Knick in der Optik oder Planetary Okular Mist?

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Ich hoffe hier ist nicht der Eindruck entstanden, daß ich die Planetarys generell als untauglich ansehe. Es ging immer nur um das 6mm in meinem Besitz.

Inzwischen konnte ich meine Okulare auch einmal an einem 10" "Marken"-Newton testen (Danke nochmal an "Poffel"). Das war schon mal sehr interessant.

Der Hammer war aber gestern Abend. Conrad hatte geliefert: Ein kleiner Bleiakku, Ladegerät und ein 140mm Lüfter, den ich hinter dem Hauptspiegel luftdicht aufgeklebt habe.
Nachdem der Newton 2h zum Kühlen draußen stand, bin ich zum Beobachten des Io-Transits rausgegangen, und hab den Empfehlungen folgend den Lüfter an gelassen.
Obwohl ich skeptisch war, denn mein Seben hat eine praktisch luftdichte Spiegelzelle mit nur einen ganz minimalen Luftspalt um den Spiegel, war das Ergebnis fantastisch. Selbst das 3,2mm Okular war noch einsetzbar, und das Bild im reparierten 6mm Planetary war gestochen scharf. Leider hatte ich nicht genug Kontrast, um Io vor Jupiter ausmachen zu können, aber der Mondschatten war klar sichtbar. Vor einigen Tagen noch komplett unmöglich mit meiner Ausrüstung.

Leider ist meine nächste Balstelaktion heute grandios daneben gegangen. :mauer:
 
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Hallo Andreas,

Zitat von anddill:
Obwohl ich skeptisch war, denn mein Seben hat eine praktisch luftdichte Spiegelzelle mit nur einen ganz minimalen Luftspalt um den Spiegel, war das Ergebnis fantastisch. Selbst das 3,2mm Okular war noch einsetzbar, und das Bild im reparierten 6mm Planetary war gestochen scharf.
hast Du auch mal bei ausgeschaltetem Lüfter beobachtet?
Evtl. war auch nur das Seeing besser als zuvor.

Gruß
Markus
 
Nein. Im Refraktor, den ich zum Vergleich daneben stehen hatte, war nicht mehr zu sehen als zwei Nächte zuvor. Bzw. jemals zuvor.
Werde es aber nochmal nachholen.
 
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Zitat von helly:
Hallo Andreas,
hast Du auch mal bei ausgeschaltetem Lüfter beobachtet?
Evtl. war auch nur das Seeing besser als zuvor.

Gruß
Markus

Ich bin der Frage heute nochmal nachgegangen.
Bedingungen waren mäßig. Zwar klarer Himmel, aber viel Dunst in Bodennähe und viel Streulicht im Dunst. Das Teleskop stand 90min draußen mit laufendem Lüfter, dann hab ich mir Jupiter vorgenommen.
Im 6mm waren die Strukturen im nördlichen Wolkenband deutlich erkennbar, im südlichen war kaum Struktur. Das 3,2mm war heute nutzlos.

Nach dem Abschalten des Lüfters ging innerhalb von 30s der Kontrast deutlich zurück. Nach ca. 2min begann das Bild leicht zu wabern und zu verschwimmen - so wie ich es bisher immer ohne Lüfter erlebt habe. Nachdem der Lüfter wieder an war, beruhigte sich das Bild im Laufe der nächsten 1-2min wieder.

Wegen dichter werdendem Dunst und starkem Tau hab ich noch schnell ein paar Sternhaufen anvisiert, bevor ich abbauen musste. Hier, mit 9,5 bis 15mm Brennweite machte der Lüfter keinen sichtbaren Unterschied.
 
Hallo Andreas,

Du machst Dir die Mühe (eigentlich ist es m.E. ein Vergnügen), den Dingen auf den Grund zu gehen.
Es ist auch meine Beobachtung, dass man mit eingeschaltem Lüfter eine Vergrößerung anlegen kann, die weit näher am Limit des machbaren ist, als ohne Lüfter. Man verschiebt die Vergrößerungsgrenze deutlich, weil eben das Tubusseeing durch eine funktionierene Lüftung weitestgehend ausgeschaltet wird und sich nicht zu den äußeren negativen Seeingeinflüssen hinzuaddieren kann.
Sehr viel zum Thema hier:
http://www.astrotreff-deep-sky.de/ATDS_postst4304_Lufter-fur-Newtons.aspx

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Andreas,

ich hab' deshalb nachgefragt, weil ich es schon ein paar mal erlebt habe, daß sich von einer Minute auf die andere das Seeing schlagartig verbesserte und auch wieder verschlechterte, sowohl fototrafisch als auch visuell.
An Teleskopen habe ich geschlossene und damit lüfterlose (Refraktoren und einen MakCass) und einen Gitterrohrdobson. Deshalb kann ich den Lüftereffekt nicht selbst sehen (interessiert mich aber trotzdem). Am offenen Dobson habe ich zwar einen saugenden, geschlossenen Lüfter, einen Effekt durch ihn konnte ich bisher aber keinen sehen. Vielleicht mal, wenn beste Bedingungen herrschen bei Höchstvergrößerung.

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Markus,

schau Dir mal an, was Ekkehard "Pteng" mit seinem IM 715 gemacht hat. Auch bei geschlossenen Systemen kann Lüftung sinnvoll sein. Beim Refraktor allerdigns kann man doch relativ sorglos sein, weil sich warme Luft im Gerät nahe der Linse schichtet und warme Luft oberhalb der Linse zügig durch die Taukappe oder bei leichtesten Windbewegungen abfließt. Außerdem kühlt das so offen liegende Linsenelement relativ schnell aus. Größere Refraktoren allerdings brauchen eben ihre Auskühlzeit.
Der Warmluftkeil im Tubus aber darf nicht zu warm sein, das sieht man dann wieder. Ist so eine eigenartige Form von Asti, kann ich irgendwie nicht beschreiben, habe es vielleicht zwei mal einigermaßen ungestört von anderen Einflüssen gesehen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Markus,


bei einem saugenden Lüfter der hinten dicht an einem geschlossenen Newtontubus sitzt läßt sich das Tubusseeing wie von Andreas beschrieben ein- und ausschalten.

Bei einem Gitterrohrdobs kann evtl. ein Lüfter der quer über den HS bläßt mehr bringen.


Viele Grüße Felix
 
Ein- und Ausschalten triffts ganz gut. Was mich überrascht hat war die Verzögerung, ehe das Wabern einsetzte und mit der es auch wieder weniger wurde.
Wobei ich denke, daß mein Newton sehr empfindlich für Tubusseeing ist. Er ist eng - gerade mal 2cm weiter als der Spiegeldurchmesser, hat eine massive, fast dichte Spiegelzelle und einen ca. 1,5cm dicken Spiegel. Auch die Fangspiegelhalterung ist ungewöhnlich massiv.
Als ich den Lüfter montiert hab dachte ich so ...naja, mal schauen...
Jetzt bin ich begeistert.
Ich werde demnächst mal einen Bericht zu meinem Gerät und den Umbauten schreiben, so wie ich das mit meiner Billigmontierung schon gemacht hab. Den ich auch dringend ergänzen muss.
 
Hallo Andreas,


nicht nur der Tubusdurchmesser ist wichtig, bei meinem 8"f6 steckt der Spiegel in einem Tubus mit 240mm Innendurchmesser, ich also auch nicht sehr üppig - allerdings ist der Tubus aus Hartpapier, das isoliert recht gut. Gerade bei Blechtuben läßt sich das Tubusseeing mit einer Isolation aus Alu beschichteter Styroportapete und/oder schwarzem Velours drastisch reduzieren. Spätestens bei der Kombination aus isoliertem Tubus und saugendem Lüfter ist das Tubusseeing praktisch nicht mehr vorhanden.


Viele Grüße Felix
 
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