Delyon
Aktives Mitglied
Guten Morgen,
seit zwei Tagen steht nun mein neuer Skywatcher 80/600 ED zuhause, doch erst heute hatten die Wolken ein Erbarmen und gaben mir die Gelegenheit, einmal einen ersten Eindruck davon zu gewinnen, was im kleinen Refraktor steckt. Wegen des Mondlichtes machte ich mir heute nicht die Mühe, an einen dunklen Standort herauszufahren, sondern begnügte mich damit, vom Stadtrand aus an Mond und Saturn einen ersten Test durchzuführen. Montiert habe ich das Teleskop auf einer AZ4, als Okulare kamen ein 32mm Erfle, ein 12mm Magellan und eine 6mm Goldkante zum Einsatz.
Zunächst zum Eindruck, den Teleskop und Zubehör bei einer ersten Begutachtung zuhause machten. Gekauft habe ich den 80/600er im Komplettpaket mit Alu-Transportkoffer, Zenitspiegel mit 99% Reflektion, 9x50-Sucher, 1:10 Mikrofokus und einem 28mm Apex 2"-Okular (Das ich allerdings kaum nutzen werde, da ich gleich ein 32mm Erfle mit wesentlich größerem Gesichtsfeld dazugekauft habe). Der Transportkoffer macht einen stabilen und wertigen Eindruck, darin transportiere ich das nicht ganz billige Teleskop jedenfalls lieber als ungeschützt im Rucksack. An den Rohrschellen gibt es auch nichts auszusetzen, sie machen einen stabilen Eindruck, und beim Probeaufbau auf der AZ4 saß alles bombenfest.
Einen Kritikpunkt gibt es allerdings bei Sucher und Sucherschuh: Einmal ist ein 9x50-Sucher für einen kurzbrennweitigen Richfielder, der locker Vergrößerungen im Fernglasbereich erreicht, natürlich völlig überdimensioniert und bedeutet nur störendes Extragewicht, zudem sitzt der Sucherschuh so ungünstig, dass der Einblick in den Sucher bei zenitnaher Beobachtung sehr unangenehm wird, wenn man das Stativ nicht voll ausfährt, was aber wieder die Stabilität verringert. So habe ich mich gleich entschieden, statt des 9x50-Suchers den viel leichteren und angenehmeren Leuchtpunktsucher zu verwenden, den ich noch von meinem kleinen Maksutov habe - umgekehrt kann ich den 9x50 sicher gut für den Mak benutzen, der ja ein sehr enges Gesichtsfeld hat, sodass ein optischer Sucher mit größerer Öffnung dort gute Dienste leisten wird.
Wegen der nicht einschiebbaren Tauschutzkappe erreicht das Teleskop für 600mm Brennweite doch schon eine beachtliche Länge, und durch den ziemlich dicken Tubus kommt es auch auf ordentlich Gewicht, besonders mit schwerem 2"-Zubehör - andererseits macht es dadurch einen sehr robusten Eindruck, was bei einem ständig über Stock und Stein transportierten Rucksackgerät nicht verkehrt sein kann. Die AZ4 trägt den Refraktor problemlos, allerdings gibt es bei 2"-Okularen und zenitnaher Beobachtung schon eine gewisse Ausschwingzeit, was bei 18-facher Vergrößerung aber nicht weiter stört - mit den 1,25"-Okus für höhere Vergrößerungen ist die Ausschwingzeit sehr niedrig, obwohl ich der besseren Transportierbarkeit halber nur das Alu- statt des Stahlstativs verwende.
Das Ganze - Teleskop, Sucher, Zenitspiegel und Okulare im Transportkoffer, Stativ und Montierung im Trekkingrucksack - ist noch gut zu Fuß transportierbar, aber einiges an Gewicht kommt schon zusammen, neben dem 90/1250-Maksutov ist der Refraktor mit dem nötigen Zubehör jedenfalls schon ein Brummer. Eine Weile hatte ich zwischen dem 80/600er und dem 100/900er ED geschwankt, bin nun aber froh, mich für den Kleinen entschieden zu haben - als Rucksackgerät würde ich etwas deutlich Längeres und Schwereres nicht unbedingt zu Fuß über längere Distanzen schleppen wollen.
Aber genug der Vorrede - zur optischen Leistung! Erstes Beobachtungsobjekt war heute natürlich der Mond. Erst einmal bei 18x im Erfle, wobei es sehr ungewohnt war, dass der komplette Mond innerhalb des riesigen Gesichtsfeldes fast verschwindet - ich hatte vorher noch nie ein Teleskop mit 2"-OAZ, und im Vergleich zum engen Gesichtsfeld meines Maksutov sieht der Blick durch so ein langbrennweitiges 2"-Okular aus, als würde man aus einem Fenster schauen. Bei 50x im 12mm Magellan ist der ganze Mond immer noch komplett im Blickfeld mit komfortabel viel Raum drumherum - ein sehr ästhetischer Anblick, noch dazu nach einer Auskühlzeit von nur ein paar Minuten ein absolut knackscharfes Bild, der Mak bräuchte mindestens 30-40 Minuten, um am Mond sein Potential zu entfalten. Dann Detailbeobachtung bei 100x mit der 6mm Goldkante, immer noch ein gestochen scharfes, unglaublich kontrastreiches Bild, mit scharf konturierten Schattenwürfen am Terminator, wie ausgestanzten Kleinkratern und Bergen und Kraterränder, die sich in hunderte feinste Details auflösen, einfach nur absolut fantastisch - das Bild scheint mir definitiv sogar besser zu sein als beim 90mm-Maksutov, der ja immerhin ein ausgewiesener kleiner Mondspezialist ist. Von Farbfehler ist ebenfalls nichts zu sehen, am Rand des Mondes auch bei 100x nicht die leiseste Spur eines noch so kleinen Farbsaums, überall nur neutrales Weiß ohne jeden Farbstich, der da nicht sein sollte. Mehr Farbkorrektur würde in dem Vergrößerungsbereich wohl auch ein Vollapo nicht können. Besonders beeindruckte mich aber die Weite des Gesichtsfeldes: Ich hatte drastisch unterschätzt, wie enorm viel Zugewinn an Gesichtsfeld mir ein kurzbrennweitiges Teleskop auch bei höheren Vergrößerungen im Vergleich zum Mak mit seinen 1,25m Brennweite bringt: Beim 80/600er hat man selbst bei 100-facher Vergrößerung noch fast den ganzen Mond gleichzeitig im Blick, und die Mondoberfläche voller feiner Details mit dem Auge abgrasen zu können, ohne ständig nachführen zu müssen ist einfach ein ganz anderes Gefühl als das Herumstochern mit dem kleinen Gesichtsfeld des Mak, wo man bei höheren Vergrößerungen immer nur einen ganz kleinen Ausschnitt des Mondes sieht. Diese Weite musste ich minutenlang einfach nur genießen.
Copernicus war atemberaubend, der zerklüftete Kraterrand wird mit feinsten Details abgebildet, plastisch zeichnen sich die einzelnen Schichten des Kraterrandes und die Geländeverwerfungen um Copernicus gestochen scharf ab. Südlich von Copernicus blitzen einzelne Berge hell aus dem dunklen Untergrund des Inselmeeres hervor, und zwischen Gambart A und B konnte ich schön den großen Dom beobachten. Im südlichen Bereich des Mondes war Clavius mit seinen zig Kleinkratern atemberaubend - auch hier wurden wieder definitiv mehr Kleinkrater aufgelöst als jemals im 90mm-Mak, mit dem ich in den letzten Monaten ja viel Mondbeobachtung getrieben habe.
Nach dem Mond stand noch Saturn an, der zwar schon sehr tief steht und kaum noch vernünftig beobachtbar ist, den ich aber doch einmal im neuen Teleskop sehen wollte. Wegen des horizontnahen Standes kriegt man ihn kaum noch scharf, aber der Refraktor scheint mir weniger seeinganfällig als der Mak, jedenfalls hielt sich das Gewaber in Grenzen, und auch bei 100x bekam ich ein recht ruhiges Bild, bei dem in guten Augenblicken die Cassiniteilung am Rand des Rings erahnt werden konnte, auch hier ist der Refraktor wieder mindestens genauso gut wie der 90mm-Mak. Vor allem erleichtert das deutlich größere Gesichtsfeld aber enorm die Beobachtung bei manueller Nachführung auf azimutaler Montierung: Wenn ich den Saturn im Mak bei 104x beobachte, muss ich fast ununterbrochen nachführen, so schnell zieht er wieder aus dem kleinen Gesichtsfeld heraus - im 80/600er hingegen bleibt Saturn auch bei 100x mit der 6mm Goldkante so lange im Blick, dass das Nachführen ganz entspannt und stressfrei läuft, der Spaß an der Beobachtung steigt dadurch wirklich stark. Ein 5mm-Okular für 120-fache Vergrößerung kann man wohl auch noch problemlos einsetzen, ohne dass es mit azimutaler Montierung Nachführungsschwierigkeiten gäbe.
Wegen aufziehender Wolken und allgemein dunstiger Luft konnte ich leider nicht den Monduntergang abwarten, um auch die Deep Sky-Fähigkeiten des ED zu testen, aber ein bisschen Himmelabgrasen in Zenitnähe mit dem 32mm Erfle ging schon, wobei mich das riesige Gesichtsfeld und die typischen Refraktor-Nadelsterne in Begeisterung versetzten. Auf richtiges Richfielden und einen ersten Deep Sky-Test in mondloser Nacht unter Landhimmel bin ich jedenfalls schon sehr gespannt.
Fazit: Mit dem 80/600er habe ich wohl tatsächlich das für mich ideale Kompaktteleskop gefunden, das die Möglichkeiten eines Großfernglases mit denen eines kleinen Maksutov vereint. Die Deep Sky-Fähigkeiten des Refraktors habe ich leider noch nicht testen können, aber von der Kombination aus herrlich weitem Gesichtsfeld und hervorragender Mond- und Planetenabbildung ohne den geringsten sichtbaren Farbfehler bin ich schon einmal begeistert. Dass ein primär als Richfielder konzipiertes Teleskop an Mond und Planeten einen Mak schlägt hätte ich wirklich nicht erwartet (Womit mein kleiner Travelmak wohl überflüssig wird). Ebenso überrascht bin ich davon, dass die großen erreichbaren Gesichtsfelder nicht nur für Richfield toll sind, sondern auch die Mond- und Planetenbeobachtung enorm erleichtern, wenn man manuell an zwei Achsen nachführen muss. Auf jeden Fall ein Teleskop, das sehr viel Spaß macht, sich toll zum Transport auch ohne Auto eignet und von dem ich im Gefühl habe, dass ich es sicher nicht mehr hergeben werde. Mit dem notwendigen Zubehör kostet die kleine 80mm-Röhre zwar fast schon soviel wie ein 10"-Dobson, aber mir scheint, dass sie tatsächlich jeden Cent davon wert ist.
CS,
Fabian
seit zwei Tagen steht nun mein neuer Skywatcher 80/600 ED zuhause, doch erst heute hatten die Wolken ein Erbarmen und gaben mir die Gelegenheit, einmal einen ersten Eindruck davon zu gewinnen, was im kleinen Refraktor steckt. Wegen des Mondlichtes machte ich mir heute nicht die Mühe, an einen dunklen Standort herauszufahren, sondern begnügte mich damit, vom Stadtrand aus an Mond und Saturn einen ersten Test durchzuführen. Montiert habe ich das Teleskop auf einer AZ4, als Okulare kamen ein 32mm Erfle, ein 12mm Magellan und eine 6mm Goldkante zum Einsatz.
Zunächst zum Eindruck, den Teleskop und Zubehör bei einer ersten Begutachtung zuhause machten. Gekauft habe ich den 80/600er im Komplettpaket mit Alu-Transportkoffer, Zenitspiegel mit 99% Reflektion, 9x50-Sucher, 1:10 Mikrofokus und einem 28mm Apex 2"-Okular (Das ich allerdings kaum nutzen werde, da ich gleich ein 32mm Erfle mit wesentlich größerem Gesichtsfeld dazugekauft habe). Der Transportkoffer macht einen stabilen und wertigen Eindruck, darin transportiere ich das nicht ganz billige Teleskop jedenfalls lieber als ungeschützt im Rucksack. An den Rohrschellen gibt es auch nichts auszusetzen, sie machen einen stabilen Eindruck, und beim Probeaufbau auf der AZ4 saß alles bombenfest.
Einen Kritikpunkt gibt es allerdings bei Sucher und Sucherschuh: Einmal ist ein 9x50-Sucher für einen kurzbrennweitigen Richfielder, der locker Vergrößerungen im Fernglasbereich erreicht, natürlich völlig überdimensioniert und bedeutet nur störendes Extragewicht, zudem sitzt der Sucherschuh so ungünstig, dass der Einblick in den Sucher bei zenitnaher Beobachtung sehr unangenehm wird, wenn man das Stativ nicht voll ausfährt, was aber wieder die Stabilität verringert. So habe ich mich gleich entschieden, statt des 9x50-Suchers den viel leichteren und angenehmeren Leuchtpunktsucher zu verwenden, den ich noch von meinem kleinen Maksutov habe - umgekehrt kann ich den 9x50 sicher gut für den Mak benutzen, der ja ein sehr enges Gesichtsfeld hat, sodass ein optischer Sucher mit größerer Öffnung dort gute Dienste leisten wird.
Wegen der nicht einschiebbaren Tauschutzkappe erreicht das Teleskop für 600mm Brennweite doch schon eine beachtliche Länge, und durch den ziemlich dicken Tubus kommt es auch auf ordentlich Gewicht, besonders mit schwerem 2"-Zubehör - andererseits macht es dadurch einen sehr robusten Eindruck, was bei einem ständig über Stock und Stein transportierten Rucksackgerät nicht verkehrt sein kann. Die AZ4 trägt den Refraktor problemlos, allerdings gibt es bei 2"-Okularen und zenitnaher Beobachtung schon eine gewisse Ausschwingzeit, was bei 18-facher Vergrößerung aber nicht weiter stört - mit den 1,25"-Okus für höhere Vergrößerungen ist die Ausschwingzeit sehr niedrig, obwohl ich der besseren Transportierbarkeit halber nur das Alu- statt des Stahlstativs verwende.
Das Ganze - Teleskop, Sucher, Zenitspiegel und Okulare im Transportkoffer, Stativ und Montierung im Trekkingrucksack - ist noch gut zu Fuß transportierbar, aber einiges an Gewicht kommt schon zusammen, neben dem 90/1250-Maksutov ist der Refraktor mit dem nötigen Zubehör jedenfalls schon ein Brummer. Eine Weile hatte ich zwischen dem 80/600er und dem 100/900er ED geschwankt, bin nun aber froh, mich für den Kleinen entschieden zu haben - als Rucksackgerät würde ich etwas deutlich Längeres und Schwereres nicht unbedingt zu Fuß über längere Distanzen schleppen wollen.
Aber genug der Vorrede - zur optischen Leistung! Erstes Beobachtungsobjekt war heute natürlich der Mond. Erst einmal bei 18x im Erfle, wobei es sehr ungewohnt war, dass der komplette Mond innerhalb des riesigen Gesichtsfeldes fast verschwindet - ich hatte vorher noch nie ein Teleskop mit 2"-OAZ, und im Vergleich zum engen Gesichtsfeld meines Maksutov sieht der Blick durch so ein langbrennweitiges 2"-Okular aus, als würde man aus einem Fenster schauen. Bei 50x im 12mm Magellan ist der ganze Mond immer noch komplett im Blickfeld mit komfortabel viel Raum drumherum - ein sehr ästhetischer Anblick, noch dazu nach einer Auskühlzeit von nur ein paar Minuten ein absolut knackscharfes Bild, der Mak bräuchte mindestens 30-40 Minuten, um am Mond sein Potential zu entfalten. Dann Detailbeobachtung bei 100x mit der 6mm Goldkante, immer noch ein gestochen scharfes, unglaublich kontrastreiches Bild, mit scharf konturierten Schattenwürfen am Terminator, wie ausgestanzten Kleinkratern und Bergen und Kraterränder, die sich in hunderte feinste Details auflösen, einfach nur absolut fantastisch - das Bild scheint mir definitiv sogar besser zu sein als beim 90mm-Maksutov, der ja immerhin ein ausgewiesener kleiner Mondspezialist ist. Von Farbfehler ist ebenfalls nichts zu sehen, am Rand des Mondes auch bei 100x nicht die leiseste Spur eines noch so kleinen Farbsaums, überall nur neutrales Weiß ohne jeden Farbstich, der da nicht sein sollte. Mehr Farbkorrektur würde in dem Vergrößerungsbereich wohl auch ein Vollapo nicht können. Besonders beeindruckte mich aber die Weite des Gesichtsfeldes: Ich hatte drastisch unterschätzt, wie enorm viel Zugewinn an Gesichtsfeld mir ein kurzbrennweitiges Teleskop auch bei höheren Vergrößerungen im Vergleich zum Mak mit seinen 1,25m Brennweite bringt: Beim 80/600er hat man selbst bei 100-facher Vergrößerung noch fast den ganzen Mond gleichzeitig im Blick, und die Mondoberfläche voller feiner Details mit dem Auge abgrasen zu können, ohne ständig nachführen zu müssen ist einfach ein ganz anderes Gefühl als das Herumstochern mit dem kleinen Gesichtsfeld des Mak, wo man bei höheren Vergrößerungen immer nur einen ganz kleinen Ausschnitt des Mondes sieht. Diese Weite musste ich minutenlang einfach nur genießen.
Copernicus war atemberaubend, der zerklüftete Kraterrand wird mit feinsten Details abgebildet, plastisch zeichnen sich die einzelnen Schichten des Kraterrandes und die Geländeverwerfungen um Copernicus gestochen scharf ab. Südlich von Copernicus blitzen einzelne Berge hell aus dem dunklen Untergrund des Inselmeeres hervor, und zwischen Gambart A und B konnte ich schön den großen Dom beobachten. Im südlichen Bereich des Mondes war Clavius mit seinen zig Kleinkratern atemberaubend - auch hier wurden wieder definitiv mehr Kleinkrater aufgelöst als jemals im 90mm-Mak, mit dem ich in den letzten Monaten ja viel Mondbeobachtung getrieben habe.
Nach dem Mond stand noch Saturn an, der zwar schon sehr tief steht und kaum noch vernünftig beobachtbar ist, den ich aber doch einmal im neuen Teleskop sehen wollte. Wegen des horizontnahen Standes kriegt man ihn kaum noch scharf, aber der Refraktor scheint mir weniger seeinganfällig als der Mak, jedenfalls hielt sich das Gewaber in Grenzen, und auch bei 100x bekam ich ein recht ruhiges Bild, bei dem in guten Augenblicken die Cassiniteilung am Rand des Rings erahnt werden konnte, auch hier ist der Refraktor wieder mindestens genauso gut wie der 90mm-Mak. Vor allem erleichtert das deutlich größere Gesichtsfeld aber enorm die Beobachtung bei manueller Nachführung auf azimutaler Montierung: Wenn ich den Saturn im Mak bei 104x beobachte, muss ich fast ununterbrochen nachführen, so schnell zieht er wieder aus dem kleinen Gesichtsfeld heraus - im 80/600er hingegen bleibt Saturn auch bei 100x mit der 6mm Goldkante so lange im Blick, dass das Nachführen ganz entspannt und stressfrei läuft, der Spaß an der Beobachtung steigt dadurch wirklich stark. Ein 5mm-Okular für 120-fache Vergrößerung kann man wohl auch noch problemlos einsetzen, ohne dass es mit azimutaler Montierung Nachführungsschwierigkeiten gäbe.
Wegen aufziehender Wolken und allgemein dunstiger Luft konnte ich leider nicht den Monduntergang abwarten, um auch die Deep Sky-Fähigkeiten des ED zu testen, aber ein bisschen Himmelabgrasen in Zenitnähe mit dem 32mm Erfle ging schon, wobei mich das riesige Gesichtsfeld und die typischen Refraktor-Nadelsterne in Begeisterung versetzten. Auf richtiges Richfielden und einen ersten Deep Sky-Test in mondloser Nacht unter Landhimmel bin ich jedenfalls schon sehr gespannt.
Fazit: Mit dem 80/600er habe ich wohl tatsächlich das für mich ideale Kompaktteleskop gefunden, das die Möglichkeiten eines Großfernglases mit denen eines kleinen Maksutov vereint. Die Deep Sky-Fähigkeiten des Refraktors habe ich leider noch nicht testen können, aber von der Kombination aus herrlich weitem Gesichtsfeld und hervorragender Mond- und Planetenabbildung ohne den geringsten sichtbaren Farbfehler bin ich schon einmal begeistert. Dass ein primär als Richfielder konzipiertes Teleskop an Mond und Planeten einen Mak schlägt hätte ich wirklich nicht erwartet (Womit mein kleiner Travelmak wohl überflüssig wird). Ebenso überrascht bin ich davon, dass die großen erreichbaren Gesichtsfelder nicht nur für Richfield toll sind, sondern auch die Mond- und Planetenbeobachtung enorm erleichtern, wenn man manuell an zwei Achsen nachführen muss. Auf jeden Fall ein Teleskop, das sehr viel Spaß macht, sich toll zum Transport auch ohne Auto eignet und von dem ich im Gefühl habe, dass ich es sicher nicht mehr hergeben werde. Mit dem notwendigen Zubehör kostet die kleine 80mm-Röhre zwar fast schon soviel wie ein 10"-Dobson, aber mir scheint, dass sie tatsächlich jeden Cent davon wert ist.
CS,
Fabian
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: