man jeweils separat in beiden Achsen (bei AZ 90° und AZ 180°) das Teleskop ca. 30 Minuten oder auch 60 Minuten laufen läßt, dann die Abweichungen im Argo-Navis auf 0,01° nach dieser Zeitspanne abliest und dann über eine Formel das Offset bestimmt. Hat sehr gut funktioniert. Danach habe ich alles mit den neuen Übersetzungsverhältnissen eingespielt. Nach 2-3 iterativen Näherungen habe ich jetzt eine Einstellung bei der über einen langen Zeitraum keine Abweichung mehr festzustellen ist. Das erinnerte mich etwas an "Ausscheinern" nur viel bequemer. Damit gehe ich jetzt an den Himmel und hoffe auf eine spürbare Steigerung der Genauigkeit des Tracking.

Du hast natürlich recht. Mit dem TPAS kann man die Pointinggenauigkeit nochmals erhöhen. Ja, ich habe damit bei meiner alten Rockerbox schon gearbeitet. Bei der neuen Rockerbox war das bisher nicht notwendig, da die Pointinggenauigkeit bereits sehr gut ist und nur minimale, tolerierbare Abweichungen zeigt.

Die Spiralsuche ist eine tolle Funktion. Allerdings habe ich sie noch gar nicht benötigt. Das kann natürlich anders aussehen, wenn man eine CCD-Kamera dran hat und der Chip ein kleineres Feld ausleuchtet.

Ein wenig bin ich schon neidisch, dass ich im Gegensatz zu dir immer alles durch die Gegend schleppen muss. Aber vielleicht ändert sich das mal in der Zukunft. Man kann halt nicht alles haben.

Ist eigentlich meine PN an dich angekommen?

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Theo,

ich habe dir vor wenigen Minuten aufgrund deiner Frage in einem anderen Zusammenhang noch eine PN geschickt.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Johannes,



danke für das Photo. Wo sitzen denn bei Dir die Motoren? Auf dem Photo kann ich weder den Alt Motor noch den Az Motor sehen. (Dafür sieht der Deckel Deiner Spiegelbox klasse aus. Sind das Intarsien?)


Hier auf diesem Foto sieht man mehr:
Der Alt-Motor sitzt auf der dem Beobachter abgewanden Seite, der Azimut Motor befindet sich in der Rockerbox unweit des kleinen roten Kupplungshebels. Das Muster auf dem Deckel ist nur gemalt und das Fernrohr ist auch kein Teil des NATO Verteidigungssystems :/

CS Mike

Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/8apm-88-48ae.jpg
 
Hallo Mike,

danke für das Photo. Jetzt sieht man deutlicher, wie Du es gemacht hast. Den Hebel für den Alt Motor hast Du nach hinten gelegt - bei mir ist er vorn. Und den Servocat selbst hast Du, ebenso wie Werner, in die Rockerbox verbannt. Das ging bei mir(generation I) leider nicht. Ich mußte den Servocat so montieren, daß ich die kleinen Lichter sehen kann, insbesondere das gelbe Licht, an dem man erkennt, ob die Local Sync Funktion ein- oder ausgeschaltet ist. Ihr habt sicher generation II oder III, wo man das am Handpad sieht, so daß der Servocat selbst nicht sichtbar sein muß.

Viele Grüße
Johannes
 
Hallo Johannes,

ja, das ist korrekt. Ich erkenne das bei mir auf dem Handpad.
Bei meiner flachen Rockerbox wäre es ohnehin so gut wie unmöglich gewesen, die ServoCat Box an den Seitenwänden zu montieren.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Mike,

schön, dass auch du etwas von deinem System hier reinstellst. So wie ich sehe hast du die "Powered Ground Board" Option nicht gewählt. Der Akku zur Stromversorgung hängt bei dir direkt an der Rockerbox.

Viele Grüße
Werner
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben