Hallo Leute,
Diese Woche war vom Wetter wahrlich begünstigt. Der Föhn putzte den Himmel rein und klar und es gab unwahrscheinlich hohe Tages und Nachttemperaturen.Natürlich war Mitte der Woche Vollmond.
Das erste winzige Fenster der Gelegenheit für brauchbare Beobachtungsbedingungen ohne Dämmerung und störendes Mondlicht sollte laut Program Skymap Samstag Abend von 20.00 bis 20.30 sein.
An dieser Stelle vielen Dank an Burghard der hier im Forum auf die sich bietende Gelegenheit rechtzeitig aufmerksam machte.
Der Komet wäre theoretisch bei Azimut 214 Grad und einer Höhe von ca. 4 Grad am besten zu sehen. Also fuhr ich bei heiterem Himmel und sagenhaften 23 Grad am Samstag Nachmittag mit offenem Verdeck aufs Gaberl um einen passenden Platz zu finden. Um 14.45 Stand die Sonne genau auf 214 Grad, ungünstiger Weise befand sich unter ihr eine 5 Grad hohe, nach rechts ansteigende Bergflanke. Etwas Besseres fand ich nicht, der Himmel zeigte nun schon eine Wolkenbedeckung von 30 Prozent ich ich rechnete mir für den Abend keine guten Chancen aus. Wenn überhaupt,dann konnte es nur in der Dämmerung funktioneren nach spätens 8 Uhr würde der Berg die Sicht auf den Kometen verdecken.
Ohne große Hoffnung fuhr ich Abends mit der rollenden Sternwarte trotzdem los. Wer nicht wagt auch nicht gewinnt, dachte ich mir.
Während der Fahrt zeigten sich im Norden viele Wolken, doch genau in Richtung SW war es sehr klar und schon um 19h stand ich mit justiertem 24" Fernrohr und eingestöpselte 26mm Nagler bereit, aber es war noch viel zu hell.
Gegen 19.20 wollte ich schon, genervt durch ständig vorbeifahrende Autos -es war ja Samstag Abend- und einer kleinen fiesen Wolkenbank schon aufgeben, doch dann wurde es recht schnell richtig finster im Sucher wurden viele Sterne sichtbar und der Himmel wurde komplett wolkenlos. Dank dem nahestehenden Mars hoppte ich mich über ein paar relativ helle Sterne ins Zielgebiet. Der Komet sollte dort stehen wo der "Teapot" (Schütze) seinen Tee am Himmel verschüttet.
Um 19.35 war ich mir sicher die exakte Stelle gefunden zu haben, es war aber nichts zu sehen und die vorbeifahrenden Autos nervten immer noch. Der Wechsel auf 200x Vergrößerung im 13mm Ethos machte den Himmelshintergrund aber schön dunkel und ohne große Mühe konnte ich indirekt sofort ein gar nicht so kleinen Wölkchen an der richtige Stelle erkennen. Ein paar Minuten später war die Dämmerung so weit vorgeschritten, dass ich den Kometen auch direkt betrachten konnte. Besonders konzentriert kam er mir nicht vor eher so um DC3 herum, dafür aber relativ groß, etwa 1.5 Bogenminuten, die Helligkeit entsprach in etwa dem in der Nähe befindlichen Stern, also ca. 11mag. So hatte sich die umfangreiche Suche am Nachmittag nach dem passenden Platz und dem Wagnis so einen niedrig stehenden Kometen vor dem Ende der astronomischen Dämmerung zu finden doch noch gelohnt. Dies ist mein 86. beobachteter Komet.
CS Mike