Re: Komet C/2006W3(Christ.) -Sommerbeobachtungsper
Moin zusammen!
Was Uwe schon schrieb: mit kleineren Optiken werden die Helligkeitsschätzungen "optimistischer". Dabei gibt es aber auch eine kleine Falle, denke ich:
Viele haben bestimmt ein Lieblingsinstrument, mit dem er/sie mehr oder weniger regelmäßig auch Kometen-Beobachtungen anstellt. In meinem Fall ist das ein 120 mm f/5-Kometensucher, den ich seit Anfang 2004 einsetze. Mit dem Gerät habe ich bisher 36 Kometen gesichtet und bei identischen Vergrößerungen bei den unterschiedlichsten Sichtbedingungen auch geschätzt. Dabei weiß man dann nach einiger Zeit, was einen im Okular erwartet, sei es bei einem +5 oder +11 m-Kometen - alles schon erlebt. So - lange Rede, kurzer Sinn: Nimmt man sich dann ein kleineres Instrument zur Hand, das man nur alle Jubeljahre mal einsetzt, fehlt einem m.E. diese Erfahrung. Jedenfalls geht mir das so, und ich würde bei weitem nicht so sicher beim Schätzen sein wie mit dem anderen Gerät.
Diese +7,7 m-Schätzung mit dem 80er Refraktor ist IMO ganz schön gewagt - bisher habe ich noch keinen Wert aus den letzten wenigen Tagen gelesen, der über +8 m lag - wobei andere Beobachter durchaus schon FG mit 50 bis 90 mm Öffnung einsetzen (die liegen alle um und bei +8,2/+8,3 m), was ja ebenfalls zu allgemein helleren Schätzungen als mit Teleskopen führt.
Ich meine, daß man diese "optimistische" Schätzung immer eng im Bezug zum Gerät sehen muß. Im 8"-Newton sieht Christensen bestimmt nicht genauso hell aus. In meiner 120er Optik war Christensen vor 5 Nächten (auch beim besten Willen) weit von der +8 m-Marke entfernt.
Okay - das mal meine Gedanken dazu. Das sollte keine Negativkritik sein, ich wollte nur drauf aufmerksam machen, daß man schnell falsche Schlüsse ziehen kann - gerade wenn so ein Ausreißer wie in diesem Fall auftaucht. Das könnte den unerfahrenen Leser hier vermuten lassen, Christensen hätte einen Helligkeitssprung gemacht, was bestimmt nicht der Fall ist.