Re: Komet C/2006W3(Christ.) -Sommerbeobachtungsper
Moin zusammen!
Was Uwe über die lichtschwächeren Kometen geschrieben hat, stimmt soweit: Die Karten müssen sehr detailliert sein. Wenn man dann so einen Satz Aufsuchkarten im Netz bereitstellt, artet das Ganze sehr schnell in sehr viel Arbeit aus, das ständig aktuell zu halten. Deshalb ist bei mir die Geschichte auch bei +10 m Kometenhelligkeit erledigt. Leute, die schwächere Kometen beobachten, benutzen sowieso eigenes Kartenmaterial.
Ein anderer Punkt bei solchen A-Karten ist, es allen rechtzumachen...

Die einen wundern sich, daß der Komet X um 22 Uhr MESZ nicht dort ist, wo er auf der Karte eingezeichnet ist - ich erstelle die Karten von Anfang an (seit April 2002) generell zum Zeitpunkt 0 Uhr UT. Andere wiederum vermissen die Galaxie Y mit +12,5 m auf der Karte, wieder andere möchten eine geänderte Farbgebung, weil der Läppi schwarz auf rot besser wiedergeben kann (das war der Hammer, wie eine derartige Anfrage kam). Der beste Tip ganz zu Anfang war, die Karten druckerfreundlich schwarz auf weiß bereitzustellen - auf den Trichter war ich vorher auch nicht gekommen...

Da ich auch sehr viel mit Refris und ZS beobachte, ist mir das Problem mit gespiegelten Karten bekannt. Vom Aufwand her wäre es zu viel, so etwas auf meiner Seite anzubieten. Das würde die Seite auch nur unübersichtlich machen. Ab und an sind Aktualisierungen der Karten binnen weniger Tage nötig, und daß wie jetzt nur zwei langsame Kometen am Himmel unterwegs sind, ist eher die Ausnahme.
> eigentlich dachte ich immer, dass ein dunkler Himmel notwendig ist
...ist es grundsätzlich auch: Für Kometen gilt dasselbe wie für Galaxien - auch die saufen im Mondlicht oder bei diesigem, aufgehelltem Himmel ab. Dann bringt die Beobachtung so oder so keinen Spaß.
Erfahrung ist wichtig bei der Kometenbeobachtung, das stimmt, die Optik m.M. eher weniger. Als ich ab Frühjahr 2002 begann, tiefer in diese Materie einzusteigen, hatte ich auch einen 80/400er Refri im Einsatz. Damit waren schon Sachen möglich, wofür andere wesentlich mehr Öffnung brauchten, um Vergleichbares zu erkennen. Jeder fängt irgendwie einmal an...
BTW: Ich beobachte Kometen erst, sobald sie heller werden als +12 m. Das geht dann mit 8" auch hier aus der Stadt heraus. So spart man sich die Geldausgabe für größere Teleskope...
@Uwe:
> Kiel hat den Vorteil des sehr klaren Himmels durch die Meeresluft.
So prall ist das aber auch nicht. Wir haben hier oft diesige Luft von der See her - besonders nachts - und leider nimmt die Lichtverschmutzung auch hier immer mehr zu. Da ist man als Kieler auch froh, wenn man aus der Stadt raus ist und vom Feld aus beobachten kann.