JSchmoll
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Was macht man, wenn man in einer klaren Nacht auf einem Observatorium weilt, aber noch keine Beobachtungszeit hat ? Natuerlich ist man versucht, alle Kraefte zu mobilisieren und den Himmel mit angesichts der fetten Kuppeln anachronistisch anmutenden Instrumentlein zu durchstoebern.
Ich bin heute nach einer zweistuendigen Autofahrt von La Serena aus auf Las Campanas angekommen. Zusammen mit einem Kollgen wollen wir mein "Baby", die IMACS-IFU, am 6.5m Magellan-1-Teleskop benutzen. Unsere drei Naechte beginnen morgen.
Die Nacht ist superklar, es weht ein eiskalter Wind. Der Sonnenuntergang war schnell und mit einem letzten Blitzen entzog sich die Sonne unseren Blicken. Der Erdschatten zog auf, und im Nu wurde es dunkel. Nur im Westen war noch der junge Mond dicht bei der Venus, um dann spaeter in einer eifoermigen Deformation zu verschwinden. Was blieb, war ein matter Lichtschimmer, der sich fast bis zu Jupiter hochzog - Zodiakallicht !
Ich machte mit meiner Digitalkamera ein paar Aufnahmen. Und ich hatte meinen 10x50-Feldstecher mit (Minolta Activa 10x50 WP) ...
Orion ging liegend unter, M42 war superhell und auch M78, die schwache Funzel, trotz der geringen Horizontdistanz noch erkennbar.
Sehr hoch am Himmel steht das Kreuz des Suedens. Im Feldstecher sticht der Kohlensack sofort ins Auge. Aber in der Umgebung gibt es noch weitere Dunkelwolken, ja ueberhaupt scheint jener Milchstrassenteil sehr viele Dunkelwolken zu enthalten, die teils schon blossen Auges erkennbar sind.
Die Magellanschen Wolken schicken sich zur unteren Kulmination an. Unweit der kleinen Wolke, die auch im Feldstecher keine Struktur zeigt, ist bereits mit blossem Auge 47 Tuc, der Kugelhaufen, zu erkennen. Im Feldstecher wirkt er wie ein fransiges Woelkchen.
Die grosse Magellansche Wolke zeigt im Feldstecher muehelos ihre Balkenstruktur und den Tarantelnebel als hellen Knoten.
Im Zentaurus erscheint ein Stern unscharf, und im Feldstecher entpuppt er sich als Omega Zentauri. Er erscheint bereits am Rand deutlich aufgeloest !
Schliesslich habe ich noch den Kometen Linear, der neulich unweit M44 vorbeizog, gesucht und unter dem kopfstehenden Loewen gefunden. Mit fortschreitender Adaption konnte ich einen knapp die Gesichtsfeldhaelfte durchziehenden Schweif erkennen, der also so um die 3 Grad lang sein musste. Und nach einiger Zeit wurde der Komet bereits mit indirektem Sehen deutlich erkennbar, zusammen mit einem Stern an dem er gerade vorbeizog.
Beenden will ich diese Schilderung mit der Beobachtung, wie der grosse Wagen kopfstehend am Nordhorizont entlang kroch wie von Europa aus der Skorpion. Der Suedhimmel ist schon einmalig ...
Ich bin heute nach einer zweistuendigen Autofahrt von La Serena aus auf Las Campanas angekommen. Zusammen mit einem Kollgen wollen wir mein "Baby", die IMACS-IFU, am 6.5m Magellan-1-Teleskop benutzen. Unsere drei Naechte beginnen morgen.
Die Nacht ist superklar, es weht ein eiskalter Wind. Der Sonnenuntergang war schnell und mit einem letzten Blitzen entzog sich die Sonne unseren Blicken. Der Erdschatten zog auf, und im Nu wurde es dunkel. Nur im Westen war noch der junge Mond dicht bei der Venus, um dann spaeter in einer eifoermigen Deformation zu verschwinden. Was blieb, war ein matter Lichtschimmer, der sich fast bis zu Jupiter hochzog - Zodiakallicht !
Ich machte mit meiner Digitalkamera ein paar Aufnahmen. Und ich hatte meinen 10x50-Feldstecher mit (Minolta Activa 10x50 WP) ...
Orion ging liegend unter, M42 war superhell und auch M78, die schwache Funzel, trotz der geringen Horizontdistanz noch erkennbar.
Sehr hoch am Himmel steht das Kreuz des Suedens. Im Feldstecher sticht der Kohlensack sofort ins Auge. Aber in der Umgebung gibt es noch weitere Dunkelwolken, ja ueberhaupt scheint jener Milchstrassenteil sehr viele Dunkelwolken zu enthalten, die teils schon blossen Auges erkennbar sind.
Die Magellanschen Wolken schicken sich zur unteren Kulmination an. Unweit der kleinen Wolke, die auch im Feldstecher keine Struktur zeigt, ist bereits mit blossem Auge 47 Tuc, der Kugelhaufen, zu erkennen. Im Feldstecher wirkt er wie ein fransiges Woelkchen.
Die grosse Magellansche Wolke zeigt im Feldstecher muehelos ihre Balkenstruktur und den Tarantelnebel als hellen Knoten.
Im Zentaurus erscheint ein Stern unscharf, und im Feldstecher entpuppt er sich als Omega Zentauri. Er erscheint bereits am Rand deutlich aufgeloest !
Schliesslich habe ich noch den Kometen Linear, der neulich unweit M44 vorbeizog, gesucht und unter dem kopfstehenden Loewen gefunden. Mit fortschreitender Adaption konnte ich einen knapp die Gesichtsfeldhaelfte durchziehenden Schweif erkennen, der also so um die 3 Grad lang sein musste. Und nach einiger Zeit wurde der Komet bereits mit indirektem Sehen deutlich erkennbar, zusammen mit einem Stern an dem er gerade vorbeizog.
Beenden will ich diese Schilderung mit der Beobachtung, wie der grosse Wagen kopfstehend am Nordhorizont entlang kroch wie von Europa aus der Skorpion. Der Suedhimmel ist schon einmalig ...