> Gibt es eine Tabelle aus der ungefähr ersichtlich ist welche Teleskopöffnung
für eine gegebene Kometenhelligkeit benötigt wird.
Das ist wirklich schwierig zu beantworten. Ich gebe ein Beispiel: Winfried konnte 64P im Zehnzöller nicht sehen, während wir ihn im Sechszöller bei 22x gesehen haben. Wie soll man da allgemeingültige Angaben machen? Am ehesten hilft ein Blick in die Beobachtungstabellen, das ist über die Seite der Fachgruppe möglich (auf das Auge klicken).
Die absolute Helligkeit sagt ja schon bei Galaxien wenig aus. Es kann sein, dass man M101 oder M33 gar nicht sieht - egal wieviel Öffnung. DIese Objekte sind eher diffus und werden von der Lichtverschmutzung verschluckt. Kometen sind oft ähnlich. 21P war im Sommer/Herbst eine schöne Ausnahme.
> Und im Vergleich zu Galaxien, die im gesamten Spektrum strahlen und für das Auge im Okular weiß erscheinen, strahlen Kometen nur in einem bestimmten Frequenzbereich
Das stimmt wohl für viele Kometen (die gasreichen). Es gibt aber auch staubreiche, die ein weitgehend kontinuierliches Spektrum aufweisen. Für die Sichtbarkeit ist das aber nicht entscheidend. Was aber eine Rolle spielt: Kometen haben keine starken Helligkeitskanten wie z.B. Galaxien oder viele Gasnebel. Das Gas strömt nach außen, reißt den Staub mit. Alles wird nach außen hin immer schwächer. Das erschwert die Wahrnehmung wirklich sehr! Ich hatte am Anfang erhebliche Schwierigkeiten damit und habe im Zwölfzöller Kometen 11. Größe kaum gefunden - von einem recht dunklen ländlichn Standort aus! Kometen aus der Stadt oder auch vom Stadtrand aus kann man meist vergessen. Ein Kometenfilter wirkt auch nicht in dem starken Maße wie ein UHC oder [OIII] bei Gasnebeln. Er ist eher ein diagnostisches Mittel, um den Gasreichtum zu ermitteln.
Zum Ziel führt also
- ein dunkler Himmel, jede 5 km weiter weg von der Stadt lohnen sich
- üben
- indirekt sehen
- die Position genau kennen
- lange hinschauen, lange versuchen, verschiedenen Vergrößerungen ausprobieren
Letzteres ist entscheidend! Zu glauben, man sähe einen schwachen Kometen "irgendwo im Gesichtsfeld" ist eine Illusion. Aber wenn man genau weiß, wo er ist, kann man alle aus der Deep-Sky-Beobachtung bekannten Tricks anwenden. Und man braucht sie auch alle.